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Klötzen), oder auch in Zuckersaft oder it der Küche aber wird die Birne im
die Ertrüge an Preiselbeeren Heuer reichlicher, als im vergangenen Jahre (und als die Heidelbeeren in diesem Sommer)! — Meist werden die verlesenen Preiselbeeren mit gelautertem Zuckeriaft zu dicker Konserve eingekocht; wenn man aber sieht, daß die Beeren sehr reichlichen Saft geben, fo tut gut, emen Teil schöner, weicher, saftiger Birnen, dre geschalt, in Halsten geschm.ten und von: Kernhaus befreit sind, mitkochen zu lassen. Die Konsewe wird dadurch dicklicher und die mit dem herben Beerensaft durchzogenen Birnen sehr wohlschmeckend.
Während die Aepfel uns das ganze Jahr über treu bleiben, sind die viel weniger haltbaren Birnen deutscher Ernte viel kürzere Zeit vorhanden. Sie werden meist roh verspeist oder zu Kompott verkocht (etwa als Zugabe zu -k-----*•
mildem Essig eingemacht. In der Küche allgemeinen viel seltener verwandt als der Apsel. Und doch ist z. B ein sehr feinschmeckendes Gericht -eine Birnensuppe: Man schält 20—25 mittelgroße, saftige Birnen, schneidet sie in Scheiben und kocht diese mit 2 Liter Wasser, etwas Weißwein, Zucker nach Bedarf und einem Stückchen Zimt weich. Fast die Hälft? der Scheiben nimmt man fort und legt sie in die Terrine, wahrend man die andern noch weicher kochen läßt und die ganze Maste durch ein Sieb rührt. Den Fruchtbrei verdünnt man mit Wmtz- wein oder.Wasser, fügt noch etwas- Zucker und Zitronenschale, sowie 125 Gramm feinen Gries oder Sago dazu und laßt dies unter fleißigem Rühren zerkochen, worauf die abgeschmecrte Suppe über die Birnenscheiben gegossen wird. Man kann auch noch kleine, dicke Suppenmakronen nebenher reichen.
vermischtes.
* Ein origineller Theaterzettel. Ein origineller Theaterzettel, der während der letzten Badesaison gewissermaßen als „Aufklärung" in einem bekannten Kurorte zur Verteilung gelangte, wird uns von einem Mitarbeiter übersandt. Ter sicherlich „beachtenswerte" Zettel trägt folgende Aufschrift: „Im Interesse der geehrten Kurgäste erlaube ich mir zu bemerken, daß der Besuch des Theaters auf die Kur selbst von segensreichec Wirkung ist, weil die Abendstunden, in heiterer Unterhaltung und Zerstreuung verlebt, dem Patienten eine stärkende Nachtruhe gewähren, während das Alleinsein in den meisten Fällen die so nachteilige melancholische Stimmung hervorruft und eine unruhige Nacht bringt. Seit vielen Jahren kenne ich das hiesige Kurleben und habe stets die Beobachtung gemacht, daß der Erfolg der Kur bei allen Theaterbesuchern eiu besserer war als bei denen, die die Abendstunden in ihrer Behausung zubrachten." Ein Kurtheaterdirektor 111116, es freilich wissen I Wer jetzt noch daran zweiielt, warum ihm seine Badekur nicht bekommen ist, der vergißt, daß er nicht im Theater war.
* Goldene Kohlen. Welchen Wert auch das unscheiiw barste Material durch die Verarbeitung in der Industrie be' kommen kann, erhellt aus einer eiistachen Ueberlegnng, die wir z B- für den Kohlenfaden einer elektrischen Glühbirne anstellen wollen- Der Engrospreis einer solchen Lampe von 10 oder 16 Kerzen beträgt ungefähr 40 Pfennig. Jeder Bestandteil der Lampe wird von einem „Spezialisten" in Millionen von Exemplaren hergestellt und kann demzistolge zu äußerst niedrigem Preise geliefert werden. Das Glas der Lampe sowie der Kohlenfaden kommen auf je vier Pfennig zu stehen, die Metallfassung sowie die zwei kleinen Platin- drähte, welche den Kohlenfaden halten, kosten zusammen etwa neun Pfennig; der Nest von 23 Pfennig, ist für die Zusammensetzung der Lampe, Arbeitslohn usw. zu rechnen. Eine Glühbirne, die 110 Volt Strom beansprucht und 10 Kerzen Licht gibt, bedarf eines Kohlenfadens von 15 Zentimeter Länge und 0,04 Millimeter Durchmesser. Dieser haarfeine Faden ist so leicht, daß 500) Stück davon nicht mehr als 7 Gramm wiegen. Auf das Gewicht eines Kilogramms kommen sonach rund 714 000 Kohlenfäden, deren Preis gegen 29 000 Mk. beträgt. Man sieht, daß ein Stück Kohle unter solchen Umständen reichlich mit Gold ausgewogen ist. In diesem Zusammenhänge mag gleichzeitig darauf hingewiesen werden, wie sich ein in der Industrie häufig angewandtes kostbares Metall nach und nach verliert. Die obengenannten Glühlampen, besitzen zwei Platinfäden von 16 Millimeter Länge und 0,03 Millimeter Durchmesser; sie wiegen jeder bloß 12 Milligramm. Auf 1000 Lampen kommen sonach 24 Gramm des wertvollen Metalls, auf einen (in Wirklichkeit übrigens erheblich überschrittenen) Jahresverbrauch von 100 Millionen Glühbirnen: 2400 Kilogramm. Der Preis einer solchen Platinmenge beträgt gegenwärtig über 6 Millionen Mark. Diese respektvolle Summe geht größtenteils verloren, da nur ein verschwindender Bruchteil der Lampen nach erfolgtem Gebrauch gesammelt und ihr Rohmaterial weiter verwendet wird. Infolgedessen büßt die Industrie alljährlich einen wahren Schatz des seltenen Metalls unwiederbringlich ein. Man kann daher die Bestrebimgeii verstehen, die darauf abzielen, das mit Gold ausgewogene Platin durch ein anderes, häufiger vorkommendes und damit billigeres Metall zu ersetzen.
tf; Aus der Pariser H a s ch i s ch h ö h l e. Auf dem Palast, in dem man ,dem Haschischlaster, wie kürzlich aus Paris 'gemeldet wurde, fröhnt, paßt die Bezeichnung Höhle eigentlich recht wenig. Es ist grämlich ein sechsstöckiges, prächtiges Gebäude
im Mittelpunkte Volt Paris, das aus zwanzig vornehm eilige, richteten Einzelwohnungen besteht. Für einen Unbekannten hält es schwer, nicht allein Eintritt in die „Höhle" zu erlangen, son- Sern auch daun, wenn dies ihm wirklich gelungen ist, dort die! eigentlichen Räume des „Lasters" ausfindig zu machen. Er muß schon ein vertrauenerweckendes Aenßere, haben, wenn ihm die ehrwürdige Matrone, die „Höhlenvorsteherin" Zutritt -zu den geheimnisvollen Orten gewährt, wo ihm die Haschischzigarette etn Nirwana eröffnet. Von einem -Besuche in der Haschischhöhle entwirft der Pariser Korrespondent einer Londoner Zeitung ein hübsches Bild: „Mit anmutigem Lächeln empfing uns Fräulein $, eine würdige Matrone mit grauem Haar. Aber, wenn wir glaubten, daß sie uns sofort in die Geheimnisse des Haschischrauchens einweihen würde, so waren wir arg auf dem Holzwege.. Erst nachdem eine Menge von Alltäglichkeiten erörtert worden war, geruhte sie, uns in den geheimnisvollen Raum zu führen,- in dem man dem köstlichen Genüsse huldigt. Mit unnachahm- barer Grazie entnahm sie dort einem Kästchen einige Tabletten,- die wie Schokoladentäfelchen aussahen, hielt sie über eine Lampe, wo die Blättchen weich wurden, und rollte sie dann zu kleinen Stangen zusammen, die ungefähr die Größe eines Streichholzes hatten. Diese Stangen wurden in feinen tüniichen Tabak gelegt, und die Zigarette wurde alsdann in der gewöhnlichen Weise gerollt. Zuerst zögerte ich, sie zu rauchen; aber bald wurde ich zuversichtlicher. Und ich empfand sofort die Wirkung, ^n mir schien es zu sprudeln vor Freude und Lustigkeit. Alles war mir lächerlich. Plötzlich war mir, als ob ich chavonslöge, und immerzu mußte ich lachen -und lachen, bis ich schließlich nicht mehr lachen konnte. Dabei fühlte ich einen riesigen Hunger Wir Begnügten uns mit einer Haschischzigarette, und allmählich gewann bei uns die Vernunft wieder lOberhand. Und. — dann machten wir, daß ivir davonkamen." 1 _ ,.
* Französischer Witz. Am Anfang der Saison, „Teurer Meister, bitte, erzählen Sie mir etwas über Ihr neues Stück, das Sie diese Saison herausbringen." „Darüber kann ich Ihnen nichts sagen; es ist 'strengstes Geheimnis. Aber hier: das Menu für das Soup-er bei der Feier der 100. Aufführung . Das können Sie Wort für Wort veröffentlichen!" — Die Rückte h r a u s Rußland. „Nun, was bringen Sie uns mit, teurer Freund?" „Einen verdorbenen Magen, Herr Präsident." — Mutter. „Ach, das Porträt von Dir ist wundervoll, mein Töchterchen, so schön und -anmutig! Das bin ich, wie ich „leibte; und lebte — vor 12 Jahren." — Die alten Denkmäler.-, „Vergiß nicht, mein Lieb, heute um 5 Uhr müssen wir die Ruinen besichtigen." — „Ach richtig, wir wollen ja zu Onkel und Tante. — Einfaches Mittel. „Kellner, das Beefsteak riecht ja scheußlich. Rufen Sie mir den Geschäftsführer, ich will mich beschweren!" „Machen Sie sich nicht erst -Umstände, mein Hexr,- ich öffne schon ein wenig das- Fenster." — Der U eb er ho fliche.- „Verzeihung, mein Herr, würde es Sie wohl stören, wenn ich hier, esse, während Sie rauchen?"
Büchertisch.
— Die Streiche der jchliinrnen Paulette oder die Insel der Enttäuschung, Roman in Weiß und Blau von Karl Hans Strobl (Verlag Ullstein & Co., Berlin-Wien). - In die Zeit, in der Napoleon auf der Insel Elba gefangen war, führt dieser reizvolle, von amnutendem Huinor erfüllte Roman Karl Hans Strobls. Um den gefangenen Aar, der sich zum Fluge nach Frankreich rüstet, bewegt sich auf dem felfemimgürteten Eiland eine engere Gefolgschaft, in der plötzlich feine Lieblingsschwester Paulette, die Fürstin Borghese, auftaucht. Die elegante, schöne Fürstin gewinnt sofort die Zuneigung und Liebe der ganzen Bevölkerung, und wenn sie auci) durch allerlei muntere, mitunter tolle Streiche Unruhe und Verwirrungen in das stille Leden des Idylls auf der Insel bringt, so wirkt sie dennoch wie ein guter Geist, dessen werktätiger Hilfe es der gefangene Kaiser nicht zum geringsten Teile verdankt, daß et wieder Den Fuß auf französischen Boden setzen darf. Zu dem wechsel- vollen Spiel der Ereignisse tritt noch eine Liebesepisode hinzu, in dessen Mittelpunkt ein für die Sache des Kaisers begeisterter Jüngling steht, der, um in der Nähe des Kaisers weilen zu dürfen, als Gemeiner in dessen Garde Dienste nimmt.
verwandlunsrrMl.
Hort — den — Ader — Stern — und — Leier — Blech — blaß — Adel — Rand — Brut — Eder — malen.
Die vorstehenden Wörter sollen durch Hinzufttgen je eines Buchstaben derart in eben so viele neue Wörter verwandelt werden, daß die hinzugefügteu Buchstaben der Reihe nach gelesen den Namen eines Komponisten ergeben.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Anagramms, in voriger Nummer: Enschede, neidisch, Deichsel, Eider, General, Ungarn, Trauben, Andreas, Lissabon, Liesbeth, Eidechse, Schuhmacher, Gesimdheit, llngarwetn, Titanen;
Ende gut, Alles gut.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


