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nun sagen Sie selbst, ist das nicht tausendmal schöner als so trab, trab die Chaussee entlangzuschleichen, bergauf Schritt fahren zu müssen und bergab die Pferde zurückzu- halten, und selbst auf ebener Eroe ihre Kräfte nicht zu überanstrengen?"

Sie stimmte ihm bei. Dio schnelle Fahrt hatte ihr lebhaftes Temperament noch mehr erregt, ihre roten Wan­gen leuchteten durch den dichten Schleier hindurch, und dem Landrat war, als sähe er durch das 'Glas der Schutz­brille ihre leuchtenden Augen.

Anders Dagmar.

Die konnte das Gefühl der Angst, das sie von Anfang an beherrschte, nicht los werden. Ihre nervöse Unruhe stieg, je schneller der Wagen dahinsauste, und sie, war froh, daß der Schleier und die Brille es nicht verrieten, wie blaß sie sein mußt« und wie ängstlich ihre Augen dreinblickten. Mehr als einmal wollte sie den Landrat bitten:Halten Sie an< lassen Sie mich aussteigen und zu Fuß zurückgehen" beständig lagen ihr die Worte: Um Gottes willen, nicht so schnell! Langsam, langsam!" auf den Lippen. Aber sie sprach sie nicht aus; sie wäre eher gestorben, als daß sie dem Baron ihre Furcht ver­raten Hatte.

Warum hatte sie sich nur zu dieser Fahrt entschlossen.! Nicht aus eigenem Willen, sondern nur, um dem Baron zu zeigen, daß sie wieder nachgab, lediglich, um ihm zu beweisen, wie gleichgültig er ihr in jeder Hinsicht war.

Gr allein war schuld daran, daß ihr Herz beständig vor Angst stehen zu bleiben drohte, to-emt das Automobil haarscharf um eine Ecke bog oder in sausender Fahrt einen steilen Weg hinabglitt; der Baron war schuld daran, daß es in ihren: Kopf sauste und brauste, daß sie beständig gegen ein Gefühl der Schwäche Mkämpsen müßte.

Wie sie ihn haßte!

Wenn sie es nur wenigstens nicht nötig gehabt hätte, seine Nähe und seine Anwesenheit zu ertragen! Er Hatto eine Unterhaltung mit ihr versucht, aber der scharfe Wind­zug erschwerte das Gespräch, und er sah ja auch, wie sie ihm zu verbergen suchte, was in ihr vorging. Er hatte wirklich Mitleid mit ihr, ein paarmal wollte er ihr sagen, daß er sich Vorwürfe mache, sie zu dieser, Fahrt veranlaßt zu haben, aber er schwieg, um sie in ihrem Stolz, nicht zu verletzen, um nicht zu verraten, daß er wußte, wie sie sich zusammennahm, um nicht zuweilen laut aufznschreien.

Endlich war man am Ziel, und halbtot stieg Dagmar aus dem Wagen, itm sich gleich auf einen Stuhl fallen zu lassen. _ _

War es nicht herrlich?" jubelte Alexa.So viel weiß ich, Dagmar, von heute an hat Papa keine ruhcge Minute mehr, bis er sich ein Auto gekauft hat. Und wenn er es nicht für sich haben will, dann muß er mir; eins schenken, der Herr Landrat hat mir versprochen, haß er nnr Unterricht im Fahren geben will,"

Dir von Gründingrn.

Roman von Freiherr von Schlicht«

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Was der Landrat da sagte, war ja richtig. Aber Alexa und Dagmar waren im Gewicht fast gleich, und wenn Dagmar neben ihm gesessen hätte, so wäre das genau das­selbe gewesen. Es mußte also doch noch einen anderen Grund haben, daß der Landrat Alexa neben sich haben wollte, und worin der bestand, zeigte der Landrat durch seine Verlegenheit selbst so deutlich, daß auch Alexa ihn erriet.

Eine Minute späterhupte" das Auto von dannen,, und aus der offenen Tür des Pferdestalles sah der Kutscher Friedrich ihm mit heimlich geballter Faust nach.Daß du dir das Genick brichst!" fluchte er ingrimmig in sich hinein. Aber du allein, um Gottes willen die Komtessen nicht mit! Und der Baron auch nicht. So was will nun eilt Landrat sein und macht die Landstraßen unsicher! Und so was hat nun die schönsten Pferde im Stall und fährt sie Nicht!"

Noch einmal drohte er mit der Faust, dann machte er sich wieder an seine Arbeit. Aber er murmelte dabei vor sich hin:Infamer Pferdeschinder!"«

Und auch diese freundlichen Worte galten dem Landrat. Denn wer da Pferde hat, soll sie auch bewegen. Läßt er sie immer im Stall stehen, so versündigt er sich an ihnen, denn das Pferd braucht ebenso wie der Mensch Bewegung Nnd frische Luft.

Die andern ahnten nichts davon, mit welchen ingrim- tnigen Gedanken Friedrich ihnen nachsah. Und das war auch ganz gut, denn sonst wären die Damen vielleicht noch ängstlicher geworden, als sie es sowieso schon waren. So­bald auf der Chaussee ein Wagen auftauchte, ein Radfahrer sich ihnen näherte oder ein Kind über die Straße lief, dachte Alexa: Um Gotteswillen das gibt ein Unglück! Wir stoßen zusammen!

Aber es gab kein Unglück. Nicht nur der Landrat, sondern auch der Chanffeur, der auf dem Trittbrett des Autos hockte, gaben beständig Warnungssignale, so daß alle beizeiten ausbiegen und sich retten konnten. Und der Landrat erwies sich als ein so tüchtiger und besonnener Fahrer, daß Alexas Augst sich schon nach kurzer Zeit in das Gegenteil verwandelte:Bitte, noch schneller, Herr Landrat Gott, ist das schön! Schneller, noch, schneller!"

Und da die Landstraße frei war und kein Mensch und kein Fuhrwerk zu sehen, erfüllte er ihren Wunsch.Nun sollen Sie mal sehen, was meinMercedes" laufen kann!" Und sie sausten in einer fast den Atem benehmenden Ge­schwindigkeit dabin.

Endlich mäßigte er wieder das Tempo:Na, Komtesse,