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Hutes die Mutgefäße ihre Elastizität verliere!» und Feiner werden, dann macht sich das bald an dieser Stelle der .Kopfhaut durch einen kahlen Fleck bemerkbar. Deshalb beginnt die Kahlköpfigkeit immer am Wirbel oder an der Stirn, well hier die Endpunkte! des Blutgefäßsystems sind.
Die Tatsache des Ergrauens rst von.dem Haarausfall unab- hängig, wenngleich^ beides häufig Mammen auftreten wrrd. Wenn man eine ergrauende Person durch Waschungen mit alkalischen, antiseptischen oder alkoholischen Lösungen behandelt oder auch mit den Drüsentalg zerstörenden Erhitzungen, so sind das die denkbar günstigsten Mittel, um die Kahlköpfigkeit zN befördern. Die rationelle Haarpflege besteht vielmehr in einer leichten Massage und in der Verwendung von Fettigkeit, die der Kopfhaut neue Lebenskraft zuführt. Es ist erwiesen, daß der Bart, der sehr oft gewaschen und ohne Schutz der Lust ausgesetzt wird, stets viel heller und rascher entfärbt ist als die anderen Haare. Will man dagegen einwenden, daß die Haare früher grau werden als der Bart, so muß man bedenken, daß das Barthaar um wenigstens fünfzehn Jahre jünger ist als das! Kopfhaar. Da das Ergrauen des Bartes nun dem des Haares sehr rasch sblgt, so ergraut der Bart eigentlich! schneller.
Daß das Waschen der Haare schadet, läßt sich auch dadurch beweisen, daß das Haar der Frau reicher ist und später ergraut, weil es weniger gewaschen wird. Die Länge des Haars ist von größter Wichtigkeit für den Schutz der Kopfhaut gegen die atmosphärischen Einflüsfe und gegen sonstige schädliche Behandlung der Kopfhaut. Durch allzu häufiges Haarschneiden und allzu kurzes Tragen des Haares zerstört man systematisch seinen Kopfschmuck. Die Hauptgrundsätze einer rationellen Haarpflege sind also: jede Behinderung des Blutkreislaufes zu vermeiden, also leichte und weiche Hüte zu tragen, dann alle Tage die Kopfhaut ein wenig $u massieren und mit einem Kamin, der keine spitzen Zähne hat, M behandeln. Dadurch werden die bereits nicht mehr lebensfähigen Haare entfernt, die Mr das Entstehen neuer Haare nur ein Hindernis find. .
Savage Landors Forschungsreise in Südamerika.
Der berühmte englische Jorschungsreisende A. H. Savage L a n d o r ist soeben von einer 18monatigen Reise in den uner forschten Gebieten Südamerikas nach London zurückgekehrt. ®er kühne Knlturpionier, der bereits aus eine 25jährige Tätigkeit als Forschungsreisender zurückblicken kann, hat aus seinen abenteuerreichen Fahrten die Quellen des Brahmaputra iestgestellt, ist in Tibet unter großen Gefahren bis nach Lasa vorgedrungen und hat 1906 Afrika von Osten nach Westen durchquert. Diesmal galt sein Ziel den unerforschten Gegenden von Brasilien zwischen Rio und Ma- naos in den großen Zentralbecken der Flüsse Xingtt, Tapajoz und Madeira, eine Gegend, die bisher für völlig unzugänglich gehalten wurde.
Wie Landor nun mitteilt, hat er nach der Durchquerung Brasiliens die Anden überschritten, zog von Peru nach Lima bis zum Titicacasee, um die Inka-Ruinen zu studieren, durchquerte darauf Bolivien und Chile bis Antosagasta, nahm von dort bis Valparaiso einen Dampfer und zog noch einmal durch Südamerika bis Buenos-Aires. „Ich habe ungeheure Ztckzackwege ein- geschlagen," berichtete er, „um alle die Gegenden zu besuchen, die mich interessierten, weil sie völlig unbekannt waren. SDlit Ausnahme von 50 im Zug verbrachten Stunden habe ich die ganze Reise auf dem Maulesel, im Boot oder zu Fuß zurückgelegt. Etwa die Hüllte des Weges mußten wir uns unseren Pfad durch den Urwald hauen, an den großen Campos vorbei oder über Prärien ziehen, weite, weite Strecken eines völlig unbewohnten Landes. Zuerst nahm die brasilianische Regierung großes Interesse an meinen Plänen und schlug vor, daß ich von Brasilianern begleitet werden sollte. Aber dies schöne Vorhaben scheiterte, als die Regierung keine Brasilianer finden konnte, die willens waren, mich zu begleiten, denn sie fürchteten sich vor den Indianern und vor der undurchdringlichen Wirrnis der Urlvälder. So mußte ich denn die Expedition selbst zusammenbringen und die ganze Ausrüstung allein übernehmen. Es hielt recht schwer, die dreißig Mann zu finden, die ich brauchte, aber schließlich glückte es mir doch, indem ich sechs eingeborene Brasilianer annahm, die nur durch die sehr hohe Bezahlung bewogen wurden, die ich ihnen versprach.
Als ich Rio im März vergangenen Jahres verließ, nahm ich genügend Vorrat an Lebensmitteln für ein Jahr mit, aber infolge der Verschwendung, die ein Teil meiner Leute trieb, und von Verlusten aller Art ging der Proviant aus, und während des letzten Teiles der Expedition durch das unerforschte Gebiet Brasiliens waren wir sechzehn Tag« lang ohne einen Bissen. Glücklicherweise gab es Wasser in Fülle, aber sonst war weder Wild, noch Frucht, noch Fisch da, keine Bewohner gab es, und weder meine Leute, noch ich selbst hatten auch nur das geringste zu essen. Ich hatte damals nur zwei Träger mit mir, die noch viel niehr litten als ich. Sie waren beide endlich entschlossen, ihren Leiden ein Ende zu machen, und nur mit größter Mühe gelang es mir, sie vom Selbstmord abzuhalten. Auch ich, obwohl ich an Entbehrungen und Hunger gewöhnt bin, starb beinahe. Der Mangel an Nahrung verursachte Blutarmut, die von Beriberi im rechten
Bein gefolgt war und die Atrophie zweier Zehen verursachte. Wi- überstanden diese furchtbare Situation, aber gingen in einem ent- setzlichenZustand daraus hervor. Ich verlor fünfzig Pfund an Gewicht.'
Savage Landor hat auf seiner Reise eine ganze Anzahl bisher unbekannter Stämme studiert, den Wortschatz ihrer Sprache ausgenommen und interessante geologische, geographische und anthropologische Beobachtungen gemacht. Nirgends hat er unter der Feindseligkeit der Eingeborenen zu leiden gehabt, er erklärte mfi Stolz, daß er weder einen Revolver, noch ein Messer mit sich führte. Die Ausdehnung der Wege durch unerforschtes Land in Brasilien betrug gegen 5000 englische Meilen, und die brasilianische Regierung war über seine für unmöglich gehaltenen Erfolge so erstaunt, daß der Kongreß dem Forscher eine Ehrengabe von 80 000 Mk. bewilligte. Die Expedition hatte schwer unter den zahllosen Insekten aller Art zu leiden, besonders unter Moskitos, Ameisen.und einer Art Stechmücken, die das Leben fast unerträglich machten. Entsetzlich waren auch die Millionen Bienen, die sich, wenn sie auch nicht stachen, doch auf jedem unbedeckten Teile des Körpers sestsetzten. ,
Büchertisch.
— Naturgeschichte des Kindes, von Dr. Hermann Dekker. Illustriert. In Farbendruck-Umschlag. Verlag des „Kosmos", Gesellschaft der Naturfreunde (Geschäftsstelle: Franckhsche Verlagshandlung), Stuttgart. Ueber „Die Seele des Kindes" hat bereits Dr. W. Ament ein Kosmos-Bändchen geschrieben. Wenn Ttr. Dekker dazu ein „körperliches" Gegenstück liefert, so tut er es, weil der Körper des Kindes eilte Fülle von Problemen in sich birgt. Die Entwicklung vom Ei durch das Stadium der Frucht, durch das Säuglings-, Kindes- und Jünglingsalter bis z!um „Typus" des Menschen bietet der biologischen Wissenschaft reichen Stoff zum Forschen und Grübeln. Was ist ein Kind? Wie verhält es sich zum Erwachsenen? Wie ist es zu verstehen aus seiner historischen Entwicklung heraus, als das Resultat von Vererbung und Anpassung? Wenn man sich darüber llar geworden ist, wird man nicht in den Fehler verfallen, das Kind Mr einen Menschen in kleinem Format zu halten, sondern erkennen, daß es ein besonderes, ganz anders geartetes Geschöpfchen ist. Und daß es so teilt muß, will das Büchlein zeigen.
— Atlas der Volks- und Schulhygiene von Dr. nied. Baur. Eine Anleitung zur Pflege der Gesundheit nebst einem Anhang: Der Beistand bei Krankheiten und Verletzungen. 270 Seiten Text mit 284 Abbildungen und,10 Farbdruckhafiln. (Verlag I. F. Schreiber, Eßlingen a. N. und München.) In den drei Abschnitten: Gesundheitspflege des Einzelnen, korporative Gesundheitspflege und Schulgesundheitspfbege bietet das Werk in übersichtlich gegliederter Form alles zu wissen Nötige: Bekämpfung der ansteckenden Krankheiten, Berufswahl, Lebensweise, gesundheits gemäßes Wohnen, Ernährung, ,Leibesübungen usw. DaW komntt ein Anhang „Beistand bei Krankheiten und Verletzungen", der auf über 130 Seiten (mit Mehr als 160 Text- rchLildungen und 7 Farbendrucktafeln) die Krankenpflege und erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen behandelt und nicht nur für den Hausgebrauch, sondern des anschaulichen Bildermaterials wegen 'auch vorzüglich im Unterricht in freiwilligen Sanitätskolonnmi, Feuerwehren und tSamariterabteilUngen des öffentlichen Sicherheitsdienstes von großem Warte ist.
— Griebe »s Reise führe r, Band 8: „W i e n". Verlagsbuchhandlung Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. In der 22. Auflage dieses erschöpfenden.Reiseführers haben die vielen architektonischen und landschaftlichen Schönheiten der einzigartigen Kaiserstadt, ihre reichen Kunstschätze yteben den prosaischeren, aber darum nicht minder wichtigen .praktischen Angaben über Hotels/ Berkehrsverhältnisse usw. liebevollste Berücksichtigung gefunden. Besondere Sorgfalt wurde der Neuordnung der Museen und sonstigen Kunstsammlungen gewidmet. Die.kleine Ausgabe, ein Auszug aus dem großen Führer dürfte für einen kürzeren .Aufenthalt ausreichend sein.
Magisches Vuadrat.
1 In die Felder nebenstehenden Quadrats sind _ die Buchstaben AEEEEEIKLLNNRR U U derart einzutragcn, daß die wagerechten u.
_ senkrecht. Reihen gleichlautend solgendes bedeuten: 1. Einen Raubvogel.
- 2. Fluß in Norddeutschland.
3. Eine Kulturpflanze.
4. Weiblichen Pornanten.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Der ew'gen Satzung folget die Natur:
Nach üpp'gem Blüh'n ein langsames Entfärben;
Von Widerstand und Ausruhr keine Spur;
Schön wie im Leben, ist sie auch int Sterben.
Und wer das schauet alles recht und klar, Dem kann kein Zweifel kommen und kein Reuen; Dem ist des Glücks Geheimnis offenbar: Zufrieden leben und den Tod nicht scheuen.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gietzea-


