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Ne von GrünÄingen. Roman von Freiherr von Schlicht, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
7,|— Claire Glöckner — welch hübscher Name, nicht wahr, Papa?"
„Sehr hübsch," sagte der Graf, „und wie hübsch werd Mama den erst finden."
„Ach ja, das wird Mühe kosten."
Alexa seufzte schwer auf, dann aber sagte fie: „Papa, Was Mama dazu sagt, muß dir jetzt ganz gleichgültig sein."
„Meinst du?"
Ganz mutlos kam es über seine Lippen.
„Natürlich!" fuhr Alexa lebhaft fort. „Du sagst doch immer, du wärest ein freier Mann und könntest tun und! lassen, was du wolltest."
„Das kann ich auch! Seitdem ich Vom Militär fort
bin —" .. .
„— bist du dein eigener Herr. Du hast es bis zu dieser Stunde ja auch bei jeder Gelegenheit bewiesen. Aber jetzt muß bit das erst recht zeigen."
Das Lob aus dem Munde seiner Tochter machte ihn stolz: „Alexa, du bist ein gutes Mädel. Und du meinst fruirftid) —u
„Ich meine nicht nur, Papa, es ist sogar deine Pflicht. Nicht wahr, Herr Baron? Denke dich doch mal in die Lage von Hans hinein — wenn er Claire liebt, da kann er doch die Verlobung nicht wieder auflösen. Denk' doch auch mal daran, wenn du dich in deiner Jugend nicht nut Mama, sondern mit einem bürgerlichen .Mädchen verlobt hättest!" . , , .
„D e n Mut hätte ich nie gehabt," meinte der Ziemlich kleinlaut. c , ,,
„Aber Papa — mach' dich doch nrcht schlechter, gls du bist! Du hast doch Mama auch nur geherratet, Werl dü sie liebtest, und hättest sie doch auch geheiratet, wenn sre bürgerlich gewesen wäre."
„Um Gottes willen — laß Mama das nrcht hörens
Alle lachten, dann schalt Alexa weiter: „Ob adelig tobet bürgerlich — das ist nun ganz gleichgültig. Hans liebt Claire, will sie heiraten, und da wird er sie auch heiraten. Dazu kenne ich meinen Bruder viel zu genau. Er ist zwar ein Windhund, aber kein schlechter Mensch, der sich wieder entlobt, lediglich, weil ihr Name kein „von enthält. Sieh dir das Bild doch nur einmal an, Papa !
Endlich betrachtete er die Photographie, und nachdem er sie gesehen, gab er sich gar nicht mehr die Muhe, sern Entzücken zu verbergen: „Aber die ist ja reizend. Mehr als das, sie ist ja blendend schön! Diese Figur, diese Haltung, Herrgott noch mal, ist das ein Mädel! Wo der Hans die nur wieder ausgetrieben hat, und der Dusel, den der Bengel da mal wieder entwickelt —> daß ihm die Nicht
schon ein anderer sortnahm! Und die Augen — Himmelkreuzdonnerwetter — die hat es in sich." Doch aus seiner Begeisterung fiel er gleich wieder in eine tiefe Melancholie. .
„Aber wie sollen wir das der Mutter beibringen! —■ Soviel sage ich Ihnen, Baron — ich spreche mit meiner Frau nicht darüber — ich darf es ja auch nicht, denn ich gab Ihnen mein Wort, gegen jedermann, in erster Linie gegen meine Frau, zu schweigen. Und mein Wort halte ich natürlich mich." c „
„Selbstverständlich, Herr Graf," stimmte der Baron ihm bei, und dann setzte er den anderen seinen Plan auseinander.
„Glauben Sie, daß Claire darauf emgehen wird? fragte Alexa. „Leicht wird es ihr jedenfalls nicht werden." , . ,
„Es dürfte für sie aber noch schwerer sein, unter Umständen an eine Auflösung der Verlobung zu denken, wenn sie keine Möglichkeit sieht, Gnade vor den Augen der Frau Gräfin zu finden." '
Der Baron und Alexa sprachen noch lange darüber hin und her, während der Graf erregt im Zimmer mH und ab ging: „Macht, was ihr wollt," sagte er endlich, „mir ist jede Tochter, die Hans mir herbringt, herzlich willkommen, und ich freue mich sogar sür mich, daß Claire bürgerlich ist; denn wenn die Gräfin wirklich ihre Drohung ausgeführt und Hans mit einer dieser alt-adeligen Familien verheiratet hätte, dann würde der Adelsunfug bei uns noch größer werden, als er jetzt schon ist."
Und aus diesem Gedankengang heraus trat plötzlich eine an ihm sonst ganz frembe Energie zutage, unb in seiner Wanderung innehaltenb, rief er: „So wahr rch hier stehe — der Hans soll bas Mädel haben, er kriegt sie, und wenn die Mutter sich tausendmal dagegen auflehnt. I ch bin der Herr im Hause, und wenn ich trotzdem oft nachgab, so konnte ich das ruhig tun, ichne dadurch an meinem Resepkt einzubüßen. In diesem Falle aber ist es etwas anderes. Ich bin nicht nur der Herr im Hause, sondern auch der Stammherr meiner Familie, itnb als solcher muß rch dieses Mal hart und unerbittliche bleiben."
Mit einem Freudenschrei flog Alexa dem Vater an den Hals: „Papa, ich habe es ja immer gesagt — einen so guten Menschen, wie bicty, findet inan nie wieder!" Und nach einer kleinen Pause setzte sie hinzu: „Wenn du so entschlossen bist, das Machtwort zil sprechen, dann wär' es doch eigentlich gar nicht nötig, daß wir eine solche Komvdie spielen. Dann könntest du botf). gleich erklären: Hans hat sich ver- lobt — ich bin damit einverstanden — folglich heiratet er.
Aber so weit reichte die Energie des Grafen denn doch nicht. Das durfte er natürlich nicht zugeben, und so sagte er denn: „Du hast ganz recht, Alexa, das einfachste wäre es, wenn ich es trotzdem nicht tun mochte, so habe ich dafür sehr stichhaltige Gründe; die alle auszuzählen wäre


