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Aahnts Unfall bei Dillenburg.
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Oswald Kahnt, der gestern auf dem Trieb so treffliche Flüge ausgeführt hat, ist, wie wir schon mitgeteilt haben, kürzlich bei Dillenburg zu einer Notlandung gezwungen gewesen, bei der sein Flugzeug beschädigt wurde, lieber die näheren Umstände teilt uns Herr Kahnt, der unS auch das obenstehende Bild, das an der Unfallstelle ausgenommen wurde, zur Verfügung gestellt hat, folgende Einzelheiten mit:
Der Ueberlandflug von Haiger nach Dillenburg fand am 6. Juli statt. Von Haiger flog ich um 7 Uhr 15 Min. abends ab und beabsichtigte den Wilhelmsturm in Dillenburg zu umfliegen, um dann in Dillenburg zu landen und dem dortigen Publrkum zur Besichtigung des Apparates Gelegenheit zu geben.
In etwa 150 Meter Entfernung vom Wilhelmsturme, als sich mein Apparat über einem mit Häusern vollgefüllten Tale mit steilen Abhängen befand, setzte der Motor auS, nachdem er schon vorher kleine Anzeichen für Nachlassen seiner
Leistungen gegeben hatte, insofern, daß meinApparat nur in niedriger Höhe sich bewegte — etwa 120 Meter über der Talsohle und 50 Meter über dem Bergrücken — welchen rch zu meiner Landung ersehen hatte. Um diesen Bergrücken, der einigermaßen ebenes Gelände aufwies, zu erreichen, mußte ich tut Gleitfluge eine volle Halbkreiskurve nach links ausführen. Infolge der notwendigen Flachheit des GleitflugeS verlor der Apparat seine Geschwindigkeit, war also nicht mehr recht steuerfähig, wie eS zum Abfangen kurz vor der Landung notwendig ist. Der Apparat landete infolgedessen etwas hart, wobei die Achse und der Rahmen stark verbogen wurden, im übrigen blieb alles in Ordnung und auch ich nahm keinen Schaden. Innerhalb kurzer Zeit war der Apparat abmontiert, nach dem Wagen geschafft und nach Herborn gebracht; dort wurde der Schaden wieder ausgebessert und schon am 8. Jult konnte ich wieder einen wohlgelungenen Probeflug auS- führen.
Vermischtes.
Kf. Wunder kmerikanischer ErziehungshitJl, Pfnt „American Magazine" beschäftigt sich H. M. Bruce mit den Wundern amerikanischer Erziehungskunst, für die er eine ganz« Weihe von Beispielen anführt, die gut verbürgt sein sollen. Das bedeutendste darunter ist natürlich der auch bei uns bekannte elfjährige Sohn des Dr. Borris Sidis, der gegenwärtig an der Harvard Universität die mathematischen Wissenschaften studiert, Als weiteres Beispiel werden die Kinder eines Geistlichen namens Merle genannt, unter denen das älteste mit 16 Jahren schon >zu den ältesten Semestern des Radcliffe College gehört. Dr. Barle "hat für seine Erziehungsknnst folgende Leitsätze aufgestellt, von deren allgemeiner Einführung er sich viel verspricht; die Kinder Müssen dazu gebracht werden, daß sie genau beobachten, sich BH er entsinnen, gut vergleichen, in Gruppen teilen und schließen nnen und viertens die Ergebnisse dieser geistigen Tätigkeit klar Ausdrücken. Daß diese vier Dinge die Hauptsachen sind, hat schon der Universitätspräsident Eliot ausgesprochen. Ter Hauptperstoß, den die gegenwärtige Erziehung macht, ist nach Ansicht Von Bruce, daß die Schüler nicht genug int Denken ausgebildet werden, wohingegen hauptsächlich gute Gedächtnisleistungen heran- 'gebildet werden. Die Folge davon ist, daß die Denkfähigkeit in den Hintergrund tritt. Ein weiteres Beispiel, das auf Angaben Von Dr. Berle beruht, inag rroch genannt werden, weil es recht Überraschend ist. Es händelt sich unt das Kind eines Arztes, das jetzt im 9. Lebensjahre steht. Es beherrscht über fünf Sprachen vollkommen geläufig, nämlich Englisch, Französisch, Spanisch, Lateinisch und Esperanto. Die Beherrschung der letztgenannten! .Sprache ist auf die Bemühungen der Mutter zurückzuführen, die
den Vorsitz Wer den 'EsperaNt'overbaud der nordamerikanischelq Frauen führt. Das neunjährige Kind ist aber durchaus kein! einseitig veranlagtes Sprachgenie, sondern ist in allen anderen! Schulfächern seinen Altersgenossen ebenfalls weit voraus..
* Vvttt Exerzierplätze. Unteroffizier: „Diesen Gs- Wehrgriff habt Ihr sehr gut ausgeführt, zur Belohnung dürst Ihr ihn noch einmal machen!"
ViamantrStsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a a a b b o o c e g g g hhiiioorr sun derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten:
1. Einen Buchstaben.
2. Einen Raubvogel.
3 Seemännische Bezeichnung.
4. Skadt in Amerika.
5. Nordische Gottheit.
6. Türkischen Ehrentitel.
7. Einen Buchstaben.
Die senkrechte und wagerechte Mittelreihe ergeben das Gleiche.
in nächster Nummer.
Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: Beb — Abb« — Danae — Farne — Arad — Harfe — Bad — Erbe — Nabe.
Radfahren.
9
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Auflösung
Redaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»


