Ausgabe 
21.8.1911
 
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Du wirfst alles durcheinander," antwortete TiM. -,M« Azteken wohnten in Mexiko, weiter unten aber ivoynten an­dere Völker, die indessen auch schon ausgestorben srnd. Alles Lebende steht auf der Höhe der Kultur."

Das ist noch die Frage. Vergiß nicht die Dame «M rotem Haar Und grünen Augen, die von eurem eifersüchtigen Manne umgebracht worden ist, und den erschossenen Photo­graphen. Die Zustände in Quetz sind mrr nicht geheuer ^^Eifersüchtige und Verrückte gibt es überall. Traute, dieser Brief des Senor John - denn wir müssen Senor sagen, nicht Mister; es ist richtiger her gefallt mrr aus­nehmend. Es liegt so viel Verstäudrges darrn. Erist nicht so korrekt ivie die Briefe des glücklich entlassenen Max und nicht so ein flatterhaftes Gedudel wre dre Everstedts.

Ich kenne keine Briefe des Herrn Everstedt. ^ch korrespondiere nicht mit ihm." _ . , ,

Das möchte ich dir anch nicht wünschen, «chatzchen.

Trante warf den Kopf herum.Warum nicht?' fragte

^Warum nicht? Ja nun weil. . . weil man mN besten tut, mit Everstedt entiheder ernsthaft zu korrespon- dieren oder gar nicht. Zum Ernsthaften liegt kern Grund für dich vor und für seine Flattereien bist du mrr [ ^Hat er denu wirklich einen so miserablen Ruf, Dirn?"

In deiner Frage liegt ein falscher Ausdruck, Maus< Eine leichtsinnige Frau hat immer emen miserablen Ruf, ein leichtsinniger junger Mann höchstens den Rufitatwi < DiesNana" besagt alles, aber es schädigt sein gesellschaft­liches Renomee keinen Augenblick. Was glaubst du wohl/ wie viele Mütter glücklich sein würden, wenn Everstedt ihr Schwiegersohn werden wollte!" .

|Du hast auch einmal gesagt, Everstedt wäre eine Parirs I Äiir dich! Aber natürlich. Ihr würdet glänzend zu« einander passen. Alle Engel im Hunmel konnten Tralal«

I singen. Ich sehe euch schon als glückliches Ehepaar, ^hr I würdet eilch wahnsinnig lieben und gelegentlich Mit den I Köpfen zusammenfahren, daß es stur so kracht. Souuen- I schein und Sturmwind nur persönlich wgeu derlei Ehen mehr zu als die sauft ausgeglichenen. Temperament ist

I mir immer lieber als Kühlschnäuzigkeit. Aber, Manschen I du und Everstedt! Der will oben hinaus. Gestern sah ich I ibn auf dem Tennisplatz mit der Komteß des preußischen gx iSSeraHtt »!" stört auch d>° Wfr.

I 111 wir," sagte Traute. Sie stand auf

"/Warum so plötzlich?" .

ach muß .meine Nachmittagsmilch trinken.

",Trinke ich'mit, wenn ich geladen werde.

--Vergiß deinm Bries nWv Willst du M deipenMexn * zeigen?."-.

Das nette Mädel.

Moman von Fedor von Zobeltitzj

(Nachdruck verboten-) (Fortsetzung,)

Mister Brigham ließ nunmehr eine ausführliche JSe- I schreibnng seiner Besitzungen, seines Stadthauses und seiner' I zÄeschäftslokals folgen iind hatte sogar seinem Briefe eine kleine Zeichnung bei gegeben, einen leicht hingestrichelten I Man, der die Lage besser veranschaulichen sollte. Aber das I schien ihm noch nicht zu genttgeu. Er entwarf auch eme I anmutige Schilderung von Quetzaltenango und semer Um- | qebunq, von dem Leben auf seiner Farm und fernem I eigenen Leben. Er habe zuerst die Ingenieurschule besucht, nach dem Tode seines Vaters aber die kaufmännische Karriere ergriffen, um das alte Geschäft nicht in fremde Hände über­gehen zu lassen und nun erzählte er von diesem Geschäft: I wie es sich unter seiner Leitung stetig entwickelt habe und er heute zu den ersten Industriellen von Quetzaltenango ge­höre, und zu den am höchsten besteuerten Dreihundert. I Schließlich erwähnte er auch nochals Kuriosum": er sei I Besitzer der preußischen Rettungsmedaille am Bande, da er I einmal das Söhnchen des deutschen Wizekonsuls vor dem Tode des Ertrinkens bewahrt habe. Und endgültig schloß I er seine umfangreiche Epistel:

Ich schrieb bereits Ihrem Herrn Vater, daß ich dem­nächst selbst nach Europa komme. Mem Entschluß, um I Ihre Hand anzuhalten, stebt bereits fest. Sie müssen sich nicht darüber wundern und auch nicht glauben, daß die» etwas llngewöhnliches ist. Es kommt sehr oft vor, daß Wir uns unsere Frauen von drüben holen, und zwar haben wir unsere Wahl gewöhnlich schon vor unserer Abreise ge­troffen, wie in diesem Falle ich selbst. ^>ch kenne Sie nach Ihrem Bilde und als Tochter meines alten Geschaftsfreun- des Franz A. Köhler. Dies genügt mir vollkommen. Es bleibt also nur noch die Frage offen, ob auch ich Ihnen gefalle. Darüber eine Entscheidung zu erhalten, .erwarte ich mit Ungeduld. Daß ich mir sie persönlich hole, ist selbst­verständlich.

Ich möchte auch nicht verfehlen, Ihrer Freundin, Fräu­lein Tini Sandratt, an deren Adresse ich Ihrem Wunsche gemäß diesen Brief richte, meine besten Empfehlungen zu Übermitteln, und schließe in der Freude baldiger persön­licher Bekanntschaft und mit hoffnungsvollem Herzen als Ihr ergebenster

Jonathan W Brigham."

-Man sollte es nicht für möglich halten," sagte Traute Nach der anstrengender: Lektüre und faltete den Brief wieder Mammen,daß sich ein Mensch eine so vergebliche Müh? gibt. Er wird doch nicht alle» ErnsteA glauben,, daß ich zu leinen AzteM ziehel"