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wetffe, unb findet den Drost: ich denke ait sie. Man denkt, . Nran arbeitet, man vergißt. Lange, lange Zeit vergeht und ! man hat das Bild nicht betrachtet. ES bestürmen uns andere

e§ uns einmal tot eher m bie Hand, uno Wtr entoeaen, | daß die einst so überscharfe Photographie verblaßt, gilbluh geworden ist. Einzelne Teile sind schon ganz entschwunden Aer gewissenlose Photograph hatte die Salze mcht genügend ausgewaschen: das Bild fällt der Zerstörung anfjemt.

Noch ein Kopfschütteln, ein trauriger Blick, und dre Photographie wird beiseite getan.

Der Staub der Jahre legt sich darauf Nie wieder kommt das Bild ans Tageslicht. Drinnen aber im. Kasten arbeitet an den einst geliebten Zugen unerbittlich dre Zert, frißt und nimmt, gilbt und bleicht. Wenn wir dann erne^ Tages räumen, altes Gerümpel fortwerfen dre Facher leeren, damit einmal Ordnung werde und für Neues platz, fällt uns ein.Pappkärtchen in die Händlern wenig abge­griffen, etwas verstaubt, eine Photographie, von, der, wrr nicht einmal mehr wissen, wie sie zu uns kam. Dre Firma des Verfertigers ragt aus den anderen Papieren hervor. Mit einem Einschläge des Gedächtnrsses wissen wrr es. Es ist nur eine dunkle, unbestimmte Erinnerung an das mensch­liche Wesen, das einst unsere ganze Seele ausgefnllt, das uns heute nur noch dumpf bewußt rst. Den Namen wissen wir. Mühsam erinnern wir uns des Menschen. Einzelheiten kommen wieder. Es beginnt neu zu leben, vor uns zu stehen. Nur eines wird uns nicht wieder klar bewußt: dre $U3®aS Bild wird uns helfen. Wir greisen darnach. Wir riehen es hervor: ein unkennbares Blatt gähnt uns an. Nichts, fast nichts mehr steht darauf. Dre Jahre, dre Salze ßabefii gefressen, die Linien verloscht, dre Augen erblinden gemacht, den Kopf, den Körper, den Menschen,, alles, alles vernichtet. Es blieb nichts übrig als ein bemühe leeres

glückliche Häuslichkeit, so quälte es mich: tvarum kanUs? du das nicht ebenso haben wie der andere?

Ich begann, mich in den Gesellschaften auf den Ballen überflüssig zu fühlen. Der Gedanke lastete auf mir, daß ich hier im Kotillon mit dem jüngsten Fähnrich eine Kette bilden mußte, herumspringen, kriechen, mich bewerfen,, be­hängen lassend, oder was dieser Jndianertanz alles an einen vernünftigen Menschen für Anforderungen stellte Wenn ein blutjunges, törichtes Ding mich bei einer gewissen ~ou.r mit Schellengeläute als Gaul eingespannt, peitscheschwingend durch den Wallsaal trieb, kam ich mir vor wie die Pitt- meister gewordene Mbernheit, der doppeltbesternte wan­delnde Blödsinn.

Da zog ich mich allmählich immer -mehr zuruck aus dem Treiben. In den Gesellschaften hatte ich noch meine alten Freuiidinnen, die einst mit mir begonnen hatten, a zugehen. Die jungen Mädchen fingen an mir l^emd z werden. Mit den Damen meiner Zeit uno ersten Jugend, die ich in Berlin, wo ich jetzt stand, wieoer, getroffen hatte, die fast alle, längst verheiratet waren, mit denen saß ich und sprach ich. Aber die guten Freundinnen segneten mir nicht mein Haus, belebten nicht meine oben Zimmer, sie hatten einen freundlichen Händedruck für mich, sie sprachen von alten Zeiten, sie, wie ihre Männer, umgaben mich mit Güte und Freundschaft aber wenn ich heimkehrte, wenn dir Tür meiner Behausung sich hinter mir schloß, war j)1 "und'ich dachte nicht an eine, bereit Wesen jahrelang in meinem Herzen gewachsen war, in meinem Einsts schwachen Herzen, das heute so still geworden. Ichdachte nicht an sie, denn ihr Bild war verblaßt und vergilbt und verblichen. Der es mir einst vovgezaubert, der große, der aewijsenlose Photograph Liebe, hatte es nicht gereinigt, ausgewaschen lange genug von allen den Nebensonnen die mit malen geholfen, den Blonden und Schwarzen, die einst | in meinem armen Herzen mitgeleuchtet ,

Das Bild war fort. Ganz fort. Nicyt cm Zug, keine I Spur war zurückgeblieben von Herzeloide.

Eines Winters hatte ich mich entschlossen, einen längeren Urlaub zu nehmen. Ich reichte zwei Monate em und daaste dabei: werden sie mir nicht bewilligt, so nehmeich'.ncinen Abschied Ich erhielt den Urlaub, und tm Rock des Bu<.g-.rs, . Äst wie in jungen Jahren, wo keine Wurst zu teuer war, vom erstklassigen Schneider, aber immerhin von einem tüch­tigen Meister entworfen (auch bann wird man anders) fU%tn> München bhielt ich mich nicht auf Es ging gleich weiter an die Riviera. Die großen, bekannten ölte, an betten ich schon geweilt, Nervi, ©an Remo, Bordigheia, Mentone,' Monte Carlo, Nizza, sie alle lockten mich nicht. Ein Reserveoffizier von uns, etn reicher, unabhängiger Mann, der Altertumsstudien trieb und jeden Winter, wenn er ein Buch schrieb, nach dem ©üben ging, hatte mw em Hotel an einem fast nie genannten Punkte empfoh-eit. ® ort fände ich tadellose Verpflegung, anständige Gesellschaft, keinen Zwang, Einsamkeit und doch Menschen, im übrigen aber mindestens die gleiche Schönheit von Land, Vege­tation, Luft und Meer wie an den berühmten Orten. Mein Gewährsmann behauptete sogar, all das wäre noch reicher und köstlicher in Pernese. , _v

Grand Hotel Pernese, so hieß mein Zufluchtsort.

An einem herrlichen Tage kam ich an. In Berlin war Schneetreiben gewesen, ein durch alle Umhüllungen dringen­der Nordost fegte die Straßen hinab, graue Nebel hatten schon seit Wochen die Sonne verborgen gehalten. Hier aber Windstille, dunkelblauer Himmel, keine Wolke zu erblicken und in der Sonne fünfunddreißig Grad Celsius. Dazu die ganze Pracht der Riviera zu ihrer günstigsten Stunde. Das Meer, unbewegt, lag tote ein blauer Spiegel vor dem Hotel, i das dicht am Strande auf einem Kap thronte, rings von Oelbäumen umgeben. ,

Unter meinem Fenster lief in kleinen, sich regelmäßig immer in gleicher Breite an gleicher Stelle brechenden Wellen die Flut an. Gerade dort war bie See tief, fo daß sie fast schwarz heraufschimmerte, in weitem Umfange von Schaum- I kreisen umgeben, nach der Mitte immer kleiner werdend | wie die Ringe einer Scheibe. Sie schaukeilten hin und her, I doch sie schienen immer in derselben rund gezackten Gestair I wiederzukehren. Darüber, hart am Ufer, ein dusterer I Schatten gegen den Himm-el, stand eine einzelne Zypresse. | Das ganze Kap gehörte zum Hotel. Ein Zaun WoS

Matt....... ......

Jahre gingen hin. Ich sah Herzeloide nicht wieder. ! Ihr Bild verblaßte, die Zeit,fraß es auf. Es verging und entschwand meinem Gedächtnis. Ich horte den Namen nicht ! wieder. Ich erfuhr nichts von den beiueit, von Mutter und | Tochter. Ich ward in ein anderes Regiment versetzt, wo kein Mensch den Namen Leristow kannte. Mit den Zähren ward ich auch ruhiger und farbloser. Begeisterung, Schwung und junge Liebe lagen hinter mir. Die Leutnantszeit war I vorüber, ich hatte meine Schwadron und mußte in eigener | Verantwortung arbeiten. I

Und mein Herz, das arme schwache Herz? Ach, es ward ruhig, es pochte nur noch selten, es schwang sich nicht mehr auf zu den Höhen, wo bet Siebe Sonnenschein brenn ein» ; Muht gleich der Mitternachtssonne Tag und Nacht- Die Jahre kühlen, Arbeit dämpft. Wenn, eine neue Madchen- oder Fr au en gestalt in den Kreis meiner Augen trat, da ! leuchteten wohl diese Lichter noch hell auf, in denen emft bet I tote Brand gesessen, aber mehr Worte sand ich- Nicht als zu sagen:Schöne Erscheinung!"

Ich begann, gewitzigt durch Gewohnheit und den Kamps des Lebens, zu fühlen: das Glück dieser Erde liegt ander-- wärts als in ein paar dunklen Augen und einem roten Mund. Es ruht in den Tiefen der Seele; ob zwei Menschen I zusammenpassen nach Ueberzeugung und Denken, nach Lebensgewohnheit und Sitte und Familie. -Schönheit ist ein gar vergänglich Gut. Schönheit, bie aus ewige Zeiten uns binbet, muß aus dem Herzen strahlen, über das so aber so geformte Gesicht. Sie wird mit Sympathie unregel­mäßige Züge ebnen, sie wird durch Güte harte Simen weich, sie kann ein armes Antlitz so reich machen, daß. es »ms täglich durch Neues überrascht.

Aber wo fände ein Mann das, was er durch Erfahrung festgestellt hat, die graue Satzung, die blasse Ueberlegung im Leben wieder^ Mensch geworden, eine Gestalt von Fleisch inib Blut?

Da gab es Stunden, in denen mich! Unbeweibten die Sehnsucht umfing, für ein liebes Wesen sorgen zu dürfen, eine Frau zu besitzen, der ich mitteilen könnte, was mich anging. Wenn ich nach dem Dienst abends zu Hause faß, den» ich machte mir nichts aus dem Wirtshaus, dann be- Hxückte wich hie Einsamkeit. Sich ich im Regiment eine