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kleinen Lauben lugen ftd neckisch, die gracileN vollen Frauenleiber« biegen sich gelant; dein geigenden Orpheus lauschend die gravitätisch ernsten Tiere, Diana und ihrs Jägerinnen treten aus nmgrünter Grotte hervor, von schönen Jünglingen und lüsternen Mummel- greisen bewundert. Der alte Kronos beschneidet dem kleinen Amor die Flügel und seine nachtsen Gefährten spielen mit -Tauben,- Schmetterlingen und Blumen. Melodisch verklingen die zarten Linien der Figuren in den Gängen, die auf einem Rondell zusammenstoßen und mannigfachste Durchblicke auf See und Schloß gewähren. Unter rebenumsponnenen Säulen schlummert M Ruinenromantik dieser Garteneinsamkeit, die ganz erfüllt ist von einer spielenden Märchenidyllik, einer drollig-putzigen Grazie, wie sie die Wächter des Gartens, die Sphinx-Fräuleins mit ehren Bleureusen, ihren gezackten Spitzenkragen und den Manichetteir an den Pfoten verkörpern. Die Romantiker aber haben in biefent bunten Naturspiel einen phantastischen Tiefsinn auffinden wollen, haben die Alleen zum „Mithraeum", zur Sonnen-, Mond- und Nilba'hn umgedichtet, und aus den Skulpturen „nach Platons Schule die folgerichtige Darstellung der bacchischen Weltseele Und des Falls und der Erlösung der Einzelseelen herausgelesen.
Neben diesem 7,Dornröschen" unter Deutschlands historischen Gärten erscheint der Schwetzinger Park als die reife, ihren Schönheit vollbewußte Schöne. Alle Formen der Gartenkunst« vom mächtigen Barock bis zur freien Natürlichkeit des englischen Stils, sind hier harmonisch vereint. Das Juwel des ganzen aber! ist jener Teil, in dem sich das Strenge Mit dem Zarten paart 'und die Anm'ut des 18. Jahrhunderts sich so frei entfaltet, wie sonst Wohl selten. Der gewaltige Auftakt des Gartens ilt bte breite Mittelallee mit dem Rasenparterre, dem. großen Hirschbassin« das das aufgeregte Fieber der Jagd in prächtigen Brunnengruppen umklingt, mit der grandios aufragenden Baumallee, deren riesige Kulissen sich wie bei einem gigantischen Theater verengen, nist den letzten gesteigerten Abschluß der langen Linie zu bilden, die von der zum Schloß führenden Straße durch Schloßhof Und Schloßtor bis zu dem großen See hinleitet. Dort thronen feierlich Verschaffelts. Flußgötter, während vom änderen Ufer Formen herübergrüßen, die schon den freien unruhigen Geist einer späten! Zeit atmen. An die breite Mittelallee, die zwei lauschige Lauben- gänge umarmen, schmiegt sich der Rokoko-Garten an, mit ,feinem! grünen Gewirr gewundener Wege, heimlicher Verstecke, plötzlicher Ausblicke. Aber in der scheinbaren Asymmetrie, in der vielfältigen! Gruppierung waltet doch ein ordnender, regelnder Geist, der einzelne Gruppen und Plätze als „grüne Lustkabinette" herrlich äusstattet. Hinter einem breiten Heubeet, um kost von jitwtnt Grün, hebt sich die üppig schlanke Gestalt der schönen Galatea, das, Meisterwerk des Düsseldorfer Bildhauers Gabriel Grupello. Alle Grazie dieser graziösen Zeit ist in den schwellenden Fluß dep Körperlinien gebannt, die der zu ihren Füßen liegende Triton dumpf begehrlich anstaunt. Nicht weit von der holden Meertochter! hockt stuf hohem Fels, dessen roh getürmte Steine von dichtem! Moose, dunkel umgrünt sind, Pan, der bocksfüßige Waldgott,- in seine Klagende Sphinx vertieft. Niedertröpfelnde Wasserperlcn-i ketten geben mit dem leise plätschernden Naß des imhen Brunnen- beckens die Begleitung. Dame Natur scheint sich darum ihr kokettes Boudoir geschaffen zu haben. Das Laub der sich huldvoll neigenden Bäume gleicht deut verwirrten zerzausten Haar einer verliebten Schönen; auf dem flachen, stillen Wasserspiegel! schwimmen kleine weiße Blüten, wie hastig verstreute Puderflocken.: Lustvvll lächelnd steht Bacchus da, ans reichem Füllhorn süße! Gaben spendend; ernst grüßen Vasen, acht im Achteck, von Girlanden rings umschlungen, Medusenköpfo -an den Henkeln, doch ohne Schauder. Zwei Putten reiten mit neckischem Eifer, krumm gebückt, auf putzig sich ringelnden Delphinen, aus deren gräulich plumpen Mäulern nur ein leiser Springstrahl steigt, leicht rieselnd und melodisch niederträufelud. Weithin erstreckt sich sauber die Allee, die Bacchus als Point de vue beherrscht, allmählich sich'verlierend in einem Labyrinth von neiten Wundern. Und schließlich geht diese amouröse Wildnis zum „Hain des Apollo" über. Schlank hebt das Tempelchen sich aus de'M Grün, auf hohen Steinen ragend ein schöner Bau! des großen Pigage._ Naja den! hakten träumend eine Urne, aus der über die Treppen die'Kaskade zum Parterre niederstürzt. Sechs Sphinxen liegen hier würdevoll im Grün auf der Wacht, indeß im! Hintergrund ein goldig leuchtender grotesker Brunnen aus breiten DelphinenmäulerU Wasser gießt. Cäsarenbüsten blicken ernst und grämlich in die Alleen, die sich zum eseuüberspounenen Gemäuer dehnen. Ein witnderfeines Gitter, wie ein zartes Netz, läßt hinter dieser stillen Zauberwelk wie hinter einem1 duftigen Schleier neue Schönheit ahnen. Unendlich herrlich dehnt sich noch der Park mit seinen Pavillons, Ruinen und Moscheen, dem bunten Gitter- labyrinttz der Vogelhäuser, die reich geschmückt, von einem' Kranz von schreienden, krähenden, piepsenden Vögeln bekrönt sind. Die lustige Schar strönti blitzende Strahlen aus, wenn die Wasserkünste springen und mit ihrem Rauschen den weiten Park durchtönen. Der „Hain Apollos!" Sehen wir nicht noch heute! um das! edel schlichte Ladebäuschen den guten Gleim', den.feinen Götz'« den eleganten Jacobs sitzen, „mit ihren Freunden und Freundinnen, in einem GewimMel von Liebesgöttern und im Herzen jtzre Liehe feiern!" - .
Piwendet, als Ideal und hohes Muster eines vornchnicn Geschmacks «nd feinen NatureMpsindens dienen!
Diese herrlichen .Umrahmungen prächtiger Schlösser« kostbare Schmuckstücke unseres weiten Vaterlandes, deren großartige Kunst hei uns noch nicht nach Gebühr erkannt ist, mögen sie' nun in Oesterreich liegen, wie Schönbrunn und Hellbrunn, oder in Bayern Wie Nymphenburg und Schleißheim, Würzburg und Veitshöchheim, in Baden wie Schwetzingen und Bruchsal, in Sachsen tote die Dresdener Gärten und Groß-Sedlitz, im Hannoverschen wie Herren- hausen usw. — sie haben alle ein großes Vorbild : Versailles' und Trianon, die Meisterschöpfungen Le Notres. „ Der stolzeste Gedanke der Aufklärungsepoche findet in der Bändigung und Bezwingung der Natur durch den Louis XIV.-Stil seinen Ausdruck: die Souveränität des Meuschcu, dessen Geist über alles Gewordene! Herrscht, der sich die Natur unterwirft und sie zur klaren einheitlichen Wirkung umformt. Der Garten wird zu einem Teil der Architektur, deren Linien sich in den Terrassen und Balustraden« den strengen Alleen und scharfen Hecken, deren Höfe sich in.den Rosenplätzen und Wasserbässins fortsetzen und langsame verklingen, Der Palast, der Hauptpunkt, das eigentliche Herz des ganzen, strahlt die große Mittelallee aus mit ihren Baumkulissen, ihrem Wassertheater und den stummen Akteuren dieser Bühne, der steinern Schar der Bildwerke; er läßt auch alle die andern Gänge und Wege von seinem dominierenden Zentrum «usgehen Und zu ihm zurückkehren. Die große Baumschere herrscht in diesem so kunstvoll und pompös angelegten Revier; sie schneidet aus Bäum Und Strauch eine neue, lebendige, grüne Architektur, die mit der steinernen harmoniert, Nischen und Grotten, Wände und Portale, ja ganze Zimmer und Hallen. Die Bäume werden z'u! Ornamenten gestutzt, zu Kugeln, Kegeln und Pyramiden, sogar zu plastischen Kunstwerken, grotesken Menschen und Tieren, lieber die Rasen und Beete zieht sich ein buntes Kleid mit durchbrochenen Stickereien und kapriziösen Ornamenten. Die Seele dieser künstlichen Naturwelt ist das Wasser, das in stillen Quellen murmelt« in mächtigen Kaskaden braust, in raffinierten Wasserkünsten überrascht und unterhält, das in wohl ausgezackten ruhigen Bassins den wundervollen Formen ihren koketten Spiegel darbietet. Bewohnt und bevölkert wird der Garten von der unendlichen Schär der Statuen, die den wohlgepflegten und schön geordneten Räum Mit dem Zauber des Märchens umhüllen« ihn in das alte Land dvidischer Verzauberungen, in Haine von Faunen und Nymphen« in das geheime Asyl verbannter Götter umwändel».
Die großzügige Majestät des Lenotreschen Gartenideals fiudek in einigen österreichischen und deutschen Gärten wohl den stärksten Widerhall. Die gewaltige Anlage des S chö nb r un n er P ar k s, dessen Mittelperspektive, den riesigen Ehrenhof sortsetzend, hinweg über die am Ende des Rasenparterres auf einer Terrasse liegende hohe Fontäne, zu dem die Mitte des Gartens beherrschenden, auf dem Berge thronenden Säulenbäu der Gloriette führt, ist dem Besucher ebenso Unvergeßlich, wie das Parterre d'eau und die Mittelperspektive von Versailles. Von Nymphenburg hat man behauptet, es sei nach Versailles der erste Garten der Welt« ein Urteil, das die riesigen, dem Schloß vorgelagerten Bassins und Kanäle, der mächtige Mitteltrakt, die entzückenden Lustschlösser, Ursprünglich von eigenen Parterres umrahmt, begreiflich erscheinen lassen. Die kalte und schwere Pracht der weiten Rasenflächen« der ruhigen, breit sich dehnenden Wasserspiegel, der abschließenden düsteren Baumalleen, wie! sie z. B. in H e l l b r u n n bei 'Salzburg in einem charakteristischen Beispiel sich darbietet« wär aber dem deutschen Gefühl, das das Lauschige und Intimä suchte, nicht gemäß, Und so entstanden bald eigenartige Umbildungen des französischen Gartens, die die starre Natur mit einem zierlichen, anmutig verwirrten, liebenswürdigen Geist belebten. Schon der Salzburger Mirabellgarten zeigt eine in sich geschlossene traulichere Stimmung mit seinem großen lauschigen Laubengang, dem Keinen, durch Putten, Vasen, Figuren reich belebten Parterre, Entzückend in seiner vielgestaltigen Gliederung bietet sich noch heute, trotzdem manches nach dein englischen Gartenstil verändert ist, der Garten der Würzburger Residenz dar, in seinem! fein abgestuften Parterre und der reich geschmückten Terrasse,
Hat eine spätere Zeit schon in diesem zierlichen Prunkstück die Darstellung philosophischer Ideen finden wollen, im 'unteren Teile der leiblichen, im oberen der seelischen Mächte des Kosmos« so Mache man aus dem eigenwilligsten und kapriziösesten aller deutschen Gärten, dein von Veitshöchheim, als man seine Wnstlerischen Absichten nicht mehr verstand, ein Symbol der ganzen Geschichte der Philosophie. Wir wandeln, in den verschnittenen Heckengängen dieses vom modernen Geiste nicht berührten Gartens wie durch das versunkene Traumparadies! des Märchens, ,jn dem Dornröschen seit mehr als 150 Jähren schlummert. Nun öffnet die Schöne die Augen und trippelt zierlich im Reifrock, Steckel- S und der losen Puderfrisur an den lustigen Putten, den luden Sphinxen, den schlanken Vasen vorbei zum See, wo sich das heilige Roß der Phantasie, der Pegasus, aus der Schar der lieblichen Musen hervor, laut wiehernd aufbäumt, auf diesem MiNiaturparnatz. In drei stillen langen Terrassen steigt dies Heim der Rokoko-Märchenprinzessin empor', bewohnt von den Dryaden, Nymphen und Faunen, die kunstvolle! Meister der Würzburger Plastik, der virtuose, preciöS -aum'utige Dietz und der LleMu.te Mgn.er, Mr geschaffen Mein ÄuZ grünen Nischen Und


