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vor de» Tücken der Witterung sicher zu sei hört zu den Tagen, als welchen nach der Vi
Rösselsprung.
.Auflösung in nächster Nummer.
Die drei Eisheiligen.
„Mamertus, Pankratius, Servatius bringen oft Kälte und Aergernus", sagt eine alte Bauernregel, -und der Bauer ist herzlich froh, wenn die drei „gestrengen Herrn" es gnädig gemacht haben. Die drei Tage des 12., 13. und 14. Mai können nach! dem all-
geniein verbreiteten Volksglauben der jungen Vegetation durch Fröste oder durch plötzlich rauher werdende Witterung schädlich werden. Wir Menschen des 20. Jahrhunderts können uns diese Kälterückfälle leicht ineteorologisch erklären, aber unsere Vorfahren stellten sich diese Tage als den letzten Ansturm feindlicher Winter- riesen gegen den Fvühlingsgott vor.
Der erste der drei gestrengen ist St. Mamertus, dessen Tag der 11. Mai ist. Er war Erzbischof von Vienne in der Dauphins Und lebte in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts. Ms berühmter sittenstrenger Kirchenlehrer bemühte er sich um die Verteidigung des orthodoxen christlichen Glaubens airf mehreren Synoden. Auf seine Anregung kamen die vorher etwas vernach^ lässigten Feldprozessionen aufs neue in Hebung und wurden auf seinen Antrag für ganz Gallien später auf die drei Tage vor Christi Himmelfahrt festgelegt. Gelegentlich eines Brandes rettete er durch seine Tränen vor Gott seine Bischofsstadt, zu deren Patron er erhoben wurde. Sein Grab befindet sich in Orleans. Sein Attribut auf bildlichen Darstellungen ist ein brennendes Licht, das auf seine Bedeutung als Kirchenlehrer hinweist. Pankratius §2. Mai) ist dem deutschen Bauer schon viel bekannter. Die auernregel sagt von ihm: „Ist Sankt Pankratius schön, wird guten Wein man seh'n". „Pankraz und Urban (20. Mäi) ohne Regen, bringt dem Weine großen ©egen", ist 'ebenfalls eine Weisheit des fleißigen Winzers. Die Schädlichkeit des Regens wird noch deutlicher in der Bauernregel ausgesprochen, die behauptet, daß die Birnen „sogar wenn sie mit Eisendraht festgebUnden werden", von den Bäumen fielen. Was dann „Pankraz und Urbau Übrig läßt, den: gibt Sankt Urban selten den Rest", tröstet sich der Bauer: erst nach dem 25. Mai also glaubt er einigermaßen ' 'ein. Sankt Pankraz ge-
Prcdigten und Visitationen ansehen, daß in demselben Jahre 1527 Lande nhausen zum Protesta ntismus übertrat und in dem damals noch Riedeselschen Ängersbach nach einer den: Repertorium des Riedeselschen Archivs entnommenen Mitteilung des Pfarrers Knott der dortige katholische Priester Joh. Lipp abdankte und das Pfarrgut seinem Nachfolger Joh. Hantzel übergab.
(Fortsetzung folgt.)
hört zu den Tagen, als welchen'nach der Volksmeiming der Flachs gesät werden muß; es ist gut, dabei möglichst lange Schritte zu machen, damit auch der Flachs lang werde. Der Heilige, der so berühmt wurde, starb int Jahre 304 als Märtyrer im zartem Alter von 14 Jahren in der Christenversolgung des Kaisers Diocletian. Ein Teil seiner Gebeine wanderte nach England und der „bekanntlich von England kommende" heilige Bonifattus brachte dessen Verehrung nach Deutschland mit. Er ist oft in den Kirchen dargestellt mit Krone und Schwert — seinem Marterinstrument — Und gehört zu den „14 Nothclfern", den Lieblingen des gemeinen Mannes. Gregor von Tour nennt ihn den „Rächer der Meineide" und erzählt viele Wunder, die sich bei seinen Religuien bei falschen Schwüren ereignet hätten. (Mir ist diese Bedeutung im jetzigen deutschen Volksaberglauben nicht bekannt, eine Beantwortung dieser Frage aus dem Leserkreise würde mich interessieren.) Sankt Servatius, der dritte der Eisheiligen, ist gleichfalls beim Bauer hochangesehen, schon deshalb, weil er der Patron der Schweinezucht ist. Besonders in Belgien steht dieser Heilige in hohen Ehren. An diesem Tage fahren die Bauern ihr Jungvieh auf den Platz vor der Kirche, wo es dann zum besten derselben versteigert wird. Rach bet, Versteigerung erfolgt ein dreimaliger Umritt um die Kirche mit Segnung der Pferde und dann eine feierliche, sehr malerische Prozession der Reiter. Die Bauernregel sagt von ihm „nach Servazitag man 'keine Fröste mehr fürchten mag". Bei der bildlichen Darstellung des Heiligen kommen einzelne Attribute vor, die mit der Lebensgeschichte des frommen Mannes in engerer Beziehung stehen. Sankt Servaz war der 7. Bischof von Tongern Miederlande) und bemühte sich eifrig um das Seelenheil der Landleute seines Bischofsitzes. Einst an einem Heißen Tage wollte er sich ermattet im Freien niederlegen. . Gott schickte zu seinem Schutze einen mächtigen Adler, der schützend und Kühlung fächelnd Über ihm schwebte. Auf seine Bitte .entsprang neben seinem Lager eilte Quelle und ein Engel brachte ihm ein Trinkgeschirr. Mn Trank aus diesem gilt noch heute als heilkräftig für Fieberkranke. Servaz stach im Jahre 384 und wurde nach der Sitte der Zeit auf dein Kirchhofe vor den Mauern der Stadt begraben. Die Vorsehung zeichnete sein Grab dadurch aus, daß auf ihm auch im tiefsten Winter kein Schnee liegen blieb. 562 wurden seine Reliquien durch Bischof Monttlph in die zu seinen Ehren erbaute Kirche gebracht, jedoch wurde bei einer Belageruttg der Stadt 1579 viel von seinen Reliquien geraubt. Nach dem Glauben einzelner Gegeichen gehört auch Sänkt Bonifaz zN den Eisheiligen, wofiir dann Mämertus, der wegen seines ungewöhnlichen Namens heim Volke nicht ganz populär wurde, MgMlt. Welcher Bonifaz
Auflösung des Arithmogriphs in poriger NumMiÄ!
Leis — Lüche — Iftcic — Öasar — Hafe — sieg — Te« After — tieier; Reichstag.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fthen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, ®i«W
damit gemeint ist, ist unklar. Es ist jedenfalls zweifelhaft, vH damit jener Bonifaz gemeint ist, der jm Jahre 290 in Tetsus enthauptet wurde, als er die Gebeine von zwanzig gerade zu Tode gemarterten Christen samMeln wollte und sich dabei auch als Christ bekannte. Nach der Denkart des Volkes ist es vielmeW wahrscheinlich, daß man das Gedächtnis mehrerer Heiligen gleichen Namens an dem nämlichen Tage (dem 14. Mai) feierte und da« daber das Andenken des großen Apostels der Deutschen unbewuA mit in den Vordergrund trat.
Sind auch uns Aufgeklärten diese Tage bedeutungslos geworden, so sehen wir doch aus den Bauernregeln, wie innig däH Verhältnis des Bauern zur Natur ist: Was Gelehrtenweisheih erst lange wissenschaftlich begründen mußte, leitete sich der Mann äus dem Volke von selbst aus dem Umgang mit der Natur und meist richtig ab, mag auch eilt großer Teil der Bauernregeln aus Werglauben beruhen, sie sind immerhin ein Beweis für die scharfe Beobachtungsgabe des Landmanns. Georg Hoerner.
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vermischte».
* Merkwürdige N i st st ä t t e n. Trotzdem die meisten Vögel ihr Nest sehr versteckt in Baum und Strauch oder in saft unerreichbarer Höhe int Wipfel der Baume anlegen, kommt ei doch öfter vor, daß sich manche Vögel zur Anlage ihres Nestes die sonderbarsten Stellen anssuchen, von denen man anuehmen sollte, daß sie dazu durchaus ungeeignet seien. So hat man Nester verschiedener Kleinvögel unmittelbar unter einer Eisenbahnschiene gefunden, über die täglich zahlreiche Züge donnernd und ratternd dahinsausten, ein Rotschwänzchen legte sein Nest auf der Hausklingel an, so daß es bei jeder Oeffnung der Tür auf und ab schwankte, und vor einigen Jahren sah ich eine brütende Amsel in ihrem Nest, das in einem Lorbeerbaum gebaut war, der mitten im Speise» zimmer eines viel besuchten Hotels stand. Als später die Jungen gefüttert wurden, mußte Tag und Nacht ein Fenster des Zimmers offen bleiben. Am merkwürdigsten ist aber die öfter beobachtet« Erscheinung, daß Wildenten anstatt im Schilf und Rohr ihres Wohngewässers ihr Nest auf hohen Bäumen angelegt haben. Die Wildente benutzt dazu mit Vorliebe verlassene Nester von Krähen ober anderen Vögeln und brütet dort ihr Gelege aus. Höchstwahrscheinlich tun dies Entenmütter, die mit ihren Nestern unten im Schilf und Gras schon böse Erfahrungen gemacht haben. Aber wie kommen nun die slugunfähigen Jungen aus dieser lustigen Kindermieg« heraus ? Früher nahm man an, daß die alte Ente die Kleinen im Schnabel zur Erde herabtrage; das ist aber nicht ober wohl nur ganz ausnahmsweise der Fall; gewöhnlich springen bie jungen Entchen, sobald sie dem Ei entschlüpft sind, aus ihrer luftigen Höh« auf den Boden herab, ohne Schaden zu nehmen, und bie Alte führt sie bann schleunigst dem nächsten Wasser zu.
* Ein Vorsichtiger. „Was, deine- kleine Cousine bat 20 000 Mark in der Lotterie gewonnen, und da machst du tfys keinen Heiratsairtrag?" — „Tas tu' ich erst, sobald die amtliche Ziehungsliste erschienen ist."
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