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immer als ein Privileg der Höch droben hausenden Glücks­erkorenen erschienen.

Und nun toto er, nicht fern den Vierzigen, doch noch auf den Klepper gekommen das Hütte sein ^auftoerf, das hatten die zwunztg Auflagen seines Schiller-Volks­buches zum Jubiläum von 190a zustande gebracht.

Ach ja nun gehörte er selbst zu den Glückserkorenen. ~-i Wie sagte doch das arabische Sprichwort:

Alles Glück der Erde

Liegt auf dem Rücken der Pferde In der Gesundheit des Leibes' Und am Herzen des Weibes."

Ha zwei von diesen Dingen nannte er nun sein eigen gesund an Leib und Seele beim Himmel! das war er und auf dem Rücken des Pferdes saß er nun ja Gott sei Dank auch.

Nun fehlte nur noch das Ruhen am Herzen des Weibes ja, dazu würde jetzt allerdings allmählich Rat geschafft werden müssen, sonst dürfte Wilhelm Frobenius am Ende doch den Anschluß verfehlen.

Indesseni wenn er so viel erreicht hatte, wenn er zwei Drittel alles Erdenglücks bereits besaß warum sollte sich nicht auch noch das letzte Drittel erringen lassen?

Wilhelm Frobenius meinte, noch niemals eine solche Stunde leichtsinniger Hoffnungswonne eine solche Stunde Versinkens im Augenblick durchgekostet zu haben.

Immer höher reckte sich seine eingefallene Brust immer kecker warf er die Nase empor, ließ er die Blicke zu den Fenstern der nun schon spärlicher den Weg ein« säumenden Häuser emporschweifen und als schließlich aus dem ersten Stockwerk eines einsamen Forsthauses am Waldrande gar ein Mädchen hervorlugte, das er mit seinen, durch die großen, goldgefaßten Brillengläser geschärften Äugen für über die Maßen hübsch hielt, da warf er der Schönen im Ueberschwang der Stimmung eine heimliche Kußhand zu, schielte aber gleich darauf erschrocken zu Haupt­mann Goll hinüber.

Doch der hatte zum Glück nichts gemerkt verschlafen blinzelten seine stechenden Augen zwischen den Pferdeohren hindurch in den Staub der Landstraße verständnislos für all die Herrlichkeiten der Morgenfrühe verständnislos für das süße Lebensglück, das wie ein feuriger jungen Wein durch die Adern seines Gefährten rieselte.

(Fortsetzung folgt.)

Alsfelder Vaudentmaler.

Alsfeld darf sich in 'seinen Sehenswürdigkeiten wohl nicht mit Fritzlar messen, es steht aber unter den hessischen Städten, welche in ihrer Bauweise die alten lteberlieferungen am besten bewahrt haben, in der ersten Reihe. Für das hohe Alter der Stadt, deren Name als Adelsveld, Adelesfeld (d. h. zum Felde des Aval oder Adalo, des Adligen gehörig) znm ersten Mal 1222 urkund­lich erscheint, zeugen Neben schriftlichen Ueberlieferungen und Mün­zen (Geldstücke der Alsfelder Währung sind noch erhalten), ganz besonders das große Jnsiegel der Stadt. Es trägt die Aufschrift S * sculteti * et * burgiensius * i * Alsfelt (Siegel des Schultheißen und der Bürger in Alsfeld) mW stellt den Land­grafen Heinrich das Kind dar. Es wurde der Stadt von dem genannten Fürsten wohl um 1260 verliehen. Daneben aber reden namentlich die noch erhaltenen Baudenkmäler und die Reste der der Zeit zum Opfer gefallenen Bauten eine beredte Sprache für die große Vergangenheit der Stadt.

Tie ältesten dieser Zeugen aus einer früheren Zeit dürften wohl die Mauerreste sein, die Ausgrabungen des Alsfelder Geschichts­vereins im Jahre 1903 in der Hahnschen Besitzung, östlich von der Stadt, aufgedeckt haben. Diese Mauern gehörten ivahrschein- lich der Burg an, die sich früher im Osten von Alsfeld erhob. Diese Burg findet sich wohl erst 1461 erwähnt, doch dürfte ihr Alter mindestens bis zu den Anfängen der Stadt zurückreichen. Da nämlich die mittelalterlichen deutschen Städte sich meistens an einem herrschaftlichen Grundhof entwickelten und Alsfeld, wie sein Name beweist, gleichfalls ju dieser Art von urittelalterlichen Städten gehört hat, ist in der Burg wahrscheinlich der Wohnsitz der adeligen Familie zu suchen, aus deren Grund sich die Stadt ansiedelte.

Erheblich jünger als die Reste der früheren Burg ist die Walpurgiskirche, deren älteste frühgotische Teile um 1240 ent­standen. Rundpfeiler, aus denen achteckige Pfeiler hervorwachsen, scheiden das Mittelschiff von den Seitenschiffen. Diese Pfeiler sind von Diensten (einer Art schlanker Halbsäulen) umgeben, von denen der eine sich als Wandpfeiler an der darüber befindlichen Mauer fortsetzt. In seinem Ende laufen die Rippen des Kreuz­gewölbes der Mittelschiffdecke zusammen. Diese Merkmale lassen auf eine frühere bafilikale Anlage des Langhauses schließen (d h. aus einem Mittelschiff und zwei niedrigeren Seitenschiffen be­stehend), während die jetzige Kirche ein Hallenbau ist, Tie Aeiten-

schrffe, die gegenwärtig die gleiche Höhe wie das Langhaus auf« Wersen, mußten daher früher niedriger gewesen sein. Einen Be- wers dafür können die beiden noch teilweise erhaltenen Fenster in der Mittelschiffwand bilden, die natürlich nur bei einer größeren Höhe des Mittelschiffes gegenüber den Seitenschiffen möglich waren. Als am Ende des 13. Jahrhunderts und im Anfang des 14. Jahr­hunderts in Wetter, Grünberg (1841 abgebrochen), Frankenberg, Friedberg i. H. gotische Hallenkirchen entstanden, die sich in ihrer Bauart vornehmlich an die Elisabethkirche in Marburg anlehnten, regte dies auch die kirchliche Bautätigkeit in Alsfeld an und ließ 1393 den einschiffigen, hohen Chor entstehen, dessen Dach über das des Langhauses hinausragt. Den Plan, auch das Langhaus neu zu bauen, durchkreuzte der 1394 erfolgte Ein­sturz des Turmes, dessen Neubau die Mittel für den Umbau des Langhauses vollkommen erschöpfte. 1472 erst fand dieser Lang­hausneubau statt, der die Rundpfeiler und die Gewölbe des Mittelschiffes unversehrt ließ, dagegen aber die Wände des Mittel­schiffes durchbrach. Das führte zur Entstehung der achteckigen Pfeiler, die jetzt auf den Rundpfeilern ruhen. Der neue Turm (über das Aussehen des alten ist nichts überliefert) lehnte sich an spätgotische Vorbilder an. Er gliedert sich jetzt in vier rechteckige Geschosse, aus denen das achteckige Geschoß des Oberteils hervor- wüchst, besaß aber früher, (bis 1836) über diesem achteckigen noch ein weiteres Stockwerk. Das Ganze krönt eine Barockhaube. Tas Innere wirft etwas nüchtern. Sehenswert sind vornehmlich der romanische Taufstein, der mindestens gleichzeitig mit dem ur­sprünglichen Basilthabau entstanden sein muß, das barocke Altar­kreuz und die Kanzel von 1618.

Zu den älteren Bauten gehört auch der Leonhardsturm aus dciu 14. Jahrhundert. Er stellt in seiner Anlage am Eiwe der Fuldergasse dem mittelalterlichen Städtebau das beste Zeugnis aus, weil er diese Straße auf der einen Seite in recht wirkungs­voller Weise abschließt, während an dem anderen Ende der Gasse der Blick einen wohltuenden Ruhepuukt auf den Stadtkirchenturm finden kann. Obwohl der Leonhardsturm außerdem eine bei weitem bedeutendere Höhe als die Häuser der Fuldergasse aufweist, stört er doch nicht den Anblick der schönen Fachwerkbauten der Straße, weil er sich mit seiner wuch­tigen Breite dem Straßenbild ohne weiteres anzupassen weiß.

Bei den älteren Bauten Alsfelds sind ferner die Reste des Augustinerklosters rechts von dem Mainzer Tor zu erwähnen. Dieses Kloster entstand wahrscheinlich um die Mitte des 13. Jahr­hunderts. Tie Klosterkirche, jetzt Treifaltigkeitskirche genannt, und der Kapitelsaal in dem einzigen noch stehenden Klosterbau sind noch erhalten. Tie Kirche ist langgestreckt und einschiffig. Als ihre Entstehungszeit läßt sich mit Sicherheit das 14. Jahr­hundert annehmen. Ter Kapitelsaal entstand im 13. Jahrhundert. Er ist ebenso wie die Kirche gotisch. Die anmutige Steinkanzel der letzteren zeigt barocke Formen. Tie Kirche des Klosters, dem die Reformation bereits 1527 die Aufhebung brachte, dient als Gotteshaus, das noch erhaltene Gebäude als Pfründnerheim.

Tie nach diesen Bauten ältesten Hervorragenderen Schöpfungen der Stadt leiten in ihrer Entstehungszeit bereits zur Neuzeit über. Sie sind fast sämtlich Fachwerkbauten und zeigen als solche die dem hessischen Fachwerkbau und überhaupt der mitteldeutschen Holz­bauweise eigeutümlichen Verzierungen der Balkenköpfe, Eck- und Fensterpfosten, Winkelbänder, Türen, Treppenhäuser und schließ­lich des Kalkbcwurss der Fachwerkfelder. Neben dem wunder­vollen spätgotischen Rathaus, das uns vor nicht langer Zeit ein Aufsatz in denGießener Familienblättern" geschildert hat, verdankt Alsfeld die Anziehungskraft, die es auf alle wahren Kunstkenner ausübt, ganz besonders feinen zahlreichen, oft sehr kunstvollen Bürgerhäusern in Fachwerkbau. Doch geht keines von ihnen weiter als bis auf das 16. Jahrhundert zurück. Das wahrscheinlich älteste von 1509 erhebt sich an der rechten Ecke der Obergasse und des Marktplatzes und zeigt bereits das Ge­schick der hessischen Zimmerer und Schreiner auf einer verhältnis­mäßig hohen Stufe. Die Einflüsse der Renaissance fehlen noch. Sie machen sich in dem Holzbau auch erst sehr spät bemerkbar. Ein schöner Runderker gestaltet den äußeren Eindruck des Hauses, das sonst etwas einförmig erscheinen würde, lebendiger. In der in den Marktplatz auf der rechten Seite einmündenden Ritter­gasse erhebt sich ein Fachwerkbau, der ungeachtet seiner großen Raumverhältnisse dennoch die meisten Feinheiten der Holzbau­kunst aufw eist. Den Eckpfosten des Gebäudes bedecken Verzierungen. Tie unter den (Fenstern des dritten Obergeschosses sichtbaren Kreuz­hölzer bringen eine recht willkommene Abwechslung in den Bau. Drei figürliche Malereien an der Schmalseite des 2. Stockwerkes wurden vor kurzem auf das Eingreifen des Denkmalpflegers hin wiederhergestellt. Eine herrliche, nach oben in _ einem Rund­bogen schließende Tür, .vermittelt den Ausgang in die Wohnungen, Sie weist in ihrem reichen figürlichen Schmuck auf Vorbilder der Renaissance hin. Zwei jonische Säulen fassen die Pforte ein. Interessant ist auch das geschnitzte Rahmenwerk, das sich um die Fenster über der Tür legt. Das Sandersche Haus, an der Ecke von Markt und Untergasfe, verdankt dem Jahr 1561 fein Entstehen. Das steinerne Erdgeschoß trägt zwei in Holzfach- werk gehaltene Obergeschosse und zwei ebenso ausgeführte Dach­geschosse. Bis 1903 verbarg sich das kunstvolle Fachwerk hinter Putz. Erst die in diesem Jahre vorgenommene Ausbesserung, förderte es zutage. Reiche Schnitzereien an den Eckpfosten und