Ausgabe 
10.2.1912
 
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I

92

12,3

, 9,7

; n,5

, 13,8

12,3

. 7,6

, 14,8

, 3,8

tocitcv befind

Daß dasWilern" (Mein System) dem Durchschnittsleben 7,6 Jahre unter Büidern zuaddiere, ist zu allgemein bekannt, Als vast ich es noch erzählen müßte.. . ..

9leii Mar mir dagegen, Mas mir rn der Talchm em blutjunger Bureaudiener mitteilte, nämlich, daß bie Vegetarianer um volle 14,8 Jahre mehr gewinnen als die Fleischlen ..

Und von dem Fabrikanten, wo ich meine Jagerhemden früher kaufte, hab ich einen Schein, wonach das Tragen von Jager­hemden 3,8 Jahre an das Leben setze.

Ais ich alles dies erfahren hatte, war ich 43 Jahre. Ich hielt die Zeit gekommen, um die Addition zu machen, und erhielt die folgende Tabelle: , _,A

1. Heiraten verlängert das Leben nun , 10,u ^ahre

2. Nichtraucher leben länger um , ,

3. Abstinenz verlängert um,. . . s

4. Der Vormitternachtsschlaf UM ä.

5. Das Frühaufstehen um , ä , £

6. Kefir -und Joghurt um . ,

7. DasMullern" um , , . ° .-

8. Das vegetarische Leben UM . . .

9. Das Tragen von Jägerhemden um

Statistik . . ."Laß mich mit deiner Statistik," sagte derOnkel, >,Tarnt der Nichtraucher vielleicht sein Leben probeweise rückwärts rauchen, um die Differenz zu krtegeu, he? Was 'oll inan darauf sagen? Mein Onkel Mar nicht vbrektch genug für die

Ais ich mich versichern wöllte, sagte der Agent, die Prämien seien für die Abstinenzler kleiner.

"Schr"einchch" sagte^er und zieht ein statistisches Projektil aus 'seiner Tasche'lesen Sie hier selber, daß Abstinenzier 9,7 Jabre länger leben als die andern Menschen.

,Lm," sagte ich,leider kann ich keinen An,pruch machen auf die kleine Prämie und das lange Leben, indes, gestatten Sie, daß ich das Faktum wenigstens notrere

Später teilte mir ein Schönschreiblehrer mit, daß der Mensch, der regelmäßig seinen Vormitternachtsschlas habe» nach feinen statistl- schen Tabellen durchschnittlich 11,5 Jahre langer^iebe als em anderer. Auch das muß wahr sein. Denn sehen Sie was hatte ein Schönschreiblehrer für ein Interesse daran, Schlafstatiftiken 9U fStU lange nachher ersah ich aus einer Bivgrahhi^ von Franklin, daß das Frühaufstehen allem durchschnittlich 13,801 Jahre der gewöhnlichen Lebensdauer zusetze. Da diese Ziffer sogar auf drei Dezimalstellen genau berechnet ist, muß sie unbesehen rid)tliiJetittem Plakat einer Kefir- und Joghürt-Bertriebsgesell- schaft las ich dann in Fettdruck, daß der Genuß von Mw das Leben um 5 und der von Joghurt dasselbe Leben um 7,3 ^ahre

Insgesamt 96,3 Jahre.,

Ich legte die Tabelle dem Kaiserlichen Statistischen Gesund - heitsamte vor und erhielt die Nachricht: Es stimme. Nuii bin ich aber kritisch von Natur. Ich nahm mir deshalb vor, die exakte Probe aufs Exempel .zu machen, und ging zu meinem Freunde Schlömilch.

Hör mal," sagte ich,du bist ein Freund von allem Fort-

Oh, bitte," sagte er mit seiner linken Hand und quittierte mit der rechten hinterm Rücken.

Gut also. Hier ist die Tabelle und das Geheimnis eines gesunden und langen Lebens." Er w-arf einen Blick darauf Und sagte: , ,.

Ist ja famos! Gib her, das will ich gleich probieren."

Deswegen kam ich eben, lieber Schlömilch. Du wirst der Wissenschaft einen mig eh euren Dienst erweisen, wenn du danach lebst, verstehst du?"

Machen wir!" rief er begeistert.Also nicht, rauchen, nicht trinken, nicht" Auf 'einmal fiel ihm etwas ein.Ja, und du?" sagte jer.

Ich werde zur Kontrolle das. Gegenteil von allem tun."

Zur Kontrolle?"

Natürlich, um festzustellen, wieviel Jähre du' länger leben wirst als ich, verstehst du?"

Ausgezeichnet, ausgezeichnet! Aber sage mal, opfern tust da du dich eigentlich für die Wissenschaft!"

Ich tn's gern."

Und ich nicht minder. .Weißt du, das müßten Wir doch feiern in der Bodega."

Das will ich allein besorgen. Denn laut Tabelle Absatz 3, verstehst du. . ."

Er sah nach und ich konnte konstatieren, daß die Verlängerung seines Lebens bereits anfiug, sich in der Verlängerung seines Gesichts -ein wenig bemerkbar zu machen.

Aber zur Ehre meines Freundes Schlömilch sei's gesagt er hielt sich strenge an die neunfältige Lebeusverläugeruugs- Tabelleuvorschrifteu. So strenge, wie ich mich an das Gegenteil.

Und wir hätten sicher.eine wertvolle Bereicherung der Sta­tistik durch unser praktisches Experiment erzielt, wenn

Ja, sehen Sie, wenn nicht Freund Schlomtlch anderthalb Jahre darauf ohne -erkennbare Ursachen verstorben wäre. .

Wir haben uns den Kopf zerbrochen, warum,, weshalb, wreso? Und sind zu keinem Ergebnis gelangt. .

Mein Onkel sagt, an zuviel Gesundheit sei mein Freund gestorben, zuviel Gesundheit nehme den Körper noch ärger mit als gar keine Gesundheit.

Aber .das ist Blech. Mein Onkel ist statistisch nicht, gebildet Er ivürbe .sonst wissen müssen, daß mein Freund Schlömilch laut Statistik die verfluchte Pflicht und Schuldigkeit gehabt hatte/ 187,9 Jahre alt -zu werden.

Schade, schade, daß -er Vorher starbt

Vermachtes.

* Goldene Worte für A n §l a n d d eu tsche. Goldene Worte an die Deutschen im SluSlonb spricht W. Tr. tut Deutschen Evangelischen Volksboten für Südafrika. Wir geben sie im Aus­zug wieder; Als deine Vorväter oder du selbst an der Südspitze Afrikas ans Land gingst, hattest du einen. deutschen Familien- nainen, den deine Vorfahren in der Heimat bis weit in die Jahr­hunderte zurück mit Ehren getragen haben. Trage ihn getrost m Ehren weiter und fange nicht an zu andern. Wenn über dem a, o, u ein paar kleine Striche stehen, so laß sie ruhig bableiben. Oder andernfalls du weißt ja! erst der kleine Finger, bann die ganze Hand und zuletzt auch das deutsche Herz. Wenn du Schmidt ober anberswie heißt, versuche nicht auf einmal als Eng­länder aufzutreten. Du hast einen ehrlichen Vornamen mit­gebracht, behalte den ruhig weiter und werde nicht plötzlich, zum John oder Charles oder zu sonst wem. Sieh dir den Ausländer in Deutschland an. Er hat Rückgrat iind bleibt, ,vas er ist, alle­zeit. Vielleicht hast du and) Kinder. Gib ihnen schöne deutsche Namen mit auf den Lebensweg. Sie werben bir vielleicht einmal bankbar sein dafür. Gertrud, Hildegunde, Irmgard, Ilse, Helmut, Heinrich, Rudolf, Günter! Was gibt's da für herrliche Namen I Laß dein Saus zu einer deutschen Burg werden I Laß nur deutsch sprechen! Sei unerbittlich streng darin, lieber zu viel als zu wenig. Draußen und in der Schule lernen deine Kinder schon sowieso Holländisch und Englisch, besser als von dir, der du die Sprachen vielleicht erst als Erivachsener gelernt hast. Mit jedem deutschen Landsmann sprich nur deutsch. Sonst verachtest du deine Heimat. Sprich möglichst ein reines Deutsch IHol- länbere" oberenglänbere" nicht! Sage nicht:Ich soll lzal) bas tun" fürick, werbe das tun." Sprich nicht vonmuven", auch nicht vonTicket",Office" u. a bas läßt sich alles vermeiden. Die deutsche Sprache ist doch so reich. Rede auch nicht von Mr. oder Mrs., wenn bu von deinem Mann ober beiner Frau sprichst. Das ist gar nicht deutsch. Man sagt, wir Deutschen seien das lieberreichste Volk ber Welt. Du kennst sie ja alle, unsere herr­lichen Volkstieder:Am Brunnen vor bem Tore",In einem kühlen Grunde",Ich halt' einen Kameraden",Wem Gott will rechte Gunst eriveisen". O fing sie alle in deinem Hause, im Kreise deiner Familie, und auch deine in Afrika geborenen Kinder werden lernen, unser Deutschtum von Herzen liebzuhaben und be­geistert einstimmen in;Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt".

* Ein Hartgesottener. -Sie sollten heiraten,'Hertz Assessor. Gibt es denn etwas Besseres als eine traute Häuslich- fett?"Doch eine traute Ungetraute,"

§ildrnr8tsel.

a, ba, ber, beim, beu, bürg, del, der, el, gal, if, knö, le, le, li, ma* mei, mei, ni, o, se, tel.

Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangs­buchstaben, von oben nach unten, und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, den Namen eines Astronomen ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:

1. Ein Mineral.

2. Ein Insekt.

3. Dient häufig zur Aufbewahrung von Gelb.

4. Berg in Südamerika.

5. Schmackhafte Speise.

6. Geschichtlich bekannte Insel.

7. Stabt in Bayern.

Auflöstmg m nächster Nummer.

Auflösung des magischen Zahlemmadmts in voriger Nummert

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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck' und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckeretz R. Lang», Gieße»