375

hessische Asstüme bei den englischen UrömmgZfemn

Zu dcr Krönungsseier in London, die eine außergewöhn­liche Pracht entfalten wird, hat die Großherzogin von Hessen- und diePrinzessineu von Battenb erg.ihre Kostüme in Darin­st ad t anfertigen lassen. Wir sind in der Lage, heute eine Be­schreibung eines Teiles dieser Toiletten zu geben, die trotz ihrer Einfachheit von außergewöhnlicher Pracht sind.

Die Großherzogin wird bei der Krönungsfeier ,n einem prunk- hollengoldenen Kleide" erscheinen, in einer Robe, die das Fürstlieh-Prunkende mit Einfachheit und künstlerischem Geschmack vereinigt. Für den etwas fernstehenden Zuschauer wird diese Toilette tatsächlich den Eindruck eines goldenen Kleides Hervor­rufen, und die englischen Chronisten werden nur die Wahrheit j sagen, wenn sie schreiben:Sic trug ein Kleid aus purem Golde./ IN Wirklichkeit handelt es sich bei dem Gvlde um ein tteberk cch auS durchsichtigem, goldgewirkteni Stoffe. Das eigentliche Kleid im Schnitt, wie die große Mehrzahl sämtlicher Hofkleider, ui Priuzeßsorm ist aus weichem, malveusarbenem Liberty-Leiden- stosf gefertigt. Die Formen eng und fest umschließend, fallt der Stoss glatt und faltenlos Herab; die hinteren Bahnen gehen un­mittelbar in eine etwa IV2 Meter lange Schleppe über. lieber diesem malvenfarbenen Seidenkleid wird nun das prunkende, durch­sichtige Goldgewand getragen. In dieser Farbenznsammensteilung liegt vielleicht der größte Reiz dieses Kunstwerkes. Der Glanz des Goldes wird durch die zarte, leicht schimmernde Mattfarbe des reichen Seidengewebes ganz wunderbar nuanciert. Der durch­sichtige Goidstoff des Oberkleides ist vorn geteilt, wird auf der linken Schulter durch eine Brillantagraffe zusammengehalten und geht daun Von der Tajlle ab offen, nach unten und hinten! in leichtem Bogen zu beiden Seiten in die Kleidschleppe über. Der offene Teil des Kleides läßt als vfordere glatte Rockbahn einen dichter gewirkten Goldstoff sehen, der prachtvoll in Phan- tasie-Federmnster bestickt ist. Schwere, breite Stickereien mattes Gold und echte Perlen umziehen lose herab irgend, den Hals­ausschnitt. Von der Schulter fällt die 3p'z Meter lange Kur- schleppe aus schwerem, glänzendem Goldstoss mit malvenfarbenem

ergänzt werden. Die Schleppe wird von dohpelhandbreiten, kost­baren Spitzen üMrahMk, die durch reiche Gold- und farbige Stickereien mit hem Goldstosf verbunden sind. Rüschen von Chiffon führen am Rande zur Farbe pes Grundstoffes über.

Bei dem großen Gartenfest wird die Großherzogin ein Kleid aus weißem Seidcn-Voile tragen. Den kostbaren Aufputz dieses Kostüms bildet ein entzückendes Spitzeutuuigue, ein wahres Kunst­werk moderner Spitzeuarbeit, nach antikem Muster hergestellt. Von säst klassischer Einfachheit ist eine Diner-Toilette, die ganz aus silbernen Spitzeucwweben hergestellt ist. Den unteren Rand des Kleides und die Nwa I1/2 Meter lange Schleppe umrahmt eine prachtvolle, breite Perlenstickerei, die int Muster moderne künstlerische Ornamente auswM. Den oberen Teil dieses Kostüms ziert ein kurzes, lose hängendes Jäckchen ganz aus Perlenstickerei. Zu dieser anmutigen, kunstvollen Stickarbeit sind längliche, weitz.e und silberfarbene, weniger goldene und eine Anzahl türkisfarbene Perlen von beinahe Erbsengroße verwendet worden, die als ein­ziger Farbschmuck das Glitzernde und Blitzende der Silber- und Kristallperlen diskret, aber künstlerisch beleben.

Die P r i n z e s s i n L u d tv i g v 0 u B a t t e n b e r g trägt bei der Krömiugsfeier eine Robe aus parmaveilchenfarbenem Meteor^ einem fließend weichen, glänzendem Seidenstoff, -ras Kleid sackt in glatten, faltenlosen Bahnen, die hinten in eine etwa einen Meter lange Schleppe übergehen. Teil Tailleuschluß zieren große/ schwergoldene Knöpfe, mit vielen echten Brillanten besetzt, von beiten aus als einziger Zierat zwei dichte Reihen kleiner Gold- perlen die gerade Naht der vorderen Rockbahnen verkleiden. An der Taille selbst ist geringer Faltenschmuck, von der rechten Schlüter schräg zum Gürtel herab, den Schluß verkleidend, angebracht. Von der Schulter herab fällt die prunkvolle, fast 3Vs Meter laugst Kurschleppe, die ganz auS einem besonders kostbaren Silberstoff gefertigt ist. Diesen Silberstoff, der in seiner Wirkung auch dem fließenden Charakter des Seidenstoffes entspricht, hat.die Zarin besonders für ihre Schwester in Rußland wirken lassen. Es ist der kostbare Stoff, wie er wohl nur zu den prunkenden Kirchen- gewnudern russischer Kirchensürsteu verarbeitet wird. Adler- und Löwenmotive sind, kunstvoll in Ornamenten verwoben, eingcwirkt. Von der Schulterbreite geht die Kürschleppe, allmählich bis über einen Meter breit werdend, ausschließlich zweier breiter seitlicher l Falten, in einen eckigen Abschluß über. Der schwere Silberstosf ist mit Meteor von der Farbe des Kostümes gesüttertuind seitlich mit gleichfarbenen Chiffonrüschen eingefaßt. Das Kostbarste und zugleich das Entzückendste an dem Kostüm sind icdoch die wunderbar gearbeiteten Spitzen, die Schulter und Brust garnieren, die unteren I Rockpartien umziehen und in mehr als doppelter Haiiobreue die Kurschleppe umsäumen. Die kunstvollen, zarten Spitzengewebe, in denen n. n. ein Kolibrimuster mit seitlich beweglichen Flügeln I unzählige Male wiederkehrt, sind ganz mit der Hand gefertigt, I Die Spitzen sind alles Familicneigeutum der Battenberg.

Für ein Abendfest im Garten bestimmt ist ein Kostüm aus I fliederfarbenem Moire. Zu dem faltenlos, glatt herabfallenden Kleid gehört ein leichter Tüllüberwurf mit reichen Silberstickereien I in ornamentalen Mustern. Halsausschnitt, Brust und Rucken ziert ein bis zur Taille herabfallender, loser Perlenbehang,der m wundervoller künstlerischer Arbeit aus runden und länglichen I Silber-, Gold- und weißen Perlen Blumen und Blatter und ornamentale Muster zeigt. Die kurzen Aermel werd«! abgeschlo fen durch handbreite Stickereien: wundervoll gestickte Rosen m Gold I und Silber mit grünen Blättern. Kostbare, handgcfertigte Spitzen- I garnituren vervollständigen das Ganze Eine A/iner^totlatel der Prinzessin Ludwig besteht aus goldfarbenem L>berth-l uter- kleid mit echtem Spitzenbehang, ben,- ebenso wie die kurze Schuppe, I breite Goldbordcrie umrahmt. Ein Gartenkleid endlich ist aus grau-blauem Voile gefertigt, cbensalls mit Spitzenbesatz in gleicher. Farbe Tie Spitzen zu beiden Kostümen sind wertvolle, echte

ffche ich auch hin. Was du denkst, das denke ich! mich. Mit . seinen Äugen will tich sehen. Was du empfindest, das I empfinde auch ich. Ich fühle wie du, ich glaube, was du I glaubst. Ich will deine Gefährtin sein, treu und unermüd­lich. Deine Freundin bin ich, der du anvertrauen darfst, was je dein Herz bewegt. Du brauchst es mir nicht zu 1 sagen, ich weiß es, ich sehe in die letzte Falte deiner Seele. Das macht, ich habe -ich lieb. Ich will dein sein und dir gehören, bis mein Herz nicht mehr schlägt. Für dich, für dich allein, Geliebter, hat es ja geschlagen, seit tch zur Pernuuft erwacht bin. Ich habe all die Jähre nur gns dich gewartet, still, geduldig. Ich habe es dir nie gezeigt. Ich habe gebangt mit dich und gezittert: Wird erkommen? Gewußt hat meine Seele: eiinnal naht er mir doch. Nun bist du mein, und ich bin dein. Nun will ich dich lieben ohne Ende. Bis das Haar mir weiß wird, ganz, ganz weiß. Dann will ich dich führen an der Hand unb deine Schritte 'hüten vor Steineii und Dornen. Ich will dir dienen wie eine Magd. Ich will dein Pflegen, wenn du mich brauchst. Und wenn du Niich nicht haben willst, dann will ! ich in der Ecke warten, fein still. Warten, bis du mich rufest zu dir, bis du meiner bedarfst, dich nach mir sehnst. Und dann, du Trauter, komme ich und kvill niederkuiew dir zur Seite und leise fragen in dein Ohr:Was soll ich dir tun?" Ich will dich auf Händen tragen. Jeden Wunsch ablesen von deinem Mund. Ich >vill dir raten, wenn du Rates bedarfst, und du mich fragst. Und wenn du einmal in einer müden, schwachen Stunde Stärkung brauchst, daun will ich stark sein und mutig. Bist du müde, fojege dein Haupt an meine Brust. Ich will leise atmen, daß dir nicht vorzeitig erwachest. Deinen Schlaf ivill ich hüten. Er sei mir heilig. Und wenn du traurig bist und weinst, fliegen mit dir meine Tränen. Lachst du aber fröhlich laut, dann soll meine Freude sich einen mit der deinen. Ich will dir ewig dankbar sein, daß du zu mir gekommen bist, die ich so lange bang auf dich gewartet. Dein Ja sei mein ^a. Dein Nein sei mein Nein. Dein Weg ist mein Weg. Ich bin dein eigen. . r,,

Da öffnete sie die Arme, neigte sich zu mir, und rcy schloß sie an meine Brust.

Ein Dank, ein jubelnder, stieg empor zum Throne des Höchsten, der mir mein spätes reiches Glück geschenkt, und ich sprach das eine Wort, darinnen sich mir alles zusammen- fchloß, Dank und Glück und Sehnsucht und Liebe:

H erzel 0 i d e.

" Prinzessin Luise von Battenberg wird bei der Kro- uuugSscicr in einer Matt-rosensarbenen Robe erscheinen, die ist dem ganzen lichten Aufbau den Charakter duftig-zarter Jugend und.Anmut verkörpert. Das Kostüm, im «chmtt des Prtuzcß- kleibes gehalten, ist aus matt-rosaLiberty gefertigt. Ueber das glatte Kleid, das am Halsausfchmtt und sonst hmund wieder diskreter Silber- und Perlenstickereischmuck zrert, fallt em lichtes Spitzeutunique mit ornamentaler Silber ftickerei. xu oiet Meter lange Kurschleppe ist aus leichterem, mattsilbergewirktem Seidenstoff auf ebenfalls rofenfarbeuem Liberty gearbeitet und seitlich mit duftigem Rosa-Chiffon besetzt. Die Schuppe wird von kostbarem Hermelinbesatz emgera-mt, der auf beiden Schultern endet und auf der Brust noch doppelhaudbreit loseubcrhaugtt

Ein Abendkleid ift aus erdbeersarbeuem Liber Y gefertigt, we Farbe in der saftvollcu Nuance reifer Fruchte. Aucy über drei cm, glatt anschließenden, in vornehmer Einfachheit gchaltencn Kleid liegt ein Ueberkleid von zarten, duftigen Chisfonfpltzen gleicher Färbe mit kunstvolkeii Rosenstickereien in den verschiedensten, Nuancen der Roseufarbe, vom zarten Rosa b's tiefem sainteuem Dunkelrot. Halsausschnitt und den unteren Rand dec- luber- kleides umzieht breite, zartgearbeitete Goldstickerei. Auch dieses Kleid ist trotz der kräftigeren Betonung der Farbe wie em Hauch luiltwe uuy |U|iuviviii, Iirausiuum, wuiuuv,, um immvi, I uv« S:ümHirtip Kosttmie wurden in

Liberty-Futter. In die mittlere, breite Bahn der Schleppe sind von äugend und Schönheit. Samt. )i . 1 künstlerische Ornamente eingewirkt, die durch erhabene Stickereien J Dar m sta d t angefertigt.