Donnerstag den <9. Oktober
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jeit in Limmeridge House mit uns alten Komödie gespielt Iiatte. , , , .
Nach einiger Ueberlegung beschloß ich, an den emzrgen redlichen Mann, der uns zu Gebote stand und dem wir in unserer verlassenen Lage vertrauen durften, zu schrerben. Dies war Mr. Gilmores Kompagnon, der dessen Geschäfte leitete, während unser Freund zur Pflege seiner Gesundheit von London abwesend war.
Ich begann damit, daß ich ihm genau unsere Lage aus- emandersetzte, und bat ihn dann um seinen Rat, und zwar n deutlichen, unumwundenen Ausdrücken, um allen etwaigen gefährlichen Mißdeutungen oder Mißverständnissen vorzubeugen.
Gerade als ich int Begriffe war, die Adresse auf das Kuvert zu schreiben, fiel Laura ein Hindernis ein, au das ich in meinem Eifer gar nicht gedacht hatte.
Wie sollen wir aber die Antwort zur rechten Zeit bekommen? frug sie. Dein Brief wird vor morgen früh nicht in London abgegeben werden, und dann die Antwort mit der Post erst übermorgen hier sein.
Die einzige Art und Weise, diese Schwierigkeit zu be- seiligen, bestand darin, daß man uns die Antwort durch einen Expressen direkt vom Geschäftslokale Mr. überbringe. Ich fügte eine Nachschrift dieses Inhaltes an, indem ich den Boten mit dem um elf Uhr morgen^ von dort weggehenden Zuge abzusenden bat, welcher ihn zwanzig Minuten nach ein Uhr an unsere Station bringen und ihn so instand setzen werde, spätestens um zwei Uhr in Blackwater Park einzutreffen.. Er sollte nach nur fragen, leute Fragen von sonst irgend jemandem beantworten und fernen Brief nur in meine eignen Hände geben.
Sollte Sir Pereival morgen schon vor zwei Uhr zuruck- kommen, sagte ich zu Laura, so wird das Ratsamste sem, daß du den' ganzen Morgen mit deinem Buche oder deiner Arbeit draußen in den Anlagen bleibst, bis der Bote Zeit gehabt hat, mit dem Briefe anzulangen. Ich tmll ihn den ganzen Morgen hier erwarten, um uns gegen Versehen oder unglückliche Zufalltgketten zu sichern. Aus diese Weise glaube und hoffe ich, dag wir gegen Ueberrafchung aeicbütit sein werden. Jetzt laß uns hlnuntergehen. Ev möchte Verdacht erregen, falls wir uns zu lange zusammen einschlössen. . , ,, ... . ,
Verdacht? wiederholte sie, wessen Verdacht konnte es erregen, jetzt, da Sir Pereival das Haus verlas,cn? Meinst du Graf Fosco?
Du fällst an, eben solchen Widerwillen wie ich gegen ibn xu fühlen, Marianne. . r ,
Nein das nicht. Widerwille ist immer mehr oder weniger mit Verachtung verknüpft, und ich kann im .Grasen nichts Verächtliches sehen.
Fürchtest du ihn?
Vielleicht — ein wenig.
Roman von W. Collins.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Der Graf, der kein Fremder war, sah es so deutlich wie ich. Als ich meinen Sessel verließ, um zu Laura zu treten, hörte ich, tote er Sir Pereival „du Narr! zu- slüsterte.
Wir verließen das Zimmer.
Du hast gehört, was er mir gesagt, fuhr Laura jetzt aufgeregt fort. Aber du weißt nicht, was er damit sagen wollte.
In diesem Augenblick hörten wir das Gig drunten abfahren.
Laura sagte nunmehr: . 3 _ ,,
Ich habe dir manches verhehlt, Marianne, aus Furcht, dich zu betrüben und dich schon beim Beginne unseres neuen Lebens unglücklich zu machen. Du ahnst nicht, wie er mich behandelt hat - und doch solltest du es wohl ahnen, da du sahst, tote er mtch heute behandelte Aber ich kann dir jetzt nicht davon erzählen, ich mußte in grauen ausbrechen, wenn ich es versuchte spater, Marianne, wenn ich gefaßter bin. Nachdem du meine Part« gegen ihn ergriffen hast, wird er btr bte Schuld beilegen, falls ich mich wieder weigere. Was können wir tun? O, hätten wir doch nur einen Freund, der uns raten und helfen könnte! — einen Freund, dem wir wirklich vertrauen könnten! ..
Sie seufzte bitterlich. Ich las es in ihrem Gesichte, 'an wen sie dachte. .
Wir müssen versuchen, uns selbst zu helfen, sagte ich. Laß uns ruhig darüber sprechen, Laura — laß un» unser Möglichstes tun, um uns für das Beste zu entscheiden.
Da wir das, was sie über ihres Mannes' Geldverlegenheiten wußte und was ich von seiner Unterhaltung nut dem Advokaten gehört hatte, zusammenhielten, kamen wtr notwendigerweise zu dem Schlüsse, daß das Dokument, welche^ wir in der Bibliothek gesehen hatten, verfaßt war, um Geld zu borgen, und daß es nur durch Lauras Unter» schrift für Sir Pereivals Zwecke vollständig wurde. Jlua) waren wir überzeugt, daß das Dokument eine Verhandlung der niedrigsten und betriigerischsten Art enthielt.
Es war nicht Sir Pereivals Weigerung, die Schrift zu zeigen, gewesen, die mir diese Ueberzeugung aufdrang, denn diese Weigerung konnte ganz einfach die Folge , fernes widersetzlichen, herrschsüchtigen Charakters fern. Mem em- ziaer Beweggrund, feiner Rechilichkett zu nußtrauen, entsprang aus der Veränderung seines ganzen Benehmen.', seit ich ihn im Blackwater Park gesehen, einer Veränderung, die mich überzeugte, daß er während seiner ganzen Probe-


