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boten verweist Paine in das Reich der Fabel; es war em durch­aus nicht ungewöhnlicher Liebesroman, den der Dichter durch­lebte; freilich entbehrte er auch nicht so inancher Merraschender Md humoristischer Züge, die durch sein originelles Temperament Üervorgerufen wurden. Während eines Aufenthaltes in Neuyork Kaf er zufällig im Hotel einen Bekannten, den jungeit Charles Langdon, der ihm eimnal ein Mimaturbild seiner Master ge­zeigt hatte, ein Vorgang, der sich deshalb unauslöschlich ms Gedächtnis Mark Twains eingepragt, weil ihm das Gesicht der jungen Dame so außerordentlich gefallen. Nun lernte er das Original kennen, und sehen und lieben ivar «ns'. .

Olivia oderLivy", wie sie genannt wurde, erwiderte seine Neigung; war doch die Persönlichkeit, die dem 22 jährigen in der Einsamkeit von Elmira ausgewachsenen Mädchen entgegentrat, ebenso einzigartig wie faszinierend. Auch der Bruder war ein, großer Verehrer des Dichters, den der junge Lorbeer schmückte; nur der Vater, ein reicher Bergwerksbesitzer, teilte nicht ganz das allgemeine Entzücken. Die frische und humorvolle Art Gams gefiel ihm zwar außerordentlich, aber was mochte wohl dieser ehemalige Goldgräber und Abenteurer für ein Charakter Jem, welche Sicherheit für das Glück seiner Tochter Aot ihm die Existenz dieses herumziehenden Vorlesers, des bisher ein vielbelachtes(Buch veröffentlicht hatte? Diese besorgten Fragen, die er aus Augen und Stirn des Vaters las, fanden in Mark Twains Herzen ein Echo, aber sein Optimismus und seine große Liebe hofften auf Ueberwindung aller Schränken.

Eines Tages erschien er bei den Langdons auf ihrer 'Besitzung in Elmira, ein wenig abgerissen und nicht gerade salonfähig/ aber so heiter und guter Dinge, daß ihn alle herzlich begrüßten. Nach einer glücklichen Woche schlug die Abschiedsstunde; er hatte noch kein Wort mit der Erwählten von Jemen Gefühlen gesprochen, aber daß er mit dem Nachtzuge abreisen mußte, stand fest; die verheiratete Schwester Livys, die etwas von dem Einverständnis ahnte, bevor es noch ausgesprochen war, drang darauf. Wie gern wäre er noch geblieben! Schon sitzt er auf dem Wägen, der ihn zur Bahn bringen soll, da stürzt der nicht richtig ein­gehängte Sitz hintenüber, und Mark Twain schießt in .einem Bogen höchst unsanft auf die Erde. Er hatte es durchaus nicht eilig, sich von diesem Fall und Schrecken wieder zu erholen. _ Er lieh sich von der jungen Haustochter in einen Armsessel geleitens irnö brauchte zwei ganze Wochen, bevor er wieder reifefähig war. Zn dieser Zeit aber entschied sich sein Sieg über das Herz Olivias finb auch der Vater mußte nun der Sache ernsthaft näher treten. Er schrieb um Auskunft an einen vertrauenswürdigen Freund Mark Twains und erkundigte sich auch sonst noch über ihn, aber bis die Briefe beantwortet waren, gab es noch zwei lange Monate des Harrens und Bangens. Endlich gegen Ende März 1869 waren die Antworten angekommen und zitternd wartete der Freier Mf den Bescheid, der ihnzum glücklichsten oder elendesten Men­schen" machen sollte. Die Worte des Vaters waren gemessen: >,Alle versichern mir einmütig, daß Sie ein begabter Mann sind, ein Mann mit einer Zukunft und daß Sie ein ausgezeichneter Ehemann werden würden".Das ist nicht allzu viel," meinte Mark Tw-in kleinlaut. Dann ein langes, banges Stillschweigen. Haben Sie nicht noch einen Freund, der mir Auskunft geben könnte?" fragte Langdon.Keinen, dessen Zeugnis für Sie von besonderem Wert sein könnte." Da streckte ihm der Vater die Hand hin:Sie haben doch noch einen, und der bin ich. Ich glaube an Sie, und ich kenne Sie besser, als all die anderen."

So wurde Mark Twain glücklicher Bräutigam, und bald sollte die Heirat sein. Der Dichter glaubte damals noch so wenig an seinen eigentlichen Berus, daß er sich entschloß, wieder jonrna-, listisch tätig zu sein, und mit 25 OOO Dollars, die ihm sein Schwiegervater gab', einen Anteil an dem Expreß! in Buffalo kaüste. Der neue Herausgeber erschien in seinem unscheinbaren Anzug eines Morgens in der Redaktion und wurde von einem An­gestellten hochmütig gefragt, wen er zu sehen wünsche, worauf er mit Entschiedenheit entgegnete:Ich wünsche einen jungen Mann zu sehen, der dem neuen Herausgeber einen Stuhl anbietet."

Die Ehe sollte in recht (bescheidenen, Rahmen begonnen werden; Mark Twain wollte mit seiner Frau in einer Pension wohnen, aber der Schwiegervater bereitete ihm eine wundervolle Ueber- raschuug. Er kaufte ihnen ganz im geheimen ein Haus in Buffalo/ richtete es mit allem Komfort ein, mietete eine reiche Dienerschaft, Und als der junge Ehemann sich mit seiner Frau nach der Hochzeit in seine Pension begeben wollte, fuhr ihn statt dessen der Wagen vor eine prächtige, festlich erleuchtete Villa, in der er jubelnd begrüßt wurde, so daß er sich ins Märchenland versetzt glaubte. Nachdem er alles erfahren, waü er zuerst sprachlos, dann aber wandte er sich vergnügt an den Schwiegervater:Mr. Langdon, wenn Sie nach.Auffalo skommen, und sei es auch zweimal im Jähr, kommen Sie direkt hierher, bringen Sie Ihren Koffer mit und bleiben Sie bei uns über Nacht. Es soll Sie auch nicht einen Pfennig kosten!" -------------

Die Zimmerpflanzen und ihre pflege.

Woche vom 4.10. Juni.

Wir beginnen mit einigen Sommer-Aussaaten, die mir in flache, handliche Kästen oder in Töpfe, gefüllt mit unten grober

und lockerer, oben feingesiebter und glattgestrichener, vorher auch durchdringend angegossener, sandiger Herde- oder Lauberde, Machen. Tie Kästen werden nach der Aussaat ganz dünn mtt Sand ober feingesiebter Erde überstreut, noch einmal flüchtig übergespritzt) mit einer Glasscheibe zugedeckt, die Man vermittels eines kleinen Hölzchens zum Lüften öffnen kann, und draußen oder drinnen schattig aufgestellt. Wenn sich die Keime in größerer Zahl zeige»/ so wird mehr Luft und Licht gegeben. Ausgesät werden jetzt (doch kann man auch bis Ende Juni damit warten): Glocken­blumen (Cam'p-anula garganica, isophylla und fragflis, alles schöne AMpelgwächse); ferner Gauklerblumen (MiMulus; wir empfehlen: maschatus imoschusduftend) und primulodes); außerdem der wunderschöne Vier fad en (Tetranema) für die Winterblüte; die Sämlinge des Bierfaden werden bald ver­stopft in Lauberde mit etwas Lehm und Sand, und .während des Sommers kühl, doch hell, und nicht zu feucht gehalten.

Tas Geranium liebt, wie jeder weiß, volle Sonne und wenig Wasser, auch kleine .Töpfe; sonst wächst es zwar ins Kraut, blüht aber weniger. Umgekehrt lieben die englischen Pelar- gonien, die nächsten Verwandten des Geraniums, etwas Halb- schatten und reichliche Bewässerung, sonst bleiben ihre Blüten kleiner.

Die hohen Chrysanthemen'(Herbst- und Wmter-Astern) bindet man auf, weil dis Stengel sich sonst krumM legen, ebenso wie Garten-Stauden-Astern; man stutzt sie ein, wenn es nötig sein sollte oder für ihre beabsichtigte Form erwünscht, doch muß man mit dem Einstutzen bei den frühen Sorten Mitte Juni, bei den späteren Mitte Juli aufhören. Beim Einstutzen kann man gleich Stecklings machen, die sich bald bewurzeln und als kleine niedliche ein- und metzrstengelige Hochstämmchen int Winter blühen werden; man stellt diese nach der Bewurzelung hell und kühl; mit Sichtbarwerden der Knospen dann wärmer.

Tie Topfrosen, von denen sich zum Treiben die Sotten Caroline Testout, La France, Horace Bernet, Ulrich Brunner; ferner Kaiserin, Viktor Verdier, Franziska Krüger, Marie von Houtte usw. (die ersteren für frühe, die letzteren für spätere Blüte) besonders eignen, stehen jetzt in Blüte, falls man sie nicht im Winter hat blühen lassen. Wenn man ihre Blüten abschneidet (entweder während oder nach der Blüte) so soll man sie mit langem Stiel abschneiden, d. h. der Schnitt der Rosen soll so geschehen, daß nur 23 Augen am abgeblühten Zweig stehen bleiben; daraus entwickeln sich dann wenige, aber kräfttgere und längere Triebe, als wenn man die Pflanzen in vielen neuen Trieben, die sich andernfalls entwickeln würden, ihre Kraft vergeuden läßt. Ausgenommen sind von diesent Schnitt nur die rankenden und halbrankenden Rosen, z. B. Niel und Dijon. Im allgemeine» sind die Monatsrosen, di« Damascener- und Teerosen am besteit für Töpfe geeignet. Auch verpflanzt man die Topftosen nch der Hauptblüte zweckmäßig, wobei man den Ballen lockert, m frische, nahrhafte, lehmige Gartenerde, der man gleich gedämpftes Hornmehl beimengt und pflegt sie im Sommer gut durch Magen, Gießen und Auflockern. Wir empfehlen als Topftosen außer den genannten Treibrosen noch Niphetos und Hermosa, doch wollen wir gerade auf diesem vielseitigen Gebiet der Zmnaer- gärtnerei den Erfahrungen der Blumenfreunde nicht vorgreifen.

Schachaufgabe.

Schwarz.

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abcdefgh

8

8

6

5

3

3

2

2

Weiß.

Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt- Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer: Trio, Lahm, Augerüft, Ulm, Stern, CEjor, Arte, Und, Wiege, Ef(e, Mensch;

Tran, schau, tu e m!

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univerfltäts-Buch- und Steindruckerei, R- Lang«, Gieje»