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Mich ii i e. Ich bleibe immer ruhig, während du bei der geringsten Veranlassung „immer gleich" so heftig wirst. Ich errege mich nie, am allerwenigsten über das, was die Dienstboten tun, und wenn du mir drei neue Teller schenken willst, oder noch besser gleich neun, damit ich dann nicht nur ein halbes!, sondern ein ganzes Dutzend habe, brauche ich mich ja auch weiter nicht zu ärgern, aber daß ich mich im ersten Augenblick rasend geärgert habe, darf dich nicht weiter verwundern."
Der Mann, der sich bei einer Frau überhaupt noch verwundert, verdient gar nicht, daß es Frauen auf der Welt gibt. Und so verwunderte ich mich denn auch nicht weiter über die unlogische Logik meiner Frau, sondern warf nur verstohlen einen Blick auf die vor mir stehende Schreibtischuhr. Ich hatte zu arbeiten, und die Zeit drängte. Aber so leise und verstohlen auch mein Blick gewesen war, meine Frau hatte ihn doch bemerkt und sagte jetzt: „Du brauchst doch nicht so ostentativ auf die Uhr zu sehen, ich gehe so wie so gleich wieder, denn ich will dich absolut nicht stören, aber wenn ich so erregt bin, dann muß ich mich dir gegenüber aussprechen, ich habe doch sonst niemanden auf der Welt."
In stiller Ergebung faltete ich meine Hände vor dem Leib und sagte so liebevoll wie mir möglich: „Tn hast recht, mache deinem kleinen Herzen nur Luft und sprich dich aus."
Und meine Frau sprach sich aus, und während sie sprach, rauchte ich eine Zigarre nach der andern. Bei der dritten Zigarre war mein Bedarf an morgentlichem Tabak gestillt, aber meine Frau sprach immer noch. Immer noch.
Und die Uhr, die V210 gewesen war, als meine Frau in das Zimmer trat, zeigte jetzt Val2.
Und öde und leer wie die Wüste Sahara lag vor mir das Manuskriptpapier, das vollgeschrieben werden sollte: die Redaktion und die Druckerei warteten.
Und meine Frau sprach sich immer noch aus.
Ta fing ich plötzlich langsam, aber sicher an, nervös zu werden, ich merkte^ wie die Nerven im Kopfe zuckten und schmerzten, wie in dem Schädel ein Kribbeln und Krabbeln begann, als wenn dort Ameisen herumliefen. Tie Fingerspitzen zitterten und die Füße klopften unruhig auf den Teppich.
Aber ich wollte nicht nervös werden, mit eiserner Energie zwang ich mich zur Ruhe, zwei Stunden hatte ich mich in der Gewalt gehabt, warum sollte ich mich da nicht noch zwei Stunden beherrschen können?
Und während meine Fran noch immer weiter sprach, spielte ich den „Beherrscher". Sich selbst besiegern ist der schwerste Sieg. Napoleon und Friedrich der Große kamen mir plötzlich wie Waisenknaben vor. Tie hatten nur andere besiegt, ich aber
Bis ich dann doch einsah, daß ich die Schlacht mit mir verlieren würde. Aber daran war ich nicht schuld, sondern nur die Uhr, die plötzlich zwölf schlug. Was half es, daß ich sie in der ingrimmigen Wut, die über mich kam, mit aller Gewalt gegen die Wand warf — sie hatte doch schon zwölf geschlagen.
Und dann sprach. i ch mich aus. Alles, was sich in den letzten 2V? Stunden in mir gesammelt hatte, mußte herunter von der Seele, wenn ich nicht ersticken wollte.
2V» Stunden sind eine lange Zeit, da kann sich viel Explosionsstoff bilden, und die Spannung wird um so größer, je länger inan den Augenblick der Entscheidung hinausschiebt.
2V2 Stunden hatte ich mich beherrscht, das sind 150 Minuten ober 9000 Sekunden. Aber als ich dann endlich mit einem lauten Knall explodierte, da sah meine Frau mich mit ihren großen blauen Kinderaugeu, in denen Tränen schimmerten, auf den Tod erschrocken an und mit einer Stimme, der man es deutlich anhörte, daß sie mich wirklich nicht verstand, rief sie mir zu: „Ich begreife dich nicht, wie kannst du nur „immer gleich so" heftig sein?"----
Vermischter.
* Wieso wird man satt? Man wird geneigt sein, kiese Frage dahin zu beantworten, daß das Gefühl der Sättigung van der Ansüllung des Magens mit Speisen herrührt. Doch man kann dasselbe Gefühl — wenn auch vorübergehend — Hervorrufen, wenn man dem Magen Tinge, die keine Nührkraft haben, ttnm die berühmte Suppe mit Kieselsteinen, schlucken läßt Es muß also ein rein physikalischer Zusammenhang zwischen Mageninhalt -und Magenschlauch- bestehen, der das Sättiguugsgefühl auslöst. Versuche, die über diese Frage van Prof. Neißer und Dr Brauning-Stettin vorgeuommen und in der Münchener Medizinischen Wochenschrift veröffentlicht wurden, ergaben schr interessante Ergebnisse. Es zeigte sich ein Unterschied in den Stoff- inengeu, die. zum Eintritt des Sättigungsgestihls nötig waren, I« nach der Konsistenz der Nahrung. Wurde Kartoffelbrei gereicht, so trat Sättigung ein, wenn 250 ccm verzehrt waren, oet Zuführung von Wasser aber wurden 800 ccm erfordert We Mr)arf)c davon ist, wie man aus Röntgenaufnahmen weiß, daß das Waner schneller den tiefsten Punkt des Magens erreicht. Teni Kartoffelbrei stellt sich der Druck des Magens entgegen, der die Nahrung nur langsam — etwa in drei Minuten — nach
unten vOrdrinyen läßt. Je stärker diese Magenzusammenziehung/ die sog. „Peristole", ist, Mitt so schneller tritt das Sättigung^-! gesühl ein. Tiefe Peristole wird ausgelöst durch den Schluckakt. Daraus folgt, daß, wenn man bei-der Ernährung den Schluckakt umgeht, die Peristole gar nicht und das Sättigungs- gefühl erst später eintritt. Diese Vermutung Prof. Reißers bestätigte sich. Teim die Personen, die mit der Schlundsonde ihre Nahrung erhielteii, gaben erst viel später an, satt zu fein. Von diesen physiologischen Vorgängen zu krankhaften Erscheinungen ist nur ein Schritt. Erhöht sich durch irgettd einen Umstand der Druck, dem der Magen ausgesetzt ist, so wird sich vorzeitig das. Sättigungsgefühl einstelleu, viel früher, als die für die Erhaltung des Körpers notwendige Nahrungsmenge in ihn gelangt ist. Auch dies vermochten die Untersucher experimentell zu belegen. Sie erhöhten den Truck im Magen durch äußeres Schnüren, und das Sättigungsgefühl stellte sich sehr bald ein. So magern zahlreiche Personen besonders weiblichen Geschlechts stark ab, atu. geblich weil sie nicht genug Appetit zum Essen haben, während dock) das zu frühe Eintreten der Sättigung eine genügende Nahrungsaufnahme verhindert. Wurde das Tragen schnürender Kleidung, besonders des Korsetts, verboten, so trat häufig eine Besserung ein. Erhöhte eine innere Ursache bett Druck im Innern' des Magens, so konnte man eine Besserung erzielen, indem mast die Kranken die Nahrung im Liegen nehmen ließ.
* Am Monatsende. Buchhalter (der nur ein paap Würstchen gegessen hat): „Wenn ich einmal satt bin, kann ich nichts mehr essen, und wenn's das beste wäre." — Kollege: „Auch nicht auf Kredit?"
* Verplappert. Hausfrau (einen Grenadier in der Küche treffend): „Sind Sie die einzige Schwester von dem Gefreiten?^ — Dienstmädchen: „Hoffentlich!"
Stecklinge zn Neujahr.
Und immer sind's die gleichen Fragen:
Wie weiter nun: nach rechts? nach linkst
Und immer doch bleibt nichts zu sagen, als eben: geh, versuch's und zwing's 1* *
Die Alten erstegeu's, die Jungen vertiegen's.
*
Ein jeder ist auf seine Art verrückt, der eine mehr, der andre weniger geschickt, * - ।
Früher hat man drüber gelacht, und dann hat ntan’S auch gemacht.
Sturmwetter, Regen, Sonnenschein. wie du willst, so ivird es fein.
*
Auch die allerschwersten Sachen lassen sich mit Lachen machen.
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Der Kleine streikt, Ter Große schweigt.
■ Cäsar Flaischlen.
rtönigspromenade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weis« miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Feld aus auf ein benachbartes übergeht.
sähe
nicht
scheiden
jahres
wer
beim
ernften
des
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lich
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brachte zurück
leiden ein
kehrte
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ja es
blick
und
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so
so
manche
Augen
manchen
fro
freuten
(Auflösung in der nächsten Nummer,)
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Ernst ist das Leben.
Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitats-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, ®te$e»


