<88
der Mörder feinet Frau?! ihn. Sem Her» arbeitete!
4 5 2 ein Baum.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, 6teiflk
3
6
8
8
3
5
6
2
2
1
2
3
4
5 6
7
8
9 1
7 8
2 6
2 9
2 2
2
4
6
2
2
7
3
3
eine Reihe von Gedichten gelungen, in denen auch der AnsdruA »U voller Plastik gereift 'ist.
Browning starb in dem von ihm so geliebten Italien, und »wat zu Venedig am 12. Dezember 1889. Er ruht in der Ehrmhalki englischen Ruhmes : in der Westminster Abtei, 1
1 babylonische Gottheit.
8 1 römischer Feldherr, ein Nagetier.
Nebenfluß des Rheins, anregendes Getränk.
1 eine Blume.
1 Raubvogel.
5 6 7 8 9 eine Körperschaft.
Arithmogrlph.
2 3 6 eine Getreideart.
mord der Gelöteten hinzustellen sich bemühte, rndein er z. B. das Zyankali neben die Ermordete stellte, ftnd so ungeschickt, daß ste Nur dazu beitragen, die Möglichkeit emes Selbstmordes als ausgeschlossen erscheinen zu lassen.
Der Staatsanwalt sah sich irr um. Das wat doch alles ganz klar Er war der Mörder feinet Frau. Das BeweisMaterml konnte nicht vollständiger sein; die Schuld mcht deutlicher zutage
vermischtes.
* Der gute Ton. Eine luftige kleine Geschichte, die sich nach dem Bericht einer englischen Zeitschrift vor kurzem in Amerika zu trug, hat sich ein Admiral der amerikanischen Marine gestattet. Während seiner Abwesenheit sprach bei ihm ein sehr korrekter europäischer Diplomat, der streng auf Formen hielt, vor, traf den Admiral nicht zu Hause und ließ feine Karte zurück. In der Ecke der Karte prangten die Buchstaben e. p. Als der Diplomat ein paar Tage später den Admiral zufällig trifft, fragt er während des Gespräches : „Ich hoffe, Sie haben neulich meine Karte bekommen?' „Ja, ich habe sie bekommen/ erklärte der in Fragen der Etikett« nicht sehr beschlagene Seebär, „aber apropos, was soll das eigentlich bedeuten, diese beiden Buchstaben e. p. ?" „Nun, natürlich „en personne“", erklärt mit überlegener Nachsicht der Diplomat, „Sie haben wohl gar nicht gewußt, daß ich die Karte persönlich bei Ihnen abgegeben habe?” Der Admiral nickte, dankte für die Aufklärung, man wechselte noch ein paar höfliche Worte und verabschiedete stch. Als ein paar Tage später der Diplomat von einem Morgenritt nach Hause zurückkehrt, übergibt man ihm die Karte des Admirals. Ter Kenner des guten Tones schüttelte ein wenig verblüfft den Kopf: die Karte trägt in der unteren Ecke die rätselhafte kurze Inschrift: s. b. n. Lange grübelt der Diplomat, was da« wohl heißen könnte, aber alle seine Kenntnisse der Etikette lassen ihn hier im Stich. Als er ein paar Tage später den Admiral wieder trifft, dankt er für den Besuch und bittet zugleich um gütige Aufklärung, was die Buchstaben s. b. n. zu bedeuten hätten. Der Admiral lächelt überlegen und erklärt dann freundlich dem Herrn Diplomaten: „Nun ja, s- b. n., sent by nigger“, durch Neger geschickt. _______
Sprachecke der Allgemeinen Deutschen Sprachoereinr.
* Immediatgesu ch. Für dieses den meisten ganz unverständliche Mischwort gibt es schon seit längerer Zeit ein ganz deutsches, das leider noch nickt allgemein bekannt zu sein scheint — Throngesuch. Amtlich eingeführt ist es im preuß. Justizministerium — es steht z. B. in den Vordrucken für die bedingte Begnadigung; auch im Reichsschatzamt wird es dienstlich allein gebraucht, ebenso in anderen Ministerien und im preußischen Militär, kabinett - es findet sich u. a. auch in Ziffer 62 des Neudruckes der Verordnung über die Ehrengerichte der preußischen Offizier«. Ob nun nicht auch die „RabinettSorber* in einen „Thronbesehl' verwandelt werden könnte?
Dort stand das Zyankali. Die Versuche, den Mord als Selbstmord hinzustellen, sind ungeschickt. . .
Was war das alles? Also er war der Mörder ferner Frau?!
Eine wahnsinnige Angst erfaßte ihn. Sem Her» arbeitete krampfhaft und schlug in ihm wie mit Hämmern.
Gruber erhob sich müÄam und stand einen Moment starr. Dann griff er mit beiden Händen in die Lust, als ob er etwas fassen wollte, wankte und schlug der Länge nach dumpf am Boden auf.
So fand man ihn am nächsten Morgen.
Sein Kopf lag auf dem Abschiedsbrief seiner Frau, der zur Erde gefallen war. In seiner ungeheuren Aufregung hatte er 'ihn nicht bemerkt.
viicherttsch.
— Der Westerwald, von Leo Sternberg. Düsseldorf, A Bagel Mit dreser Monographie wird zum ersten Male der Versuch unternommen, die fast unbekannten künstlerischen Werte! des Westerwaldes auföu$ eigen, die das Interesse eines reden Kunstfreundes verdienen und sich infolge der volkstümlichen Form der Darstellung allen Kreisen der Bevölkerung barbieten. Unsere Vesten Kenner und Künstler entwerfen ein Bild der bäuerliche Kultur in Baustil und Hausgerät, in Volkstracht, Sitte und Landes» art, in Sage und Volksgesang. Sorgfältige Reproduktionen nach Gemälden von Rubens, Boutigny, Bouchot, Prof. Steinhaus«, Manskopf, Turm und Kampmann, nach Schattenfriesen timt C, W. Diefenbach, nach alten Stichen und Holzschnitten, nach Ort' grnalzeichnnngen der Maler Nikutowski, Aulmann, Meher-Kasseß Koch-Honnef, sowie die reiche Wiedergabe von bisher größtenteils unveröffentlichten Bauernhäusern, Burgen, Kirchen, landschaftlichen Motiven, Reliquienschxeinen, geschnitzten Möbeln, keramischen Erzeugnissen, Blaufärberformen, Trachtenbildern, Grabplatten, Hol^ statuen, Plaketten, Stofftapeten und Elfenbeinschnitzereien vereinen ihr Anschauungsmaterial mit dem Texte zu einem Buchq, das den Reisenden wie alle Freunde der Naturschöiihelt, der 5tMt£ der Volks- und Länderkunde gleicherweise fesseln wird-
.Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Selbsthilfe ist der beste Bote.
Robert Browning.
(Zu seinem 100. Geburtstage, .7. Mai.)
. Es ist einer der merkwürdigsten Charakterköpfe der modernen englischen Dichtung, dessen Geburtstag sich am 7. Mai zum fl.00. Male jährt. Beim großen Publikum hat Robert Browning nie Liebe und Verständnis gefunden; „Ihr, die Ihr mich nicht liebt", so redete er selbst einmal in „Ring und Buch" seine Leser lau. Aber ein innerer, jedoch keineswegs kleiner Kreis von Be- wnnderern feiert Browning als den größten Dichter des Viktorianischen Zeitalters, ja selbst als den größten englischen Poeten des ganzen 19. Jahrhunderts, und eigene Browning-Gesellschaften wirken für die Pflege und Deutung seiner Werke.
Auch in Deutschland hat er viele warme Bewunderer gefunden; der weiteren Verbreitung feiner Werke steht indes die Schwierigkeit ihrer Uebersetzung im Wege. Nur F. C. Gerden ist die Uebertragung einiger seiner Dichtungen, der „Tragödie einer Seele" und „Auf einem Balkon", und F. P. Greve die Verdeut- schung des „Paracelsus" mit Glück gelungen; diese Uebertragungen B) im Jnselverlage zu Leipzig erschienen. Browning, ein Lon- :er von Geburt, ist im wesentlichen Autodidakt gewesen. Schon h entschied er sich dafür, „Dichter, und nur Dichter zu fein", Und an dieser Bestimmung hat er Zeit seines Lebens festgehalten. Er hat nie einen bürgerlichen Beruf, nie eine vorgeschriebene feste Arbeitsleistung gekannt. 21 Jahre war er alt. als er, zunächst noch anonym, mit der Verserzählung „Pauline" hervortrat, dann folgte eine Reihe von dramatischen Dichtungen: „Paracelsus , worin der große inittelalterliche Mediziner als ein Faust behandelt wurde, „Sordello", eilt Künstlerdrama, und der „Fleck auf dem Schilde". Schon diese Werke erregten wegen der Unverständlichkeit, die matt Browning seither so oft vorgeworfen hat, lebhaften Widerspruch. Carlyles Frau soll nach der Lektüre von „Sordello", erWrt haben, sie habe nicht herausbekommen können, ob Sordello eine Stadt, ein Buch oder ein Mensch vorstellen solle. Browning hielt sich selbst für einen Dramatiker, war es aber sicher insofern nicht, als er der dramatischen Form' und Wirkung in keiner Weise gewachsen war, auch sie gar nicht anstrebte. Seine Dramen gestehen fast durchweg aus Monologen, die die Personen nebeneinander halten; es kommt nicht selten vor, daß eine von ihnen ihre Handlungsweise seitenlang in Versen motiviert. Das schönste Gedicht Brownings ist nach einem feinen Worte seine Liebesgeschichte mit Elisabeth Bar rett.
Elisabeth Barrett, sechs Jahre älter, als der von ihr bewunderte Dichter, war als hoffnungslos krank von ihrem Vater in den Lehnstuhl gebannt, als Browning ihre Bekanntschaft machte, sie „an den Haaren ergriff", sie ins Leben führte und zu seiner Frau machte. Die Ehe war bekanntlich ungemein glücklich, obwohl auch Elisabeth an ihrem Dichter zuweilen leise Kritik An Men wagte; „Du sprichst ein wenig wie eine Sphinx", so schrieb sie ihm einmal mit vorsichtiger Mahnung. Die schönsten Werke Brownings fallen in die Zeit nach 1840 und seine Meisterschöpfung ist das dramatische Gedicht „Pippa paffes". Es schildert den freien Tag einer armen Seidenspinnerin. An drei Paaren, an drei Schicksalen geht sie singend vorüber, und sie bringt sie durch ihren bloßen Gesang zur Entscheidung. Darin spiegelt sich der letzte Gedanke, der unter allen Schwankungen, von der Mystik bis zur Trivialität Brownings Dichtungen zugrunde liegt: in jedem Leben gibt es einen großen Augenblick, Und nur dieser ist Leben. Wer ihn erfaßt, der hat gelebt, auch wenn ihm der große AugeMick den Tod bringt; wer ihn verpaßt, ist und bleibt lebendig tot. Dieser schöne Grundgedanke schwingt in allen seinen Dichtungen mit, auch wo er nicht den Hauptton angibt. Die große Schwierigkeit bei der Lektüre Brownings bildet die Unklarheit seiner Sprache, die oft daneben greift und den einfachen Gedanken unter einer Fülle von Worten begräbt. Doch ist ihm


