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ökedaktion: K- N » urath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'kchen Universitäts-Buch- rmd Steindruckerei, R. Lang'», Gießet
Atlflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Berlin i st auch eine schöne Gegend.
Magisches Dreieck.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a b b i i llnnnrruu derart einzutragen, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend solgcndes bedeuten:
1. Farbigen Edelstein.
2. Mächtiges Gebirge.
3. Ungarischen Titel.
4. Teil von Illyrien.
5. Einen Buchstaben.
Auflösung in nächster Nummer.
aber auch in diesem Falle als Träger des aulgeschlagenen Buches benutzt werden, während das zur Aufbewahrung des ersteren dienende Kästcheir, aus denselben Tisch gestellt, das Stativ ersetzt. Die Vorrichtung wird demnach, wie aus dem Gesagten erhellt, unter allen Umständen bei Reproduktionen von Originalen aller Art in gebundenen Werken und Zeitschriften eine passende Verwendung finden. Als Kopierpresse benutzt, gestattet sie leichte und s chnelle Vervielfältigung vonTexte n,Holzschnitte n,Kupfer» stichen und Zeichnungen in natürlicher Größe. (Photo- Sphien, Farbendrucke sowie Bilder mit vielen Halbschatten lassen durch Rückbelichtung des Bromsilberpapieres nicht gut reproduzieren!) Mit Hilfe der Abdrücke können aber auch Lücken in alten Büchern aus die einfachste Weise ergänzt werden, wenn ein vollständiges Exemplar leihweise für einige Stunden erhältlich ist.
Das Verfahren ohne Kamera eignet sich vorzüglich für Laien auf dein Gebiete der Photographie, da Fehler beim Einstellen des Bildes und beim Belichten ausgeschloffen sind, das Entwickeln und Fixieren der Negative aber von jeden: Atelier zu mäßigen Preisen besorgt wird.
strahlenden Blickes sein Akademiekollege Gaston Baissier auf, MZ erklärte dem Freunde: „Ich must Ihnen eine Neuigkeit berichten, die Sie nicht wenig demütigen wird". Renan fragte, was denn geschehen sei, und erhielt die Antwort! „Meine Autogramms werden höher bezahlt als die Ihren." „Das stört mich nicht," erwiderte Renan lächelnd, „aber woher wissen Sie?" „Ich wav gestern bei der Auktion in der Rue Dro'not und da wurden zwei Briefe versteigert, einer von Ihnen und einer von mir. Für Ihren Brief bezahlte man 3 Franks, für den meinen aber fünf." „Dck erzählen Sie mir nichts Neues, ich weißes schon," meinte Renan; „aber Sie Müssen sich keinen Illusionen hingeben. Kennen Sie den Zusammenhang der Sache?" „Nein." „In Ihrem Brief befinden sich nämlich drei o r t h o g r a p h i s ch e F e h l e r. Sehen Sie her, hier auf meinem Tische liegt Ihr kostbares Autogramm.: Ein Freund von mir war bei der Versteigerung und als er die falschen Perlen sah, mit der Sie Ihre Prosa geschmückt hatten, trieb! er den Preis in die Höhe und ließ sich den Brief zuschlagen. Grade Vor einer halben Stunde brachte er mir den Brief mit deut Auftrage: „Geben Sie doch diesen Brief Boisfier zurück; denn wenn er ihn mit diesen seltsamen grammatikalischen Ornamenten weiter zirkulieren läßt, könnte das dem Ruf der französischen Akademie schaden. . ."
— Das Wetter Und die Telegraphendrähte!, Jedem Wanderer, der über Land auf einer Straße geht, an deren Seite eine Telegraphenleitung entlangführt, wird das dunrpfe Tönen ausgefallen sein, das häufig ohne Unterbrechung von den Drähten ausgeht und besonders deutlich erklingt, wenn man das Ohr an das Holz der Telegraphenstange legt. Tie Ansichten über die Entstehung der rätselhaften Töne gehen weit ausein- ander. Tie Kinder meinen, daß gerade in dieser Zeit ein Telegramm über die Leitung geschickt wird, in einem höchst drolligen Irrtum aber befinden sich die Spechte, die wie wütend auf das Holz darauf los hacken, weil sie sich anscheinend von dem Glauben leiten lassen, daß das Geräusch von den im Holz der Stangen befindlichen Larven und Würmern von Aaumschädlingen stamme, die für sie heißbegehrte Leckerbissen sind. Zuweilen trifft man auch auf einen Landwirt, der das Tönen der Telegraphendrähte als Vorboten eines baldigen Wechsels der Witterung zum schlechtem bezeichnet. Diese,von zünftigen Fachleuten vielfach verspottete Ansicht scheint jetzt durch die Untersuchungen eines Meteorologen, des Professors Artur Field in tOtawa, bestätigt zu werden. Der Wind muß als Erreger der Töne außer Betracht bleiben, weil das Klingen auch bei vollkommen windstillen: Wetter eintritt, ferner ist aber auch zu beachten, daß die Telegraphendrähtej nur bei schönem Wetter, nicht aber bei schlechter Witterung ertönen. Bei einer längeren Reihe von Beobachtungen hat sich endlich herausgestellt, daß auf tiefe Töne der Welterumschlag in der Zeit von ein chis zwei Tagen folgt, während bei Hohen Tönen das schlechte Wetter meist schon nach wenigen Stunden eintritt. Selbstverständlich müssen dem Tönen auch wirkliche akustische Schwingungen in den Telegraphendrähten entsprechen, die nach Field auf die dem Eintritt von schlechtem Wetter stets vorausgehende „seismische Unruhe" im Erdkörper zurückzuführen sind. Diese seismische Unruhe, mit der man das leise Schwanken und Erzittern der überaus feinfühligen Horizontalpendel bezeichnet, die in her Erdbebenforschung im Gebrauch sind, tritt jedesmal dann ein, wenn ein Gebiet sehr tiefen Luftdrucks in: Herannahen begriffen ist, |mti> setzt, auch wenn das Zentrum des barometrischen Tiefs sich noch in einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern befindet, den Erdboden in leise Vibrationen und teilt sich nicht nur den Telegraphenstangen, sondern auch den gespannten Drähten mit, wobei der den laugen Schwingungen entsprechende Grundton dem menschlichen Ohr wegen zu geringer Schwingungszahl unvernehmbar bleibt, während die Obertöne zur Geltung kommen.
* Am Stammtisch. „Was ist dir denn passiert, Karl,- du siehst ja so betrübt aus?" —■ „Denkt Euch, ich telegraphiere gestern meiner Frau, die bei ihren Eltern auf Besuch ist: „Bringe Butter mit!" Und io Schreck! Bringt sie die Mutter mit!"
* Unter Freundinnen. „Die Rätin hat mir ein großes Geheimnis anvertrant!" —■ „Darf ich Ihnen helfen, es zu tragen,?"
Vermischter.
* Ist das gebackene Brot keimfrei? Da das Brot HÄM Backen einer hohen Temperatur ausgesetzt ist, so pflegt man anzunehmen, daß Krankheitskeime, die während der Zubereitung des Teiges zufällig hineingerateir, in der Hitze des Backofens zugrunde gehen. Indessen läßt das Auftreten gewisser Brotfehler, wie z. B. das Schleimigwerden, das durch in: Mehl vorhandene Sporen verursacht wird, es zweifelhaft erscheinen, ob jene Ansicht Unbedingt richtig ist. Um nun über diese praktisch sehr wichtige Frage eichgültig Klarheit zu gewinnen, haben soeben B. v. Fenyvessy jund L. Dienes im hygienischen Institut der Universität Budapest eine Reihe diesbezüglicher Versuche airgestellt, indem sie dem Teig Hekannte Bakterien zusetzten und beobachteten, ob diese sich ans idem fertigen Brot herauszüchten lassen. Die während des Backens erreichte Höchsttemperatur wurde durch das Einbringen leichtflüssiger Legierungerr von bekanntem Schmelzpunkt oder durch das Einkneten kleiner, eigens zu diesem Zweck verfertigter Maximalthermometer in den Teig bestimmt. Dabei zeigte es sich, daß bei Reinen Broten von etwa 19 Zentimeter Länge und 10,5 Zentimeter Dicke die höchste während des Backens erreichte Tenrperatnr 94 bis 104 Grad Celsius betrug. Nun setzte mau dem Teig während des Knetens Aufschwemmungen eintägiger Kulturen von Bacterium coli und Bacillus prodigiosus zu. Das fertig gebackene Brot wurde nach dem AbWhlen mit der Flamme eines Bunsenbrenners an der Oberfläche grüMich abgebrannt und mit einem Messer zerschnitten. Hierauf entnahm man an verschiedenen Stellen Mit einer ausgeglühten Pinzette Stückchen der Krume, die sofort in sterile Bouillon verbracht wurde. Das Ergebnis war, daß Ec die zugesetzten Bakterien abgetötet worden waren, daß aber
r «nbere Arten sich entwickelt hatten. Weitere Versuche, die sowohl mit größeren Broten als auch mit Semmeln vvr- Aenommen wurden, zeigten, daß im Backwerk meist sporenbildende Bakterien vorhanden sind. Durch das Backen wird also das Brot nicht mit Sicherheit feimfrei, es besteht vielmehr die Möglichkeit, daß die Sporen krankheitserregender Bakterienarten, die durch Zufall in das Mehl oder den Teig geraten, auch nach dem Backen noch entwicklungsfähig sind. Allerdings hat man von einer auf diese Weise entstandenen Infektion bisher iwch nichts gehört.
* Renan-Anekdoten. In einem interessanten Aufsätze des Samedi veröffentlicht Suzy Separe eine Reihe lustiger Anekdoten von Renan, die von dem trockenen Humor Zeugnis ablegen, der in dem Wesen des berühmten Verfassers des „Leben Jesu" seine Stelle behauptete. Als Eugtzne Manuel als Kandidat für die Akademie auftrat, beauftragte er seine Gemahlin mit der Umständlichen Verpflichtung, alle nötigen Besuche zu machen, Um die Mitglieder der Akademie um ihre Stimme zu bitten. Mus dieser Reise kam Frau Mannst auch zu Renan; die wackere Dame appellierte an das Mitleid dies großen Mannes und sagte: „Wenn er nicht gewählt wird, wird er sterben, er könnte es -nicht überleben." Renan versprach auch, seine Stimme für Manuel abzugeben, aber der Kandidat wurde trotzdem nicht gewählt und nach einiger Zeit begannen von neuem die Besuche der guten Fran Manuel. Ms sie wieder bei Renan vorsprach und ihre Bitte vortrug, meinte der berühmte Schriftsteller mit einem Lächeln: „Nein, welche Freude, gnädige Frau, ich hätte geschworen, Manuel wäre gestorben." . . . Frau Aubernon hatte die merkwürdige Angewohnheit, wenn immer in ihrem Hause sich unter den Gästen eine berühmte Persönlichkeit befand und den Mund zum Sprechen öffnete, an eine große Glocke zu schlagen, damit ja alle Anwesenden Nichts von der Aeußerung des berühmten Gastes versäumten. Eines Tages war auch Renan zum Diner gekommen, man saß bei Tische, Und mit ihren Argusaugen bemerkte die Hausftau plötzlich, daß Renan :m Begriffe stand, den Mund zu einer Aeußerung zu öffnen, sofort schlug Frau Aubernon an ihre große Glocke, nnb es wurde toten ihn. Da ertönte die ruhige Stimme des Gelehrten: „O, ynadrge Fran, es lohnt nicht der Mühe des Läutens, ich wollte Mr um etwas Erbsen bitten." Eines Morgens tauchte bei Renan


