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Ein großes Interesse findet die Sommerküche in der ver- ' ' ~ die uns Garten,

ein gebüßt hat, diesem Erzeugnis einige Worte widmeten, so darf dennoch wohl, als zeitgemäße Darbietung, hier der Krebs' folgen, trotzdem er eine Delikatesse (st. Im Juli hat die Krebssaison ihren Höhepunkt erreicht; und wer noch, als Landbewohner, im Besitz Von krebsreichen klaren Bächen ist, der geht bei Tage, noch lieber des Nachts, krebsen. ,. 1

f lieber die Güte eines echten Bachkrebses geht nichts, doch sind auch Flußkrebse sehr wohlschmeckend. Ms weitere >,kalt­blütige" Delikatessen des Hochsommers gelten Forellen und Lachs, hie leider ebenfalls nur auf die feine Küche beschrankt bleiben. Forellen waren schon int Mittelalter als besonders feine und teure Fische bekannt; sie galten damals sogar, wie ein altes Haus- Kaltungsbuch mitteilt, alshochgeschätzte .Präsente an Geistliche Und Landesherren".

l Ein großes Interesse findet bte Sommerküche m der ver­schiedenen Verwendung der mannigfachen Früchte, die uns Garten, Wald und Heide darbieten. Ende Juni beginnen die Johannis- peeren zu reisen, im nördlichen Deutschland allerdings erst Anfang Juli. Die Johannisbeeren sind durch ihre feine aromatische Säure sehr erfrischend und beliebt, als Bestandteil des berühmten nor­dischen Nationalgerichts, der roten Grütze, besonders in der Mischung mit Himbeeren oder mit Himbeeren und sauren Kirschen. Die Bezeichnung rote Grütze ist vielen Leuten unsympathisch, aber es wird auch gar keine Grütze zu dieser Speise 'verwendet, sondern ein beliebiges, den gesüßten Frnchtsast dickendes Mehlpräparat, g. B. Kartoffelmehl, Maismehl, Gries oder Reismehl. Die Früchte kocht man mit Wasser recht weich und rührte den Saft durch ein Sieb, worauf er gemessen wird. Dann bringt man ihn, nach ^rf und Geschmack gesüßt, wieder aufs- Feuer und,rührt, sobald .acht, das in etwas Wasser klargequirlte Dickmehl hinein, läßt alles unter fortdauerndem Rühren leise gar und dicklich kochen und gießt die Masse in gespülte Schalen, um die Speise dann

Mehrere Stunden auf Eis zu stellen. i

Aüf 2 Liter Saft rechnet man 270 GramM Reismehl oder 200 Gramm Kartoffelmehl oder 200 Gramm Sagomehl oder 200210 Gramm Gries, den man nach Belieben gröber oder feiner wählt. Außerdem muß man beachten, daß nicht jedes Kartoffelmehl gleich dickt, und so bedarf es einiger Hebung der Hausfrauen, dieses herzerfrischende Sommergericht auf die ihnen Und ihren Tischgenossen besonders zusagende Art herzustellen. Denn die Grütze beim Kochen allzu stark dicken sollte, und man Flüssigkeit dazufügen müß, so sei erinnert, daß diese Flüssigkeit Mast oder Saft und Wasser) niemals kalt dazu gegeben werden darf. Man muß Saft oder Saft mit Wasser kochendheiß werden lassen und sie dann in die kochende Masse rühren. Johannisbeeren Smben, .gleich den später erscheinenden Preißelbeeren die Eigeit- chast, daß sie leicht zu Gelee werden; man rechnet auf je 500 Gramm Johannisbeeren auch 500 Gramm Hutzucker beim Gelee­kochen. ,

Den Johannisbeeren gleichvertig und in vielen Beziehungen hei geeigneter Mischung sie ergänzend, sich) die Himbeeren, von welchen auch zur Saftbereitung unü für offizielle Zwecke so große Borräte gebraucht werden, daß die Preise, selbst bei reichen Ernten, niemals billig sind. Eine sehr feine Speise aus beiden Sorten stellt man auf folgende Art her: 3A Kg. pon den Stielen gestreifte tote und weiße Johannisbeeren und Vs Kg. Himbeeren werden Nach sorgfältigem Waschen und Abtropfen durch ein Sieb gerührt. Der Saft wird mit 4045 Gramm in etwas lauem Wasser auf­gelöster roter Gelatine und 300350 Gramm Zucker gut ver­rührt, worauf man % Liter steifgeschlagene Schlagsahne darunter- tzieht, die Masse in Glasschalen füllt und auf Eis erstarren läßt. Die bei der Verwendung von Gries usw. gesagt, so muß sich die Hausfrau auch die Menge der Gelatine ausproben, je nachdem sie die Creme dicklicher oder loser schaumiger zu haben wünscht. Denn die reifen Stachelbeeren nicht sehr teuer sind, ist die Be­reitung von Stachelbeer-Marmeladen sehr vorteilhaft. Selbst­verständlich muß auch der geeignete lustige, kühle Aufbewahrungs­raum vorhanden sein. In England, dem Lande, in welchem die Stachelbeere ungleich schöner kultiviert wird als hier, wird die Stachelbeer-Marmelade in Fülle bereitet. Man kann sie von Voten oder grünen Beeren herstellen, sie müssen gut reif, aber Nicht überreif sein, werden mit möglichst wenig Wasser unter stetem Rühren sehr weich gekocht und durch ein Sieb gestrichen. Uns je 500 Gramm Brei nimmt man 400 Gramm Hutzucker, taucht die Stücke schnell in kaltes Wasser, gibt sie in eine Kasserole pnd läutert daraus über gelindem Feuer, den Schaum sorgsam abnehmend, einen klaren, dicken Sirup, zu dem man den Fruchtbrei gibt und beides so lange unter fleißigem Rühren kocht, bis ein Nus einen Porzellanteller geträufelter Tropfen sofort erstarrt. Nachdem die Masse etwas verkühlt ist, füllt man sie in gut vor­bereitete Marmeladebüchsen oder Gläser, läßt den Inhalt voll­ständig erkalten, bedeckt sie mit einem rumgetränkten Papier und Verbindet sie mit Blase oder Pergamentpapier.

Nicht in Gärten kultiviert, sondern ein wildes Krnd der deutschen Heide, des deutschen Waldes, stellt sich zur Hochsommer- geit die Heidelbeere, die Blaubeere, ein. Wer sie auf holsteinrscher Heide hat in Fülle reifen sehen, wundert sich nicht, daß sie dort in allen Gestalten: als Mus, gedörrt eingemacht, zu Saft gekocht, eine so große Rolle spielt. Si« sind dann tot Winter eine beliebte Zugabe zu Pfannkuchen oder Klößen von Buch­

weizenmehl. Alles, was Hande Yak, pflückt gut Reifezeit tagelätch Beeren. Uebrigens werden $nia> viele Heidelbeeren nach Eng­land ausgeführt. Die Verwendung der Beeren zu Suppen, Sauce»/ Kaltschalen, Kompott ist bekannt, weniger zu Gelee, Marmelade und Puddings. Pudding ist vorzüglich und' ein Leckerbissen erste» Ranges. Mrs 1Ihr Kilogramm verlesener, gewaschener und' abgetropfter Beeren wird mit 150175 Gramm Zucker, etwas gestoßenem Zimmt und geriebener Zitronenschale ein steifer Brei gekocht, dm man zum Auskühlen auf eine,flache Schüssel schüttet. Dann rührt man 175200 Gramm Butter gu Sahne, fftäS unter beständigem Rühren »ach und nach 45 Eidotter und 150 Gramm Zucker, löffelweise das HeidelbeerMus, 60 Gramm geschälte fein gestoßene süße Mandeln, 68 Löffel gestoßenen, lesiebtm, geröstetm Zwieback, eine Spur feinen Zimmt und de» teifgeschlagmen Schnee von 56 Eiweißen dazu, füllt die Masse n die mit Butter ausgestrichene, mit geriebmer Semmel be­treute Puddingform, die man gut verschließt, und läßt den Pudding m ständig kochendm Wasserbade 1iy< Stunden tochen, uM hn sofort nach dem Ausstürzm, mit Zucker bestreut, aufzutragen.

Aus südlicheren Gegenden gesendet, finden sich auch schon Früchte ein, die wir sonst geneigt sind, als Herbstfrüchte anzusehen: Aprikosen, Pfirsiche, Reineklauden, italienische Birnen und Me- lonm, Aepfel und Pflaumen. Aber int allgemeinen gehört das Interesse noch den Sommerstüchten, besonders auch der sauren Kirsche, deren .Hauptverwendungszeit aber mehr in den August fällt. Hin imb wieder bringt der Juli, neben ausländische» Tomaten, auch schon fleine Erträge deutscher Ernte, und auf bei» Gemüsemarkt rückt die Gurke nach und nach in die erste Stelle,^

wie schützt man seine Wohnung vor Hitze?

Die ungewöhnliche Hitzeperiode des vorigen Sommers, die nach den Voraussagungen erfahrener Meteorologen sich in diesem Sommer wiederholen soll, hat dem Problem des Kampfes gegen die Wärme eine besondere Dringlichkeit verliehen und die moderne Hygiene sinnt mehr denn je nach Mitteln tzur Abhilfe. Wie kamt man sich nun im Hochsommer int Hause gegen große Hitze schützen?, Diese Frage beantwortet der bekannte Berliner Hygiene-Professor C. Flügge in einem Aufsatz der Deutschen Revue.

1 Für die Wohnungstemperatur kommt besonders ein Moment in Betracht, das eine ganz bedeutende Abweichung von der Tem­peratur im Freien bedingt: die Bestrahlung der Mauern durch die Sonne und die durch diese Insolation in die Mauern über- erte Wärme. Während man sich durch den Strähleneinfall!

Jalousien, Markisen üsw. schützen kann, werden durch bi« massiven Teile der Wände, besonders durch die fensterlosen Giebel- wändc große, nachhaltige und schwer zu beseittgende Wärme- reservoire geschaffen. Die Wände wirken dann wie ungeheure Steinöfen. Die Höhe der Erhitzung hängt von der Himmels­richtung ab; am schlimmsten sind Ost- und Westwände, während die Südwände durch die schräg auffallenden Strahlen weniger er* Hitzt werden. Dünne Fachwände erhitzen sich stärker, verliere» aber die Wärme leichter; massive Mauern haben zwar eine niedrigere Temperatur, aber speichern die WärMe sehr lange auf. Bei ihnen ist auch die zeitliche Verschiebung sehr Un­angenehm, die die an der Außenfläche erzielte Temperatur bett» Durchgang durch die Mäuer erfährt. Während die Ostwand des massiven Hauses um 9 Uhr abends die Maximaltemperatur an der Innenfläche hat, erreicht die Westwand ihre größte Hltze erst um 3 Uhr morgens, so daß ihre Wärme erst zur Nachtzeit füM* bar wird. Durch diese Wärmereservoire der Mauern erhalt bie Wohnung eine Eigentemperatur, die in der Höhe und dem zeitlichen Verhalten von der Außentemperatur stark abweicht und namentlich in höheren Stockwerken und bei ungünstigen Woh­nungsverhältnissen viel höher ist als die Temperatur im Freren. Konnte man doch in Dresdner Kleinwohnungen Höchsttemperaturen beobachten, die bis 33 und 36 Grad gingen und das Temperatur- maximum tot Freien erheblich übertrafen! Unter den Abhilfe- Maßregeln wird gewöhnlich am 'stärksten die Lüftung betont, die ja auch das einfachste Mittel ist. Mer damit wird bet Ueber- wärMung der Wohnung nicht allzu viel erreicht. Nur solange reichliche Mengen kühlerer Lust ins ZimMer dringen, wird die Wärmeabgabe des menschlichen Körpers erleichtert. In den Httze- pevioden ist aber aM Tage die Außenlust so warM, daß thre Em* führung die Temperatur wenig ändert. Künstliche Lüftung, etwa durch elekttisch betriebene Ventilatoren, könnte weit besser wtrstn, namentlich wenn die zugeführte Lust noch durch kaltes Wasser ober kalte Salzlösung und dergleichen gekühlt wird, aber sie ist sehr teuer. Auch einfache Kühlöfen, die von kaltem Lettungs- wasser durchflossen werden, richten wenig aus, Und großeSMte* zentralen", wie sie in verschiedenen amertkamschen StLdten ein* gerichtet worden sind, sind zu kostspielig. Andere billigere MH, lungsmittel für Wohnungen, wie Wasservechunstung und EiH» schmelzen, sind nicht recht wirksam und für Kleinwohnungen gar nicht verwendbar. Das einzige Radikalmittel gegen dte Hoch- sommerhitze besteht to Veränderungen beim Bauder Däuser. Da lassen sich emfache Abhilfen mit wenig Kosten durchführe» i so di« Ausstattung exponierter Fenster auch i» Kleinwohnungen mit guten Jalousien, dann möglichster Ersatz der Küchenherde