Ausgabe 
25.10.1911
 
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0. K.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gießens

Auflösung des Rätsels in vorigen Nummer r Speck, Specht.

Logogriptz.

Liebliche Klänge verleihen nuto wir dem Streichinstrumente. Willst du pikanten Genuß, setze statt o nur ein

Auflösung in nächster Nummer.

China stand damals an der Schwelle eines neuen Zeitalters und vor der Notwendigkeit von Reformen, die die hochmütige Mcmdschudynastie doch nicht bewilligen wollte. Die Folge davon waren unaufhörliche gegen die Fremdherrschaft ' '

richtete Rebellionen, deren letzte nun vielleicht Kaiserkind Pu-yi ein Schicksal bereiten wird,

der Mandschu ge- dem vierjährigen wie es RomriluS

Vertretung in zuvorkommender Weise einen wunderbar schön i Rechtlosigkeit der in Canton Handel treibenden Europäer zum gelegenen Spielplatz zur freien Benutzung überlassen. Auch I ersten von England gegen China unternommenen Opiumkriege, der eine Eisbahn ist in Langd, die sich allerdings eben noch in I 'm Frieden von Nanking am 26. August 1842 sein Ende fand.

Privatbesitz befindet. Die nächste Folge dieser Einrichtung t""~ s'"

ist die Tatsache, daß jetzt fast alle Kinder Schlittschuhe laufen können. Der Segen der Eisbahn ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Während in früheren Jahren, so äußert sich der Lehrer, die Kinder wenige Wochen nach Weihnachten

abfielen und bleich, hohlwangig, geistesträge dasaßen, sind I Augustus erlitt/Roms letzter Kaistr." sie eben gerade das Gegenteil; von geistiger Müdigkeit I -----------

ist nichts zu spüren. Den Bemühungen und der eifrigen I

Sammeltätigkeit des Lehrers ist es auch gelungen, in Langd I VCrimycPtC»

ein reichhaltiges Heimatmuseum einzurichten, das in der I ,Konzertklerder? ^ch weiß nicht, ob es andern auch neuen Sckule unteraebracbt ist I geht, aber nichts ernüchtert mrch Bet den Aufführungen unsrer

Aus dem allen aekt hervor düst der Verein für länd- Chorvereine, zumal bei Oratorien, so sehr, wie der Anblick eines lickie^eima^ Gesangskörpers jm Gesellschastsanzug, an dem alle Vorstellungen

"chbHeunaü, Wohlfahrt- und Künstpflege nicht zu viel und I steifer Förmlichkeit und mancher Lebenstrivialitäten haften. SBw nichts Unmögliches verlangt. Es gehören nur Manner sonders die Herren im Frack, mit weißer Krawatte, wie zum Ball dazu, die das Vertrauen der Gemeinde besitzen und die I oder zur Soiree hergerichtet, bringen uns die ödeste Lebensprosa gute Sache in Angriff nehüren, mit Treue und Zähigkeit I vor Augen. Warum entwirft nicht ein Maler eine würdige Konzerb-! an ihren Bestrebungen festhalten und so neben der Kultur I toilette, ein talarartiges Gewand, das zeigt, daß sein Träger der Geister in Schule und Kirche ihrer Gemeinde Dienste I einer besonderen Aufgabe berufen ist, ohne darum theatralisch, erweisen, die ihnen in diesem engen Kreis ein bleibendes I Kostüm zu wirken? Dieses Kleidungsstück müßte wohl über Andenken für alle Zeiten sichern. dem^gewohnlichen Anzug getragen werden und ebenso leicht ab-

I zulegen als anzulegen fern. Das soll keiner Veräußerlichung ------------ I des Konzerteindrucks dienen, sondern etwas vom Wesen aus^

JfrotttMvrrffhAft hfrt IttnttMAti I sprechen, nämlich, daß die Sänger dort auf dein Podium einen

vlk Kremvifkrrflyusl OCi I einheitlichen Verband darstellen und durch ihr ideales Ziel hinaus-.

Die in Wutschang am Jangtsekiang ansgebrochene revolutionäre I geschoben sind aus ihrer Umwelt. Vielleicht schreibt irgendein

Bewegtmg, deren letzte Ziele sich auf die Beseitigung der in China j großer Verein auf diese Anregung hin einen Preis oder deren

seit mehr als einem Vierteljahrtausend regierenden Mandschu-- I mehrere aus auf die beste Lösung der Frage, wie ein solches

dynastie richten, lenkt ein allgemeines Interesse auf diese Herrscher- I Gewand etwa auszusehen hätte. Und wenn deren tnehrere ge-< familie, die sich, obgleich dem ächten Chinesentum vollständig volks- I funden werden, um so besser! So käme in das Mld unsrer Konzerts fremd, länger als jede andere jemals dort zur Macht gelangte I doch etwas Farbe und Abwechslung, wenn jeder Gesangverein

Dynastie ihre Macht bewahrt hat. Wenn man, wie allgemein I nach seinem Geschmack eine andere in Gebrauch nähme. Von

üblich, den Beginn der Mandschuherrschast aus das Jahr 1644 an- I einem höhern Luxus durch die Anschaffung solcher Kleidung

setzt, in dem Huai-Tsung, der letzte Kaiser aus der Ming-Dynastie, I darf natürlich keine Rede sein. Unsre Juristen haben durch ihrs

durch Selbstmord endete, so bedarf dies einer kleinen Korrektur. I Talare auch nicht Mehr-, sondern Minderkosten gegenüber der Schon im Anfang des 12. Jahrhunderts waren die Mandschu, ein I Zeit, da sie im Frack zu erscheinen hatten. Die Konzertkleider Hauptzweig des turanischen Volksstammes der Tunguien, die zwischen I sollten so einfach wie nur möglich sein, sie wirken in der Masse dem Amur und dem Sungari ivohnten, politisch soweit erstarkt, daß I ohnehin nicht durch Eleganz und Schmuck, sondern durch geschmack- ihr Häuptling Aguta sich im Jahre 1115 zum Kaiser ausrufen lassen I vollen Schnitt und schöne ruhige Farbe.

konnte, und daß seine Nachfolger einen großen Teil Chinas mit I kf. Was ein Freitag, der 13., ko stet. In diesem der Hauptstadt Jenking (dem heutigen Peking) eroberten, das sie I Monate trat der immerhin nicht allzu häufige Fall ein, daß Tschungku", d. h. dieKaiserstadt der Mitte" nannten. Schon im | der 13. auf einen Freitag fiel. Abergläubigen Menschen mußte Jahre 1234 wurde aber durch die Nachfolger des Dschengis-Chan I dieses Zusammentreffen als ein kritisches Ereignis erster Ord- der Macht der aus ihrer Mitte hervorgegangeuen Dyimstie Kin, die I nung gelten und höchste Vorsicht zur Pflicht machen. Was ein Beni Lande neun Herrscher geliefert hat, ein Ende gemacht. Die | solcher Aberglaube für einen Einfluß auch auf das wirtschaftliche Mandschu, die damals von den ChinesenMutsche" genannt wurden, I Leben haben kann, lehren einige Zahlen, die sich auf die Ein­sätzen sich zur Auswanderung gezwungen und ließen sich im heutigen f nahmen französischer Eisenbahnen beziehen. In Paris sanken Liautmig nieder, um erst 400 Jahre später wieder als Eroberer an j die Einnahmen der Omnibusgesellschast am fraglichen Tage um den Grenzen deB-Riesenreiches zu eischeinen. I 8 Millionen Mark; die Südbahn büßte 12y2 Millionen ein,

Einem Teckfürsten, dem in zahllosen Geschichtsbüchern hoch- I eine andere Eisenbahngesellschaft mehr als 10 Millionen. Er- gepriesenen Taitsu, der als Kriegsheld und Gesetzgeber gleich be- I wähnt möge in diesem Zusammenhänge auch werden, daß im deutend war, gelang es im Anfang des 17. Jahrhunderts, viele bis I Jahre 1885, als der 13. März auf einen Freitag fiel, die dahm voneinander unabhängige Tungusenstämme zu einem Volke I Pariser Theater 12 Millionen Mark weniger Annahmen als zu vereinigen, das in gemeinsamer Stoßkraft der Herrschaft der I am Vorabende.

durch Eunuchen- und Haremswirtschast entarteten Dynastie Ming 5 * Englische Stilblüten. Eine amüsante kleine Aus-

ein schnelles Ende bereitete. Nachdem der letzte Ming-Kaiser Hnai I lese von Stilblüten ans große» englischen Zeitungen stellt der Tsung, ein wohlwollender, aber schwacher Mann, feiner Gemahlin, ICharivari" zusammen. Ta liest man z. B. irn,Daily Chroniele": seiner Tochter und sich selbst den Tod gegeben hatte, konnte Taitsus IDie Feuerwehrmannschaften wurden Herren der Flammen, ehe das Nachfolger, Taitsong, bereits den Titel desGebieters des Mittel- I Feuer Zeit gewinnen konnte, Schaden anzurichten, aber das Haus reiches" annehmen, und mit der Eroberung von Peking im Jahre I war vollkommen niedergebrannt und sämtliche Maschinen beschä- 1644 begann die in nur 15 Jahren zu Ende geführte Unterwerfung I digt." Sehr vorsichtig urteilt dieDaily Mail":Es ist umnög- be§ weiten Reiches. Schon sein Sohu Tsching-tsu, der in den I sich, zu sagen, wie viel Flugzeuge es gegenwärtig in der Welt gibt. Annalen unter dem Regierungsnamen Khang-shi gefnürt wird, | Manche behaupten, es gäbe sogar noch mehr." Von verdächtiger geriet mit den Sibirien erobernden Russen in einen langjährigen I Logik ist die Meinung desStandard", wenn er versichert:Für Krieg, der erst durch den Frieden von Nertschinsk im Jahre 1689 I einen dauernden Wohlstand ist der Frieden die erste Notwendigkeit, beendet wurde. Der von dem Jesuitenpater Adam Schall aus I Glücklicherweise besteht kein Grund zur Annahme der Wahrschein- Köln und aiideren jesuitischen Missionaren erzogene Kaiser war I lichkeit dieser Katastrophe." In einem Bericht über die Begegnung ein großer Gelehrter und hat sich durch die Herausgabe des nach I derColumbia" mit einem Eisberg erzählt derWeckly Despatch" ihm benannten Wörterbuches und der großen, EnzyklopädieChin- I voll Stolz:Der Mann auf dem Ausguck war bewunderungs- tlng-tushu-chi-cheng", die 5020 Bände umfaßt, einen bleibenden I würdig; unerschüttert fuhr er fort, seine Pflicht zu erfüllen, obgleich Namen geschaffen. Unter dem 4. Mandschnkaiser Kao-tsung (Kien- I er unter tausenden von Zentnern Eis begraben lag." Von der lung), ber von 1736 bis 1795 regierte, gelangten Reich und I rätselhaften Geschwindigkeit eines Fliegers berichtet derDaily Dynastie auf den Gipfel ihrer Blüte. Kaiser Kia-king (1796 bis I Mirror":Der Flieger verschwand mit der Schnelligkeit des Ä gegen dessen Herrschaft von geheimen Gesellschaften zahlreiche I Bogens eines Pfeiles." Zum Schluß eine nicht ganz glaubwürdige Ausstaiide angezettelt und gegen dessen Person zweimal Attentate I Versicherung desEvening Chroniele":Da waren 50 Personen von Mitgliedern des Geheimbimdes derweißen Lilien" unter- 1 auf einem Platze, der nicht imstande gewesen wäre, zehn auf- nommen wurden, glaubte das Sinken feiner Regierungsmacht durch I zunehmen."

unsäglichen Hochmut ersetzen zu können. Unter feiner Regierung

wurde der Russe Gras Jurij A. Goloivin an der Grenze zurück- gewiesen, weil er sich weigerte, vor einem mit einem gelben Tuch bedeckten Tische den Kotau zu machen. William Pitt Baron Bmheast aber ließ er aus Peking ausweisen, weil dieser es ab- kehnte, sich unmittelbar nach seiner Ankunft noch in Reisefleidern vor den Kaiser schleppen zu lassen. Unter Hsuan-Tsnng, genannt Tao-Kuang (18211850), führte die nicht mehr zu ertragende