Ausgabe 
8.2.1912
 
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donnekstag den 8. Februar

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Glückslasten.

WvMM von Hianns von ZobeltiA WMdruck verboteipl (Fortsetzung.)

Uudarcza atmete auf.Na denn schön, lieber Junge." Er sprach noch ein paar Vatertöne. Ein Moralist sei er ja nicht, aber das Jen sei nun mal das schlimmste aller Laster. Es ruiniere früher oder später jeden, aber auch jeden: Geldbeutel und Charakter. Dann kamen sie auf allerhand- andere Dinge: auf das Regiment, auf den Klub, schließlich auch auf Signe.

Signe ist einfach verschroben, Papa. Da solltest du wirklich mal ein bißchen straffer die Kandare anziehen. Das mit Hoburg schreit zum Himmel! Der arme Kerl schleicht umher wie eine geknickte Lilie. Erst Hoffnungen machen und das hat Signe getan und dann einen Korb geben. . . einem Prinzen. . . hübsch ist das nicht. Ich halte ja Signe viel zugute. Sie kann Ansprüche machen, so schön wie sie ist. Es hat aber alles feilte. Grenzen. Und der arme. Hoburg ist nicht der einzige. Erinnerst du dich unseres netten Horfeck? Den hat sie ganz toll und verrückt gemacht. Ich wiegele ja ab, wo ich kann. Aber ich sehe es kommen: nächstens schießt er auch los und holt sich, einen Korb. Nee schön ist das nicht"

Vater stand auf. Die Zigarre war zu Ende, und er wollte auch nichts mehr über Signe hören. . Er schien-/ der le mit dem Sohn noch einmal durch die Zimmer, um sich einen kleinen Humpen zeigen zu lassen, den Haroi in Gotha gewonnen hatte. Dann fiel ihm im Vorüber-; gehen das Bild der schönen Frau auf dem Schreibtisch wieder in die Augen. Er machte einen langen Zeigefinger. -Wer ist beim das da, Eberhard? Da! Mitten zwischen uns allen"

Eberhard stand halblinks hinter dem Vater, und der sah nicht die dunkle Röte, die über das Gesicht des Sohnes flutete/ und sah nicht, wie er die Unterlippe zwischen die Zähne nahm/ Nur daß Hardt nicht sofort antwortete, fiel ihm ans. Aber als er sich umwandte, hatte Eberhard schon die Fassung wiedergewonnen.

!Schöne Fran nicht wahr?"

Ja, ich weiß gar nicht, gesehen muß ich sie schon haben."

Aber gewiß. Auf dem Wohltätigkeitsfest bei Kroll. Ich soupierte ja da mit ihr und ihrem Mann,"- > .Also wirklich verheiratet?"

Eberhard lachte:Versteht sich! Herr und Frau Wh ne."

der Komiker?" ' 1

; -Ja doch, alter Herr. Wil etivas ungleiches Paar. Mbrigens wirklich eine anständige Frau,"

Na, iiimm's mir nicht übel, Hardi, wer sein BUK an einen jungen Leutnant schenkt"

Du lieber Himmel, Papa! Du siehst doch, daß ich es zwischen eure Photographien gestellt habe. Frau Ware weiß ganz genau, daß das Bild bei mir in guten Han4 den ist." , ! ; ! /

Frau . 7 . Cläre . .

Eberhard lachte wieder.Alter Herr, sei nicht komisch. Man ist doch nur einmal jung. Gönnst du mir solchen kleinen Flirt etwa nicht?"

Vater stellte die Photographie wieder hin. Allerdings nicht zwischen Mutter und Signe, sondern ganz auf dech linken Flügel. Aber das war wohl Zufall.

Ihr seid mir nette Bürschchen, ihr von heute!" sagte, er dabei und schmunzelte doch- wieder.Na, a.ddio, Hardr, und laß dich bald mal sehen"

Das war etwa vierzehn Tage vor Weihnachten gewesen, und in den nächsten beiden Wochen vergaß Vater so ziem-: lich alle kleinen und großen, wirklichen und eingebildetes Sorgen. Er und Frau Ida lebten ganz der Wonne, endlich einmal recht aus dem vollen einkaufen, bescheren zu können. Er freilich noch etwas anders als- Mutter: sie fuhr von einem großen Geschäft zum andern, er ging suchend durch die Straßen, musterte die Auslagen und war glücklich, wenn er etivas .fand, mit dem er eine besondere Freude glaubte bereiten '51t können. Das war schon früher seine Art gewesen: nur daß es sich in Korkin um allerhand billige Kleinigkeiten gehandelt hatte, und daß nun der Preis keine Rolle mehr spielte. Aber eine persönliche Note sollten seine Geschenke auch jetzt haben.

Die Geselligkeit ruhte in der Adventszeit fast ganz. Ein paar kleine Diners, ein Konzert in der Philharmonie, , ein Empfang beim japanischen Botschafter das war alles. Mai/ saß am Wend meist ruhig zu Hause. Die Mädchen arbeiteten. Auch Signe. Eigentlich lag ihr das! nicht, und früher hatten sie wohl oft genug über die augenverderbenden Stickereien" gespöttelt. Jetzt entfaltete sie einen Eifer, der Do do staunen machte. Und noch mehr staunte Dodo, welche Geschicklichkeit diese langen, schmalen Finger entfalten konnten, wie unter ihnen eine simple Ar­beit ein kleines Kunstwerk wurde. Staunte und sagte sich daml doch neidisch: .Signe kann eben alles -- wenn sie nur will! , , ,, . _

Dabei war Signe sehr still geworden in Die)er Zeit undunheimlich nachdenklich", fand Dodo. Und hatte manchmal ganz absonderliche Ideen. Daß sie für die bei­den kleinenNeuleute" zwei Mese'npuppen ausstaffierte, die beide meisterlich getreu Wiedergaben, wie sie in dem lebenden Bilde gestanden hatten, das mochte ja angehend dieNeukinder" hatten es Signe nun mal angetan unfl waren auch süße Bälger. Aber daß Signe dann noch halbe Nächte lang Puppen Mr eine Bescherung int Kind erkranken-; Hans schneiderte, das war doch ziemlicher Unsinn : so etwas