Ausgabe 
1.5.1912
 
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doas ies be Banov vo Gäiße. Ja, fahr ich, Sannes doas iesse. No hu mer sich wirrer zwäi Billieder geltest un sei noch Dorm- stadt geretscht. Wai mer do aus dem Banob komme sm ien des iBlaster erodber genge, do kohme mer reu so e vraak in vast. a>o staun owwe so « hoch Dienk, doas saeh vo weirem aus, war e Schornstan, ien des schienst war: Owwe druff staun so e decker

1 Mei Brourer Hannes, der dvmme Kerl, hat maich gefraat: Don sah mer emohl, wäi is der Kerl do euuff komme? Do fahr ich, doas ies ganz anfach: wär der klau war, do resse do euuff geklerrett, un do owwe is er bann grast gewachte. Doas löucht em dann ieuu. . x ,

Röchet, wäi mer bann werrer geuge, do kohm e Schees mit vier meiste Schimmel dohier. Do sarich: Hannes, sarrch, ich glaawe, da seht die Exeleuz drien. Hahl cmol bem Scharm fr er die Gail. Ich stelld mich off es Trittbreat und fragt, ob die Exeleuz do drien wir. Do saht die Exelenz, jao, sre wrr dre Exelenz. Da fahr ich, ich Hütt e wichtig Angclegeheit merrer je bespreaache; dann so e Püannerdoar ies ka Klanigkat. Do saht die Exelenz: Ich erwarte die Herren heute mittag um 2 Uhr gum Diner! Do ging eich dann vom Trittbräat erouner, ien die Schees met de vier meiste Schimmel fuhr weirer. De Hannes, doas Schoos, wuost nadirlich näit, woas doas Ivar, der hat ka Riwcl Bilding. Do fragt e: dou, samer emohl, Maas ies doas: e Diner. Do fahr eich: Doas ies Maas Guts zum Eässe.

Om Mittag im Mich genge mer cnS Ballä. Do mar reue so e Maste Hausgang, do loage lauter niet Bloume belegte Deppch. Mei Brourer Hannes hat nadierlich nix anersch se bau, als met seine genählte Schau bo droff erirnm se träte. Do fahr eich: Douste dann glei bei Schau aus, bau baust jo alles ruiniere.

Do war do a so e schie Trepp, bo läge aach lauter Deppch mit Bloume, ien des mer se näit met uns Fois bräckig mochte, retschte mer of em Leib dem Treppegelenner enoffer. Wann ich droh denke, baut mer heut noch mci Leib devo wieh.

Owwe kam mer bann ien so en g rüste Saal. Do stamr Mette en ronde Disch drien. Do säst die Exelenz droh. Do faßte mer sich ach bebet. Su e giljodinierde Diener bracht dann die Sopp eret. Do saht eich: Ach bei Sopp do, doas is ebbc§- for mich: bäi est aich gern. Do nahm ich mer die Sopp.

Eit annerer brocht dann des Gernois. Do saht be Hannes: Doas niemm aich mer, doas äst aich gern.

So ast aich bäi Sopp, mein Brourer Hannes des Gernois ien die Exelenz kroch davon gornaut. Do stann se dann off Xtn saht: Bitte, meine Herren, bedienen sie sich der Servieren.

Da stann aich ower uff und saht: Mir sein so ka San, fahr »ich, mit vertribbele uns näit. Mit brüuche ka Salvetercher.

Wäi mer dann geasse hoaa, genge mir ins Thiader. Do humer us 2 Billiedder genant nie un be kohme mer bann ganz hoch enoff. Un onne fast aonet, bet spielt die Gei, denäawich säst Nock) aonet, der spielt ach Gei: do half immer ahnet dem annetn.

Dem Hannes ies bahl zou warm morn, ien bo züchte sein Rock aus. Do kohm aach wirtet so en giljodinierde Diener, der saht, doas bärft näit sei. De Hannes wollt sein Rock näit ohdu, un do wollt en bet en aus schmeiße. De Hannes wickelt schuhn sei Aermil ernff, bo saht aich: Hannes, be gescheit»st gebt noch. Do kohm dann bet aau maich. Do sahteich owet: E Dunner- toäarrer, wer äis hei be Borjemoastet, aich ortet dou?

Indem geng der Vorhang ien bät Höh. Do kam daun so e die? Orschel uff die Bühn, bäi bäat fienge. Dann kohm noch ia, bäi sang aach. Do half a de anner. Do saht die: Der Karl Must doch die Marie heiraten!

Do fahr eich: Hannes, düs sei Familieangelegenhette, bäi Öt us naut oh. Mer moachte us ab, do kohm grab e Musikbande ütoer die Biehn. Do saht eich: Hannes, dou, wammet us eile, sehe mersche dtowwe off be Seit noch emohl. Me hu us aach geeilt, owwer geseh hnmersche naut mih.

Do fei mer wirret on Banob gange ien hu ns ien Zug ge­faßt ien sei wirret no Gäiste ien vo bo no Majes.

Unnerwegs sahteich uff ahmohl: dou Hannes, eich glawe, Met hu was vergesse! No doas wir? saht be Hannes. Ei sahteich: mer hu vergesse se frege, wer des Püannerdoar be- -ahle feilt. Do saht de Hannes: Es schoad naut!

Wäi mer bann wirrer nooch Majes kohme, do stann die halb Gemah om Banob. Da fragte se bann:

Wer soll des Püannerdoar bezahle?

Do saht eich: Die Gemah, saht eicht K. N.

Die Einführung der Hundesteuer in Hessen unter Landgraf Ludwig.

' Es ist heute schon für manche Familie keine Kleinigkeit, sich feinen Hund zu halten. Der Staat verlangt dafür alljährlich seine Steuer und manche Gemeinde macht es ihm nach. Es ist Noch nicht sehr lange her, daß man für Hunde zahlen Must.

Es begann gegen Ende des 18. Jahrhunderts unter Landgraf Ludwig. Es findet sich hier und da noch der Erlast dieses Fürsten ni Bibliotheken und Gemeindebüchereien, der davon Zeugnis gibt (datiert 17. September 1770).

Der Landgraf geht in diesem gedruckten Erlasse davon ttitä, daß die Hunde in bett Städten und Dörfern überhand genommen hätten. Der Nutzen dieses Tieres bestehe aber größtenteils bloß darin, daß er die Zeit vertreibe. Dagegen verursache er ekel­hafte Unreinigkeit auf der Gasse und mache beständig höchst be­schwerliche Unruhe. Dazu komme, daß man stets Furcht vor bissigen Hunden haben müsse, und die horrende Gefahr, die von wütenden Hunden drohe. Endlich aber nehme die Menge der Hunde vielen hunderten, ja wohl 1000 armen Leuten das Brot weg. Aus landesväterlicher Fürsorge für das Wohl und Beste" seiner Lande und Untertanen verordne er daher, hast von nun an und künftighin Niemand mehr in seinem Lande, er scy auch wer und von welchem Stande er wolle, Hunde halten dürfe. Nur die Jäger, Schäfer, Metzger, Fuhrleute und die auf abgelegenen einzelnen Höfen Wohnenden seien davon ausgenommen, und auch diesen sei nur eine bestimmte mäßige Zahl erlaubt. Alle übrigen Hunde seien zu erschießen ober zu vertilgen. Es dürsten bei 50 Thal er Strafe auch keine andere wieder angeschafft werden. Diese Verordnung, deren Notwendigkeit besonders der dermalige äußerste Mangel und Teuerung der Brotfrüäste und dadurch zu beftirchtende Hungersnot zeige, wird allen Räten eingeschärft.

Aber so furchtbar das Dekret auch den Hundebesitzern in den Ohren geklungen haben mag, und so viele Hunde auch um seinet­willen ihr Leben dahingeben mussten, es hatte, wie so manches andere, noch eine Hintertür. Zwar eine nur für wohlhabende Leute. Der Landgraf bestimmte nämlich im Schlußabsatze, wenn wirklich sich jemand fände, der feine Leidenschaft für dieses unnütze Tier nicht zu bändigen wisse, dann solle ihm nach vorheriger, jedesmal besonders anszuwirkendcn Erlaubnis gestattet werden, gegen Erstattung von jährlich 5 ft. einen Hund zu halten.

So wird dieses Dekret zu einem Almen bet Hundesteuererlasse. Ob es der älteste bekannte ist, ob Landgraf Ludwig also den Ge­danken zuerst gehabt, ober ihn von andern Ländern übernommen hat, weist ich nicht. Aber für Hessen bedeutet er wohl den Aus­gangspunkt. O. Schulte, Gr.-L.

Büchertisch.

Klei, nwohnungshüuser. Praktische Anleitung und Musterbeispiele für den Ban billiger Ein- und Mehrfamilienhäuser für Arbeiter, Kleinhandwerker, Beamte usw. durch Private, Bnn- vercine und Genossenschaften. Mit einer Anweisung zur Grün­dung gemeinnütziger Bauvereine in Stadt und Land, bearbeitet von Landeswohnungsinspeklor Gretzschel. 96 Seiten mit mehr als 1.00 Ansichten und Grundrissen von Ein- und Mehrfamilien­häusern. Westdeutsche Verlagsgesellschaft in Wiesbaden 35.

Jmmermanns Werke. Herausgegeben, mit Bio­graphie, Einleitungen und Annierkiuigen versehen von Werner Deetjen. Goldene Klassiker-Bibliothek. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin. Als Verfasser des wundervollen west­fälischen BauernromansDer Oberhof" wird Karl Jmmermanu von allen Schichten des Volkes als einer der besten Erzähler des neunzehnten Jahrhunderts geschätzt. Sehr mit Unrecht aber be­schränkt sich die Volkstümlichkeit dieses Dichters auf das eine Werk, das zudem nur ein Auszug aus dem satirischen Zeitroman Münchhausen" ist. Wir begrüßen es daher mit Freude, daß das deutsche Verlagshaus Bong u. Co. in seine vortreffliche Goldene Klassiker-Bibliothek neben die schon vorhandene Einzelausgabe des Münchhausen" nun auch eine dreibändige Auswahl aus den Werken Jmmermanns aufgenommen hat. In diesen Bänden ist die ganze Vielseitigkeit Jmmermanns ausgebreitet. Außer demMünch­hausen" finden wir den für jene Zeit so bezeichnenden Roman Die Epigonen"; der Dramatiker ist vertreten mit seinem Tiroler DramaAndreas Hofer", der Epiker mit den VersdichtungenTuli- £tckien" undMerlin" und mit dem bisher ganz unbekannteni igment einer DichtungSchwanenritter". Autographische Nisten geben außerdem ein Bist) von der überaus segensreichen Tätigkeit, die Jmmermann als Intendant des Düsseldorfer Stadt- theaters zur Hebung der deutschen Schauspielkunst entwickelt hat. Das arbeitsreiche Leben dieses herben, eigenwilligen Charakters erzählt der Herausgeber auf Grund eines reichen neu erschlossenen Materials. Auch die Einleitungen und die sehr sorgfältigen An­merkungen tragen vieles bisher Unbekannte zum Verständnis von Jmmermanns Werken bei.

.. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Charade in voriger Nummer r Hebeschmaus.

Magisches Tuadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrats find die Buchstaben BE.EHIIKLLOOOOT Z Z derart einzutragen, daß die wagerechten u. senkrecht.Reihen gleichlautend folgendes bedeuten'.

1. Ist im Walde zu finden,

2. Ein Musikinstrument.

3. Nordische Gottheit.

4. Kostbares Gut.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. ßatxa*. (Bietern