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tverftidj so Ernst." t
„Ja, mein lieber Perglas'. O ist ErnstI und dabei hat er dem KriegsMinister auf di« Schulter gekloppt, daß er in dre Knie geknickt ist.
Da ist der Perglas
„..... , , . An der Tür
jblieb er aber stehe und sagt: „Herr Großherzog, sagt er, müsse Mer dann auch' die Artillerie mitnehme?"
„Ja, Perglas, sagt der Großherzog, es werd uns schon nix jlmrrers übrig bleiben."
„Ei des gibt jo en barbarische Krieg! sagt der PerglaS und Wackelt mit dem Kopp. — Un nehme mer denn auch die Kanone mit?" „Das werde mir schon müssen, Perglas. Aber wieviel nehme
leicht besser, wenn er sich emol genauer erkundige tüt, und do ist er aufgepaat und ist zum Großherzog ganget Ter hat grad mit feiner Familie am Tisch gesesse und hat Kasse« getonte und Qnetschekuche dazu gesse. „Na Perglas, was gchts dann? hat her Großherzog Äsagt. — Habt ihr dann bte Armee schon WWJ^rg«rt8? dann Merklich Krieg, Herr QwWrm? hat Perg^as gefragt und ist ganz blaß Mords. Das sollt man doch Nit für möglich halte. Da werd« all die neue Uniforme, dre Mer erst angeschafst habe, gleich wieder ruiniert. — Ist es denn
tner bann mit?" , „ ,
„No sagt der Kriegsminister, wanns Halt emvl sein muß, dann denk ich, mer nehme so alle zwaa mit."
„Na ja, sagt der Großherzog, bann macht not alles in die Reih." Dann packt er ihm e Stück Quetschekuche ein, des sollt er seine Frau mitbringe, und dann ist der KriegsMinister fort- gange.
Ein paar Tage später hat sich die Armee in Darmstadt auf dem Kallaunplatz aufgestellt und der Kriegsminister hat e groß Red gehalte. Nachher ist noch e Laibche Brot unter die 2eut verteilt worde, damit die Armee auch was zu esse halt und daun gings los."
Der Hannes nahm einen kräftigen Schluck und dann er* »ählte er weiter.
„Wie mer so e Zeitlang marschiert war, hat sich der Himmel Mit Wolken bezöge und der Kriegsminister hat e ganz bedenklich Gesicht gemacht."
„Herr Großherzog, hat er gesagt. Ms fängt an tröppele. Ich glaub die Armee werd naß! Soll« mer sich bte Leut nit unterstelle lasse?"
„Ja, sagt ber Großherzog. Laßt se sich unterstell«, sonst könnte se am End aach noch en Schnuppe kriege.
Da war so en Aeppelbaum in ber Näh unb unter den hat sich ber Kriegsminister die Armee unterstelle lasse. Der Baum war aber nit groß genug, und da ist der Rest in em Bahnwärterhäuschen einquartiert worn. Wies bann wieder uffgehöti bat zu regne, ist die Armee weitergezoge, unb wies dunkeln worn ist, hat her Kriegsminister gesagt, es müßt biwakiert werde, des war im Krieg so.
Da hat die Armee büvakiert. Mer noch Mitte in ber Nacht aings weiter, damit mer möglichst bald am Feind wär. Wie mer do in ber Dunkelheit losgezoge sin, do sangts uf amol ganz ferchterlich zu bufte an.
Ei des Gewitter, sagt ber Kriegsminister. Ewe habe mer die Preise! Jetzt schießt emol ihr Leut, und zeigt, daß ihr was könnt. Da habe mer geschosst, aber es Hot sich nix gerührt. Wies Tag worde ist, da habe mer gesehe, daß es bloß en Misthaufe gewest ist, den en Bauet auf fern Feld gefahre hat.
Wie des die Preiße spater gehört habe, da habe s« gesagt, mer wäre blinde Hesse, aber des habe die bloß ans Zorn gesagt, weil mer se mit em Misthaufe verwechselt hatte. Na und wat denn des e Wannet?
Am ärmere Tag sin mer an de Main komme. Un wie mer da ganz gemütlich hinmarschiere und an nix böses denke, do sehe mer uf amol am andere Ufer die Preiße stehe. Während mer noch überlege, was mer tun sollte, fange die Kerle an ju schieße.
Da Hütt ihr aber mal unfern KriegsMinister seh« solle. Born Gaul Hippe 'unb ans Wasser renne, das war ans. Mit seinem Säbel hat er hinüber gedroht und Hot gerufe: i
Wie könnt ihr dann schieße, ihr dumm« Preiße. Sehrt ihr $tit, daß do hiwwe Seit stehe? i
Do habe die Preiße nfgehört zü Meß« Und unser Arme« ist in einer Wirtschaft eingekehrt.
Am aitnern Tag sin mer weitermarschiert, und immer weiter, Un schließlich sin mer nach Laufach komme. Da gings dann richtig los. Gegen Abend fängt of amol alles zu laust an, und 'mer habe all gemeint, es wäre Sturmlauf. Das hat auch der Kriegsmimster gemeint, denn wie mer so richtig im laufe Ware, da sagst er zum Großherzog: Ei, Herr Großherzog, sagt« er, ich glab mer habe gewönne.
Ei wie so dann, hat der Großherzog gefugtt
„Ei, weil mer so laufe Müsse." 1
„Ja Perglas, sagt der Großherzog. Gewönne tzabft mer nit, aber laufe müsse Mer doch!" - '
So, daS ist die Geschichte vom Krieg 86. K. N.
Vie Simmerpflanze« und ihre pfleg«.
Woche vom 7.—13. Mai. ,
Das Abhärten ber im Zimmer überwinterten, im NomMS aber draußen aufzustellenden Pflanzen ist jetzt immer sorgfältig anzustreben. Man sollte diese Pflanzen nicht im geheizten Zrrnmer halten, sondern die Fenster so oft und lange es gebt, öffnen untj sie auch nachts nur dann schließen, wenn Nachtfröste in Aussicht stehen. — Die aus den Tropen stammenden Pflanzen bog egen, z. B. das entzückendste U sambura-Beilchen, hält man ba* gegen wärmer. i
Die Zitrone (Citrus) mit ihren Abarten (Orange irfto.) wird, wenn nötig, nmgepflanzt (alle 3—4 Jahre) oder wenigstens gründlich mit neuer nahrhafter Erde versehen (Laub- und Mistbeeterdzz dazu getrockneten Kuhdünger und etwas Lehm, aber fein Kalys die Kübel wähle man nicht so groß. ,
Groß« Gefäße hingegen brauchen di« Z im Mer linde« üSparmannien), weil sie rasch und weitläufig wachsen. Wir empfehlen die nichtigere Sparmannia afticana nana. — Nach bei Blüte verpflanzt man auch noch die Libonie (Libonia floti» bundu): Mist- unb Sanberbe mit etwas Sebm und Sand: bi« Töpfe nicht zu groß! Auch schneidet man sie zurück unb mach« ech Stecklinge, die man allerdings auch im Sommer schneid«!
n. Sstcklinge macht man jetzt auch von den ausdauernden rankenden Lobelien (z. B. HamburaiensiS); und durch Ausläufer vermehrt man den Spaltgriffel (SchizostyliS roccinea), wobei man die neugewonnenen Pflanzen entweder gleich in geräumige Töpfe mit reichlicher Scherbeneinlage und nahrhafte« Erde setzt, oder sie für dm Sommer in den Hausgarten frei au5k pflanzt, um sie erst Mitte September einzutopstn. Will man Ginster (Genista) selber ziehen, so sät man ihn jetzt aus! di« Saaterde wird ziemlich trocken gehalten; später werden die Sämlinge verstopft tn Heide und ßauberbe mit viel Sand unb ohmß Düngererve. Wir empfehlm als gute Topfpflanzen für kühs» Räume, doch kann man sie auch Wnstlich antreiben: monosperruft unb Rötanr.
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Die Vorbereitungen zur Balkonbepslanzurig sind jetzt in vollem Zuge. Wir toerben zu einer Zeit, wo weniger Arbeiten bei unseren Blumen zu verrichten sind, in mehreren Artikeln bi» Balkonschmückung, ihre bieten Möglichkeiten unb Farbenzusammenstellungen besprechen. Für jetzt nur eine Auswahl ber empfehlenK» wertesten Straßenschmuckblumen: Für die volle Sonnenlage eignen sich: Geranien (Meteor, Graf Bülow, Feuerball, Purpurkönig, Schöne Ulmerin ufto.). — Gph eu-Ger anien (PelargoniuM peltatum): Etincelant (scharlach), Jeann« d'Arc (weiß), Klaa Pfitzer (rosa), Rheinland (purpurn), ufto. — Salbei (Salvift ipedenS, nicht patens): Feuerball (feuerrot). — Heliotrop! Büssy und Poschinger (beide tiefblau). — Chrysanthemum! Queen Alexandra (weiß gefüllt), Saharet (weiß), Henry Boucher feldgelb) ufro. — Petunien: graudiflore alba (weiß) imb clsruher Rathaus-Petunien (einfarbig dunkelblau). Diese beiden find entschieden wirkungsvoller als bte bunt-gestreiften und geleckten. Außerdem Petunia-Schneeball. — Zum Ueberhängen eignen sich außer l^ Heu-Pelargonien unb Petunien che Thun- bergonien, die Lobelien (Kristall-Palast) unb die beiden ausdauernden Harnburgiensis und Richardsonit, außerdem bi« echte Gebirgs-Hängenelke (leuchtend rot).
Etwas Schatten vertragen ober erfordern: Blauer Salbei, Knollen- und Blatt-Begonien, sowie die „immerblühenden" Begonien, Tropäolum, Fuchsien, Verbenen (bte man nur in getrennten Farben benutzen sollte). Heliotrop, Thun- bergien, Campanula (Mahi, carpathica, pyramidalis ufro.), Ageratum, Balsa minen, Hortensien ufro. — Ganz ichatti« Sagen kann man nur mit Ephen, Farnen, Blattbegonien un» anderen Blattpflanzen besetzen; von Blütenpflanzen gedeihen dorr höchstens Balsaminen, Immergrün (Vinca), Glechoma und allerb- falls Hortensien, Fuchsten unb .Blütenbegonien.
Bilderrätsel.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung deS LogogriphS in voriger NumnWI Heim, Seim, Reim, Seim.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«,


