Donnerstag -en 26. Oktober
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Die weiße Frau.
Roman von W. Collins.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
..Ich ging gerade auf Percival zu und fast ihm' fest ins Gesicht.
Muß ich annehmen, Sic Percival, daß das Zimmer ^hrer Gemahlin ihr Gefängnis, und Ihre Hausmagd- ihre Gefängniswärterin ist? frug ich.
Ja, allerdings dürfen Sie das annehüren, entgegnete <x Nehmen Sie sich in acht, daß ich meiner Gefangen- warterin nicht doppelte Pflichten auferlege, indem ich Ihr Zimmer ebenfalls zum Gefängnisse mache.
Nehmen Sie sich in acht in der Behandlung Ihrer Frau, ehe. Sie sich unterstehen, mir zu drohen, brach ich in der Hitze meines Zornes los. England hat Gesetze, um Frauen gegen Grausamkeit und Beleidigungen zu schützen. Falls Sie es wagen, auch nur ein Haar auf Lauras Haupte zu krümmen, oder mir meine Freiheit zu nehmen, so werde ich, was auch immer danach kommen möge, jene Gesetze zu unserem Schutze anrufen.
Anstatt mir zu antworten, wandte er sich zum Grasen.
Was sagte ich dir? frug er. Was sagst du nun?
Was ich vorhin sagte, erwiderte der Graf: Nein!
Ungeachtet meines heftigen Zornes fühlte ich seine kalten, ruhigen, grauen Augen auf meinem Gesichte ruhen. Sie wandten sich von mir, sobald er gesprochen hatte, und blickten bedeutungsvoll seine Frau au. Die Gräfin trat dicht an meine Seite und redete Sir Percival an, ehe weder er noch ich das Wort wieder ergreifen konnten.
Schenken Sie mir gütigst einen Augenblick Ihre Aufmerksamkeit, sagte sie mit ihrer klaren, eisigen Stimme. Ich-habe Ihnen für Ihre Gastfreundschaft zu danken, Sir Percival, mti> von jetzt an darauf zu verzichten. Ich kann nicht in einem Hause bleiben, in welchem man Damen behandelt, wie Ihre Gemahlin und Miß Halcombe heute be- haudelt worden sind.
Sir Percival tat einen Schritt rückwärts und starrte sre rn tiefem Schweigen an. Der Gras stand daneben und schaute mit wahrhaft begeisterter Bewunderung auf seine Frau.1
Sie ist sublim! sagte er vor sich hin. Dann trat er zu rhr und zog ihre Hand durch seinen Arm. Ich stehe drr zu Diensten, Eleanor, fuhr er mit einer ruhigen Würde fort, die ich noch nie an ihm wahrgenommen hatte, und stehe Miß Halcombe zu Diensten, falls sie mir die Ehre erzeigen will, den Beistand anzunehmen, den ich ihr anzubieten imstande bin.
Zum Teufel! was meinst du damit? rief Sir Percival aus, -als der Graf ruhig mit seiner Frau der Mr zuschritt.
Gewöhnlich meine ich, was ich sage. Percival, diesmal-aber, was meine Frau sagt, erwiderte der unerschütterliche Italiener.
Sir Percival zerknitterte das Papier in seiner Hand« und sich vor den Grafen drängend, stellte er sich mit einem zweiten Fluche zwischen ihn und die Tür.
Du sollst deinen Willen haben, sagte er mit verhaltener Wut und mit leiser, flüsternder Stimme, du sollst deinen Willen haben und dann'sehen, was danach kommt. — Mit diesen Worten verließ er das Zimmer.
Die Gräfin schaute ihren Mann fragend an. Er ist plötzlich gegangen, sagte sie, was hat das zu bedeuten?
Das bedeutet, daß wir beide den heftigsten Mann in ganz England zu Verstände gebracht haben, antwortete der Graf. Es bedeutet, Miß Halcombe, daß der Lady Glyde zugefügten groben Beschimpfung ein Ende gemacht wird, und Sie keine Wiederholung der unverzeihlichen Beleidigung, die Ihnen zuteil geworden, zu befürchten haben. Gestatten Sie mir, Ihnen meine Bewunderung für Ihr Benehmen und Ihren Mut in einein außerordentlich schwierigen Augenblicke auszusprechen.
Damit verließ der Graf das Zimmer. Dann hörte ich Sir Percival die Treppe herunterkommen. Tie beiden flüsterten miteinander. Hieraus erschiemIosco wieder.
Miß Halcombe, sagte er, es macht mich glücklich, Sie benachrichtigen zu können, daß Lady Glyde ivieder Herrin ihres eignen Hauses ist. Ich glaubte, es dürfte Ihnen weniger nnangenehm sein, diesen günstigen Wechsel von mir zu hören, als von Sir Percival, und kam dieserhalb- ausdrücklich zurück, um Sie davon in Kenntnis zu setzen.
Sir Percival stand in dem Flur. Als ich die Treppe hinaufeilte, hörte ich, wie er dem Grafen ungeduldig zurief, aus der Bibliothek zu kommen.
Wozu wartest du da noch? sagte er. Ich habe mit' dir zu sprechen.
Und ich habe erst noch allein zu überlegen, entgegnetei Fosco. Warte bis später, Percival, warte bis später.
Weder er noch sein Freund sprachen ferner. Ich war oben angelangt und lief den Korridor entlang. In meiner Hast und Aufregung ließ ich die Tür des Vorzimmers offen, doch schloß ich die des Schlafzimmers, sowie ich eingctreten war.
Laura saß allein am anderen Ende des Zimmers, ihre Arme ruhten müde auf dem Tische und ihr Gesicht in ihren Händen. Als sie mich erblickte, sprang sie mit einem matten Freudenausrufe empor.
Wie bist du hergekommen? frug sie. Wer gab dir Erlaubnis dazu? Gewiß nicht Sir Percival?
In meiner überwältigenden Bangigkeit über das, was sich zugetragen, konnte ich ihr nicht antworten, sondern bloß Gegenfragen an sie richten. Doch erwies sich Lauras Begier, zu wissen, was unten vorgegangen sei, zu stark, um sich abweisen zu lassen. Sie wiederholte beharrlich ihre Fragen, i


