Ausgabe 
29.7.1911
 
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Bilderrätsel.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindnlckereh R. Lange, Gieße»

Auflösung in nächster Nummer,

Auflösung des Logoqriphs in voriger Nummer: Hosen, Rose n.

von einem großen Talent hörte. -

Es ist nicht leicht, mit Vernunftsgrnnden gegen schädliche Neuerscheinungen auszutreteu, die bestgemeinten Worte verhallen oft ungehört, der Erfolg ist nie sicher. Nur Ende bleibt aber immer noch eine große Hoffnung: der Regen und die Regenschirme uttb die Gummischuhe. Sie sind unerläßlich für die Freilichttheater, «her unbeliebt und unbequem. Vielleicht beenden sie beit Kampf gegen die viel zu vielen Naturtheater siegreich, int Dienste der Kunst. . . '

recht behälst. Lächelt dir der Sieg, sv koste ihn voll Ms.

2 Vergiß aber nie, daß du die Gattin eines Menschen mtb nicht! eines Gottes bist. Wundere dich darum nicht über feine Schwächen. 3 Bitte deinen Gatten nicht zu häufig um Geld. Suche mit dem auszukommeii, was er dir am Anfang jeder Woche gibt.

4 Wenn du bemerkst, daß dein Gatte ein wertes Herz hat, sv denke daran, daß er auch einen Magen hat. Sorge gut pur den Magen, dann wirst du alsbald auch sein Her» gewinnen.j 5. Von Zeit zu Zeit, aber nicht allzu ost, laß deinen Gattes einmal das letzte Wort behalten; das macht ihm Freude und schadet dir gar nicht. 6. Lies die Zeitung ganz und nicht bloß die Sensationsnachrichten. Dein Gatte wird sich gern mrt drr über die Tagesereignisse und auch über die Politik unterhalten,, 7. Auch während einer Schmollperiode kränke deinen Manu nicht! 8. Von Zeit zu Zeit mache ihm ent Kompliment, indent du ihm sagst, er sei doch der netteste und wohlerzogenste! (alter Ehemänner, und gleichzeitig laß durchblicken, daß auch du nicht immer ohne Fehler seist. 9. »tst dem Gatte klug und regsam, so sei ihm eine gute Kameradin; rst er schwerfällig, so sei ihm Freundin und Beraterin. 10. Vor allem aber bezeuge Achtung deiner Schwiegermutter. Bedenke, daß beut Gatte sie geliebt hat, ehe er dich liebte.

* Aus der Rolle gefalle ir. Infanterist Ivo Bokanjac hat seinen Kameraden mit eigener Lebensgefahr vom ErtrinrungS- tode gerettet und soll dekoriert werden. Das ganze Bataillon en parade, Ivo vor der Front. Der Oberst: . . . und aus diesem Anlasse hat Seine Majestät gernht, diesem braven. In­fanteristen Ivo Bokanjac Ivo (laut einfallend):Hier!

vermischtes.

kf. Carmen Syldas Zehn Gebote für junge F r a ii e it. Carmen Shlva, die Königin und Dichterin, hat in Zehn Geboten" die wichtigsten Forderungen zusammengestellt, die junge Gattinnen zu erfüllen haben, damit ihre Ehe glücklich werde; wir teilen sie itach einem italienischen Blatte mit: 1. Fange niemals einen Streit an, aber wenn einmal eine911(8* einandersetzung uUvermeidlich ist, dann gib nicht nach, bis du

6eÖU®a6 den Vorstellungen notgedrungen ein stark diletantischer

Qit(T (tnficiftctt tft bei beir 9entwert ber 53ciQH-ftQit 11 hqtit I m**vw.y i** ohne jeden Zweifel; der echte grüne Rasen und die plastischen Der Oberst:Halts Maul, du Trottel!

Bäume und der sausende Wind (tntb Regen) können uns über

diese Tatsachen nicht wegtäuschen. So tragen bte Naturtheater; | Niichertiich

dringlich vor dem Zulauf zur Bühne warnte, wird da um seine I Verwertung der verschiedensten Obstsorten. Von £. v. Proepper. Wirkung gebracht werden und ungehört verhallen. Der Wagen I Dritte Auflage, neu bearbeitet von II. Breithaupt. oranksttit a. . des fahrenden Volks geht wieder um im Land wenn er I Verlag von Troivitzsch L Sohn. Von beit vetschiedenslen jetzt auch größer und geräumiger geworben ist und länger an I richten, die jetzt zur Reifezeit des Obstes auf den rnsch kommen, einem Orte stehen bleibt und lockt unzählige Kunstjünger in I sind dieObstgerichte besonders wohlfchmeckend, gesund uni uahihasi, den werbenden Bann längst entschwundener Romantik. Jeder brave und zugleich wohlfeil. -Me überraschend ntanntg ache Verwend mg Bürgersmann, der in diesen Naturtheatern tnitwirkt, wird einen frischen Obstes m derKüche lehrt m w'gemem le VW"' lAuaenblick einen unbezwinglichen Drang zur Buhne verlvuren I unb iibersich'licher Jotin L. v. Pioeppeis ,,^,as Oojt m der u ich , Viele werden noch zur Zeit'vernünftig werden, aber manche werden I ein Gegenstück, beziv. eine Ergänzung zu Verfasseriits beliebten unb dem Reiz doch erliegen. Ist es nicht um jeden und um jede schade, | weitverbreiteten BucheDas Emmacheil der pnuhte.

die so durch einen törichten Zufall auf die Bühne geworfen werden es sind mehr als man denkt, ohne daß man noch je

Die Hoffnung aus Regen.

Die Deutsche Bühne", das Organ des deutschen Bühneu- Veretns, bespricht in ihrer neuesten Nummer bte ,,N atur- Theater die in letzter Zeit so zahlreich entstanden sind. Wir geben diese'Aeußerungen in ihren wesentlichsten Teilen hier wieder, da sie als Kundgebung des Bühnenvereins, in dem bekanntlich die Leiter aller nmnhaftcn deutschen Theater vereinigt sim, Be- achtnng beanspruchen können.

q,, dem Förster mit dem Dackel und dem Profelfor Mit der BotanisiertromMel, die als unveräußerlicher Besitz der deutlchen Witzblätter geistiges Eigentum der Nation geworden sind, -wird sich bald wohl ein neuer Thp gesellen: der Theatergrunder nut dem Opernglas, der durch Wald und Feld streift und e"t ge­eignetes Plätzchen, eine schöne Talmulde oder einen sanften Hohen- »ug, erspäht, allwo er ein Naturtheater schaffen konnte. Es ver­geht in der letzten! Zeit kaum ein Tag mehr, an dem die Zeitungen nicht getreulich von einer derartigen Neugründung berichteteit, durch ganz Deutschland hin vernimmt man die Kunde, mit Staunen, denn niemand kennt die zwingenden Notwendigkeiten, die bte -, Naturtheater" plötzlich aller Orten entstehen ließen.

KwÖMS I ' ®ine luftige «.tu 3«< «Ilgen««« sind «eile... bei fe«ent«ch^AusMrnngen angeweihter ©lütte, wie etwa die Kleist. I denen es sich «m «nsgesttllene Ideen handelt, Mo« we'n« ans und" Holberastüch unter aul Schlenthers Leitung im Lauch- der Mode gekommen. Dennoch ist m Berlin ui dlÄen Hundstagen städter Theater gewisse Festspiele, bei denen das patriotische Mo- I eine Wette ausgetragen worden, bte enter gewissen Oitgt .nlt.nt

«--*"* KÄjessssss

-ö mch. einmal nölig, sich alhusehr .. Uta,

den» die Naturtheaterseuche ist so rapid ^^etreten, daß, fie I Döberitzer Heerstraße begann das Suchen und innerhalb einer ebenso schnell wird wieder welchen 'Een. Schon nm deswillen I ^^ett Stunde halte der Herr mehr als 1204 Haarnadeln, mehrere weil die Idee den Todeskerm in sich tragt. tft unnötig, I c)aai.tC[.(e^en Kämme, eilten Damenschirm, einen Damenhandschnh, gerade das Theater zur Natur zuruckbringen zu wollen, von der I ^ompabottr, ein Strumpfband ittib andere Gegen-

es nie ausgegangen ist, aber auch praktische Erwägungen lasten I bei denen es fraglich tum-, ob sie Herren oder Damen ge- bie Undurchführbarkeit des Gedankens rn dm Erscheinung treten. I '[ött anfgelesen. Haarnadeln sanden sich in solchen Mengen vor, In jenen glücklichen südlichen Landern, denen durch lange bfl(. nut eiu £(einer Teil mitgenommen wurde unb bte Unpatlet- Wochen eine freundliche Sonne lacht, bte nicht unter cmer so | schließlich ans die Mitnahme verzichteten. Die fluchtige Unzuverlässigen Witterung zu leiden haben wie wir, waren die I ( ecga(, daß man innerhalb einer Stunde mehr als 3u00

Freilichttheater möglich unb am Platze. Bei uns rauscht tu die Haarnadeln ohne große Mühe sammeln kamt. Der Ertrag der weihevollste Stimmung der schönste Wollenbruch herein, und bte I gg tuurbe zu einem guten Zweck benutzt. Was sagen unsere wenigen Zuschauer, bie im glücklichen Besitze von Regen,chitinen nett dazu? Vielleicht machen sie jetzt mit einer Weile die

Und Gummischuhen dann noch ausharren, tun das weniger aus 1 ®e!1enprobe ?

Ergriffenheit und Kunftbegetfterung, benn aus Neugier (sie ge- I stehen es meist auch ehrlich ein), weil sie wiflen wollen, Wie bte Iphigenie oder der alte Fritz mit einem Regenschirm weiter- spielen werden, so lange, bis die Regentropfen nut der schminke verwischen und die nassen grünen Bänke des Parketts abznfarben

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