Ausgabe 
18.11.1911
 
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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Wietzen.

10) Lügner. u) doch. 12) gehen.

13) vorher. 14) nur. 15) schlecht, übel. IS) taub.

Logogriph.

Mitm" in der Mitte ein Wirtschaftsgerät. Mitb" bin ich Fluß, der zur Nordsee geht, Mits" bin ich schädlich, sobald ich blind, Mitg" kennt mich jegliches Schweizerkind. Und nimmst du das Mittelstück gänzlich heraus, So bleibt dir ein nahrhafter, billiger Schmaus,j Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Glück m a ch t verwegen.

die Glocke hat eben zwölf geschlagen 1" Aus den Gesellscha tsmseln ist's aber gerade 1 Uhr nachts und die ganze braune Gesellschaft huldigt dem Schlafe, wenn nicht gerade ein Atondichemtanz m Szene gesetzt werden sollte. Auch in San Franzisko zieht man noch die Decke übers Ohr, wenns nicht gar zu warn, sem sollte: San Franzisko liegt nämlich schon dem Aequator jo nahe rote die Insel Malta. Doch gehen ivir weiter: Wenir es m Berlin 12 Uhr mittags und in San Franzisko 2 Uhr 50 Min. nachts ist, kommt die auf 6 Uhr gestellte Weckuhr in Newyork in Tätigkeit, , um die holde Küchensee aus dem Schlaie zu rütteln. Die ersten vergnügt. x T ~8ra I Semmeln werben hier ausgetragen, die Morgenblätter verteilt:

Ja! Ha! Ha! Ar! lachte der -pEen^org. I bi ainerikanische Maschine setzt sich langsam tn Bewegung! Zur

Lugenschüppeft°)!" Die Kelluerm Mckte verächtlich dre ie portugiesische Köchin das Fleisch zum

Achseln . jx. Maurer Sepp, der Kochen in beit Ofen, während in der Pariser Hotclküche Kartoffeln

Wir tuan iah kartlen! brummte «er Eurer werben sür zeitige Mittcmgäsle. So kommt iinsere Erde

dstrch das Gelächter etwas ermuntert worden war. I . gjube U1,t> irgendwo gi'b'ts jederzeit fleißige Leute, die

Bringt'-. dechftZ Schlafhaub'n «mal hoam! sagte die me Z^jUu°/^s Angesichtes rüstig plagen,so lange es Ja, i moan' aa, Wast, es war' g'sck>euter, wir schuach'n42) I ;Wie man in Marokko Tee trinkt. Die weit- hoamwärts!" Jagte bet Paulen ^?^g. mnaßt fluscht tot d | ^^reitete Sitte, Tee zu trinken, weist in Marokko absonderliche bet die Goas übernachten statt bei dem Werb. , f i Formen aut. Der Landesbrauch fordert, datz die Besucher bet

I mucch amerft13) mer Wern fertig trinken. proreirierre I 5ßirte drei Tassen nacheinander zu sich nehmen, von denen her Walt. , . < Maurer Sepp und I die erste mit Zucker, die zweite mit Vanille und die dritte mit

. ,Tuan wrr nit bafin karUen? frng der JJtaurer Sepp uu neticn g)tm5e zubereitet wird. Am sonderbarsten aber ist die

ttti) ?id) bic D'ßtftylQj^Ticn. 21'ugcTt üljy* suahTph <^nrn I Art der Rubereituncu ®obalb der Hciib die Teekmlne fyeiB Öe*

Naa! b«Wn tarn nnr und Zucker hinein und gießt Wasser auf.

M,i . . . MiNiuaßtslei4) fvahrn! meinte der wcaurer roen'igen Minuten des Wartens füllt er sich eure Tasse ein, Sepp ganz wehmütig.Mir rs a so loh ) . . . a ,o tos . , . I nin^nt einen Schluck und gießt den Rest in die Teekanne zuruck setzte «r weinerlich, hinzm. ^snerin und fügt dort, - falls etwa die Mischung seinen Geschmack noch

Dos glaub t gegen! bemerkte die Sei Inet tn. I Neffen sollte das Fehlende hinzu. Dieses Spiel wteder-

Wir füahr'n di schon hoami irostete rhn der Wast, d^ sich ^tt^ich"wei oder drei Mal und erst bann werden die Gäste be°

selber kaum auf den Beinen halten konnte.I macht z«yl n. I M f sgtQU(1 ÖQf! aud) der Gast regelmäßig nur einen Mrie er dann die Ka hl an Msp Teil der Tasse trinkt, den Rest aber in die Teekanne zuruckgteßt,

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ttuu zu streiten an. . , ,,, I vucyerltscy.

Mit dir rechn' i überhaupt Nit! Du bist mir zu b soffen! I Alexander von Gloichen-Rustwurm, Freund-i rief die Kathl. _ I schäft. Eine psychologische Forschungsreise. Verlag von Julius

Aa guat!" lachte der Wast.I kimm gearn Wicker, wann | g0«mattn |n Stuttgart. Gleichen-Rustwurm hat sich durch feine

t was g'schenkt kriag'!" . | WerkeGeselligkeit" undDas galante Europa" einen Namen

I schenk' dir nix! Du bist mtr schon sicher. Morgen ^^macht als Führer durch den reizvollen Garten der Geschichte

Nack' der Fruahmesf' zahlt mi schon der Weib! bet menschlichen Seele und Sitten, und nun reicht er uns mit

Was? Mei' . . . mei' . . ." Der Wast schien auf einmal über dieFreundschaft" die edelste Blume aus

ganz nüchtern zu werden und> den Kmeschlotterer zu Enegeift | diesem Garten. Zuerst zeigt uns der Verfasser die Freundschaft Aha! Hat's di!" Der Paulen Jorg schlug rhm freund- bef Siebefätoei Bilder, die in ihrer Aehulichkeit

schaftlich auf die Schulter, so daß der Wast beinahe das Gleich- I Verschiedenheit von unerschöpflichem Reize sind. Dann zieht gewicht verloren hatte. _ . K die ganze Geschichte der Freundschaft in reichen, wechselvollen

Die beiden waren aufgestandm und, urüerhandelben, in ber dildern an uns vorüber: wir schm, wie sich ihr Gehalt und ihr«

Mitte der Stube stehend, mit der Kellnerm, wahrend ber ^uurer äu6eren gornrm unter verschiedenen Verhältnissen wandeln, und Sepp einsam auf seiner Bank hockte und wieder eingenukt war. I . Wandlungen selbst bieteU ein Spiegelbild menschlicher Sitten I tua mi nit fürcht'n! G'wiß nit ag no!", prahlte deck oteie utt$> Weise, wie sie von bett Denkern

Wast.Aber i zahl'schon!" Damit zog er emm grünen, schmiß I ^^gesastt, erklärt, hochgeschätzt wurde, lassen sich die jeweiligen rigeit Lederbeutel heraus. "Wmv-tel hast g sagt. frag et und I Dichtungen des menschlichen Geistes erkennen. Die reichen Be- kramte .umständlich.m seinem Geld herum. I »chmtgen, welche zwischen Frmndschaft und Poesie stets be-

Bieraneunz g. _ .. .. ,|z, inmTn»rte der Wast während 1 standen, werden auf gebest; Lahlreiche .poetische Motive aus den

Sakra ! ^aira! Dos is viel, imnmerw der Lvast, wayreno i ßiteraturen c(te Völker gehen auf den Grundakkord der Freund- der Paulen ^org seine Zeche auf den Tisch wercf. | schuft zurück: alte Legmden, die uns fremd'und tot anmuteten,.

Da hast zwoa Kreuzer Trinkgeld. rief d g. I ,, ro^r cjne feinsinnige Deutung erfüllt von tiefem, iatz gtab n wir amal. Geldbeutel Wied eck I warmem Lckm. Ein liebevolles Verständnis für die feinsten mensch-

mi- ""«* ** tae * S* Sm ÖS 6ÄMSÄ

^" Draußen wars lütter kalt. Eine stockfinstere Nacht. Vom Zwang geschrickener Gesetze.

Himmel trieb im eisigen Firntoind leichter beistender Schnee, i Musik für Alle. Lortzings romantische Zaubevope« Die drei Kumpane stolperten fchweigmd durch die steile und IUndine" bildet den Inhalt des soeben erschiMenm neuesten Heftes schlüpfrige Dorfaasse. der NotenbibliothekMusik für Alle". Das Heft enthält u a. das

' $ (Fortsetzung folgt.) | wehmütige Lick UndiuesIch scheide nun aus Eurer Mitte »

_______- I Kühleborns herrliche Ballade und den zartenSchwanensang". , IO, wie köstlich ist das Reisen", ferner dasLick vom Wein ,

I VeitsVater, Mutter, Schwesterii, Brüder". Wie bei den früheren Wenn es in Berlin 12 Uhr ist! Wenn die Berliner Lortzingheften derMusik für Alle" (Zar und Zimmermann" Turinichren die Mittagsstunbe verkünben unb sich die Straßen mit undDer Wildschütz") wird das Heft durch Juhaltsangabe bet ^rmenben, hastenden Menschen füllen, hält der Türke sein Mittags- | Handlung zwischen dm einzelnen Musikstücken vervollständigt, jchläfchen,' ist es in Indien 4 Uhr nachmittags unb ber bezopfte Chinese freut sich auf denFeierabenb." In Kiantschau ist es ,ur- gleichen Zeit punkt 7 das Tagewerk ist also getan! In Neu- Guinea hat man bereits bas Abendbrot verzehrt, in Japan däm­mert es sollte dort Hochsommer sein und auf den Salomon- inseln (egt man sich zur Ruhe. Auf den Fidschünfeln schläft man bereits den Schlaf des Gerechten, und auf der Insel Recker (Sand- wichinseln), sowie in Alaska (Westseite) könnte ein Nachtwächter zur selben Zeit verkünden:Hört, ihr Herren, und laßt euch sagen,

schon die Mnck'n austreib'n! Schlag' kriaget er mir dreimal Irtn j-ag. er schon a so von der Thres! Gelt, Wast?"

hänselte ihn der Paulen Jörg.

'Ki^Wck^haüt di durch, hat er g'sagt!" » Kachl wies mit dem Finger auf den Paulen Jörg. ~ ,

Tast i nit lach'! Do ntt durchtzau n! Ha! Ha! Ha. Ha'/ hau' i durch, wann t mag!" schrie der Wast ganz