Ausgabe 
30.3.1911
 
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tinb hilfefleh^nd ton sich und fällt aus lauter Kraftlosigkert stuf beit bcQiieinften Wegen.Fallen ist Kraftvergeudung, man mutz Mieder aufstehen." Eine Stunde lang müssen wir noch unsere Schier tragen und zu Fuß nach Münster wandern. Dort gibt es noch ein fröhliches Abschiedsessen mit lustigen Reden; reder wird ditrchgehechelt mit seinen Leistungen vom heutigen Tage Uird nun 'haben wir noch ein« Stunde gemeiniamer Cusenbahmahrt vor Uns. Um den Schisport undwie schön er ist", dreht sich die Unterhaltung. . _ ' . .

Mit einem tiefen Seufzer sagt auf einmal im)er bester Schv- läufer:J'ch denke es finit schrecklich, wenn ich eine Frau kriegte, die tricht Schiläufen möchte oder könnte."

Warten Sie einmal ab, vielleicht lernen Sie Ihre Zukünftige beim Schiläufen kennen."

Ach, Sie meinen wohl wie Herr M. ? Der kommt eines Abestds spät von einer Tour zurück und fährt nicht weit vom Hotel über etwas weiches. Als er näher zusieht, ist es ein weib­liches Wesen, das nicht mehr weiter kann. Sie hat mit ihrem Bruder eine Tour gemacht; sie haben sich verirrt und sind vor Erschöpfung hingesunken. Er trügt das Mägdelein auf seinen starken Armen ins Hotel, und siehe da! er hat sein Glück im Schnee gefunden."

Na, setzen sie wohl, so macht maus."

Ob wohl einer unter Uns ist, der dem' Schisport wieder untren werden könnte? Nein, nie! so lange wir uns rühren und Geld daKr erübrigen können. Und dann erzählen sie von einem alten Herrn: er ist nun 84 Jahre alt als Siebziger hat er erst das Schiläufen gelernt, und sein Werb war nicht viel jünger.

Ja, der Schisport hat doch manchs Umwälzung mit sich gebracht."

Bei Uns in Straßburg gibt ss Samstagabend keine Gesell­schaften mehr. Wer kann, geht auf die Schneeberge."

Und in Freiburg haben die meisten Verbindungen Sonn­abends reine kommentmäßige Kneipe. Alles geht auf den Feld- tzerg oder sonstwo in den Schwarzwald."

Die Glücklichen! die den Schneebergen so nahe wohnen.

Die Scheidestunde schlägt, und wir werden wie vom Wind auSvinandergeweht, der eine hierhin, der andere dorthin. Wir drei bleiben allein übrig und sehen einander an. Das Ehepaar! sitzt mir gegenüber.

Nun?" frage ich.

Ich wußte nicht mehr, daß das Jungsein so schön ist," sagt der eine träumerisch und der andere: »Wer das Wieder!- jUNgwerden ist doch noch viel schöner." ----

Vmmidtfes.

* Wie bie Tiere Werkzeuge gebrauchen. Auf die Frage nach dem Gebrauch von Werkzeugen im Tierreich gibt Dr. R. W. Hoffmann in einem Aufsatz der Umschau eine ausführ­liche Antwort. Schon die niedersten Lebewesen verwenden Fremd­körper zum Bau ihrer Gehäuse, aber sie gebrauchen diese Bau­materialien nicht einzig als Werkzeuge, sondern ihre Instrumente find Teil« des Körpers, besonders die Muindorgane. Die erste Ändeutnug eines Gebrauchs fremder Gegenstände im Sinne eines Werkzeuges findet der Gelehrte bei einigen.höheren Krebsarten., Manche Krabbenfamilien verwenden Fremdwrper, wie lebende Algen, Schwämme nsw um sich damit zu bedecken und ihren, Versolgerik zu verbergen. Ganz offenkundig tun dies die Noto- poden, Krabben, bei welchen die zwei letzten Brustbeinpaare auf den Rücken hinaufgerückt sind. Mit diesen Beinpaaren werden Schwämme und andere Gegenstände auf dem Rücken festgehalten, ton einen Schild zur Abwehr gegen Feinde zu liefern, den dann di« Krabben ost dem Angreifer überlassen, um sich selbst zu retten. Die Krabbe Melia tesselata bedient sich gewisser Seerosen als Waffe und Bentefang-apparat. Sie löst die Blumen kunstgerecht! Von Mer Unterlage los, faßt sie mit den Scheren ihres ersten Gehfußpaareis und trägt die Seerose so, daß die Krone nach oben sieht. Wird die Krabbe vorne irgendwo berührt, so geht sie sofort zur Verteidigungsstellung über, indem sie die Beine mit der Seerose vorstreckt. Wird die Krabbe von der Seite berührt, so richtet sie ihr« Waffe dorthin. Hat eine der Seerosen einen Nahrungskörper ergriffen und verschlingt ihn nicht schnell genug, so führt die Krabbe bte Seerose zu ihrem Mund und entreißt ihr beit Bissen. Während die Weberameisen ihre eigenen Larven als Spinnrocken und Webeschiffchen benutzen, näht eine andere Ameisen­art ihre Nester mit Hilfe der Larven zusammen. Diese Ameisen besitzen längliche, aus lebenden Blättern bestehende Nester, an denen je zwei Blätter untereinander befestigt werden, und zwar geschieht das auf folgende Weise. Die beiden Blätter werden zunächst von einer Anzahl Ameisen dicht aneinander gebracht, dann kommen Arbeiterinnen, welche in ihren Freßzangen Larven tragen, deren Kopf sie in einem Zickzack von einem Blatt zum anderen führen. Dabei sondert sich ein Spinndrüsensaden ab, der MM Zusammenheften der Blätter dient. Mehrere Ameisen röeiteit ganz nahe beieinander und lassen die Fäden über Kreuz geholt, so daß ein ziemlich festes Gewebe entsteht. Bei den Raub- wesPM haben George und Elizabeth Peckham beobachtet, daß sie vi« von ihnen selbst gegrabenen Bruthöhlen nicht immer mit einem

Stein' verschließen, sondern sie beobachteten ein Tier, das ein! Partie seiner Staubkörner zu dem Loche der Höhle schaffte, dann einen Kieselstein in seine Freßwerkzeuge nahm und damit den Boden glatt stampfte, indem es in rapiden Bewegungen den Stein als Stößer benutzte. Die Raubwespe pflasterte also gleichsam die Erde an der Stelle fest. Läßt sich so schon der Gebrauch von Werkzeugen bei den niederen Tieren feststellen, so findet er sich noch häufiger in der höheren Tierwelt. Ein junger, gerade eingefangener Elefant z. B. brach von einer Bambusumzäununa einen Stab nach dem andern mit dem Fuß ab, führte sie mir dem Rüssel prüfend zum Maule und umfaßte schließlich einem ihm brauchbar erscheinenden Stab mit dem Rüssel, worauf er sich mit der Spitze intensiv in der Achselhöhle kratzte. Der Beobachter sah bei dieser Prozedur einen 15 Zentimeter laugen Blutegel zu Boden fallen. Ganz erstaunlich ist besonders die Geschicklichkeit,- mit der Affen, auch ohne daß ihr Nachahmungstalent ausgebildet ist, auf Grund eigener Erfahrungen Werkzeuge gebrauchen. Ein Klaimneraffe versuchte, um zu einem Ei zu gelangen, das auf denk Gesims eiires Kamins lag, einen Stuhl mit den Zähnen herbei­zuziehen; als aber seine Zähne an der Politur abglitten, schleppte er «inen Lappen herbei, wickelte ihn um das Stuhlbein und zerrte den Stuhl zum Kamin. Ein Wickelschwanzaffe, dem sich Nuß- teilchen in die Zähne setzten und der infolgedessen Schmerzen hatte, verwendete einen zugeschärften Drahtstift sofort als Zahnstocher, Aber nicht nur in der Gefangenschaft, sondern auch! in der freien Natur benutzen Äffen gewisse Wertzeuge, rollen auf ihre Angreifer Steine herunter, brechen Zweige ab, um sie niederzuschleudern- und verwendm .Granitsteine, um mit ihnen ihre Fruchtkerne auf- zuklopfen.

* Individuelle A n s ch auUn g. Richter:Zuerst be­haupten Sie, es sei ein herrlicher Tag gewesen und imchher geben Sie W, daß es iM Strömen geregnet hat, wie reimt sich das! zusammen?" Zeugin:Ein herrlicher Tag war es insofern,- als mir zwei Herren ihren Schirm aitgeboten haben!" * Unter Freundinnen. . . . Und erst mein Mann,

bet ist so Nervös, weM der bloß Holz sägen sieht, da schwW et schon!" _____________

Viichertisch.

Gartenbuch für Anfang er. Unterweisung int An­legen, Bepflanzen und Pflegen des Hausgartens, im Obstbau, Gemüsebau und in der Blumenzucht. Von Johannes Büttner. 9. Auslage (50.63. Tausend). Frankfurt a. O., Verlag von Trowitzsch & Sohn. Büttners iGartenbuch führt den Anfänger in anregender, klarer und fesselnder Form in die Geheimnisse des Gartenbaues. Wie mancher Gartenfreund bemüht sich eifrig, aber ohne den erhofften Erfolg und daher ohne die gewünschte Be­friedigung. Es fehlt ihm an den notwendigen Vorkenntnissen, an einem Berater, der ihn auf begangene Fehler hinweist. Auf alle gärtnerischen Fragen gibt Büttners Gartenbuch eine gründ­liche und zuverlässige Auskunft. Dabei veranschaulichen die vielen trefflichen Abbildungen den Text derart, daß sich jede weiter« Anleitung erübrigt.

Schachaufgabe.

F. Healy. Schwarz.

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Weiß.

Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt. Auflösung in nächster NnMmer.

Auflösiing des Arithmogriphs in voriger Nummer: Feuer, Reiterei, Irit, Trier, Ziffer, Riff, Euter, Uri, Treuen Eier, Rif;

Fritz Reuter.

»Kdaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühk'schen ÜniverfttStL-Buch- wb Steindruckerei, R. Lang«, Dieb«»