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weilen nur wie ein lässiges Geschwätz, aber Traute war klug genug, zu merken, wie auch auf dreser Oberfläche leichten Plauderns sich mancherlei zeigte, das aus Tteferem kam: aus einer Synthese des Lebens, tote sie sich doch nur eine kraftvolle Individualität schaffen kann. Er sprach auch von der geplanten „Gesindelsaison", und da lächelte er ironisch. An sich eine köstliche Idee: eine Art Sklavenaufstand, ein Einfall der Deklassierten ttt das Land stumpfsinniger Ehrbarkeit, das hohe Wälle tugendhafter Langeweile verschanzen. .Aber doch immer nur eine Revolution von oben, kein loderndes Feuer von Unten her: erne künstliche Anfachung der Gemüter, wo stärkere Untrtebe not getan hätten. Ah bah, ein Gedanke Eberstedts, eurer ferner zündenden Funken, die rasch wieder verglrmmen; ern Blch der Dekadence in harmlose kleine Mädchenseelen, der pikante Versuch einer tändelnden Korruption, Nichts dahrnter.
Nun schaltete auch Traute einmal eine Zwischenfrage ein. Was der Meister wohl von Herrn Paul Everstedt hielte? Er spiele noch immer seine Rolle tn der Stadt^ und eigentlich sei er „unten durch" — oder fei es getoejen. Herr Kruse duze sich ja mit ihm, Ha muffe er rhn doch kennen. Sei dieser Herr Everstedt mäst mrt Vorsicht zu
i nehmen?
„Nein," rief da Niels Kruse und schüttelte seinen Rundschädel, „nur mit lachender Ehrlichkeit! Natürlich kenne -ich ihn, seinen ganzen äußeren Menschen und em gutes Stück seiner Innerlichkeit. Wir smd auch tnsofern verwandte Naturen, als wir uns beide am wohlsten fühlen! im klaren Aether freier Stimmung: aber vergeßen Sre nicht, daß man tn solchem Stimmungsdusel leicht ferne geistige Substanz verliert, und daß im Trmmph des Augenblicks der letzte Halt zum Teufel fahren kann. Eberstedt war nahe daran, restlos unterzugehen — in einem Sumps, I liebes Irrlicht, aus dem ihn selbst der goldene Strohhalm seines Vaters nicht hätte wieder herausziehen können. Aber I ha stutzte er vor der letzten Gefahr Und kraxelte langsam I zurück. Instinktiv meinetwegen; doch -es ist schon gut, I wenn der Instinkt gesund genug ist, bas Gememe und I ganz Kleine noch rechtzeitig zu bändigen. Liebes Fraulem
Traute, an diesem Everstedt hat der Zweraug eng eistgrun- I mia gesündigt. Er war als einziger der Abgott der Eltern, I und da ließen sie den Jungen schon als Gymnasiasten I verlumpen."
Traute nickte. >,'So war meine Vorsichtsfrage doch I also am Platze?"
Mels legte die Apfelsine hin, die er zerteilte. Der I rasche Blick, der Traute streifte, hatte etwas Prüfendes, „Nein," sagte er nochmals. „Meine Gewißheit ist, daß I Everstedt das Schlimmste überwunden hat. Womit ich noch I lange nicht behaupten will, daß er aus dem Wege schöner Besserung ist. Er gehört zu den Mannern, die nur durch ein Weib vernünftig gemacht werden können Schon ein ! 1 NenM dafür,, tote sehr dze Mwache hl chm domtm.er.tz>
Das nette Mädel.
Roman von Fedor von ZobelttK
(Nachdruck verboten.).
(Fortsetzung.)
Dis Vierthalern raste heraus und raste wieder herein I Wnd brachte -eine weite chinesische Jacke aus stahlblauer! I Seide, innen mit weichem schwarzem Pelz gefüttert, die ste I Traute anzog. I
„Köstlich," sagte Traute, luttb schmiegte sich in den Pelz, I der wie eine kosende Frauenhand Mer Aals !und Arme glitt. I „,Jst das Bisam?"
„Gemeine Ratte," erwiderte Kruse, „aber von einer I Spezies, wie sie bei uns nicht vorkommt. Künstliche Zucht I für irgendeinen großen Mandarinen, der das Fell dem kost- I barsten Pelzwerk vorzog."
„Wo haben Sie alle diese Wunder her?" I
„Zujammengekauft und zusammengeschnorrt. Merne j einzige Luxusausgabe. Daher auch diese wahllose Samm- I lung. Stileinheit und Prinzip fehlen. Gott ser Dank! I Maßgebend für mich ist mehr noch die Freude an der Farbe | wie die an der Form. Ueber meinem Bett hängen ern paar I Schaukästen mit exotischen Schmetterlingen. Auf die fallt I Mein erster Blick nach dem Erwachen, und dann tauche rch I meine Seele in einen wahrhaften Dust von Farbenstrm- mungen, in ein Bad von bunten Tönen, und höre rhre I Musik. Ja wahrhaftig — es gibt Farben und Farbenverschmelzungen, die in mir auch die GehörwahrnehmiE | guslösen. Wenn sie in ein tiefes Blau starren, haben Sre 1 ha nicht zuweilen vermeint, ein fernes melodisches Klingen- I Au hören? Ich höre sogar ganze Melodien, und zuweilen Rhythmen von so unbeschreiblicher Schönheit, daß, rch »immer bedaure, sie nicht fixieren zu können. Woraus rch gllen Ernstes Vorschläge, daß ivtr nunmehr zur Kollazrone
Es bediente keiner bei Tisch. Alles stand fertig da: Koteletten, Spinat, Radieschen und Käse «und Früchte Aber es war hübsch serviert: das Malerauge regierte auch hier. Die Koteletten lagen auf einer silbernen Schüssel, dre das Wappen eines ausgest-orbenen Grafengeschlechts trug. Das Grün des Spinats leuchtete aus Nymphenburger Porzellan, Man speiste von Vieux Saxe lunb nahm bie Radieschen von einem Teller aus ber berühmten Fabrik zu Chelsea. Uno man hatte glitzerndes Kristall neben bett Bestecken, und Traute war "sehr vorsichtig, um auf das Weiß des handgewebten Leinens kein Fleckchen kommen zu lassen.
Im übrigen war sie bei gutem Appetit und auch bei Laune. Sie trank sogar ein Glas Wein, lauschte aber mehr dem, was Kruse plauderte, als daß sie selber sprach.
Er jedoch sprach viel und sprunghaft, berührte zwan- zigerlei, sprang rasch vom Thema ab Und nahw ein neues Ms, und schon streifte ex toieber ejn archereA. M NqnA W*


