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durch meinen Wnger gestoßen und als t($ herabbliKe, sah ich das Wut fließen und die Schlange frei über den Tisch gierten. Ich zog sie am Schwanz zurück, packte sie wredcr am Nacken und steckte

^Ms ich gebissen wurde, waren vielleicht zwanzig Leute in dem Gemache: zwanzig Sekunden später war kem Mensch mehr zu sehen Nie in meinem Leben sah ich einen Raum so schnell ge- leert.' Als die Otter wieder hinter Schloß und Riegel war, kamen die Zuschauer zögernd zurück und auch der Dortor erlchien. Ich bat um Ammoniak, aber es gab keinen an Bord und jo mußte itf) denn eine Menge Branntwein trinken. Dann schnitt ich meinen Finger bis aus den Knochen aus uiid saugte mit aller Kraft die Wunde ans. Einem guten,Freunde übergab ich meine Schlüssel und meine Adresse; er mußte mir versprechen, sich um mich zu kümmern und während meiner Bewußtlosigkeit meine Instruktionen genau zu befolgen. Ich erklärte ihm, daß man mich als tot bezeichnen würde, aber das träfe nicht zu: wenn es ihm dann gelänge, mir ein paar Tropfen Branntwein emzufloßen, würde die Herztätigkeit wiederkehren. Es war 10 Uhr, als ich mich im Rauchzimmer hinlegte: unmittelbar darauf verlor ich das Bewußtsein. Während der Nacht erklärte der, Arzt meinem Freunde mehrfach, daß ich bereits tot sei; wenn mein Freund sich nicht eigensinnig geweigert hätte, das zu glauben, wurde ich heute 300 Meilen iwrdlich von Madeira in Leinwand gewickelt m den Tiefen des Weltmeeres ruhen. Aber er befolgte, meine In­struktionen. Am Morgen kani ich wieder zum Bewußtiem. Von der.Spitze des Fingers bis hinauf zur Schulter spurte ich euren furchtbaren Schmerz, es war, als wären meine Knochen zu glühen­den Eisen geworden, mein Arm war dick geschwollen und ganz hart. Man schleppte mich in eine Kajüte und hier lag ich 24 Stun­den hindurch, konnte mich nur mit Hilfe meines Freundes be­wegen. Nach und nach wurde der Schmerz milder, und als, wir den Hafen erreichten, hatte ich bereits begonnen, am Leben wieder ein wenig Anteil zu nehmen. Aber Monate hindurch mußte ich mir die strengste Schonung auferlegen. So gesund kräftig wie früher bin ich nie wieder geworden, und ich toeiß heute auch, was >,Müdigkeit" bedeutet, etwas, was ich nie kannte, ehe dieGnädige" Mich am Finger erwischte."

Die Zimmerpflanzen und ihre Pflege.

Woche vom 9.15. Juli.

So ziemlich unsere ganze Aufmerksamkeit gilt jetzt äußer dem Regelmäßigen Gießen, Düngen, Auflockern der Erde und Aus- kneisen der abgeblühten Blüten den Stecklingeii, die mir schon macksten und die wir immer weiter machen. Die früher so sehr beliebte Liliacee, die V eli heimie, tritt jetzt ihre Ruhezeit an, die ebenso wie bei Amaryllis vittata, bis September dauert, Und während welcher die Pflanzen in>den Töpfen völlig trocken und kühl stehen. Sie blühen dann im Januar bis Frühling. Den stark duftenden Tabak (Mcotiana affiuis) säen wir für die Winterblüte jetzt aus (recht dünn! ' Später einzeln in nicht zu große Töpfe mit kräftiger Erde).1 Auch Reseda für Winter­blüte säen wir aus; doch muß man Sorten für Topfkultur.wählen. Durch dreiwöchige Folgesaaten bis Ende August erreichen wir Blüten bis in den Frühling. Aussaat'derselben dünn in 15 Zenti­meter Töpfe (lehmige Mistbeeterde, gute Scherbeneinlage); die Sämlinge werden nicht verstopft, sondern bis auf 3 bis 5 der stärksten ausgelichtet; dann lustig und sonnig gestellt. Nelken- Stecklinge wachsen jetzt vorzüglich, wenn man sie nicht bertrodnen läßt, desgleichen Rosen; bei den Rosenckann man vielleicht auch schon mit dem Okulieren beginnen. Englische Pelar­gonien- Stecklinge werden in kleinen Töpfen gezogen und ein paarmal während des Sommers verpflanzt. Aeltere Pflanzen werden nach der Blüte kräftig zurückgeschnitten und kurz nach dem neuen Austrieb verpflanzt, wobei der Ballen ausgeschüttelt, und eine kräftige lockere Erde verwendet wird. -Von den Hortensien Whdrangea opulodes) nehmen wir die Spitzen der Triebe, die keine Knospen zeigen, sowie die dünnen, kurz-gedrungenen bieg­samen Triebe des Wurzelhalses zu Stecklingen (einzeln in 10 Zenti­meter-Töpfe). Stecklinge machen wir ferner, außer von Geranien, Epheupesargonien, Petunien, Sparmannien (Ziminerlinden), Fuch­sien usw., auch von dem herrlichen Granatbaum (Punica grämt tum), halten sie aber bis zur'Bewurzelung unter Glasglocken und lüsten vorsichtig. 5 bis 6 Monate nach dem Einpflanzen blühen die niedlichen Freesien oder Kap-Maiblumen. Wenn wir jetzt mit dem Einpflanzen beginnen und mit Utägigeu Pausen damit bis Oktober fortfahren, so haben wir Blüten bis tn den Avril. Mehrere Zwiebeln werden in einen mittelgroßen Topf in lehmige Laub- und Mistbeeterde 'einige Zentimeter tief eingechlanzt, zuerst kühl, luftig und ziemlich trocken ge­halten,bann allmählich feuchter und mit Entwicklung der Blüten- schäfte auch wärmer (1015 Grad Celsius). *

Auf dem Balkon wird täglich gegossen und immer wieder ge­gossen; sogar bei Regen, der ja'doch nicht an die'Wurzeln dringt.

Sprachest des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.

Kuhname n. Kuynamen ? Ja, haben denn die Kühe auch, wie wir Menschen, ihre Namen? So wird woal mancher beim Lesen dieser Ueberfcbrift erstaunt fragen. Es gibt eben bei bett Bauern draußen gar viel Sprachgut, von dem sonst hochgebildete Stadtbewohner nichts wissen. Achtlos gehen die meisten Wanderer an den Tieren auf der Weide vorüber und ahnen nicht, daß eine kurze Unterhaltung mit dem Hirten oder der Hirtin ihnen lehr­reiche Ausschlüsse über Namengebung verschaffen könnte. Wie man Menschen nach ihrem Geburtsort oder -land Meißner ( aus Meißen), Baßler l aus Basel), Bremer, Beier nannte, so weisen auch die Kuhnamen Alqäuer, Altenburger, Pommer, d'Wurm- lingern usiv. auf die Herkunst des Tieres hin. Biele Familien­namen, wie Weiß, Böse, Kluge sind ursprünglich Eigenschafts­wörter; mit ähnlichen Namen ruft auch der Bauer seine Kühe zum Füttern und Melken. Besondws beliebte Namen dieser Art sind; Weiße, Golde ( Goldige), Gelbe Schwarze, Note, Falsche, Feine, Flinke, Schlaue, Wilde. Der Mensch bildet aber auch Personen­namen aus Eigenschaftswort und Hauplivort: Schönkops, Schmal- suß, Langbein, Gulsmut; ihnen entsprechen die Kuhnamen Weiß. horn, Weißkopi, Schivarzauge, Schivarzkops. Weisen die Namen Schecke, Bleß, Mohr, Mohrkopf, Stern aus die Färbung des Tieres hin, !o entspringen die ginnten Prinz, Dame, Junker, Rittmeister, Siallmeister, Kraivallmeister, Muckel, Tambour dem Bemühen des Bauern, auch andere Eigenschaiten seiner Tiere durch sinnvolle Namen hervorzuheben. Daß auch die Namen von anderen Tieren und Pflanzen zur Benennung von Kühen verivendet werben, wun­dert uns nicht; die Namen Amsel, Fink, Kuckuck, Lerche, Taube, Schwalbe, Wachtel; Esel, Hirsch, Maus, Reh; Blume, Nelke, Rose, Tulpe, Veilchen atmen die Luit des Landes. Reichlich vertreten sind weibliche Vornamen, unter betten matt manche altfränkische findet, wie Rebekka, Christel, Riale; am häufigsten sind wohl Lotte, Gretel, Liefet; heißt es doch auch am Anfänge von SchillersTelf: Die braune Liefet kenn ich am Geläut. Warum der Sprachverein auf die Kuhnamen aufmerksam macht? Weil er meint, daß auch für scheinbar bisher abseits liegende Gebiete unserer Sprache der Sinn geweckt werden muß; weil er meint, baß gerade bet diesen nur wenig voni Einfluß städtischer Kultur berührten Namen jeder­mann zwar nicht tiesgreisettde, aber doch selbständige Forschungen anstellen kann. Rau (Zwickau.)

Vuchertisch.

Das Bayrische Hochlaub mit dem Allgäu, bas angrenzeitbe Tirol unbSalzburg nebst Salz­kammergut. Von Th. Trautwein. Bearbeitet von Auto» Ebliuger unb Heinrich Heß. 15. Auflage. Mit 34 Karten und Plänen Wien u. Leipzig, 1912, A. Edlingers Verlag. Das vorliegende, in allen Kreisen der Alpettreisenden als derKleine Trautivein" bekannte, ausgezeichnete Reisehandbuch i)t soeben in 15 Auflage erschienen. Die anerkannten Vorzüge der Kraut- weinschen Reisebücher: größte Zuverlässigkeit und knappste Fassung, werden die Freunde des Buches auch in dieser neuen Ausgabe ungeschmälert wiederfinden. Dem hochälpinen Wintervergnügen ist durch Erwähnung aller wichtigeren Gelegenheiten zur Aus­übung des Wintersportes (Rodeln, Skilaufen) Rechnung getragen. Alles in allem darf derKleine Trautweiu" für das Bayrische Hochland, stiordtirol, Salzburg und Salzkammergut für jeden Alpenwauderer, gleich ob Tal- oder Jochwanderer oder Hoch­tourist, unbedenflich als der ausführlichste und beste Führer be­zeichnet werden.

humoristisches.

* Die großen Hüte.Totschicke Toiletten waren auf dem Flugplätze!"Und wen habt Ihr fliegen sehen?" Niemand; wir werden doch wegen der paar Flugzeuge nicht unsere Hüte abnehmen!" ,., ..

* Ermunterung. Onkel (dem dichtenden Neffen seine Sparkassenbücher zeigend):Siehst du. Junge, das sind meine ge­sammelten Werke!"Gib doch mal einen Band heraus!

Rätsel.

Zwei Zeichen sotten dich belehren, Daß du die Ruhe nicht darfst stören. Sechs andre Zeichen sind bekannt Als eine Stadt nm Oderstrand.

Tas Ganze siehst bu weit und breit Auf Feldern nach der Erntezeit.

.Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer r . Menschen sind die Menschenkinder Aller Zeiten, aller Zonen, Ob sie unter Birkenbüschen, Ob sie unter Palmen ivohuen.

Ob sie vor dem Christengotte, Ob vor Wodan sie sich bücken, Ob sie sich in Lumpen bergen, Oder sich mit Purpur schmücken.

Redaktion: R. Neurath. Rotationsdruck und Verlas der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lang«,