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Die von Gründingrn.

Roman von Freiherr von Schlichs

(Nachdruck verbotcir.)

(Fortsetzung.)

Noch während man beim Luncheon saß, kam der Land- ratangehupt".

Sobald dasTöfftöff" draußen ertönte, warf der Ba­ron Alexa einen Blick zu, und wieder sah er sie erröten. z,9cci ja, also," sagte er sich,d i e Sache wenigstens ist in schönster Ordnung, die entwickelt sich ganz logisch und prvgrammäßig, da brauchte ich nicht zu helfen, und das ist ein wahres Glück, denn ich habe mit Hans mehr zu tun, als mir lieb ist, und nun erst mit mir selbst!" if

Seit seinem ersten Besuche nach der Rückkehr von seinem Urlaub war der Landrat schon zu wiederholten Malen dagewesen, und selbst im strömenden Regen hatte er sich einmal mit seinem Auto durch aufgeweichte Wege hindurchgearbeitet, wie er sagte: lediglich, um sich selbst zu beweisen, daß ein gutes Fahrzeug auf jedem Wege, bei jedem Wind und Wetter vorwärts käme. Seine Ver­legenheit aber verriet, daß er doch auch noch andere Gründe gehabt hatte. I

Und etwas verlegen war er auch jetzt, als er das Eßzimmer betrat, in dem man noch bei Tisch saß. Gr mochte es wohl selbst fühlen, daß er etwas sehr häufig tarn, aber heute hatte er wenigstens einen Vorwand.

Aus der geplanten Autofahrt war bisher noch nichts geworden. An dem dafür verabredeten Tage hatte eine geschäftliche Abhaltung den Landrat verhindert, dann war ein starker Regen gekommen und hatte die Wege aufge­weicht, heute war zum ersten Male wieder ein Pracht­voller Sonnentag, man konnte es sich gar nicht schöner

Und als er Platz genommen hatte, entwickelte er beim Kaffee und Kognak seinen Plan: man wollte eine lange, weite Fahrt machen, er nannte das Ziel.

Mer da fahren wir ja wenigstens sechs Stunden," rief'Alexa,da kommen wir erst morgen wieder nach Cs |//

Wir fahren doch Auto," rief der Landrat vorwurfs­voll. 'Mit unseren Pferden würden wir vielleicht so lange 'gebrauchen, so fahren toir allerhöchstens zwei Stunden, bleiben dann eine kleine halbe Stunde in dem Restau- xant, und kehren auf einem anderen Wege zurück. Und nun kommt meine Hauptbitte. Im Anschluß an die Auf­fahrt kommen dann die Herrschaften alle zu nur. -licht nur ich, sondern auch meine Schwester totrb sich sehr freuen, Sie zum Diner bei uns M sehen, und auch m ihrem Namen bitte ich um Ihr Kommen. Selbstverständ­lich rechne ich mit Sicherheit darauf, daß auch ©te, Frau Gräfin, und Mp,. Herr Graf, mir keinen Korb geben.

Gerade diese Sicherheit, mit der der Landrat spracht lieh zuerst in der Gräfin einen Widerspruch aufkommen. Sie war doch die Gräfin, und seine neue Nobrlitrerung gab ihm doch nicht das Recht, sie gewissermaßen tote seines­gleichen zu behandeln. Früher sprach er anders, da kannte er genau die Grenzen, die sie trennten, da nahm er es nicht als selbstverständlich an, daß sie so ohne werteres ja und Amen jagen würde, da bat er ?,ergebenjt und untertänigst", daß sie ihmdie Ehre ihres Besuches schenken möge. Sie erkannte mit Schrecken, haft bte Er­hebung in den Adelsstand ihn nicht zu seinem Vorterl ver­ändert habe. .

Aber Frauen sind unberechenbar, und sre wechseln ihre Ansichten ebenso schnell, wie das Chamäleon die Farbe,

Während sie noch so ausweichend antwortete, sah- sie den Landrat prüfend an. Und was ihr eben noch an ihm mißfallen hatte, gefiel ihr plötzlich: die Ruhe und bte gewisse Selbstherrlichkeit, mit der er dasaß. Ste wußte, der war genau so stolz auf seinen Adel, tote sie aus den ihrigen. Gewiß hatte .auch der Bürger das Recht und,, wie der Baron es ihr zu betoeisen versucht hatte, auch die Pflicht, aus seinen Namen stolz zu sein, aber tote« titel mehr hatte es dann nicht erst der Wel! Und lich: sie selbst erkannte ja auch niemand als höherstehend an, sie trug in Gegenwart einer Durchlaucht und einer Fürstin ihren Kopf genau so hoch, tote jetzt, ste gestanhi sich auch nicht:btt bist mehr gls ich," obgletch jte ttt der offiziellen Welsrangliste unter ihr rangierte. Und wie sollte da der Landrat, der noch dazu ein Mann toar, dazu kommen, freiwillig einen höheren Wel als den fet- ni gett . für höher und besser anzusehen?

ANzu sfichhalüg waren die Gründe ja nicht, die sie plötzlich zu seinen Gunsten anführte, aber sie selbst merkte das nicht. Der Landrat gefiel ihr mit einem Male, und so sagte sie Henn:Ich habe es mir eben überlegt so unaufschiebbar sind die Briefe doch nicht, die ich zu schret- ben habe. Also, wenn Sie uns wirklich bei sich sehen wollen, Herr Landrat, nicht wahr, Eduard, du hast auch nichts Besonderes vor?"

Was sollte der wohl Vorhaben!

Das Korn wuchs ja ganz von selbst. Nach dem er­frischenden Regen der hetzten Tage und vet dem Hellen Sonnenschein da draußen, der voraussichiltch auch noch in der nächsten Zeit anhalten würde, wuchs es jo gar erst recht ohne sein Zutun. Für die übrigen Sachen war ja der Verwalter da, und dem tat es sogar sehr gut, wenn er öfters allein toar, da gewann er seine Selbständig­keit vielleicht wieder zurück.

Nein, er hatte nichts Besonderes vor. Trotzdem hrelt er es doch für besser, seine Zustimmung nicht allzu freut big und nicht allzu schnell zu geben; auch seine Fräst hatte ja daniit etwas gezögert, sie muhte wohl ihre Gründe gehabt haben.. Und daß er die nicht kannte durst« ihn nicht abhflten, Men beizusfimmen. Als Ehemann