Donnerstag, den Z. Oktober

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Die Dame im Pelz.

.Roman von G. W. App le ton.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Edward, sagte Jie, nun endlich auch auffahrend, dieses Frauenzimmer verläßt morgen deine Wohnung.

Das wird sie nicht.

Bedenke, mit wem du sprichst. Bedenke, däß ich die Schwester deiner Mutter bin und du mir alles zu ver­danken hast.

Das wirfst du mir stets vor, und ich hab's endlich herzlich satt.

iD, gut so, 'Edward Williams'! aber ich muß Sie' bitten, mir trotzdem noch einen Augenblick Gehör zu schenken. Ihres Vaters halber hätten Sie mtf der Straße verkommen können. Ich habe Sie erzogen und zu einem geachteten Mann gemacht und kann dafür mindestens verlangen, daß Sie meine Wünsche respektieren. Ich sage FHUen daher nöch einmal, dieses Weib wird morgen IHv Haus verlassen.

Und ich sage, sie wird 'es nicht.

Sie wollen mir also Trotz hieten?

Nennen Sie's, wie Sie wollen. Diesen Standpunkt hübe ich eingenommen und ich -perde nicht Haarbreit von ihm' abweichen.

Gut, Sie werden diese Worte bitter bereuen, mein Herr. Fch werde ein 'neues Testament Machen, Und Sie werden keinen Heller bekommen. '

Ganz wie Sie wollen, versetzte ich kühl. Adieu! Damit ergriff ich Hut und Stock chnd ging zur Tür aber siche da! Da stand Nephzibah sie hatte unsere ganze Unter­haltung mitangehört. ' 1

iD, Fräulein Tonaldson, rief sie, was ist denn passiert? Womit hat er 'Sie denn so aufgeregt?

Er hat sich des schnödesten Undankes schuldig gemacht, sagte meine Tante. Ich habe ihn völlig enterbt. Er nicht mehr mein Reffe.

(Ich wollte nichts Weiter hören H ich eilte hinaus ins Freie. i < !

7. Kapitel. !

Helen war arg bekümmert, als ich ihr mein stürmisches Interview mit Dante Maria erzählte.

O! sagte sie, wenn ich nur lieber selbst hingegangM wäre, du böser, aufbrausender Junge. Ich. muß. entschieden sehen, wie ich die Sache wieder gut mache, denn gerade jetzt dürfen wir keine Freunde verlieren und am aller­wenigsten die Dante,

Ich wünschte ihr alles Gute zu ihrem Vorhaben. Frei­lich war ich fest überzeugt, daß sie nicht viel Glück damit haben würde, denn ich hatte meine Dante zu sehr in ihrem Stolz gekränkt, als daß sie sich zu einer Aussöhnung ver­gehen würde, wenn ich mich nicht bedingungslos unterwarf,

was mein Charakter aber nicht zuließ.. Trotzdem wollte ich meiner Schwester nicht alle Hoffnung rauben. Ich lieh die Sache also vorläufig auf sich beruhen.

Marcella wußte natürlich nichts von alledem, ebenso­wenig wie von den mannigfachen anderen Unannehmlichi-i texten und Sorgen, die mit ihr in unser Haus eingezogen' waren. Ich wünschte, jede Beunruhigung von ihr fernzu­halten, sah ich doch, daß sie nicht nur sehr dankbar war für den Schutz, den wir ihr angedeihen ließen, sondern sich auch vollkommen sicher bei uns fühlte, und dieses Bewußtsein wollte ich ihr keineswegs nehmen. Ich hatte in der Lite­ratur über den Verlauf ähnlicher Störungen nachgeleseu und war dadurch zu der Ueberzeugnng gekommen, daß ihr Erinnerungsvermögen bald wiederkehren mußte, wenn sie vor schweren, neuen Erregungen behübet würde; und dafür wollte ich sorgen. Zu diesem Zwecke hatte ich auch Helen und Grogort) die nötigen Weisungen gegeben, so daß ich trotz der kühnen Ankündigung in der Zeitung für die Sicherheit unseres Gastes keinerlei ernste Befürchtungen Hegte.

Der Abend verlief denn auch ziemlich belanglos'. Immerhin war Helen, so oft es klingelte, auf ihrer Hut. Da das neue Mädchen noch nicht eingetroffen war, hatte ich Gregory gebeten, die Tür zu öffnen, wenn's läutete.

Es toar fast neun Uhr, als das neue Dienstmädchen endlich ankam. An sich war das ja bedeutungslos aber als sie kurz nachher zum erstenmal ins Zimmer trat, empfand ich eine unwillkürliche 'Abneigung gegen fie. Als mich Helen dann fragte und meinte, es schieneein ganz nettes und anständiges junges Mädchen" zu sein, erwiderte ich ihr auch gleich, dem möge ja sein, wie ihm wolle, aber sie gefiele mir nun mal nicht, und es sei jedenfalls gut, ein wachsames Auge aus sie zu haben. Ein Blick meiner Schwester sagte mir, daß sie den Sinn meiner Worte ver­standen hatte.

Tatsächlich hatte ich den Eindruck, als ob das Mäd­chen schon beim ersten Betreten des Zimmers irgend etwas oder jemanden suche, und besonders kam es mir vor, als ob sie Marcella einen Moment scharf ins Auge fasse. Es mochte ja bloße Neugierde fein, denn sicher hatte ihr die Schwester von der fremden Dame im Hause erzählt, aber ich hatte das Gefühl, daß. noch etwas anderes dahinter stecken müsse, kurzum, es schien mir verdächtig. Ich fragte sie nach ihrem Namen. Mary Ann, antwortete sie. Wie ich diesen Namen später verflucht habe, wird der Leser noch erfahren. Vorläufig will ich nur erwähnen, daß. ich seitdem stark an erste Eindrücke glaube. Auch Helen hat die Be­rechtigung dieses Glaubens, nachdem sie durch Schaden klug geworden ist, später einsehen gelernt.

Die Nacht verlief ohne jeden Zwischenfall. Marcella erschien zum Frühstück. Ich sah sie fragend an, als sie hereintrat. Sie wußte auch, was ich, damit meinte, aber sie schüttelte den Kops und lachte.

Nein, sagte sie dann, noch nicht. Ich habe heute nacht alles geträumt, und ich glaubte schon, ich würde mich beim