Ausgabe 
24.4.1911
 
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folgert lassen, tn der Voraussetzung, daß, aM einer solchen Interesse Mlgegengebracht werden wird. Selbstverständlich kann das nur int beschränktem MaWabe erfolgen ans Grund des Konzert-Pro- gvaimn-Uustausches (Breitkopf u. Härtel) und aus diesen: sind nur eine kleine Anzahl besonders bevorzugter Komponisten heraus­gewählt. Vorher gebe ich kurz an, daß die 250 Teilnehmer des Programm-Austausches, zu denen auch der Gießener Konzert- Verein gehört, in: Konzertjahr 1909/10 2118 Konzerte veranstal- keten, in denen (abz. 216 Volksliedern) 12 045 Werke von 878 Komponisten zu Gehör kamen. (Interessenten verweise auf meinen ArtikelMusikalisches Wochenblatt" 1910, Heft 35.) Die Aus- gewählten sind: Joh. Seb. Bach Mit 433 Aufführungen (3,5 !v. H. her 12 045 Werke), L. van Beethoven 1116 (9,2 v. H.), Brahms 1114 (9,2 v. HO, Fr. Chopin 446 (3,7 v. H,), G. F. Händel 151 (1,02 v. H.), Jos. Haydn 404 (3,3 v. H.), Franz Liszt 397 (3,2 v. H.), F. Mendelssohn 211 (1,7 v. H.), W. A. Mozart 416 3,04 v. H.), Max Reger 218 (1,07 v. H.), Franz Schubert 752 6,02 v. H.), Rob. Schumann 919 (7,07 v. H.), Rich. Strauß 263 2,01 v. H.), P. Tschaikowsky 183 (1,05 v. H.), Richard Wagner 529 (4,3 v. H.), C. M. von Weber 139 (1,1 p. H.).

Bon Joh. Seb. Bach sind nur zu nennen das 3. Branden­burgische Konzert mit 14 Auffahrungen, die Große Messe 4 mal. Das Weihnachtsoratorium 6inal; die zahllosen Zugaben der Violinvirtuosen für Violinsolo entziehen sich jedes Nachweises, ha siS selbstredend auf den Programmen nicht vermerkt sein können. k. van Beethoven: Die 9 Symphonien fanden 276 Auf- führungen, darunter die 3. 44, die 7. 42, die 9. 31; die 10 Ouvertüren für Orchester 154 Aufführungen, hierbei Leouorö Nr. III 38, Coriolan 34, Egmont 28; das Violinkonzert 25, die Romanze Op. 50 5. Die 17 Streichquartette in Summa 114 Aufführungen, darunter Op. 74 12mal, Op. 18 Nr. 6, 59 Nr. 1 und 132 je liniert. Die Klavier-Konzerte nebst «Fantasie .77 Aufführungen, Op, 73 23mal, Op. 58 16mal, Op. 37 und 80 je 10mal. Bon den Pianoforte^Trios ist Op. 70 Nr. 1 13mal zu nennen, von den Duos Op. 47 17mal. Hinzuzufügen wären dann noch 23 Klaviersonaten mit 70 Aufführungen, die Mchstö Zahl erreichte Op. 111 mit 9. Johs. Brahms: Symphonie I 29mal, II 17, III 19, IV 18, die Haydn-Varia­tionen 22mal, die Tragische Ouvertüre 22mal, die Summe aller Drchesterwerke ist 155. Das Violin-Konzert Op. 77 27mal, .Cello-Konzert Op. 102 10mal, die Klavier-Konzerte Op. 15 Anal, Op. 83 Untat, das Requiem 15mal, Schicksalslied 9mal'. Klavierqnintette Trios erreichen die Zahl 50, hierbei das Quintett Op. 34 Untat, Trio Op. 8 7mat, Op. 101 8mal. Streichinstrumente in Summa 34 AufMhrnngen, hierunter Quar­tett Op. 51 Nr. 1 Staat, Op. 67 7mal. Von den Duos ist noch zu nennen Op. 78 «mal, Op. 100 7mal. Klavier-Soli 73, besonders hebt sich die Sonate Op. 5 mit 12 Aufführungen, Heraus. Fr. Chopin: Das Konzert Op. 11 13 mal, Op. 21 7mal; seine 404 Klavier-Aufführungen sind arg zersplittert,, hervorzuheben wären Ballade Op. 23 Untat, Op. 47 20mat; Berceuse Op. 57 14ntal; Nocturne Op. 27 Nr. 1 17mat, Op 17 Nr. 2 Untat; Sonaten Op. 35 Staat, Op. 58 7mat; Polonaise Op. 53 12mal; Walzer Op. 34 Nr. 1 Untat; Fantasie Op. 49 9mal; Scherzo Op. 31 12mal. Unkontrollierbar sind hier wieder irte Massen der Zugaben außerhalb des Programms. G. F. Handel: 10 der Oratorien sind in SnmMa 32mal aufgeführt, hterunter Samson 7mal, Judas Makkabäus und Messias je »mal. Jos. Haydn: Die Schöpfung Untat, die Jahreszeiten! 7mm; aus den 70 Aufsührimgen seiner Symphonien sind Militär mit 12, Oxford und Pankenschlag mit je 6 anzuführen. Franz Liszt: Von den Orchesterwerken heben sich heraus Dasso mit 15, Mazeppa mit 13, Les Preludes mit 12, Mazeppa mit 8, das Klavier-Konzert Es dur mit 25, A dur mit 4 dlusführnngen. Bon Klavierwerken sind zu nennen: Es dur-Polouaise lOntaL Rhapsodie XII 9mäl. Felix Mendelssohn: 38 Aufftih- rimgett fanden die Opchester-Ouv-ertüren, darunter die Hebriden Untat, Sommernachtstraum und Meeresstille je 6mal; von den Symphonien wurden die 3. und 4. je 3mal gespielt, das Violin- K/'nzert Op. 64 16ntaL Elias gelangte 6mal, Paulus 3mal zur Aufführung. W. A. Mozart: 3 Symphonien sind besonders yervorznheben, G moll 16inat, Jupiter 14mal, Es dur 12mal Bon den Ouvertüren standen die Zauberflöte Untat, Don Juan und Figaro je 6ntal auf dem Programm; 3mal das Requiem, 8ntal das Klarinettenqtiintett. Max Reger: Aus den 218 Metren, die zur Aufführung gelangten, ragt keins mit einer hohen Zahl heraus, vielleicht könnte ich sein Orgelwerk B. A CH welches 5mal gespielt ist, herausgreifen. Franz Schubert: Dte unvollendete Symphonie H moll ist 32ma( gespielt, die C dur Nr. 7 27mal. Das Forellenquintett Sinai, D moll- Quartett ömäl, das Trio Op. 99 7mal, Op. 100 6mal. Bon ten _ Klavierwerken ragt besonders Op. 15 heraus, das 15ntal iesptelt wurde. Rob. Schumann: Von den 4 Symphonien mrde dte 1.. 21mal, die 4. «mal gespielt, das Klavier-Koitzert )p. 54,2luiat; von den Quartetten Op. 44 Nr. 1 lOiuat, äs Quintett Op, 44 Stnial; Paradies und Peri 6mal, die -reuen aus Faust chnat, der Licderzyklns Frauenliebe und Leben 3mal. Ans den Klavierwerken wurden besonders bevorzugt: Op. 12, 13, lo, je 10mal, Op. 22 9mal, Op. 9,8mal. Richard

Werke sind nach vorstehender Ausführung: Symphonien für Orchester. Olivetti

Ouvertüren

für Orchester.

»

H

10. Mendelssohn Hebriden

4.

5.

47

40

38

34

28

27

24

20

20

20

16

12

44

42

32

32

31

31

28

28

27

26

25

24

1. Wagner

2. Weber

3. Beethoven

VII V Hmoll VIII

IX

I path6tique C dur

I

VI

IV

Meistersinger Oberon Leonore III Coriolan Egmont Tannhäuser Freischütz Tragische Lohengrin Faust Akadem.

6. Wagner

7. Weber

8. Brahms und Wagner

9. Brahms

l.Beelhoven Symph. in

2.

©trauß: Von den 10 zu Gehör gebrachten Orchesteriperköst kommen nur 3 in Betracht: Tod und Verklärung mit 19 Auf­führungen, Don Inan mit 17, Till Eulenspiegel mit 16, dem! folgen Heldenleben mit 8 und Don Quixote mit 7, während! die Symphonie Domestique es nur auf 3 brachte. P. Tschai­kowsky: Hier tritt nur Op. 74 Symphonie pathetique mit 25 Aufführungen, Op. 64 mit 10, das Violin-Konzert Op. 35 mit 9 und das Pianoforte-Konzert Op. 23 mit 11 hervor. Bei Richard Wagner, dessen Orchesterwerke 350 Aufsührungest zu verzeichnen hatten, hat die höchste Zahl das Vorspiel zu den Meistersingern 47, ihm folgen Ouvertüre zum Tannhäuser mit 27, Vorspiel zu Tristan und Isoldes Liebestod Mit 26, Siegfried-Idyll 23, Vorspiel zu Lohengrin 20, Ouvertüre Faust 20, Ouvertüre Holländer 19, Feuerzauber und Wotans Abschied 15, Vorspiel zu Parsival 15 Ouvertüre Rienzi 13. Hier ist hinzuzufügen, daß die Werke Wagners im Konzersaal int Rückgang begriffen! sind, sch sind seit 1907/08 von 736 auf 529 gesunken. E. M. von Weber: An erster Stelle steht Ouvertüre zu Oberon mit 40 Aufführungen, ihr schließt sich die zum Freischütz mit 24 und Enthäute mit 17 an. Hugo Wolf: Auch dieser Komponist ist namentlich in seinen Liedern stark zurückgegangen, seit 1907/08 von 529 auf 301. Sein Feuerreiter hatte 12 Aufführungen^ seine Italienische Serenade 12. Die hauptsächlichst gespielchst

3. ,

und Schubert

4. Beethoven und 5. Brahms

6. Tschaikowsky

7. Schubert

8. Beethoven

9. *

10.

Sonstige

O rchesterwerke.

16

15

15

6. Strauß Till Eulenspiegel

7. Liszt Tasso

und Wagner Feuerzauber

8. Aach 3. Brandb. Konz. 14

9. Liszt Mazeppa 13

1. Wagner Isoldes Liebestod 26

2. Siegfried-Idyll 23

3. Brahms Haydn-Bariat. 22

4. Strauß Todu.Verklärung 19

5. Don Juan ' 17

Brahms Op. 102

4.

6. Tschaikowsky Op. 35

2. Beethoven Op. 61

3. Mendelssohn Op. 64

2. Beethoven Op. 73

3. Schumann Op. 54

25

23

21

16

13

27

25

16

10

9

4. Beethoven Op. 58

5. Chopin Op. 11

Violin-Konzerte m. Orch.

1. Brahms Op. 77

Klavier-Konzerte m. Orch. 1. Liszt Es dar

Am Schluß muß ich noch hinzufügen, daß bei Schumanst die Hundertjahrfeier die Zahlen zweifellos beeinflußte und die Klassiker, wie auch die Romantiker gegen die Vorjahre überhaupt wesentlich in der Zahl ihrer aufgeführten Werke gestiegen sind^ Selbstverständlich behaupte ich das an dieser Stelle immer itutf für die Konzertinstitute, die ich eingangs erwähnte.

vermischte».

.. * Kinder bringen bekanntlich alles mögliche ins Ohr hinein und darum ist eine diesbezügliche Mahnung an die Mütter und sonstigen Behüter der Kinder sehr angebracht^ Hat nämlich ein Kind irgend einen Fremdkörper in das Ohr gebracht, so heißt es vor allem, ruhig Blut behalten und bedenken, daß der Fremdkörper wie er ins Ohr hineingekommen ist, so auch wieder herauskommen muß. Wenn der Gegenstand aus denk Ohre herauslugt, so versuche man ja nicht, ihn mit einer Haar­nadel, einer Pinzette oder einem- anderen Instrumente heraus- zuholen, denn man wird dies nicht fertig Bringen, sondern beit Fremdkörper nur vollends in das Ohr hineinstoßen. Man lasse alles wie es ist und gehe zum Arzt. Der Fremdkörper an und für sich wird im Ohr kaum Schaden anrichten; so haben viele Menschen Jahre, ja Jahrzehnte lang Fremdkörper int Ohr, ohne daß sie irgendwelchen Schaden daran haben. Die Fremdkörper! selbst aber schaden kaum, aber die Entfernungsversuche von feiten Unberufener sind es, die zu Schädigungen des Ohres und oft noch zu Schlimmerem führen.

Logogriph.

Ein Tier bin ich, doch nimmer kann ich nützen, Es pflegt mich deshalb auch niemand zu schützen. Ein and'rer Kopf: Nunchin ich leblos zwar, Doch dien' ich dir zum Schutze Jahr für Jahr.

Auflösung in nächster Nummer-

Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer. Da du einst geboren warst an's Licht, Weintest du; eS freuten sich die Deinem Lebe so, daß, luenn dein Auge bricht, Du dich freust, die Menschen aber meinen.

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»