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Bilderrätsel.
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in voriger Nummer:
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Auflösung des Gitterrätsels T A
sehr pikanten Brünette, gespielt wurde; die kecken Blicke und da» forsche Auftreten der Dame schienen den Gerichtsvollzieher tm höchsten Grade ju tuteressieren. Ich lieh die Szene einmal, zwet- mal, dreimal wieder iolen und . . . fragte hm und wieder Herrn Ehalouette um seine Meinung; er gab uns allerlei Fingerzeige, spielte sogar zum Teil mit, umarmte Frl. Denise, wie es die Noll« verlangte und ging schließlich mit ihr „durch dre Älitteltur <$ • An diesem Tage probten wir nicht werter I Am nächsten Tage aber kam Herr Ehalouette wieder und so von jettf ab jeben xag. Eines Morgens frühstückte ich mit ihm. Er gestand nur errötend, dah er auch einmal ein Stück geschrieben habe, und las eS mrr beim Nachtisch vor; eS war ein ganz miserabler Einakter, den ich aber stürmisch bewunderte und dessen Manuskript ich ihm, vor Aufregung zitternd, aus den Händen riß. . ,
Mein Stück wurde mit Erfolg gespielt. Lande! bezahlte feine Schulden und verkaufte sein Theater: er fabriziert heute ®ummt- reiien für Automobile. Denise, die noch immer hübsch ist, -st die Hauptstütze eines unserer staatlichen Theater. Herr Ehalouette aber, der vollständig ruiniert ist, verdient setzt 3,50 Franken als Adressen« schreiber." ---------—
humoristisches.
* Sümot des Auslandes. Stimme am Telephznl „Hattoh, bist du da, Liebling? - Mist Eoguette: „Ja, wer spricht da?"--„Erzählen Sie Ihrer Frau alles, was Ste
tun, während sie fort ist?" - Nein, das besorgen schon die Na^. darinnen " — — „Warum ist Ihr Mann so ärgerlich r —> „Er ist sechs Wochen ohne Arbeit gewesen." — „Ich meinen, das würde ihm gut gepaßt haben." — „Das stimmt, aber eben hat er Arbeit bekommen."--„Doktor, Dennis, btt
Diener des alten Gutsbesitzers, „meinen Sie nicht auch, daß der Herr mächtig dünn wird?" — „Tas hat nMs M bed^tei^ Dennis," erwiderte der Doktor, „er war zu dick. Er wrrd sich Wähler fühlen, wenn er dünner ist." — „Gern wöslich, sagt, Dennis ganz enttäuscht, „aber ich werde bann nicht mehr im^ stände sein, seine alten Anzüge zu tragen.
Beobachtung eine einzige Uevertreibüng von Z^bemerkt zü lmben. . s Hub mit welchen Sprachwerkzengen hat die Natur ihn versehen i
Ackermann war in der Tat eine kräfttge,,?ou^o?2tlick^glt und auch körperlich, war tx
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Landwirtschaft aus und tat sich auf seine Kenntnis se in der Nrznet- | ^nst nickt wenig zu Gute. Alles in allem war er em frischer, aeiiiiider derber Mann, der beim Spiel alles aus sieh selbst Heraus, | «fine Borbild sckmf. Gegen seine äußere Leitung des Theaters I wendeten die Kritiker und später auch die Mttglieder seiner gruppe I mancherlei ein. Zuweilen brachte er geschmacklose Zusammen- I stellungen, etwa nach Lessings Minna von Barnhelm etn Ballett, I außerdem aber liebte er den äußeren Prunk.
Er baute sich in Hamburg nicht nur ein eigenes Theattt, | sondern hielt auch darauf, daß bei Ballett airffuhrungen dre Aus- I ftartuna durchaus echt war. Unter Koch und Schönemann war die I
die Wett des Lins gewesen; Ackermann aber führte überall schönere Stoffe ein, echte Tressen uud Sttckereien Hier- I
durch geriet er nicht nur tu Widerspruch mit seinen Btnftlern, 1 s,rudern es gingen auch häufige Geldverlegenheiten daraus hervor, I a?s kr^siF schließlich mit einigen seiner Wnstler entzweite, war es mit der Herrlichkeit der Ackermannschen Truppe auf längere I Seit vorbei. Im Hamburg trat die Hensel in Verbindung nut | bem Kaufmanne Sevler an die Stelle der Ackernmnnschen Truppe, ! und deren Reste führten toieber ein unstetes Wanderleben.
Ackermanns Ende war ziemlich traurig. Seine Theater-Angelegenheiten, besonders die Geldfragen, wurden immer verwickelte^ I er zog sich schließlich von seiner Wanderbühne zurück, überließ I beren Leitung seiner Frau und feinem Stiefsohne und ging zu | Verwandten nach Mecklenburg. Nach einiger Zeit kehrte er wieder | w feiner Truppe zurück, aber kurz darauf fand er einen unruhm- | feen lob Er erlag einer Verletzung am Fuße, die er selbst behandeln $u Tonnen glaubte, am 13. November 1771.
Alexander Vision, die Generalprobe und der Gerichtsvollzieher.
Der eben verstorbene französische Lustsvieldichter Alexander I B i s f o n, dessen „Seliger Toupmel" und „Schlafwagenkontrolleur I Unzählige in stürmische Heiterkeit versetzt hoben, war em Mann, der auch im Leben Humor hatte. Die Erzählungen aus feinem Lebensgange, die er gelegentlich in französischen Blättern verohent- I licht bat, geben davon manchen Beweis, aber keines feiner Erlebnisse ist so originell und humorvoll, wie die Generalprobe mit dein Gerichtsvollzieher, die er einmal unter höchst merkwürdigen Umständen abzuhalten hatte. „r. „ ... .
Es war in recht weit »ergangenen Tagen, Bisson batte ein Stück geschrieben, das er für luftig hielt, und wollte es gern bet dem Theater anbringen, das sein Freund Laridel leitete. Aber acbl dem Theater des Herrn Laridel ging es svottichlecht und mr den armen Direktor hatte kein Mensch mehr Interesse, als der Ge° ! richtsvollzieher Ehalouette, der ibn einem Argus gleich auf Schritt und Tritt verfolgte. Umsonst stellte ihm Bisson vor, daß m einem Manuskripte wahre Schätze verborgen lagen; man brauchte nur fein Stück einzuüben und aufzuführen und alles wurde gerettet ein - Laridel hatte den Mut verloren. Er wollte ganz einfach anskneifen, zu seinem Onkel in die 9lormanbie re'ien, dort m Ruhe angeln und fein Theater Theater sein lassen. A!it Muhe erreichte Bisson von ihm so viel, daß er ihm völlige ^rechest gab, nut fernem Stücke und seinem Theater zu machen, was er wolle, unter seiner alleinigen Verantwortlichkeit und unter völligem Ausschlüsse des mutlosen La^^e<)en $ro5[| Künstlern, die er brauchte, zu proben an, unverdroßen, ohne eine Minute Zeit zu verlieren Gr fand die drängenden Gläubiger mit den mageren Tageseinnahmen, so gut es eben gehen wollte, ab und probte, probte, probte, was das Beug hielt. Aber Ehalouette I Wann wird dieser Unglncks- vogel sich zeigen? Richtig: eines schönen Tages schrie,te er mitten in "feine Probe hinein - und jetzt geben wir wohl am besten Bisson selbst das Wort: „Es war ein kleiner, pausbackiger, rosig angehauchter, fetter, lebhafter und fideler Herr. Der Regisseur geleitete ihn auf die Böhne. „Ich bin Ehalouette^ Gerichisvollz,eher." „Ich habe Sie bereits erwartet", sagte ich. „öo ?“ .Herr Laridel sagte mir, daß Sie kommen würden." „Er ist verreist, wie ich höre?" „Nur für einige Tage; wenn er zurückkommt, bringt er Geld mit." „Ich muß ihn exmittieren." „Setzen sie sich, bittet Sie haben wahrscheinlich noch niemals einer Probe beigewohnt i „Allerdings nicht? .Sie dürsten sich dabei sehr gut unterhalten... Tann können wir ja plaudern." „Aber ich habe nicht viel Zeit. „Wenn Sie genug haben, heben wir einfach die Sitzung auf. „Sehr liebenswürdig l” Der Regisseur brachte einen Stuhl und Herr Ehalouette nahm neben mir Platz. Im zweiten Akt des Stückes gab es eine etwas sehr freie Szene, die von Frl. Denise, einer
Habt Mitleid :
Ihr freut euch an des Ofens Wärme, Wenn'S draußen stürmt, gefriert und schneit, Gedenkt drum auch der armen Tiere. In dieser harten, kalten Zeit. Gönnt eurem Pferd die warme Decke, Wenn's warten muß tn Wind und Schnee, Wie manchem arbeitsmüden Pferde Tut oft die Kalte bitterweh.
Und stellt nicht an die Wetterseite Des treuen HnndeS hölzern Haus, Bereitet »hm ein warmes Lager, Füllt gut mit Stroh die Hütte auS. Laßt nicht das Kätzchen draußen frieren, Wenns Einlaß in das Hans begehrt, Bedenket, daß ihr selbst euch ehret. Wenn ihr Schutzlosen Schutz gewahrt. Und wenn die Vöglein zu euch fliegen, So macht das Futter gern bereit, O seid barmherzig mit den Tieren, Schützt sie vor Hunger, Frost und Leid.
E. Wüterich-Muralt. (Zürcher Bl. für Tierschutz).
Nedaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität»-Buch- und Stemdruckerei. R. Lava,. Gtetze»


