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und daß die Tivision in der kritischen Zeit vom 3. auf den 6. Juli keine Befehle aus dem Hauptquartier hatte.
Ter letzte Befehl an die Badener mar von Grünberg aus am 2. Juli ergangen, zu einer Zeit, als die Trup-en noch nicht bis nach Gießen gekommen waren. Nach diesem Befehl hatte die Tivision am 3. Juli bei Gießen und Wetzlar Stellung zu
3. Juli stand das Hauptquartier des Korps in Ulrichstein: dort wurde auf Nachrichten aus dem Hauptquartier der A r m c c in der Nacht vom 3./4. Juli der direkte Vormarsch des VIII. Armeekorps auf Fulda für den 5. Juli angeordnet, um die dort stehenden sechs bayerischen Reiterregimenter zu decken und so die Verbindung mit dem 7. Korps über Brückenau -Kissür- gen herzustellen.
(Wenn dieser Befehl ausgeführt worden wäre, würde, das VIII. Armeekorps sich weitere 18 bis 24 Stunden von seinem linken Flügel entfernt haben). Zunächst wurde, dem Befehl entsprechend, der Vormarsch des Korps auf Fulda inhibiert und beschlossen, das Korps über Crainfeld bei ,S ch l ü chtern, das 5 Stunden von Brückenau entfernt ist,^z'u konzentrieren. In Crainfeld, wohin das Hauptquartier nm 6. Juli verlegt worden war, wurde dann aber der Rückzug über den Vogelsberg nach dem Main beschlossen.
Von allem dem hatte man natürlich bei der badischen Division keine Kenntnis. Ich konnte wenigstens mitteilen, daß an dem für alle Entscheidungen kritischen Tage, dem 5. Juli, das Hauptquartier bei Rixfeld stand. Tatsache ist, daß am 5.,Juli seitens des Kommandos der badischen Tivision der Entschluß gefaßt wurde, zurückzugehen und daß ein Generalstabsoffizier nach dem Hauptquartier in Rixfeld entsandt wurde, um dies dem Prinzen Alexander mitzuteilen.
Ter Rückmarsch wurde, wie oben bemerkt, am 6. Juli früh an- getreten; am Nachmittag dieses Tages kam der badische Offizier im Hauptquartier in Crainfeld an, welches 2i/z Stunden südlich von Rixfeld, 15 Stunden von Gießen liegt.
Ich mußte annehmen, daß die weite Entfernung von dem Hauptquartier und die Tatsache, daß auf der Hardthöhe bet Gießen preußische Truppen gesichtet wurden, die nächste Veranlassung zu dem Rückzug gegeben haben.
Ich wollte mit den vorstehenden Ausführungen dartun, daß nach Lage der Tinge man dem Kommando der badischen Division wegen des Rückzugs nicht einen beabsichtigten Verrat zur Last legen konnte, wie dieses in der Broschüre „Der badische Verrat" geschehen ist.
Tie Ereignisse haben auch bestätigt, daß die Bewegung der badischen Division nicht unzweckmäßig war, denn wenn die Weiterbewegung des VIII. Korps nach Osten ausgeführt worden wäre, würde die badische Division v o l l st ä n d i g isoliert gewesen sein, während die Nachricht von der Schlacht bei Königgrätz in Ber- bindung mit der bereits am 29. Juli erfolgten Kapitulation der hannoverschen Truppen und der Mangel jeder Nachricht aus dem Hauptquartier eher darauf schließen ließ, daß die Bewegung des Korps nach Osten nicht fortgesetzt worden sei.
Ter am 6. Juli ergangene Korpsbefehl entsprach denn auch zufällig der wirklichen Situation, daß nämlich die badische Division an diesem Tage in Vilbel stand und am 7. wieder bis Friedberg vorgerückt war, ohne von diesem Korpsbefehl Kenntnis erhalten zu haben.
Dabei ist zu bedenken, daß Frankfurt und das vorliegende Vilbel kaum weiter von Fulda entfernt ist, als Gießen, daß man also von Frankfurt aus gerade so gut den Rücken des Korps decken konnte wie von Gießen aus, so daß man nicht sagen konnte, die Division hätte die Rückendeckung preisgegeben.
Tie Broschüre „Der Badische Verrat" (Wien 1866) ist denn auch trotz gerühmter Sachkunde so oberflächlich geschrieben, daß sie den am 5. Juli an die badische Division entsendeten hessischen Major Kraus zu einem badischen Sous-Chef des Generalstabs stempelt.
Bezüglich der weiteren Bewegung der badischen Division enthalte ich mich jeden Urteils, da ein solches abzugeben meine Sache nicht ist und es weit über den Rahmen der gegenwärtigen Mitteilungen hinausgehen würde, die nur den Zweck haben, die Lage bei Gießen in der Beziehung zum 8. Korps aus den Tagen vom 4.—6. Juli und das Gefecht bei Frohnhofen zn schildern.
Was die zur Reservereiterei gehörigen beiden Regimenter, welche am 5. Juli bei Neustadt an der Main-Weser-Bahn standen, anlangt, so ist nirgends in ben authentischen Berichten festgestellt, daß sie dort auf preußische Truppen, oder diese auf die Reiter-Regimenter stießen. Auch preußischerseits fehlen die Berichte. In der .Schrift: Tie Operationen des VIII. deutschen Bundeskorps ist vom 6. Juli gesagt, daß aus dem Hauptquartier Crainfeld, nachdem die Nachricht von dem Rückzug der badischen Division eingelangt, die drei Regimenter der Reservereiterei in einem Gewaltmarsch am 7. Juli bis Hungen und E ch zell vorgeschoben w o r d e n seien. Ties steht im Widerspruch mit der Tatsache, daß der Gewaltmarf'ch be- reits am 6. stattgefunden hatte, während der Rückzug des Prinzen nach dem Main erst an diesem Tage beschlossen
wurde. Es ist viel eher anzunehmen, daß die beiden Regimenter Nachricht von dem Rückzug dec badischen Division erhalten hatte und daraufhin bis in die Nähe von Friedberg zurückritten.
Bezüglich des Gefechts von Frohnhofen und Laufach am 13. hat sich allerdings die Mitteilung als irrig erwiesen, daß die erste hessische Brigade ckm 12. bereits die Höhen bei den genannten Orten besetzt gehabt hätten. Diese irrtümliche Erzählung hatte wahrscheinlich darin ihren Grund, daß die erste Brigade am 12. abends Biwaks östlich von Aschaffenburg, mithin nach dem Defrls von Frohnhofen—Lausach hin, bezog, und daß am 13. das erste und zweite Regiment in ein Gefecht verwickelt, dann aber zurückgezogen worden war. Der Vormarsch des dritten und vierten Regiments sowie deren Angriff auf die Defila von Frohnhofen und Laufach fand erst abends gegen 6 Uhr statt.
Im übrigen ist das, was ich erzählt habe, richtig und stimmt mit dem Generalstabsbericht überein. (Daß die preußischen Truppen sich in gedeckter Stellung befanden und verhältnismäßig äußerst geringe Verluste hatten).
Was aber diese Gefechte der hessischen Division beinahe zu einem Verbrechen stempelte, ist die Tatsache, das Prinz Alexander durch Befehl vom 13. angeordnet hatte: Das Divisions- kommando wird sich heute noch in kein ernstliches Gefecht einlassen," daß also namentlich der blutige Angriff am Abend, der die meisten Opfer kostete, direkt dem Befehl des Prinzen entgegen unternommen wurde.
Vergleiche Feldzugsjournal des Prinzen Seite 12 und 13.
Dadurch wurde danu für den Hauptzweck, nämlich Aschaffenburg und den Mainübergang zn sichern, eine vollständig verfehlte und ungünstige Situation geschaffen.
vermischtes.
* Mücken und Mttsik. Musik sänitigt die Sitten, so sagt ein bekanntes Wort. Aber nut die Mücken scheint das keine Anwendung tzu finden. Ein Engländer, Roß, hat in Indien darüber Studien angestellt, ivie sich die Mosquitos der Welt der Töne gegenüber verhalten. 13 Jahre hat er in dem kleinen Orte Patna gelebt, und in häufigen Versuchet: erkannt, daß nichts eine solche Anziehnngs- krall atü die schlimmen Stechmücken hat, ivie das Violinspiel, die dadurch sogar zum Gebrauch ihrer Stacheln besonders angeregt werden. „Die Mosquitos", erzählt er, „sammelten sich in dichtesten Hauien um die Violine und um mich; sie gerieten geradezu in Verzückung und quälten mich so furchtbar, daß ich mein geltebtes Violinspiel völlig nutgebeii mußte." Solche Wirkung üben auf die Mücken augenscheinlich nur die Saiteninstrtnncnte' aus; Klavierspiel schien die Tiere gleichgültig zu lassen: jedenfalls kamen sie zn diesen Klängen nicht in Schwärmen herbeigeflogen. Wichtiger als diese Feststellungen mürbe es wohl allgemein empfunden tuorben sein, wenn der englische Beobachter ein Instrument angeben könnte, durch das die Mücken nicht angelockt, sondern vertrieben werben.
* Ein Rechtsanwalt in New Uork eröffnete ein Bureau in einem Parterreraum, den bislang ein Flickschuster innegehabt hatte. Er ärgerte sich nicht wenig über die vielen Besuche, die seinem Vorgänger galten, während er selbst nur wenige Klienten fand. Eines Tages trat ein Irländer ins Zimmer. „Der Schuster ist weggezogen, wie ich sehe," sprach er. „Scheint so," entgegnete der Anwalt. — „Und was verkaufen Sie denn?" fragte der Besucher mit einem Blick auf den einsamen Tisch und die paar Gesetzbücher. — „Schafsköpfe," antwortete der Anwalt. — „Begorra," versetzte der Irländer. „Ihr Geschäft muß gut gehen — Sie haben ja nur noch einen übrig !"
* Einziges Mittel. A.: „Zankt Ihr Weib, wenn Sie spät aus dem Gasthause kommen?" — B.: „Nein, keineswegs." — A. (erstaunt): „Wie stellen Sie das an?" — B.: „Ich habe keins," _____________
Nreuzriitsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaaabbeeeeeeggg hhiii oopppprrrri rrrrrssttttvv derart einzutragen, daß die senkrechten und wagerechten Reihen gleichlatttend folgendes ergeben:
1. Einen Gesetzesabschnitt.
2. Sagenhaftes Wesen.
3. Einer aus den: hohen Psexde.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Alster, Laster, Aster, Alter.
Redaktion: I. B.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen-


