Ausgabe 
27.2.1911
 
Einzelbild herunterladen

182

mar em liehW kleines Ding, allein äußerst hitzköpfig, undvon ein« blinden Anhänglichkeit an mich. Sie schätev mir schreck­liche Briefe als sie erfuhr, daß ich int Begriff stehe mich zu verheiraten: und, um die Wahrheit zu sagen, der Grund, tvarum M di« Hochzeit so in der Stille feierü ließ, toor, daß rch Orchtete, es möchte einen Skandal in der Kirche geben. Gerris tote wir von dort zurückkehrten, erschien fte vor Herrn Dorans Hause und suchte sich unter höchst unziemlichen, m sogar drohenden Aeußerungen gegen meine Gattin daselbst cmztldrangen; allein ich hatte etwas dergleichen geahnt und deshalb zwet PolMsten in bltrgerlicher Kleidung aufgestellt, die sie Mieder fortbrachten. Sie beruhigte sich schließlich, als sie sah, daß sie mit bem lärmen- dm Austritt doch nichts aus richte."

Hat Ihre Gattin das alles mit angehört?" Nein, Gott sei Dank, das nicht."

Und mit eben dieser Person hat man sie nachher gehen

Jawohl. Dies ist auch der Punkt, beit Herr Lestrade als so schiverwiegend ansieht. Man nimmt an, Flora habe meine Fran in irgend eine schreckliche Falle gelockt,"

Nun, das wäre freilich möglich."

Sie sind also auch dieser Ansicht?"

Für wahrscheinlich halt« ich es gerade nicht,' aber, wie denken Sie selbst darüber?"

Ich glaube, Flora könnte keiner Fliege etwas zu leide t UN." i ,

Die Eifersucht bewirkt aber doch ost ganz merkwürdrge Ber- Linderungen im Ehaväster des Menschen."

,,Sollte Ihnen dasi Glück beschieden sein, die Lösung dieses Rätsels zu finden" fuhr unser Besuch fort, indem er sich erhob.

Ich habe sie gesunden," unterbrach ihn Holmes, Wie? Höre ich recht?"

,Kch habe sie gefunden, sage ich,"

Nun, wo ist denn meine Frau?" ...

Auch auf diesen weiteren Punkt werde ich: die Antwort Nicht lange schuldig bleibem" z

Lord St. Simon schüttelte das StoitM. ,Zch glaube doch fast, dazu gehört mehr Weisheit als Sie oder ich im Kopf« haben," versetzte er. Dann zog er sich mit einer vornehmen, altmodischen Verbeugung zurück.

(Fortsetzung folgt.)

Das höchste deutsche Master im Winter.

(Das Franziskanerkloster auf dem Kreuzberg.)

Die meisten Klöster auf deutschem Boden liegen behaglich in der Ebene, wenige nur auf Bergeshöhen. Die höchste Lage hat ein Franziskanerkloster es erhebt sich auf dem Kreuzberg beim untersränkischsn Städtchen Bischofsheim in der Rhön. Der Kreuzberg ist mit 932 Meter der zweithöchste Gipfel der Rhön. Von oben erschließt sich ein prachtvolles Panorama, das einen stattlichen Teil Mitteldeutschlands umfaßt. Im Sommer genießt das» Auge die lachende Pracht fruchtreicher Fluren, aber im Winter die erschütternde Großartigkeit der grausigen Oede. Freilich, leicht ist der Ausstieg in der kalten Jahreszeit nicht, denn die Rhön, und besonders ihr vom Kreuzberg beherrschter Teil, ist rauh und unwirtlich: die Klosterleute, die 72 Meter unterhalb des Gipfels in ihrem Bau Hausen, können ein Lied von den winterlichen Drangsalen singen. Der Boreas braust und heult und klagt, eisige Nebel wallen und weben, Schneestürme peitschen gegen die Mauern, knarrender Frost zaubert Eiszapfen ans Dach, daS Thsrmlometer sinkt tiefer und tiefer unter Null bis auf zehn, 15 und 20 Grad und die armdicken Eiszapfen am Dach ver­längern sich zu anderthalb und zwei Meter. Für die Gewalt, mit welcher der Sturmwind einherfegt, ist es bezeichnend, daß ein gewaltiges, 23 Meter hohes Kreuz, das schon seit mittelalterlicher Zeit den Gipfel krönt, im Laufe der letzten hundert Jahre wieder­holt geknickt worden ist. Am furchtbarsten war der Orkan am 16. Oktober 1882: er brach das Kreuz, als ob es nicht aus mächtigen Baumstämmen, sondern aus Latten gezimmert set. Der Schnee erreicht eine solche Höhe, daß die sechs oder acht Fratres einen großen Teil des Winters von den Bewohnern unten im Tal völlig abgeschlossen sind, denn selbst der Verkehr auf 'Skien, von denen man im Winter 1901 zum ersten Male Gebrauch machte, läßt sich nicht immer durchführen. Eine Schneelage von 1,20 bis 1,50 Meter gehört nicht zu den Seltenheiten: es hat schon Winter gegeben, da die weiße Mauer bis zum ersten Stock­werk des Klosterbaues anwuchs. Auch kommt es vor, daß im Januar und Februar Geivitter losbrechen und in den Schnee und das Eis strömende Regenfluten senden.

So führen die Klosterbrüder vom November bis zum April ein hartes, weltabgeschiedenes Leben. Nach den Andachtsübungen in der von einem Turme gekrönten Kirche beschäftigen sie sich mit häuslichen Arbeiten, an denen es nicht fehlt, denn zur Be­herbergung und Bewirttmg der Pilger und Touristen, die von Anfang Mai bis zum Herbst in großer Zahl eintreffen, muß alles wohlvorbereitet sein. Im geräumigen Refektorium mit

seinen Brünnen, OelgenMden, Singvögeln And Pflanzen Md in den Gast- und Fremdenzimmern ist es urgemütlich. Wer Muß« hat, besichtigt die sehr interessante Sammlung der in der Rhön vorkommenden Gefteinsarten oder durchblättert die bis iirs 18, Jahrhundert zurückreichendsn versereichen Fremdenbücher. Die Schlafzimmer für die Gäste und die Zellen der Mönche liegen oben im ersten Stockmerk. Aus der großen Küche können hundert Personen gespeist werden. Ihr Bier brauen die Fratres tm eigenen Brauhause. Kegelbahn, Blumen- und Gemüsegarten! mit lauschigen Mätzchen fehlen nicht. Und im Hintergründe: wölbt sich der Buchenwald, im Winter halb vergraben int Schnee, aber im Sommer ein prächtiger Dom. Wenn der Sturm nicht tost, dringt in die Einsamkeit und das Schweigen zeitweise nur dev Klang des Klosterglöckleins. So steht der Bau in Sturm und Wetter schon seit den achtziger Jahren des 17. Jahrhunderts- Als Filialisten der am schönen Main hausenden Dettelsbachev Franziskaner halten die Klosterleute auf dem Kreuzberg das Aw- denken an den heiligen Kilian wach, der nach der Sage mtt semen Begleitern im Jahre 668 eine auf dem Gipfel des Berges stehende Bildsäule der Diana umgestürzt und den heidnischen Frauken das iÄangelium gepredigt haben soll. Am 8. Juli, dem St. Kilianstage, ziehen Tausende zum Gipfel hinauf, um deut tote« Heiligen ihre Verehrung darzubriitgen ein geräuschvo lles, feit- liches Leben und Treiben, das zur Oede des Winters tm schroffsten Gegensätze steht.

vermischtes.

* Die beziehungsweise Schwiegermutter. Wie­vielschmückende" Beiwörter hat sie sich wohl schon geiallen lasten müsten, die arme Schwiegermutter, die man zumeist mit dem bitterbösen Friederich" auf eine Stufe zu stellen pflegt! Aber kein schöneres als das in der Ueberschrist genannte, das ihr in Sud» deulschland so oft, wenn auch nur im Tode, erteilt wird. Da hecht es immer wieder in den Todesanzeigen:unsere treue Mutter, be­ziehungsweise Schwiegermutter, Großmutter und Tante". Aber sie braucht sich nichts einzubilden auf diesen Ruhm, alle anderen Familiengenossen teilen lhn im gleichen Falle mit ihr:unser lieber Sohn, bezw. Bruder und Schwager" tu ä. Noch sonder­barer wird der Fall, wenn ein einzelner anzeigt:meine innigst- geliebte Schwester, bezw. Schwägerin, Tante und Nichte" ei du Grundgütiger l welch seltsame Verwandtschaftsverknüpfung mutz das gewesen sein! Gewiß soll und darf man mit solchen, oft tm tiefsten Herzeleid abgeiaßten Anzeigen nicht zu strenge ins Gericht gehen, aber hier handelt es sich doch nur um einen Schlendrian- fehler, den einer dem anderen gedankenlos nachschreibt. Wenn wir sagen, daß jemand Vater, Schwiegervater, Großvater und Oheim war, so brauchen wir wirtlich nicht dabei zu sagen, datz er das zweite, dritte und vierte zu den Unterzeichnetenbeziehungs- tveife" oder garresp." war; denn kein Vernünftiger wird anuehmen, daß er auch nur zu einem von ihnen Vater und Groß­vater zugleich war. Also weg mit diesembzw." aus den Todes­anzeigen! Mit seiner großen Kanzleibrille, die es nicht von der Nase" läßt, schaut es da aus wie etwa eine Eule neben dem Todesengel.

* A bg ew inkt.Lieber Freund, ich muß dich bitten, mir zwanzig Mark zu leihen. Ich habe mein Portemonnaie zu Hause liegen lassen und habe keinen Pfennig tn der TascheHrep hast du zehn Pfennig. Setz dich in bte Straßenbahn und hole dir dein Portemonnaie!"

* M ißv erstan d en. Arzt:Der tägliche Alkoholgenuß kann mtberechettbaren Schaden tun Wen!" Pattent: ,Ma, na, <öerr Doktor! Bei mir mcichts genait eine Mark achtzig

mpsindlich. Ede:Heut morgen hab' ick 'n Port» .nonäh jefnuben." Lude:Hast et abjejeben?" Ede:9l«cj per Verlierer hatne Belohnt! itg ausjesetzt, und det verletzch meinen Stolz."

Skat-Ausgabe.

Mittelhand erhält folgende Karten:

Sie tourniett Treff-Buben und sagt nun Grand an; int Skat liegt noch Pique-Sieben. Das Spiel geht verloren. Wie standen die Karten der Gegner und wie wurde gespielt?

Auflösung in nächster Nummert

Q Q

Auslösung des Scherzrätsels in voriger Numuter: Nahm seinen, Besen Chinese (mit dem Zopf).

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei. R. Lange, Gießen,