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Vermachter.
' Welche Farbe sollen die Tapeten habe«? Von drei verschiedenen Standpunkten aus läßt sich diese Frage beantworten: von, psychologischen, von, physiologischen und von dem der reinen Zweckmäßigkeit Von allen drei Seiten ist jüngst in London in einer Versammlung der „Gesellschaft der Beleuchtungs- tngenieure' dieser Gegenstand behandelt worden, wie aus Berichten des „British Medical Journal" hervorgeht. Je Heller die Tapete Sefävbt ist, um so stärker ist die R e i z u n g der Auge n. Doch t es Sache des Arztes, festzustellen, ob sie zu groß ist. Auf die ©tim in ung wirkt die Tapeteniarbe ebenfalls ein. Nach den Erfahrungen der Beleuchtnngsingenieure ist es den Männern gewöhnlich einerlei, welche Farbe die Tapete ihres Eß- oder Arbeitszimmers hat, während bei den meisten Frauen die Farbe der Tapete mehr Beachtung findet. In Gesell>cha>tsräuinen ziehen die Frauen recht belle Tapeten vor, und der Grund hierfür ist, daß sie in recht Hellen Räumen besser zur Geltung kommen. Umgekehrt lieben sie für ihr Boudoir dunklere Tapeten. Wenn nach der Zweckmäßigkeit gefragt wird, kommt in erster Reihe die Menge des Lichtes in Betracht, die die verschieden gefärbten Tapeten zurückwerfen. Hierüber sind Versuche in einen, Zimmer angestellt worden, dessen Decke weiß gefärbt und das durch eine Lampe ohne Abblendung beleuchtet wurde. Die Tapeten wurden dabei aus- gewechfelt. Bei einer dunkelgrünen Tapete war etwa doppelt so viel Licht nötig rote bei einer rem weißen, wenn auf dem Arbeitstische dieselbe Helligkeit erzielt werden sollte. Bei roten Tapeten war nicht ganz so viel Licht nötig, bei hellgrünen dagegen war die Abnahme der erforderlichen Lichtstärke sehr bedeutend. Schließlich stellte sich heraus, daß zwischen dunkelgrün und weiß der Reihe nach zunächst dunkelrot, blau, hellrot und hellblau lagen, bis man zuletzt bei hellgrün die geringste Lichtmenge brauchte. Wem, man also die Beleuchtungskosten allein berücksichtigt, ist die zweckmäßigste Tapete — gesunde Augen vorausgesetzt — die am hellsten gefärbte. Für die meisten Fälle ist die hellgrün gefärbte die angenehmste, so daß man sich für diese entscheiden wird, wenn man nicht die Tapetenfarbe den einzelnen Räumen cmpaffen will.
Kk. Nachahmenswertes aus der französischen K ü ch e. Die Franzosen sind Meister in der Küche. Einer französischen Hausfrau wird es nie einiallen, ein altes Huhn, dem infolge stundenlangen Kochens aller Saft und alle Kraft entzogen worden ist, damit es eine schmackhafte Suppe liefere, noch zu einem Frikassee zu verwenden. Auch die Hammelkeule braucht nicht erst ihre ganze Kraft einer unendlich „langen" Brühe zu opfern. Jedes Stück darf seinen Saft und sein Aroma behalten. Dem, auf dem französischen Mitlagstisch fehlt nie die Suppe aus Rindfleisch, das dann nach der Suppe als erster Gang gereicht wird. Diese tägliche Scheibe Rindfleisch gilt trotz ihrer Einfachheit als sehr beliebte und appetitreizende Vorspeise. Zu ihr werden nämlich weder Kartoffeln noch ivarme Gemüse ober grüne Salate mit schweren Eiersaucen und Mayonaisen gegeben; vielmehr ist es Sitte, rote wir einem Aufsatze der im Verlage von Velhagen & Klasing erscheinenden reichhaltigen Wochenschrift „Die Deutsche Fran" entnehmen, den Tisch mit einer großen Answahl pikanter Beilagen
Leder gefertigt, mit Glocken und einer großen Menge eisernen, Schmuck und ähnlichem behangen. In seinem Ornate saugt der Schamane einen besonderen Tanz unter furchtbarem Schreien und Brüllen an, um das Opfertier unruhig zu machen. Am nächsten Morgen wird dieses auf einem besonderen Gerüst geschlachtet. -t.a§ Fleisch wird aufgezehrt, die Gebeine ober eingeivickelt und auf einen Baum gelegt. Von neuem rast der Schamane in wahnsinnigen Tänzen unter dem Klange seiner Trommel und des Eisen- schmuckes, bis er ohnmächtig wird und vorgibt, tn diesem Zustande mit den Geistern in Verbindung zu stehen. Nun erfährt er auch, ob der Kranke genesen wird oder ob seine letzte Stunde gekommen ist. Diese Anfragen, die Hand in Hand mit Beschwörungen gehen, wiederholen sich öfter, besonders bann, wenn die Kunst des Zauberarztes nichts zu nützen scheint. In diesem Fall trifft der Vorwurf nicht die Unfähigkeit des Schamanen, sondern das Opfer wurde von den Geistern nicht angenommen. Durch mehrfache Wiederholung der Opferung und immer erneute Tänze sucht man sich die Heilung zu erzwingen. In dem Schrank, in den, sich auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung dieser Jakutenschamane befindet, sind noch drei andere Schamauenanzttge ausgestellt. Der eine davon gehört den Golden an und darf heute als ein Unikum gelten, da die Russen die goldischen Schamanenanzüge bis auf dieses Exemplar vernichtet haben. Die beiden anderen Anzüge stammen von den Samojeden. Ter eine Männeranzug ist aus rotem Stoff mit blauer Stoffbordüre und gelben Schnüren, der untere Rand dagegen mit weißem Fell besetzt. Der andere Anzug gehört einer Schamanin. Er ist aus schivarzem Stoff mit breiten roten Streifen gefertigt, die mit gelben Bändern eingefaßt sind. Ten unteren Rand bildet ein schwarzes und weißes Bärenfell. Auch er ist ein Unikum, weil es heute bei den Samojeden weibliche Schamanen nicht mehr gibt. Die Zeit wird nicht mehr lange währen und die Heilmethode durch „bewußtlofe Aerzte" gehört der Geschichte an, während die wenigen Gewänder in Bälde zu den kostbarsten Beständen der Museen zählen werden.
zu bereichern. Außer den verschiedenartig eingelegten Gurken sind sehr beliebte Mischungen: dänische Anchovtes mit Radieschen- scl,eiben, geriebener Meerrettig mit Aepseln in Essig und Del, abgetaner Sellerie, ebenfalls mit Oel und Essig gemengt, wozu man nach scharfen Senf tut, Tomaten mit Zwiebeln, Spargeltöpfe mit Kapern ufro. Selbst die einfache französische Frau spe,st ihre,, Mann und ihre Kinder nicht mit einem Gerichte ab, das sie sich scheuen würde, Fremden vorzusetzen. Trotzdem wird übrigens durch richtige Einteilung und Berechnung die scheinbare Uepptg- keit nicht kostspieliger als unsere Hausmannskost, Die bei uns vielfach übliche Brühe ans billigen Abfallknochen ist ganz ausgeschlossen. Ein Pfund gut durchwachsene Rinderbrust ober Fehl- rivpe von gemästeten Tieren liefert bet richtiger Behandlung einen Liter Bouillon, genug, um sieben der in guten Häusern gebräuchlichen Taffen und reichlich sieben dis acht Teller, wenn Einlagen hinzukommen. Die Fleischbrühe wird nach alter Art geschäumt; gern gebrauchte Zutaten, außer dem nötigen Salz, sind: eine ungeschälte, auf der Herdplatte etwas angebräunte Zwiebel, eine fingerdicke Scheibe Sellerie, eine halbe Stange Poree, eine große Mohrrübe, ein kleines Lorbeerblatt, drei Korner Pfeffer und ebenso viel Gewürz. Das Fleisch wird gar gekocht, in zarte dünne Scheiben geschnitten und sofort recht heiß und frisch zur Tafel gegeben. Tie Bouillon wird durchgegossen wegen der Klärung zur Verwendung für den nächsten Tag aufgehoben, da kein Franzose die Suppe mit Fettaugen ober einem braunen Bodensatz genießen würde. Auf diese Weise erhält zugleich die Hansfraii fast als Geschenk bas reine, geronnene Bouillonfett, bas mit etwas Speckzugabe jedem künstlichen Bratensurrogat vorzuziehen ist. Eine besondere Kunst der Verwertung besitzt die französische Köchin für übrig gebliebenes Fleisch, das durch verschiedene Zutaten zu allerlei schinack- haste Gerichte verwendet wird.
* .Eine Ehefrau als großes Los. Der Wettstreit Japans und Amerikas nimmt kein Ende. Hat kürzlich ein findiger japanischer Warenhausbesitzer eine Lotterie mit einem Ehemann als Hauptgewinn veranstaltet, so bieten jetzt die Amerikaner dieser Sensation ein Paroli, indem sie eine andere Lotterie veranstalten, bei der den Hauptgewinn — eine Ehefrau bildet. Zugunsten eines katholischen Waisenhauses in Pittsburg soll demnächst ein großes ländliches Fest stattfinden, und der Hauptspaß der Feier wird die Verlosung einer jungen, hübschen, 20 jährigen Dame fein, die sich — vielleicht ein wenig leichtfertig — bereit erklärt hat, dem Gewinner zum Altar zu folgen. Wer das Glück hat, kann diese Braut billig heimführen, denn das Los kostet nur 50 Cents, und die Hochzeitsfeier, die Hochzeitsreise und die Ausstattung werden dem Gewinner von der Lotterie ausbezahlt. Der Newyork American berichtet, daß bereits ein wilder Ansturm auf die Loskassen herrscht, und der Ausschuß wird mit Anfragen von Heiratskandidaten bestürmt, die alle mehr oder minder praktische nähere Auskünfte begehren. „Hat das fHiäulein immer gearbeitet, um sich zu ernähren?" „Kann sie Honigtorte machen?" „Lebt ihre Mutter noch ober hat sie eine Stiefmutter?", und wie die Fragen alle lauten. Aber der vorsichtige Ausschuß beschränkt sich in weiser Zurückhaltung darauf, den eifernden Loskäufern lakonisch zu versichern, daß das große Los, die künftige Braut/ goldblond sei. . . .
* Gemütlich. Gast (der schon lange auf die Bedienung wartet): „Kellner, ich warte nun schon eine Stunde." — Kellner: „Ja, denken Sie mal an, wie schnell die Zeit vergeht!"
* SB ettb einerb. „Mein Fräulein, ich bin in Sie bis über die Ohren verliebt!" —■ „Aber das hat mir mein Vetter auch schon gesagt!" — „Ja, aber — ich hab' länge r e O hren!"
* Sein G e p ä ck. „Aber, Herr Knapp, ich sehe Sie wieder mit einer Kiste Zigarren unterm Arm. Sie sollten denn doch nicht so viel rauchen!" — „Da irren Sie! Ich ziehe nur wieder mal um!"
* V e r s ch n a p p t. A.: „Da hast du dir aber einen sehr schlecht sitzenden Ueberzieher angeschafst." — B.: „Ja, glaubst du denn, daß man sie im Restaurant angemessen bekommt?"
Arithmognph.
16 5 flinkes Tier.
2 3 3 2 Fluß in Italien.
3 2 7 2 6 mythologischen Namen.
4 2 1 7 6 Zierpflanzen.
2 12 3 Stadt in Ungarn.
5 2 1 4 6 ein Musikinstrument.
12 3 Teil eines Wagens.
6 13 6 ein Planet.
7 2 5 6 Nebenfluß des Rheines.
Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reibe nach, von oben nach unten gelesen, einen gesuirden Sport.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Patentamt.
Redaktion; R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»


