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Commoedie bezahlt auf gnädigen Befehl, der Zettel a o fl. i— 18 ft.; Noch vor 4 Zettel in dis Pantornrne, den Zettel ä 2 fl. im parguet — 8 fl.; Vor ein Billet auf dem Baal in dem König von Engelland, ä 1 Ducats, — 4 fl. 9 ölt). Bor 3 Billets auf dem Baal stuf dem Römerberg, ä erneu neuen Thaler, i— 7 fl. 6 alb.
Der Raum gestattet nicht, alles äufzuzählen, lv a s a n Waren eingekauft tvurde, um nach „der Fürstlichen Hofstatt" in Kedern geschafft zu iverden. Es ift eine lange, Lunte Reihe von großen und kleinen Ausgaben: „Vor eine Schnürbrust vor Jhro Dnrchlt. Prinzeß Carolma 9 . 15 alb. Dem Kaufmann Lück vor die Lrvrey bezahlt 30 fl. Dem Schneider Elßmamr bezahlt, laut Rechnung bi ft. 22 alb. Die angeführte Rechnung enthalt unter anderem: „Bor Ihre Durchlaucht ein Reich Kleid (der Prinz erhielt ein „gallonirt Kleid") mit einer Tour — 12 fl. Vor Steifschechter 50 Kr., vor Nchseyde 1 fl. 30 Kr., Vor Sieb von Watte zum aussteiffeu im rock 2 ff, vor 3 el (Etleu) Leinwand auf die Sieb 30 Kr. (Meine Kenntnis der Geherrn- itiffe der Bekleidungskunst ist nicht eingehend genug, um erklären zu können, was ein „Sieb" bedeutet.) Vor dre aussteifung der pest (Weste) 40 Kr. Vor 2i/2 el Glantz- schechter zrr ermeifutter und Tasch 38 Kr., vor 2 el Barchet zu Hoßfutter 48 Kr. Vor Hoßsack 18 Kr. Vor ein paar sey- dene jactier 30 Kr. Vor Knöpf an die Hoß 20 Kr. Vor 3 el Leinivand in die vest ä 16 Kr. — 48 Kr."
Der Sattler Johann Heinrich Escher stellt seine Rech- Ullng: — „Ihre Hoch für ftl. Durchs. von Stollberg Getheru Belieben vor Sattlerarbeit... 17 ft. 13 Kr.", und quittiert „Ist mir am löten (Oktober) zu Dank bezahlet". (Das ist die übliche Form der Rechnung und Quittung). Dem Schuhmacher Reichert vor die rothen Seit Seile zu machen" wurden 33 fl. gezahlt. „Dem Wein Händler Laurent vor eine Piece und etlich Boutl. Bourgunder Wein — 90 fl. 18 Kr., dem Lederhäridler Briickmann 82 fl. Der Fran Jacobin vor einen Huth, welchen der Page bekommen, 2 ft. 15 alb. Bor zwei Kraut Meßer 8 alb. Bor 3 Haarsiebe in die Küche 15 alb. Vor 150 Federkiel in die Küchstube (für den „Küchenschreiber") 1 fl. Vor 2 Bund Bandweyden vor den Bender (Küfer) 2 ft. 8 alb. Bor 3 Bütten in den Maststall 1 fl. 9 alb. Vor 10 Schn (Schuh- Fuß) Weinröhren 25 alb. Vor 2 Laternen mit Lampen 26 alb. Vor zwei große Pferdeschwämme 10 alb."
Philipp Jakob Lindenfelß lieferte an „Specereywaaren nämlich feinen Reiß, ertra feinen Vorschuß, extra ferne Gerste, feine Faden-Rudten, Schnecke-Nudlen, Grieß-Mehl, für 15 fl. 23 alb. „Bor zwei Schachteln dazu" setzte er 20 Kr. an. „Vor drei ©immer Hirschen ä 2 fl." wurden 6 fl. bezahlt. ,,'Meßgeld hievon 1 alb.; Tragertohn vor diesen Hirschen 'in das Quartier 4 alb. Vor 2 Pf. Weinspahn 10 alb." Der „Materialist" Philipp Gallus Mettenheimer schreibt seine Rechnung: „Anno 1745 in Franksurth. Dero Hochfürstl. Durchläugt von Stolberg Geedern Geruhen genädigst vor Nachstehendes alß folget pp. 25 stück Eitrouen -2 fl., 3 Pfund Spanische Seiffe — 1 ft. 12 Kr. 4 Loth qantzen Saffran — 1 ft. 36 Kr., 5 Loth weißen Balsam 25 Kr., V/s Pfd. Pferde Schwämme — 1 fl. 48 Kr., 2 Pfd. gelben Weinspan — 16 Kr., 1 Pfd. weißen Pfeffer 1 fl. 4 Kr., 2 Loth gantzen Saffran — 48 Kr., 1 Buch fein Goldt — 2 fl. 40 Kr., 6 Loth feine Cinober — 30 Kr., 1 Pfd. überzogene Pomrantz Schalen 1 ft. 4 Kr., eine Schachtel hierzu 3 Kr., 300 Englische Gorck-Stöpfen 1 ft. 24 Kr., i/t Hundert Citronen — 2 ft. 15 Kr., 4y2 Pfd. Streu- Zucker 4 ft. 12 Kr. — Summa 29 fl. 17 Kr. Ew. Hochfürstl. Durchläucht unterthänigst gehorsamster Knecht Philipp Gallus Mettenheimer. Zum unterthänigsten Dank vergnügt." Die Rechnung des Johann Hermann Bonn belief sich auf 308 Reichstater und 18 Kr. Dafür hatte er unter anderem geliefert: „2 Pfd. Pfeffer — 80 Kr., iy2 Ctr. Raffinat — 37 Rth. 45 Kr., 10 Pfd. Forinten 1 Rth. 30 Kr., 22i/2 Pfd. Kleine Capern, ä 12 Kr., 8 Pfd. große deito ä 20 Kr., 14 Pfd. Sardellen ä 40 Kr., 2 Pfd. Näglein 6 Rth., 28i,-i Pfd. Cöll. Stockfisch ä 6 Kr., 3 Pfd. Lange Mandeln ä 28 Kr., 25 Pfd. Eandit ä 26 Kr., 25 extrafein weißen betto ä 45 Kr., 15 Pfd. Levantkaffee — 12 Rth. 60 Kr., 12 Pfd. Bourbonse Caffse — 4 Rth., 6 Pfd. Congoethäe ä 3 fl., 2H2 Pfd. betto ä 2 fl., 2 Pfd. extrafeine Chocolabe 3 Rth. 30 Kr.
Alles Eingekaufte würbe auf zwei Wagen verpackt unb von Glauberger Bauern abgefahren. „Denen Lenthen,
tvelche mit zwei Wagen Meßwaaren gefahren zur ZehruW S-ben, für sie unb ihre Pferde vor den heutigen Tag weilen sie bie Nacht in Bergen bleiben müßen 2 ftl 22 Kr., bissen Lenthen vor Weggeld und Zoll unterwegs, wo kein Pah hilft, 13 alb., denselben vor Wachtgeld wo sie, des Slachts liegen 6 alb." Der Weg von Frankfurt nach! Gedern beträgt zwar nur etwa 55 Kilometer, führte abev durch verschiedener Herren Gebiete, die Weggeld und Zoll! erhoben, wenn nicht besondere Abmachungen mit ihnen! getroffen waren. Um die umfangreiche Bagage zu fahren und zur Bespannung der herrschaftlichen Chaisen kamen! von Glauberg 12 Pferde. Außerdem wurden noch 6 Post-, Pferde gemietet bis Glauberg für 12 fl. Der „Oberknechts von der Post, so bie Pf erbe geschafft", erhielt 15 alb., „dre beyden Posttlione" 1 fl. 10 Kr. Trinkgeld.
Im ganzen wurde in Frankfurt ausgegeben der stattliche! Betrag von 5364 fl. 8 alb., — dabei ist bie ebenfalls beträchtliche Summe der reinen Geldrechnung —- Abrechnungen mit Bankiers — nicht mit eingerechnet.
Vci’mHdites*
s Der heilige Kolumbus. Die Bemühungen um M Heiligsprechung des Kolumbus traten erst im 19. Jahrhundert auf. Ter Erste, der damit auf dem Plan erschien, war ent Gral Noselly, der mit seinem Buche „La croix dans le deux Mondes (Paris 1844) für Kolumbus' Seligsprechung eintrat und damit das Interesse des Papstes Pius IX. erregte. Auch dem dreizehnten Leo war der Gedanke nicht uusvmpathi,ch. Aber ungluckkcherwe.isS platte der Entdecker Amerikas keineswegs das erforderliche heilige Leben geführt; hatte er doch ein Verhältnis nut Beattiz Enriguez, einer Dame aus Cordova, gehabt, dem ein unehelicher Lohn, Fernando, entsprossen war, und es stand gar Nicht fest, daß er, etwa heimlich die Mutter dieses Sohnes, so sehr er stets für sw besorgt gewesen, auch geheiratet hatte, ^arum erhoben stch gewichtige geistliche Stimmen gegen den Plan, und da dessen Anhänger zähe an ihm festhielten und die Einwande hmwegzudlspu- tieren suchten, so setzte sich der Kamps um die Heilig- ober Seligsprechung bis zur Vierhundertjahrseier der Entdeckung Amerikas! sjort. Eine Skizze dieses interessanten Kampfes hat even un „Journal de la Socwts des Amöricanistes de Paris (N. S.,- Bd. VI, Heft 1/2) der Vorsitzende dieser Gesell,chast, Henry Vig- uaud, gegeben, und zwar, wie der „Globus" Mitteilt, deshalb, weil neuerdings wiederum die Kanonisation des Kolumbus eiwrgna^ verlangt wird. Ties geschieht namentlich durch eine rn den Vereinigten Staaten sehr einflußreiche Gesellschaft „Knights of Columbus", die sich aus dortigen katholstchen ^rlandern und Italienern zusammensetzt. Es hat drüben eine Agitation stattgefunden, und der Erzbischof von Philadephra hat ,tn Rom eu, formelles, mit zahlreichen Unterschriften ver,ehenes Gcsuckf überreicht. Vignaud kommt in seiner Untersuchung zu dem Ergebnis daß Kolumbus die Heiligsprechung nicht verdiene. Ueber die Art seiner Beziehungen zu Beatriz könne gar teilt Zweifel obwalten, nachdem inzwischen Schriftstücke, aufgefunden seren, dre sie als seine im Sinne der Kirche „unkeusche" bewiesen. Zudem sind nach Vignaud die Bedingimgeu für den höchst umstandlichM Priest der Kanonisicrung so streng, daß cs nicht möglich erscheint, oast sie im Falle des Kolumbus erfüllt werden können. Wenn man das Leben des Entdeckers der Neuen Welt der Kritik unterwirst, so kommen so viele Schwächen ans Tageslicht, daß dre Bedenken, nicht beseitigt werden können, die selbst zwei dem Plane w geneigte Päpste wie Pius IX. und Leo XIII. stutzig gemacht haben,
* Maliziöse Programmänderung. Wegen Erkrankung des Hauptdarstellers geht heute statt ,Kabale und Liebe „Der eingebildete Kranke" in Szene. Dre Direktion.
* Doppelsinnig. „Zwölf Verehrer haben bereits um! die Hand meiner Tochter angehalten!" — „O bitte, Herr Kommerzienrat, ich bin durchaus nicht abergläubisch!"
* Kleines Mißverständnis. „Beim Baron Dallesheim ist die Rotzkrankheit ausgebrochen!" — „Wissen Sw, dest hab' ich überhaupt noch nie ohne Schnupfen gesehen!'
Charade.
Mein Erstes möchte Der Geringste fein, Doch mancher sich umsonst drum Muhe macht. Mein Zweites bringt dir in dein Kämmerlein, Verläßt es aber meistens in der Nacht.
Aus meinem Ganzen wußten unsre Zeiten Ein hochmodernes Schlagwort zu bereiten.
Das offenbart sich nun als Farbendichiung Von einer etwas vielumstrittnen Richtung»
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Hast du den Mut verloren, so hast du alles verloren.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen.


