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diese Quellen über die mittlere Jahrestemperatur der Luft stark erwärmt sind, ist anzunehmen, daß sie den Konglomeraten (verbundenen Gesteinen) ihre Entstehung verdanken.
Tas Wasser der Quellen wird mehr und mehr zur Speisung von Wasserleitungen verwendet, deren Segen sich schon bei manchem Brande gezeigt hat, und zu deren Anlage daher auch die Brandkasse erhebliche Beträge beisteuert. Noch besitzen nicht alle Orte des Ebsdörfer Grundes Wasserleitungen, es bestehen solche in Treihausen, Roßberg, Heskem, Wittelsberg und seit kurzem in Beltershausen. Ganz besonders ist diese Art der Wasserversorgung aus Gesundheitsrücksichten zu empfehlen.
Tas Gebiet der Zwester Ohm weist eine Bevölkerungs^ifferi von annähernd 6000 Seelen auf. Im einzelnen ergeben sich folgende Zahlen: Treihausen hat 967, Ebsdorf 697, Hachborn 671, Heskem 548, Wittelsberg 513, Leidenhofen 452, Beltershausen 348, Bellnhausen 331, Sichertshausen 345, Hassenhausen 264, Roßberg 265, Wermertshausen 196, Ilschhausen 83, Erbenhausen 57 Eimvohner.
Frühgeschichtliches.
Erst als die Quellen rieselten, die Bäche plätscherten und die Ströme rauschten, war auch Raum für den Menschen geschaffen. Bogelsb-erg und Lahnberg, die den Ebsdörfer Grund einschließenden Gebirge, wurden in der zweiten Hälfte der Ter- tiärperiode, in welcher Zeit jene großartigen Faltungen der Erdrinde stattfanden, gebildet. Weit über die letzte Eiszeit zurück- reichen rohe, von Menschenhand verfertigte Werkzeuge, welche sich in den Ablagerungen jener Zeit finden. Mindestens 30.000 Jähre sind für das Alter dieser Ablagerungen anzunehmen: der Zeitraum kann aber auch zehnmal so lang sein. Rühren aber die Eolithe von Menschenhand her, so könnte, wie der Geophysiker Professor Pcnck ausführte, die Menschheit ein Alter von mehreren Millionen Jahren haben. Als den ältesten ihr bekannten menschlichen Schädel bezeichnet die Wissenschaft den bei Chapelle-aux- Saints in Frankreich gefundenen. Freilich entfernt sich das Gehirn dieses prähistorischen Menschen sehr von dem unseres jetzigen Geschlechtes und steht selbst hinter den Gehirnformen der primitivsten Völker zurück. Aehnliche Funde stehen in Hessen noch aus. Dagegen ist durch Auffindung von Gräbern u. dgl. bewiesen, daß Hessen schon in der älteren Steinzeit bewohnt war. Tie Spuren deuten auf die Werragegend, Vöhl, Züschen u. a. Ob der Ebsdörfer Grund in jener ersten Periode des Menschengeschlechts besiedelt war, könnten nur etwaige stumme Zeugen im „dunklen Schoß der heiligen Erde" beweisen. Bei Vöhl und Züschen sand man sog. Steinkistengräbcr. Tie tieferen Lagen des Ebsdörfer Grundes mögen nicht sehr frühe bewohnt gewesen sein; denn auf sie trifft das Wort des Tacitus zu: „silvis horrida, palu- dibus foeda"= schauerlich durch seine Wälder, scheußlich durch seine Sümpfe. Ter Ebsdörfer Grund war einst ein Tal voller Sümpfe; zur Zeit Christi und später wohl noch ein zusammenhängender Sumpf- Noch vor hundert Jahren zeigten sich hier häufig Spuren von Sümpfen, besonders von Heskem bis zur Lahn. Tie Gegend von Hachborn, wo sich um 800 n. Ehr. der sächsische Graf Hiddi niederließ, wurde zu Karls des Großen Zeiten angerodet. Hiddi, ein Karl dem Großen zugetaner Sachse, wurde deshalb von seinen Landsleuten gehaßt und mußte fliehen. Wolfsanger (bei Kassel) schien ihm nicht sicher genug, und so siedelte er sich bei Hachborn an, wo ihm ein königliches Lehen übertragen wurde. Sein Sohn Asig oder Hessiko, in dem Erbe bestätigt, starb im Kloster zu Fulda. Der älteste Ort der Niederung ist wohl Ebsdorf, worauf Königshof, Kirche und Gericht Hinweisen. In der Nähe von Roßberg verlief die alte Heerstraße, welche aus dem Lumdatal heraufkam und nach Amöneburg führte. Von Gießen ging eine Straße durch den Ebsdörfer Grund bis nach Amöneburg.
(Fortsetzung folgt.)
vermischte».
* Ein internationaler Taubstummen-Kon- greß. Das Amphitheater Richelieu in Paris bietet in diesen Tagen einen unvergeßlichen Anblick. Angehörige aus aller Herren Länder drängen sich in großer Zahl durcheinander und führen erregte Unterhaltungen, ohne daß ein einziger Laut ertönt: der dritte internationale Taubstummen-Kongreß hält seine Tagungen. Aus den Vereinigten Staaten sind etwa ein Dutzend Delegierte da, 40 aus England. Die Deutschen, Oesterreicher, Italiener, Belgier, Skandinavier, Spanier, Portugiesen, Schweizer und Japaner sind vertreten. Der Kongreß erhält dieses Jahr seine besondere Bedeutung durch die Feier des 200. Geburtstags des Abbs de l'Epoe, des großen Taubstummenlehrers, der das französische System der Erziehung durch Zeichensprache begründet hat. Die Sitzungen "wurden durch eine Rede des französischen Staatssekretärs Morel eröffnet, deren tönende Worte aber wir-- kungslos verhallten, bis der Dolmetscher Omnss sie mit erstaunlicher Geschwindigkeit in die Zeichensprache übertragen hatte. Da erst wurde in der seltsam stillen Versammlung wieder und wieder starker Applaus,durch Händeklatschen laut. Die meisten Ansprachen vollzogen sich in lautloser Stille. Die Delegierten redeten in der Zeichensprache und der Beifall ihrer Schicksalsgenossen kün
dete ihnen an, daß sie auch ohne Worte verstanden wurden. Die tiefe Ruhe, die in den Diskussionen dieses Kongresses herrscht/ wird nur bisweilen in seltsamer Weise durch die unartikulierten Laute unterbrochen, in denen Taubstumme gelegentlich mit sich selbst reden. Besonders die Ansprache eines türkischen Taubstummen/ die mit außerordentlicher Ruhe der Geste höchste Klarheit verband/ war ein Triumph pantomimischer Kunst und erregte die Bewunderung der andern. Das Hauptthema der Verhandlung war die Erörterung der Vorzüge und Nachteile der Zeichensprache. Sie gewährt ein wundervolles Mittel sür die Taubstummen, um sich untereinander zu verständigen, aber sie schließt sie von der redenden Umwelt ab. Deshalb hat man gesagt: „Das Zeichen ist ein Unglück für den Taubstummen." Auf dem Kongreß wurde eine Methode vorgeführt, durch die die Taubstummen lernen, sich mit dem Munde verständlich zu machen und das Wort von den Lippen der andern abzulesen.
kf. Die anigetischte Madonna. Ans Barcelona wird berichtet: Ein Fischer batte vor einigen Tagen vom Meeresgründe eine schwere Blasse, die buchstäblich von Algen und Muscheln eingehüllt war, ans Tageslicht gebracht. Wie groß war sein Erstaunen, als sich die Masse, nachdem sie gereinigt und von allem Unrat beireit war, als eine prachtvolle Madonna-Statne entvupvte, die ans dem prächtigsten Marmor gemeißelt ivar Spanische Archäologen sind der Ansicht, daß diese Statue mehrere Jahrhunderte hindurch auf dem Meeresboden geruht hat, und daß sie wahrscheinlich zu den Bildwerken gehört, die die Krieger Johanns von Oesterreich ivährend des Feldzuges gegen die Türken mit sich führten. ______________
Büchertisch.
— „Ge s uudb ru n n e n", Kalender des DürerbundeA Soeben erscheint zuni sechsten Male der Gesundbrunnen, der Kalender des Türerbundes für das Jahr 1913. Für den, der die früheren Bändchen kennt, bedarf es keines empfehlenden Wortes. Denen aber, die diese Jahresgabe des Türerbundes noch nicht kennen lernten, sei es gesagt, daß das Buch von scharfen Kritikern als Musterkalender, als beste Lösung des Kalenderproblems bezeichnet wurde. Und tatsächlich: es ist unmöglich, für den billigen Preis von 60 Pfg. ein gleich gutes Volks- und Familienbuch zu schaffen. Auf 216 Seiten bringt er eine Fülle wertvoller Aufsätze für jung und alt, hoch und niedrig, gelehrt und ungelehrt, für Stadt und Land. Sieht man dazu noch die prächtigen Zeichnungen, die Schattenrisse, den Buchschmuck, die musikalischen Beiträge, bedenkt man, daß ein sich ergebender Reingewinn restlos der Arbeit für Volkskultur zugute kommt, so wird niemand mehr zweifeln, daß das Buch wert ist, in Hunderttausenden verbreitet zu werden.
— Ernst Wichert: T i e S ch w e st e r n. Mit. einer Em- leitung von Dr. Ernst Schultze, einem Bilde des Verfassers und Illustrationen von F. Cohrs. („Hausbücherei" Band 37), Verlag der Deutschen Tichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Groß- borstel. Wenige Völker sind heute von einem so eigenartigen! Reize umgeben, wie der aussterbende Stamm der Litauer, dem der Stoff zu der Erzählung von Ernst Wichert entnommen tft, die tue Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung als neuen Band ihrer „Hausbücherei" herausgibt. Das hübsch ausgestattete Buch erzählt von der Eisersucht zweier Schwestern. Anziehende Charaktere sind sie beide: die muntere, leichtsinnige Katre, und die ernste fleißige Mare, die beide den Seemann Janis lieben. Nach dem Tode der einen Schwester gilt die Eifersucht der leidenschaftlichen Litauerin dem Kinde der Verstorbenen, und Mare läßt sich zu einem Verbrechen hinreißen. Der Leser ist jedoch von solcher Teilnahme erfüllt an dem Geschicke der Schuldigen, daß ihn der Freispruch des Richters wider Willen erfreut. Die Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stistung hat einen guten Griff getan, als sie dieses fesselnde und starke Buch in einer billigen Ausgabe erscheinen ließ. ________________
8!at-Aufgabe.
Da Vorhand und Hinterhand pasien, tourniert Mittelhand in der Hoffnung, einen oder zwei Wenzel zu finden — Grand will sie nicht riskieren — mit folgenden Karten:
+*+ + .+ +*+
Sie wendet jedoch Pique-Dame imb findet noch Carreau- Neun, muß demnach Pique-Tournee spielen. Tas Spiel wird mit Schneider gewonnen. — Wie müssen die Karten verteilt jein und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Anagramms in voriger Nummer: Lech, Elch.
Redaktion: I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck imb Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


