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das mit einer Strafe wäre, aus den großen kann er in Nutze seine allgemeinen Freude im
Der prächtige Bassist Boudouresgue war lange Zeit Kaffeehaus- besitzer in Marseille und erfreute tagaus, tagein seine Gäste mit seinen Liedern, bis er das Buffet mit der Bühne vertauschte. Ivette Gnilbert war bekanntlich Verkäuferin und die berühmte Sängerin Mme. Delna Küchenmädchen in einem Restaurant von Meudon.
Energie fehlt Ihnen, Ihre Launen zu beherrschen. So, das wäre alles! Zu bedauern ist hier nur der Mann! Adieu, gnädige Fran."
Ich starrte ihm fassungslos nach. Warum hatte ich anch dem Feind die Tür geöffnet? Schnell wieder zu, und nun würde keine Macht der Welt sie mehr anfgehen lassen, — bis mein Mann kam. Ich sehnte mich nach dem Treuen, der immer zu mir gestanden, sehnte mich sogar nach seiner banalen Beruhigungsformel. —
Nun stand er bei mir, doch mit ärgerlichem Gesicht.
„Immer wenn man seine Frau braucht, versagt sie", ging es gleich los. „Schröder ist auf der Durchreise hier und wollte heute gemütlich den Abend bei uns verbringen. Ich telephoniere an: die gnädige Frau liegt im Bett. Ich schicke dir den Arzt: er versichert mir, du seist nicht krank. Also Laune! Weißt du, Hulda, daß ich deine Launen nachgerade satt habe?"
In den zehn Jahren unserer Ehe ist er noch niemals so beredt und — so hart gewesen, konstatiere ich voll Trauer.
»Eine besondere Frau bist du ja wohl," führt er in demselben ärgerlichen Tone fort, „aber auch eine ganz besonders schwer zu ertragende Frau —",
„Max!" schreie ich gequält auf, und die Tränen stürzen nur so über meine Wangen. „Max!"
Jetzt, — jetzt würde sie kommen, die Beruhigungsformcl, und diesmal würde sie mir wie Musik klingen —.
»Heul nur weiter! So ist es recht! Bist eben eine ganz unvernünftige Frau. Aber denke nicht, daß ich die Sache morgen anders ansehe, — da spreche ich mit Meyer über unsere Scheidung!"
. Tie Tür fiel heftig ins Schloß, ich war allein. Allein mit meinem Kummer, meiner grenzenlosen Enttäuschung. Was hatte er auf meine Tränen erwidert, zum erstenmal seit zehn Jahren — ?
»Heul nur weiter! — Unvernünftige Frau!"
Und ich heulte weiter, gleich Bächen liefen jetzt meine Tranen auf das Kopfkissen. Schließlich wurde es so naß, daß rch — davon aufwachte. Es war heller Tag und mein Mann schon fort. Aber welcher Tag, fragte ich mich? War all das Schreckliche nur ein Traum, oder —?
Ich klingelte nach dem Mädchen: bescheiden trat es ein und grüßte freundlich.
"Ter. gnä' Herr läßt der gnä' Frau sagen, daß er hätt' gehen .müssen. Er wollte gnä' Fran nicht stören."
Ich wagte noch kaum an mein Glück zu glauben
"Sagen Sie, Minna, es ist doch heute der achtzehnte, wo ich zum Schneider sollte, nicht wahr?" I
„Ganz recht, gnä' Frau! Wünschen gnä' Frau jetzt warmes I )o5a))er r —
Also wirklich nur ein Traum, dieser schreckliche Tag, an dem alle Leute mir die Wahrheit gejagt hatten? Ich würde sie heute von memand hören. — — — I
Gott sei Dank!
, , Mithin Sa. = -j- 94.
. Bel vorliegender Kartenverleilung hätte Mittelhand das Grand gleichfalls gewonnen, wobei die Gegner möglicher Weise auch noch nn Schneider geblieben wären.
9lebaEtion : I. B.: E.tzeß. - Rotationsdruck und Verlag der B^ühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießern
* Ein geheimnisvoller Delphi n. Als die Kotonisierung von Neil-Seeland ihren Aufschwung nahm, so gegen 1875, bemerkten die Dampfer, die von Wellington nach Europa sichren, einen riesenhaften Fisch, der sie bei der Durchquerung der Cook- straße, die die beiden Hauptinseln des Cook-Archipels von einander trennt, in auffälliger Weise begleitete. Sobald die Schiffe auf der Höhe des Pelorus-Sundes erschienen, dessen zerrissene Ufer einen malerischen Fjord darstellen, ward der romantische Eindruck noch dadurch erhöht, daß die Riesenfische, wie kleine Torpedos, aus den Bug des Schiffes zu sch offen, ihn mit Lustsprüngen umspielten, sich freudig au die Planken des Schiffes drängten, munter hin- und herschwammen. Erst zwischen der Insel Dmnont-d'Urville und der Südinsel verschwanden die anmutigen Tiere, indem sie mit I einer letzten Pirouette dem Reisenden gleichsam ihr Lebewohl Striefen. Diese heiteren Meerestänzer, die so freundliche und liebenswürdige Gesellen waren, wurden von den Matrosen „Pelorus Jack" gelaust und auch als die wissenschaftliche Forschung sich mit dem merkwürdigen Tiere eingehender beschäftigte, behielten sie diesen Namen. Die Eingeborenen erzählten, daß dieser «zroße, weiße Fisch, den ihre Väter Kaika'i-a-Ware nannten, bereits Die Kriegs- kanoes der Maoris auf ihren Kriegszügen begleitet und den mit drohenden Masken verzierten Bug in ' derselben Weise umspielt hätten. Wie V Forbin in der „Nature" berichtet, gab der geheimnisvolle Delphin der Zoologie ein schweres Rätsel auf. Man ordnete ihn schließlich in die Gattung Grampus griseus ein, in die Telphinfainilie, die im Atlantischen Ozean verhältnismäßig häufig vorkommt. Aber diese Delphinart ist außerordentlich gesellig, wahrend Jack als Einsiedler lebt und stets für sich allein, niemals in Scharen auftritt. Seine Länge beträgt mehr als 5 m, während die anderen Delphine niemals so groß werden. Außerdem ist der Grampus griseus sonst nirgends im Indischen Ozean gesunden worden. Und das Eigenartigste und Einzigartige des Pelorus- Jack ist seine Färbung. Während der Grampus schokoladenbraun ist, strahlt er in einem leichtbläulichen Weiß, das ins Purpurne und Gelbe spielt und von unregelmäßigen, braun geränderten Streifen durchzogen ist: seine Flossen sind schwärzlich. Viele Hypothesen haben das Geheimnis seiner Existenz und seines graziös flinken Benehmens erklären wollen. Jack soll ein Albino fein, ein ewiger Jude der Wasserwelt, der in diese ferne Bucht verschlagen, uon bem Hauptstamm der Gefährten getrennt, sich auf seine Weise vergnügt, seine tollen Luftsprünge ausführt und sich an den Schiffen reibt, um sich von lästigen Parasiten zu befreien. Wie dem auch sei, der große, lichte^Delvhi», der stets so fröhlich und so höflich mit den schnellsten Schiffen gleichen Schritt hält und mit seinen I fielen 13611 Passagieren ein märchenhaftes Schauspiel bereitet, ist t . I der Liebling von Neu-Seeland geworden, dessen Erhaltung geradezu
VL,«nera m- entdeckt- als nationale Angelegenheit gilt. Böse Menschen habest nämlich «.in Ä-v sV ®r?.Ben Oper haben in Bayonne einen I auf den guten Jack geschossen, so daß er einige Wochen plötzlich
neuen Tenor entdeckt, dem sie nach einem erfolgreichen Debüt | verschwunden war und große Trauer herrschte. Darauf erließ der
etitealanpnte Laufbahn prophezeien. Wieder ist also am Himmel I Gouverneur von Neu-Seeland ein Gesetz, '
Der Buhne em leuchtender Stern aisigegangen, an dessen Pracht I von 2000 Mk. jeden belegte, der überführt
man sich erfreut, ohne weiter nach seiner Herkunft zu fragen. Diese I Delphin geschossen zu haben. Von nun an
percinm liegt hansig weit ab von Kunst und Bühne. Der neue | Sprünge machen und seine lichte Haut zur
ötern (£aäeitaue roar bisher Reisender in Leberwaren, bevor bas I Sonnenglanz spielen lassen.
®olb m feiner Kehle entbeckt wurde. Der .Gaulois" führt bei I -------------
dieser Gelegenheit eine Reihe anderer Bühnensterne auf, die aus I den Niederungen des sozialen Lebens zur Höhe emporstiegen. Ter I ~ m vUMrilsaj.
berühmte Tenor Sellier, der aus einet armen kinderreichen Familie I z» 77. £r. J r '* P Versuch einer Monographie der
stammle, kam völlig mittellos nach Paris und wurde Kellner in I Wagners, die deren Bedeutung für das
einem kleinen Restaurant. Eines Abends kam zufällig Edmond I „W611 des Meisters und die Erhaltung des Bayreuther Werkes Adout in dieses Vorstadtcafe und blieb ziemlich lange, so daß er I AV^digl, ist tm Verlag von Karl Peters, Magdeburg, erschienen, schließlich der letzte Gast war. Da hörte er plötzlich im «immer I JF1?- ^ne Schrift, ursprünglich ein Vortrag, „Wie ich Fran nebenan eine Stimme, die ihn entzückte. Er sah nach: es roar der I Cosima Wagner sehe", ist verfaßt von Margarethe Strauß. Kellner. Nun mußte Sellier vor Ambroife Thomas, der damals I -----------
Direktor des Konservatoriums ivar, seinen Gesang hören lassen, I fitäältUlttflSrätfd
und sein Gluck war gemacht. Der große Tamagno war Droschken- k E.. K..pf l tz s b e W t-
kutscher m Genua, bevor man diesen herrlichsten Verdi-Sänger aus .a. K.ä.l..n u .i. Ä ö’
b.e in seiner Stimme schlummernden Schätze aufmerksam machte. T.ci.t . ei . . r, d . n ch. t nm t
^^flchleber seine Laufbahn begonnen, Escalais I .i. N.h. ..b hr' b v n P '
war Böttcher unb Gibert Arbeiter auf einem Gute von Landes. | Auflösung in nächst« Nummer
Franz, der Henle der erste Tenor der Oper ist, verdiente fein täglich ' , n a,)ter dummer,
lorot nl§ ßhnonabenüerfnufer, bis er schließlich wagte, sich bei dem I Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer r vor fünf Jahren veranslallelen Wettbewerb der Tenöre zu be- I Abkürzungen: tr — Treff, p --Uique, c — Coeur, car = Garreau reuigem . Der geniale Sanger paure, ebenso durch sein hinreißendes I trB — Treff-Bube, pA ----- Pique-Aß, cD Coeur-Dame uff.
einzigartige Maiiet-Sammluiig berühmt, sang I Nliltelhand drückt pZ und cZ, Vorhand erhielt pB, carB. tr9, tin Chor en'ei: Kirche von Mouliiis mit; der Direktor j tr7, pA, p7, cD, c7, carD, car8, Hinterhand den Rest. Spielgaug: eines Provinzthealers horte den herrlichen vopran des Kindes aus I 1. B. cD M. cA £>. c8 = + '' J U
dem Geplärr seiner Genossen heraus und bewog feine Ellern, den I 2. M. trA H. trD V. tr7 = +
?. 1“m,1.1, ins Konservatorium zu schicken. Mit 22 Jahren betrat er I M. erhält ferner in tr 14, ear + 28 c + 4 =
der Opera comique unb begann so eine beispiellos glän- In den Skat waren gelegt = —
»^"diienkarrlere. Verschiedene große Tenöre sind zuerst 1 j-----212
Orchestermusiker gewesen, so Soulacroix, der in einer kleinen Bier- «S.,b'L8ro^tller ^°"ne spielte, so Alvarez, der zuerst ein Kapell- nieisteiposlen bet(euete, so der bedeutende Wagnersänger Talmores.


