Ausgabe 
11.5.1912
 
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Mionsperiode den .Pflanzen den ^Dungguß jede Woche einmal & geben. NM der Mitte des August darf man stickstoffhaltige nger Nur nM den Gemüsepflanzen geben, während die anderen Pflanzen dann nur noch 'Dünger erhalten dürfen, welche Kalium iinb Phosphor enthalten. '

Das Begießen der Pflanzen (im freien Lande soll möglichst mit jabgestandenem Wchser geschehen, damit lhie Erde nicht zu stark Mgekühlt wird. Es ist ldeshalb gut, wenn man im Garten ein Bassin hat, das man.Mach dem Begießen immer gleich wieder mit Wasser füllt. Man begieße an heißen Sommertagen vor allem des Abends, damit die (Pflanzen während der Nacht Zeit finden, sich reilich mit Wasser!zu versehen.

. Bei dem Pflanzen achte 'man darauf, daß die Wurzeln gut Mit .Erde bedeckt sind, mnd daß das Erdreich, in welches sie ein- dringen sollen, gut gelockert fist. Bei der Neuanlage eines Gartens ist es deshalb sehr 'gut, den Boden bis auf eine Tiefe von etwa PU bis 75 Zentimeter 'umzugraben. Man iiennt dieses tiefe Uin- gtaben Rigolen oder Rajolen. i Man Benutzt diese Gelegenheit, den Boden in der Diese mit Vorratsnahrung zu versehen, wozu sich> aber nur Thomasschlackemnehl eignet, (weil dieses allein im Boden bleibt. Eine Düngung mit'.1200 Gramm auf den Quadratmeter ist sehr vorteilhaft. Außerdem (verbessert man den Boden bei dieser Gelegenheit mit organischer iSubstanz, indem man recht viel Kompost in die (Erbe bringt.

.. 3» Anwachsen der Pflanzen trägt es wesentlich bei, wenn man die Erde, welche man an die Wurzel Bringt, mit Torfmull mischt, Weil ftch die Wurzeln in diesem sehr leicht mit jungen Wurzeln versehen. Das Pflanzloch soll immer so groß sein, daß die Wurzeln reichlich darin Platz haben; vor allem sollen die Wurzeln nicht m der Pflanzengrube umgebogen werden. Sind Wurzeln verletzt worden, so müssen sie.vor dem Pflanzen mit einem scharfen Messer beschnitten werden, und zwar so, daß die Schnittfläche später horizontal abwärts gerichtet ist. Ferner achte inan bei dem Pflanzen von Holzgewächsen darauf, daß sie genau ebenso tief in die Erde kommen, wie sie bisher standen, denn ein zu tiefes Pflanzen führt sehr häufig zum Tode der Pflanze. Da sich die Erde in der Pflanz- grube noch nach einiger Zeit setzt, so muß man hierauf Rücksicht nehmen.

Außer den beschädigten Wurzeln wird an den zu pflanzenden Gehölzen nichts beschnitten, es sei denn, daß Aeste oder Zweige be­schädigt sind. Erst im nächsten Jahre, wenn die Pflanze auge- wachseii ist, kann man, wenn es sich Herausstellen sollte, daß die Pflanze die Zweige nicht alle ernähren kann, einige Aeste fort- uehmen., Man darf nie vergessen, daß die Aeste und Zweige immer eine bedeutende Menge Reservestoffe enthalten.

Die beste Zeit zum Pflanzen ist fift die meisteii Pflanzen der Herbst und Borwinter, wenn die Pflanzen ruhen. Auf sehr nassen Böden kann man auch noch im zeitigen Frühjahre pflanzen. Nur die Nadelhölzer machen eine Ausnahme, weil man diese am besten bann verpflanzt, wenn sie zu treiben beginnen, ober int August.

Die Aussaat im Freien ist ebenfalls mit sehr viel weniger Schwierigkeiten verknüpft als die in Töpfe. Mau mache es sich zur Regel, die Samen immer nur so tief in die Erde zu Bringen, wie sie dick sind, und die Erde in der Zeit, bis 'die Samen gekeimt sind, beständig feucht zu halten. Dies letztere erreicht man, wenn man die Stellen, auf denen man Aussaaten gemacht hat, mit alten Säcken bedeckt und diese immer naß hält. Ferner sei man immer daraus bedacht, die Erde nach der Aussaat fest anzudrücken, damit sich die Erde fest um die Samen legt. Sehr zu empfehlen ist es, die Samen in Reihen auszusäen, weil sich dann die Beete später besser von Unkraut rein- halten lassen. Die Vermehrung 6er Pflanzen durch Stecklinge geschieht auch bei Freilandpflanzen am besten in Töpfen ober in Mistbeeten.

Eine wesentliche Vermehrungsärt im freien Laube ist fobann die Veredelung. Man wendet entweder das Okulieren, ober bas Kopulieren loder das Pftopfen an. Die beste Zeit zum Veredeln ist immer dann, wenn die Pflanzen in Saft sind, damit sich die Rinde gut lösen läßt. Steinobst veredelt man möglichst frühzeitig im Jahre, dann folgt das Kernobst. Rosen, welche man durch Okulatioii veredelt, werden entweder im Juni bis' Juli, ober im August bis September veredelt. Die erstere Verebelungszeit Bringt noch im selben Jahre junge Triebe, während Bet der späteren Veredelung die Knospen erst im nächsten Jahre austreiben. Man nennt deshalb die erstere die Veredelung auf das treibende, die letztere die Veredelung auf das schlafende Auge.

Ziini Schlüsse feien noch einige Winke für die Bekämpfung der Schädlinge der Gartenpflanzen gegeben. Die Schädlinge sind ent­weder Tiere oder Pilze. Gegen die Tiere gibt es zwei Universal- mittel, welche der Privatmann stets antoenben kann, nämlich Thripsolin unb Tetrachlorkohlenstoff, welcher auch unter bem Namen Beuzinoform bekannt ist. Diesen Beiben Mitteln vermag fein schäb- liches Insekt zu toiberfteljen, wenn sie richtig angetoenbet werben. Es ist nämlich notwendig, baß die Stoffe mit einer Zerstäuber­spritze ganz fein verteilt werben, so baß bie Schüblinge mit den Flüssigkeiten ganz Benetzt werden. Gegen bie Pilze ist bas Uni­versalmittel bie KuPferkalkBtühe, auch Borbeläser Brühe genannt. Dieselbe wird im Winter als zweiprozentige, im Sommer als halb- prozentige Lösung angewendet. Zur Herstellung der ersteren löst mau in einem irdenen Gefäße 10 Gramm blaues Kupfervitriol, in einem halben Liter Wässer, in einem anderen irdenen Gesäße IQ Gramm frisch gebrannten, ungelöschten Kalk, gießt ain nächsten

Tage berde Lösungen in ein drittes größeres Gefäß und hat bann bte fertige Lösung, welche bald verwendet werden muß. Der ent­stehende Bodensatz muß von Zeit zu Zeit aufgerührt werden. Für bte Sommerlösung nimmt man die vierfache Menge Wasser. Das Mittel tötet alle gerade auf den Pflanzen vorhandenen Pilze, wftkt aber nicht prophylaktisch, muß also im Laufe des Sommers wtederholt, am besten alle drei bis vier Wochen angetoenbet werden.

Gewisse tierische Schädlinge könneit auch noch auf andere Weise, als oben angegeben wurde, bekämpft werden. So ist vor allem die Obstmadenfalle zu erwähnen, welche ans einem Streifen wasser- drchten Papiers besteht, auf welches man einen Streifen Wellpappe ober Holzwolle gelegt hat. Dieser Streifen wird so um den Obst- Baumstamm gelegt, bafn die Wellpappe ober bie Holzwolle am Stamme liegt und blon dem Papiere gegen Regen geschützt wird. Der Streifen wird dann oben fest gebunden. Die Raupen der Schädlinge kriechen bann Unter den Streifen und verpuppen sich hier. Man muß nun den Streifen zweimal int Jahre eulftrnen, wetl der Schmetterling iM Laufe des Jahres zwei Generationen hat.

Ein anderes Mittel sind bie Naupenleimringe, mit denen man alle am Stamme emporftiechenben Schüblinge aBfängt. Dabei ist daraus zu achten, daß der Raupenleim seine Klebrigkeit nicht ver­liert. Man ivendet bie Leimringe Besonders zur Bekämpfung des Frostspanners an, dessen Weibchen verkümmerte Flügel haben unb infolgedessen nicht fliegen können.

Neues wissen von der Haarpflege.

Daß alle unsere heutigen Methoden der Haarpflege falsch seien Und Ausfall wie Ergrauen der Haare Befördern, anstatt sie zu verhindern, Behauptet ein französischer Spezialist auf diesem Ge­biete, Dr. D. Gu elpa, der ein großes Werk über diese Frage hat erscheinen lassen, in einem Aufsatz der Revue. Er geht von der Beobachtung aus, baf; Bauern und Handwerker, bie sich am wenigsten mit ber Haarpflege Befassen, viel seltener kahlköpfig sinb als Leute bcr höheren Stäube, bie auf die Erhaltung ihres Haupt­schmuckes viel Sorgfalt verwenden.

Gerade Aerzte unb Friseure, so meint er, bie bock- am Besten mit ber Haarpflege Bescheid wissen müßten, haben sehr häufig Glatzen, ein Beweis dafür, bah bie gegenwärtige Hygiene ber Haare sich auf falschem unb Unwissenschaftlichem Wege befindet. Tas Shampoonieren, das Reiben und all bie Manipulationen der Coiffeure bebauten ein unaufhörliches Attentat auf bas Leben ber Haare. Das läßt sich aus einer einfachen anatomischen Be­trachtung berkKopshaut und der Haare erkennen. Die verschiedenen Schichten ber Kopfhaut werden durch sechs Gruppen von Haupt­arterien gespeist; jedes Haar sitzt mit seiner Wurzel in einem sog. Haarbalg- ober Säckchen, aus bem ber Haavkeim seine Nah­rung erhält. Seitlich in das Haarsäckchen münben bie Hauttalg­drusen, die bas Haar einfetten, geschmeidig unb gegen bie Einflüsse ber Atmosphäre wiberstandsfähig machen. Außerdem ist bie Wand des Haarsäckchens mit sog. organischen Muskeln versehen, bie durch Kontrakten bas Haar aufrichten, aber besonbers dazu bienen, auf bie Talgbrüse zu brücken unb bie Ausscheidung ihres Inhalts zu erleichtern. Die Schweiß erzeugenden Drüsen tragen dazu bei, um bie Temperatur ber Kopfhaut im Gleichgewicht zu erhalten unb können bei Gelegenheit bie beschränkte oder unterdrückte Funktion der Talgdrüse unterstützen. Im gesunden Zustand des Haars erfolgt bie Sekretion bes Talgs fortgesetzt unb gleichmäßig. Jede mechanische Irritation bes Haares aber, bie durch spitze Kämme, durch äußere Behandlung der Kopfhaut ober auch durch patho­logische Erscheinungen wie Gicht, Alter usw. hervorgerufen wirb, erzeugt eine Berbickung bes Drüsentalgs; es bilden sich bann birefte Pftopfen, bie bie regelmäßige und vollständige Entleerung ber Talgbrüse verhinbern. Bei Personen mit tuyen Haaren, be­sonders wenn sie unter ber Einwirkung der Kälte unb Feuchtigkeit eine gichtische Anlage haben, wirb ber Kontraktionsmuskel steif und wirkt nicht mehr auf bie Talgdrüse; bie pfropfenartige Ver­dickung, bie sich gebildet hat unb burch Eintoivkung bes Muskels vielleicht aufgehoben werden konnte, perstärkt sich dadurch. Es entsteht eine beträchtliche Erweiterung ber Talgdrüse, bie den Haarkeim zusammenpreßt und seine LeBensfähigkeit vernichtet. Das Haar, das nicht mehr durch den Haarkeim ernährt wird, fällt aus und die fortschreitende Hyperthropie der Talgdrüsen vermindert allmählich bie Lebenskraft bes ganzen HautgeweBes unb ruft so die Kahlköpfigkeit hervor.

Dr. Guelpa hat durch Untersuchungen nachgewiesen, bajj bie Kopfhaut eines gut mit Haaren versehenen Kadavers sich in drei deutlich unterschiedene Schichten teilen läßt, von denen eine, die ber sog. Leberhaut, Besonders entwickelt ist; Bei Kahlköpfigen dagegen läßt sich feststellen, daß diese Hautzone überhaupt nicht mehr existiert, sondern durch eine Fettschicht ersetzt ist, die aus der krankhaften Erweiterung ber Talgdrüsen entsteht. Früher hat man geglaubt, bei: Pazillen beim Haarausfall eine wichtige Rolle zuschreiBen zu müssen, 'aber nach den Forschungen des Ver­fassers sind die Mikroben nicht Ursachen der Kahlköpfigkeit, som dem ihr Erscheinen ist vielmehr eine Folge der Erkrankung des Haarbobens. Da unter ben.Ursachen' des Haarausfalls gichtische Anlage eine große Rolle fpielt, so empfiehlt Dr. Guelpa Leuten, bie an Haarausfall leiden, vegetarische Nahrung. Das Wachstum der Haare ist überhaupt eng mit dem Blutkreislauf verknüpft. Wenn durch krankhafte Störungen ober auch durch ben Druck bes