Ausgabe 
9.9.1912
 
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Redaktion: K- Neuratb. W^stionsdruck u»^ Verlag der Brüh Ischen Universitäts-Bach» und Stemdruekerei, R. Lange, Gießen,

Logogriph.

Mitd" erzeugt es Reinlichkeit, Ist ätzend, scharf und beißend. Mits" trägts ost ein prächtig Kleid Und winkt dir Ruh' verheißend.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer r Lundesrat, Ehr, Issarses, Krau, Erbe, Sanb, lkeseda, At^en, 'Eherese.

hnmorrstlsches.

* Wahres' Geschieh tchen. Ich komme im Sportkostüm am Münchener Bahnhof an, und da ich einige Stunden Aufent-. halt habe, entschließe ich mich, mir die Residenz anzuschauen. Unsicher, ob dies in meinem Aufzuge ratsam sei, interpelliere ich darüber einen Einheimischen. Gutmütig gibt er mir Be­scheid:No ja, zum Prinzregenten kunnten S' so scho' gehn; aber vor'm Portier derfen S' Eahna so net sehg'n lassen!"

* Abgesehen davon, Hauslehrer:Resi, Resi Ihre Arbeit wimmelt ja geradezu von Fehlern! Da hat doch sicher wieder irgend eine Dummheit in Ihrem Köpfchen gespukt! O nein. . ."Na woran haben Sie denn gedacht/- (Verschämt):An Sie, Herr Doktor..."So soi na ja hm. . . also hatte ich doch recht , Nm, abgesehen von derDummheit" natürlich."

Die Zimmerpflanzen und ihre pflege.

Woche vom 10.16. September.

Wir erinnern an die Folgepflanzungen in der Blumen-, Zwiebel-Treiberei. Die Zwiebeln der Beltheimi« werden geputzt und aufs neue gepflanzt: einzeln in 15-Zentimeter- Töpfe; Lauberde und Misterde, dazu Sand; sie werden warm und zunächst ziemlich trocken gehalten; nach dem Austreiben! reichlich Wasser und Heller Stand! Die Brutzwiebeln sollen erst abgetrennt werden, wenn sie erwachsen sind.

Die weiße Calla wird, wenn ausgepflanzt, wieder ein­getopft (große Töpfe, fette Lehm- und Lauberde, dazu SW büitger) und bis zur Knospenbi'ldung bei 512 Grad C. hell und nicht zu feucht, später wärmer und feuchter gehalten. Die ge­fleckte Calla wird nach der Blüte bis in den .Winter bei 812; Grad C. trocken gehalten.

Die Gazanie kommt ebenfalls, wenn ausgepflanzt ge­wesen, wieder in Töpfe (Laub- und Mist-Erde, Lehm und Sand). Ebenso die Dicentra (Diclytra, Doppelsporn, Tränendes Herz); Erdmischung: gewöhnlich. Die winterblühenden Bals am in en (Jmpatiens) erhalten mehr Wasser und kommen ins warme Zimmer.

Brunfelsia eximia wird eingeräumt: hell, luftig, zirka 10 Grad C.

Gloxinien werden nach der Blüte trocken und nur lau­warm, auch dunkler, doch luftig gehalten. Die Knollen bleiben im Topf. Auch der Granatbaum wird trockener gehaltem

Die Ruellia läßt man bei 1020 Grad C. im Wohn­zimmer blühen. .....

Der Tabak (Nicotiana affinis) wird für die Winterblute in etwas größere Töpfe gepflanzt, nachdem man ihn einige Tage vorher Vi zurückgeschuitteu hat (damit er buschig wird) und kommt ins Wohnzimmer.

Abutilon (Schmuckmalve) steht für die Winterblute bis zur Kuospenbildung bei 510, später bei ca. 12 Grad C.

Vierfaden (Tetranema): Die Frühjahrs-Sämlinge und die sommerblühenden Pflanzen haben Ruhezeit (46 Grad C., hell, ziemlich trocken, die Sämlinge auch etwas warmer); die winterblühenden werden warm (1020 Grad C.) und feucht ge- j Azalea: zum frühen Treiben frühe Sorten! Bis zum Farbenzeigen der Knospe .nicht mehr als 8 Grad L.; sonnig und nicht trocken; darauf wärmer und häufig zu spritzen, die­selbe Behandlung läßt man der Camelie angedeihen.

Topfrosen werden verpflanzt (Ballen ausschütteln); und wer für den Winter und Vorfrühling Treibsträucher in Blute haben will, Pflanzt diese jetzt ein (Glycinen, Goldregen, Flieder, Schnee­ball, Apiräen, Prunus, Deutzien, Glockenblumen (medmm und karpatica), Primula Siboldi usw. usw.).

schwer schmelzbaren Metalls! erfolgt vorwiegend durch HamMern- Treiben und Walzen, neuerdings wohl auch durch Gießen. Als Lötmaterial für die Verbindung einzelner Platinteile wird. Gold) ^'"sie Trennung von Platin und Gold erfolgt vielfach elektro« lyflsch, wobei als Kathoden Goldbleche, als Elektrolyt neutrale Lösungen von Goldchlorid dienen. Bei bestimmter Stromdichtü uttd Spannung geht das Gold in Lösung und schlägt sich an den Kathoden nieder, während sich das Platin als Schlamm' absetzt.

ich die Grenze bei Wässerbillig und nachmittägs betrat ich in Bingerbrück zum ersten Male seit langer Zeitdeutschen Boden tut Anblick des Niederwalddenkmals. Am Abend kant ich bet meinen Ännehörigen tut, bie und) nut offenen ^rinen empfingen. Tags darauf meldete ich Mich bei der Militärbehörde, um. meiner Pflicht als Deutscher Genüge zu tun.

Platin und seine Gewinnung.

Das Platin erhielt seinen Namen von dem spanischen Plata, alcick Silber. Es ist ein ziemlich selten vorkommendes grauweiß glänzendes Metall von großer Fesflgkeit, bezüglich deren es zwilchen Silber und Kiipfer steht, verbunden mit großer Geschmeidigkeit und Zähigkeit, welche seine Verarbeitung zu ganz dünnen Blechen und Drähten ermöglichen. Das spezifische Gewicht ist ein sehr großes und beträgt 21,5, so daß Platin also, zu den ichwersten Metallen gehört. Sein Schmelzpunkt liegt bet 1715 Grad, also ziemlich hoch. Jedoch wird es schon vorher weich, schmied- und schweißbar. Dabei saugt es Sauerstoff aus der ~uft auf, um denselben beim Erkalten unter zischendem Geräusch wieder ab­zustoßen. Seiner großen Widerstandsfähigkeit gegen atmosphärische Einflüsse und chemische Lösungsmittel wegen zählt das, Platin zu den edlen Metallen. Von Sauerstoff wird es bei feiner Temperatnr angegriffen. Nur das sogenannte Königswasser, eine Mischung von 1 Teil Salpetersäure und 3 Teilen Salzsaure, vermag es aufzulösen, wobei es in Platinchlorit umgewandelt wird. Aber auch Chlor, Jod und Brom sowie schmelzende Al­kalien, Salpeter, Phosphor, Schwefel und rußende Flammen sind dem Platin feindliche Elemente.

Infolge seines seltenen Vorkommens ist das Platin erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts allgemein bekannt und bezüglich seiner Eigenschaften näher untersncht worden, nach­dem es in Neugranada in Südamerika als Begleitmaterial des im Sande des Flusses Pinto vorkommenden Goldes gewonnen wurde. Weitere technische Bedeutung erhielt es jedoch erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als in Rußland gröbere Vor­kommen entdeckt und ausgebeutet wurden. Dieses Land ist und blieb auch seitdem der Hauptlieferant des Platins, das zu etwa 90 Prozent dem Ural entstammt und in anderen Ländern, z. B. Brasilien, Kolumbien, Kalifornien, Colorado, Borneo, Norwegen und Lappland, nur ganz vereinzelt anfgefnnden wird. Das Platin kommt fast nur gediegen vor nnd zwar stets im Gemenge oder legiert mit Iridium, Palladium, Rhodium, Osmium und Ruthe­nium, welche deshalb auch als Platinmetalle bezeichnet wer­den. Auch ist es immer mit Eisen sowie vielfach mit Kupfer, Blei und anderen Metallen vermengt. Primäre Platinlager,! d. h. das Urgestein desselben, wurden bisher noch, nirgendwo sicher nachgewiesen. Man findet es. stets, auf sekundärer Lager­stätte im Sand von Flüssen oder in Seifen. Hier kommt es tn Form von Plättchen und Körnern, weniger in größeren Stücken, vergesellschaftet mit Gold, Titan-, Chrom- und Magnetelsen, selten für sich .allein vor. Ebenso enthält das Silber vielfach Platin, wenn anch nur geringe Mengen. ,

Die Gewinnnng des Rohplatins erfolgt, in derselben Weise, wie die des Goldes, durch Äuswascheu, Auflösen und Schmelz­prozesse-. Der metallführende Sand wird mittels kräftiger Wasser­strahlen von seiner Lagerstätte losgespült und dabei von dem erdigen Beimengungen befreit, woranf dann auf geneigten Wasch­herden ober in besonderen .Waschmulden die Abscheidung der nutzbaren Stoffe erfolgt. Von den letzteren wird zuerst das Gold abgetrennt, was durch isogenanntes Amalgamieren erfolgt. Hier­bei wird Quecksilber zugesetzt, welches das Gold auflöst, sich mit demselben verbindet lund so ein Amalgam bildet. , Aus diesem wird durch Erhitzen das Quecksilber wieder abgetrieben, wobei das Gold als schwammiger Körper für sich allein gewonnen wird. Das nach dem Abscheiden des Goldes zurückbleibende Roh­platin enthält etwa 60 bis 80 Prozent reines Platin, während'der Rest aus den Begleitmetallen, Sand und sonstigen Beimengungen besteht, deren Entfernung noch verschiedene umständliche Arbeits­vorgänge, vorwiegend chemischer Natnr, erforderlich macht. Nach­dem das Rohplatin in einem Kalktiegel geschmolzen ist, wird, es wiederholt mit Königswasser verschiedener Stärke behandelt. Hier­bei werden zuerst alle leicht lösbaren Metalle, Eisen, Kupfer und dergleichen, und dann Sie schwerer lösbaren, wie Gold und Palladium, ansgefällt. Erst bei Anwendung stärkerer erhitzter Säuren geht anch das Platin als Platinchlorid in Lösung. Nach­dem aus dieser 'etwaiges Palladium durch Cyanguecksilber abge­schieden ist, wird Salniiak zugesetzt. Der sich dabei bildende Platinsalmiak wird getrocknet und ausgeglüht, wobei der Salmiak verflüchtigt, während das Platin als ein lockeres graues Pulver ober als schwammige Masse, Platin'schwamm, zürückblcibt. Diese wird entweder mit Hilfe einer sehr heißen Gebläseflamme in einem Tiegel zusammengeschmolzen ober in einem kräftigen Eisen­zylinder unter einem Stahlkolben bei hohem Druck zusammen­gepreßt und dann starker Hitze ausgesetzt. Das so erhaltene! Platin wird zu kleinen Barren geschmiedet ober zu Blechen ober Draht von verschiedener Stärke verarbeitet nnd gelangt gewöhn­lich in diesen Formen in den Handel. Die.Verarbeitung des!