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r?ie Beforauna ihrer Seichen durch die LckndeKpost Lenk Postamt ä fSSWw« ölige 305 ft. »öthige Ausgaben abgezogen, so bleiben dem' Postbeamten rahrftch Mr^bsuchk 506 ft., welcher umso weniger geschmälert, tn der Folge aberwohl erhöht werden dürfte, weil der Beamte stch urcht m lt einein Nebea^ mnt beschäftigen rann. Eine bestimmte Besoldnug rst deswegen (bet der Station Gießen allein) vorzuziehen, weil ^de andere Art von Salarftung den Beamten bewegen könnten, gegen seme Pfftch-- tem bis Taxissche oder Easselsche Spedttwn mehr als bte Landespost zu begünstigen," _ ,L .
Gravelius wurde Postverwalter m Gresten .tnd erhrelt eine Besoldung von 450 ft. jährlich, foivte 130 ft. für Stellung erues „schicklichen Poftkoutptoirs, Heizung desselben irnbfur Schrech- materialisu", außerdem noch den Ertrag der Postscheme. Als Postsrribent wurde Friedrich Aleselb, der bisher schon nn Komp- toir beschäftigt war, mit 250 ft. jährlicher Geldbesolbmrg angestellt. Briefträger wurde Philipp Kasimir Lynker, der znglerch dre Stelle eines Wagenmeisters unb Packträgers bet ben Casselschen Postwagen versah. Lhnker bezog als Briefträger alle zwet Jahre 30 ft. zn einer Montour unb bie Briefkreuzer; als Wagennretslier von jedem zu bestellenden Paket 4 Kreuzer Emschretbgeld und von jeder in Gießen auf den Postwagen zu gehenden Person 2 gute Groschen (= 9 Kreuzer), als Packträger jährlich 12 Reichsthaler Easselsche Währung (= 21 ft. 36 x).
Ferner wurde noch der Ausrufer Stroh cürgesteltt, der bei Visitation des Postwagens dem Wagenmeister half unb bet Ankunft ber Posten sich mit Austeilung der Zeitungen beschäftigte, gegen ein jährliches Gehalt von 58 ft.
Die Einrichtung des Hauptbureaus in Arnsberg und die Einrichtung der Postanstalten int Herzogtum Westfalen sind für Ms ohne besonderes Interesse.
Die „giebenbureauS" wurden folgenden Personen übertragens!
a) im Fürstentum Starkenburg:
1. in Frankfitrt (Main) dem Samtpostsekretär Gern, dem Mch gleichzeitig bie Spedition der Postwagen Frankfurt—Eisenach! oblag: bie Landespost hatte bis dahin der Hoftat unb, Resident Purgold besorgt, der aber bie Einnahme an den Postbeständer in Meßen verrechnet unb nur die Hälfte „salarii loco" bezogen hafte;
2. in Dieburg dem Bürger unb Gastwirt zum Adler Doerr totter Ernennung zum Posthalter;
3. in Seligenstadt dem Rathschultheiß Bauer unter Ernennung MM Postverwalter;
4. in Heppenheim (Bergstr.) dem Kgiserl. Postverwalter Werke Hinter Ernennung zum Postmeister;
5. in Fürth (Odenw.) dem Satzfaktor FuNk unter Brnenuititg zum Postverwalter. (Der Vorschlag des Ober-Postmeisters Nebel, auch in Waldmichelbach, Hirschhorn und Wimpfen LandeSposten «tuzurichten, ist nicht $ur Ausführung gekommen, vermutlich wegen der schlechten Wegbeschaffenheit und der erheblichen Einrichtungs- kosten.)
b) int Oberfürstentum Hessen: '
1. in Friedberg, wohin die frühere Ober-Rosbacher Station berlegt wurde, deut Postverwalter Schatzmann;
2. in Butzbach dem Posthalter Klees, der bis dahin die Spedition der Landesposten und der Kaiserlichen Posten versehen hatte;
3. in Grünberg dem Posthalter-Adjnnkt Jakob Voneiff, der Lis dahin auch die Spedition des Eisenacher Samtpostwagens versah;
4. in Alsfeld dem Posthalter Kmertem nsw.
Die Vorsteher der Post-Nebenbureaus bezogen keine feste Besoldung, sondern einen bestimmten Satz der Einnahme, etwa 1/4—Vs v. H.
Die den Postvorstehern obliegenden Dienstpflichten waren in einer am 16. Januar 1804 erlassenen Instruktion enthalten. Diese verpflichtete sie, „das Postkomptoir in einer gelegenes Straße und eigens dazu eingerichteten schicklichen Stube zu etablie« ten", über die Briefposten, fahrenden Posten und Estafetten genaue Manuale zu führen, sich lohne Urlaub nie von der Station zu entfernen, die Posten pünktlich abzufertigen, „die Daxordnung zu des Publikums Nachricht am Postkomptoir zu affigiren, bie Aufgeber zur Frankatur nicht zu nöthigen, sondern das Frankiren jedem Eorrespondenten in Belieben zu stellen", die Briese usw. „sogleich ohne Attsehen ber Person, Freund- ober Feindschaft stets sogleich weiter zu spebiren", das eingehende Porto regelmäßig an das Hauptkomptoir ber Provinz ein$ufenben und ben Porto- deftandationen kräftig zu steuern. Ferner wurden ihnen Porto- überhebtmgen bei Strafe eines halben Gulden für jeden übersetzten Kreuzer und int Wiederholungsfälle bei schärferer Ahndung — u. U. Eassaiiott — verboten, desgt. Briefe zurückzuhalten, zu iMterschlagen oder zu erbrechen.
Das Porto für einen Brief unter 1 Loth betrüg stach ber damaligen Landes-Brieftaxe z. B.:
a) von Darmstadt: 1. nach Heppenheint, Dieburg, Frankfurt 2 Kreuzer; 2. nach Waldmichelbach, Mrth, Friedberg oder Butzbach 4 Kreuzer; 3. nach Wiutpfen, Hirschhorn, Gießen, Grüu- berg 6 Kreuzer; 4. nach Alsfeld 8 Kreuzer;
b) von Gießen! 1. nach Butzbach oder Grünberg 2 Kreuzer; 2. nach Frankfurt, Friedberg und Alsfeld 4 Kreuzer; 3 nach Darmstadt, Dieburg oder Seligenstadt 6 Kreuzer; 4. nach Fürth, Heppenheint, Hirschhorn, Waldmichelbach ober Wimpfen 8 Kreuzer«
Das Detachement der Hessen in Briare a. d. Loire.
Ein Veteran von 1870/71, Herr Wilhelm Högy II. aus Ruppertsburg, hat dieses Gedicht jüngst bet beiit großen Veteranenappell in Gießen vorgetragen und uns umAufnalmft gebeten. Wir folgen dieser Bitte, weil Herr H o g h dieses Gvdtckfl kurz nach dem Gefecht verfaßt hat, obwohl «s den, sftengen Aw- vrderimgeit, die map ast Gedichte stellen muß, nicht entsprich^« Dtp Schrtstltg»
Ein kleines Korps von Reitern nach Briare ward gesandt, Dazu noch sechs Geschütze unb bas 2. Regiment. Am zweiten Weihnachtstage zog ein bie kleine Schar, Wir kamen aus bte Feldwache hinaus an bte Loire, Dem stolzen Loirestrome, bedeckt mit starkem Eis, Naht schon nach einer Stunde ber Feind sich sacht unb letS. Die Schildwache tat erblicken, wie naht der Feind heran, Und brachte davon Meldung zurück zur Eisenbahn. Unser Leutnant schickt Patrottille hindurch die ganze Nacht, Bei ©turnt und eiliger Kälte stand an ber Loire Wacht. So ging es viele Tage. Tas neue Jahr brach an, Da zog ber Feinb von Vorny mit grotzer Macht heran. An dein Silvesterabend ging es vor Briare los, Und mancher unsrer Streiter fiel, dort das Jahr man schloß. Am Neujahrstag rückt wieder der Feind vom Wald daher, Seitt Plan war: uns umringen, doch täuschte er sich sehr. Wir täten ruhig halten, bis daß die Bagage war fort, Da eilten wir nach Schien und labten Stellung dort. Die Straße ward gewertet durch eine Barrikad', Daß man könnt sicher schießen, im Fall der Feind sich naht. Wir mußten ständig wachen, gar oft Patrouillen gehen Hinaus auf die Landstraße und auf bte nahen Hohen. Die Reiter patrouillierten nach der Straße Briare hin, Sie sahen nach drei Tagen den Feittd zurück sich zteh u. Nachdem man dies vernommen, gingS schnell aus Echten fort, Wir kauten gegen Abend zurück an alten Ort.
Jetzt galt es Wach' atts Wache, man kam tn große Not, Gar mancher tms'rer Reiter, der sand dort seinen Tod. Des Feindes Frattklireure machten manche kalt Am 14. Tage im Monat Januar.
Der Rus erscholl: Ihr Brüder, eilt schnell, es droht Gefahr, Der Feind hat schott umringet uns bis an die Loire.
Aus, Brüder, drum zum Streite, durchbrechet ferne Schar, Mit festem, stolzem Mute, Herr Leutnant Scharch toten. Seid mutig in dem Kampfe und weicht dent Feutde nicht. Mit Sturm und Hurrarufen gings längs ber Bahn htnam, Man brach, gefärbt vom Blute, sich durch der Feutde Bahn. Die Reiter wie die Jäger, vont Feinde hoch bedroht, Sie haben fest geftanben unb nicht gescheut den Tod.
Unser Oberst sprach: Soldaten, ihr habt euch kühn gewehrt l Vom Feinde fortgeführt. So hatten wir geschlagen Uns durch mit großem Mut. Doch mancher war gefallen. Sein Leichnam schon int Blut. Mit Briare wars am End-, Wohl dem, der nicht gekannt. Viel Not hat dort gesitten
J ' das 2. Regiment.
humoristisches.
* Schreckenskunde. „Lieschen, hat denn tstmö Mutter bestimmt gesagt, daß ich heute abend 6U Euch kommen soll? — „Gewiß Tante — aber zureden soll ich brr ntcht, hat W
°Kfteinbahn-Jdtzll. „Warum hält denn der Zug auf freiem Felde?" — „Ja sehen Sie, der Barbier kam gerate vorbei unb da läßt sich der Lokomoftvftihrer eben rasieren.
Gitter-
Auslösung tn
Natsei.
In bie Felber nebenstehender Figur sind bie Buchstaben a a aac eddeeeeeeeeeg g iiiilll m m m m n n nun n rssssttvv bet* art einzutrageii, daß bie senkrechten unb wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:
1. AnterikanstchenStaatZmamt.
2. Sagenhafte Königin.
3. Geschieht zum Wohle der
Allgemeinheit.
ächster Nummer.
Attflösttng des Versteckrätsels tn voriger Nummer: Auch da? längste Lied hat ein Ende.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»


