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Sepp, foppte schrie
dep der der
2) Viertelliter Rotwein.
3) nirgends.
*) kräftige Bejahung. 6) Pfarrhäuserin. •) auch. ’) MM
•) dann. 8) sonst.
Alsdann b'hüt enk!" sagte der Nachtwachter und ging zur Tür hinaus.
„Wia lang wollt's denn ös da no aufhock'n?" fragte |bte Kellnerin ungeduldig.
„So lang wir mögen!" gab der Paulen Jörg zur Antwort un dmischte die Karten.
„Oes seht's ja nimmer zum Karinen! Oes seid's ja schon alle b'soffen!" spottete die Kellnerin. „Da schaut's den da an! Der schlaft ja schon!" Dabei rüttelte sie den Maurer Sepp, der den Kopf auf den Tisch gelegt hatte und sanft und friedlich ein-, geschlafen war.
„Tu halt dein' Schnabel! Sinscht8) kimm i dir!" drohte! der Wast.
„Oder i dir!" Die Kellnerin, ein stämmiges Mädel, stellte sich resolut vor ihm auf. „Tu b'sosfne Mctt'n du!"
„Was hast g'sagt?" grölte der Wast und wollte sich erheben.
Der Paulen Jörg druckte ihn lachend auf die Bank nieder, „Reg' di nit auf, Kathl!" sagte er zur Kellnerin. „Tu bist jst nit dem Wast sei' Weib!"
„Naa! I tat' mi bedank'n für so an Loder!" erwiderte! die Kathl verächtlich. „Wann i fei' Weib wär', i würd Mx
Ä Oberstock aus tiefbraunen Holzbalken, die durch
Alter und Wetter «chon dre Farbe von Sammet angenommM haben. Neben dem Häusl ein winziger Stall, der gerade Platz genug für zwei Goas bietet. *
„ s. diesem Bestztum, zu dein sich noch drei kleinere Ackerln Und ern Wrefengdnd gesellen, haust der Granaten Wast mit seinem Werb, der Tres. Häusl und Grund sind just groß genug, daß damit zwer altere Leut' und zwei Goas im besten Lebensalter ihr Drauskommen finden können.
®Tmt‘art,en ^6.,Heißt mit seinem bürgerlichen Namen Seebasttan Gfaller. , Wahrend Hauswirtschaft, Stall und Feld zumeist die Thres besorgt, hat sich der Wast im Laufe der Jahre geword ^$enen ^eruf zurecht gelegt. Gr ist Granateufammler . ^on Granaten gibt es in ben Zillergründen noch immer eine reichliche Ausbeute. Der Granaten Wast hat seine festen Handelsverbindungen. Neben den Granaten sammelt er aber auch noch >onst Mineralien, allerhand Stoaner, Bergkristalle und 1° Zeug, „wo die Hearrischen^) drauf fliag'n".
Wenn dann die Zeit der Sommerfrischler und Touristen ^er Wast wie eine.auf Beute lauernde Spinne auf vtt Bank vor «einem Häusl und fangt die Fremden ab. Neben «ich hat er fern säuberlich auf Zeitungspapieren seine Schätze aus dem Mineralreich ausgebreitet.
. „ Mancher blanke Gulden wandert da in die weiten Taschen des Granaten Wast. Er hat es im Lauf der Jahre zu einer großen Erfahrung gebracht und weiß schon, was er verlangen rann. Handeln ist mit dem Wast schwer. Eher, als daß ep einen Sechser nachläßt, kann der „hearrische Zapfen" schon wieder sein^ Weges ziehen. Der Wast ist seines Geschäftes sicher. Macht er es nicht heute, so macht er es morgen. Er kann ja warten.
• . Se&en hat dem Wast ganz gut angeschlagen. 'Er ist
nn kräftiger Kerl, ein hoher Fünfziger, mit einem feisten Gesicht voller Bartstoppeln. Tie Thres ist das reine Gegenteil von rhm. Lang, hager, knochig, mit einem ordentlichen Schnurrbart an der Oberlippe.
Die Thres hat die Hosen an. Im Haus hat der Granaten Wast so gut wie gar nichts zu sagen. Er besitzt auch einen höllischen Respekt vor seinem Weib, das mit der Zeit, für ihn eni richtiger Hausdrach geworden ist.
_ Im Winter da hat der Wast wenig oder nichts zu tun. Da der Mensch aber doch nicht so ganz beschäftigungslos fein' kann, verlegt sich der Wast, der auch in den übrigen Jahreszeiten arg vom Durst geplagt wird, um diese Zeit besonders fleißig aufs Saufen.
Er ist dann einer der allerbesten Kunden des Wirtes in Finkenberg. Man muß doch das verdiente Geld wieder unter, die Leut' kommen lassen. Und dann sitzt es sich in der bacherl- warmen Wirtsstub'n gar so fein, wenn draußen der Schnee treibt und der eisige Jochwind pfeift.
Der Thres war diese Vorliebe des Wast für die Wirts- I ftub'n und für die Gesellschaft, die er dort traf, natürlich nicht I recht. Es gab regelmäßig einen großen Sturm daheim', wenn I der Wast wieder einmal lang gehockt war und schier gar nicht I mehr nach Haus finden wollte.
Ost, war es auch schon vorgekommen, daß die Thres den I Wast mitten in der Nacht überhaupt nicht mehr ins Haus hinein- I ließ. Dausschlüssel gab es beim Granaten Wast keinen. Dessen I Stelle vertrat ein primitiver starker Holzbalken, der von innen I vor die Tür geschoben wurde. Wenn nun die Thres nicht doch I noch schließlich so barmherzig war, den Balken zurückzuschieben dann war der Granaten Wast eben auf der freien Straß'u daheim.
So schlimm war das nun allerdings nicht. Der Wast wußte sich für derartige verzweifelte Fälle ein Rettungsmittel. Wenn das Wetter warm war — denn solche Aussperrungen pflegten sich ja auch im Sommer zu ereignen — dann übernachtete der Wast irgendwo im Freien. Das tat ihm für seinen benebelten Zustand sogar I ganz gut.
Im Winter kroch er einfach in den Goasstall und blieb dort über Nacht. Es' war zwar ein ziemlich enges Quartier, aber dafür warm, so daß sich der Wast in seinen Träumen ost genug in die warme Wirtsstub'n zurückversetzt wähnte, bis ihm dann eine, Goas, ihren starren Bart um die Nas'n rieb und ihn dadurch für einige Augenblicke wieder an die Wirklichkeit erinnerte.
Wenn sich der Granaten Wast auch das strenge Ha'usregemint der Thres, ohne viel aufzumucken, gefallen ließ, so hatte er doch vft einen heimlichen Ingrimm und beschloß, sich die ganze Sache anders einzurichten und der Thres einmal gehörig den Standpunkt klar zu machen.
Es blieb jedoch bei diesen tapfern Vorsätzen. Zur Aus- führung hatte der Wast noch nie den nötigen Mut gesunden. Die Thres konnte gar so viel unheimlich dreinschauen. Und wenn I das der Wast sah, dann fiel ihm schon gleich das Herz in die I Hosen.
Im Wirtshaus gab er es freilich nicht gern zu, was für eine klägliche Rolle er . daheim spielte. Da war der Wast tapfer und Hätte es mit einem ganzen Dutzend Threseln, statt stur mit einer
*) Stadtleute, Fremden, Q , , : J , j,'. j ;
I 5inäia?’L ausgenommen. Glauben tat ihM diesen Mut allerdings "schänd. Deswegen wehrte sich der Wast aber doch immer Befben "euern, wenn er aufgezogen wurde, und spielte den' An einem kalten Dezembertag hockte der Wast wieder einmal paar Kumpanen bis tief in die Nacht hinein beim Wirt. 8^ "ar es besonders fern gewesen,- denn er hatte gerade die Gesellschaft gefunden, dre rhm paßte. Der Nachtwächter, Nv-- Sepp, und der Paulen Jörg, das waren ihm die drei liebsten „Spezi" im ganzen Torf.
späten Gäste hockten um den Tisch beim Ofen herum Und ueßen stchs wohl fern. Jeder hatte sein „Viertele Reath'el"2) ßck) stehen und d,e Kellnerin müßte fleißig ab und zu gehen- um den durstigen Seelen ra«ch nachzufüllen.
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7®eaJ?’,r<FSalt' kimm mit! Wir hab'n a Stuck den gleichest Weg! wollte der, Nachtwachter den Granaten West bereden., m^s'^br.Wast bleibt no da! Da gibt's nix!" legte sich der! Paulen ^org energisch ins Mittel. „Du kannst ja giah'st, Nachtwächter, wann d' willst!" ;
Jörg stopfte sich ein neues Pfeifl und verlangte die Karten- welche die Kellnerin auch alsbald brachte.
-K bisfelT. entschied' sich der Wast mch schsakte pch etn frisches Glas Wem ein. „Iatz tuan wir sto st bissel kartlen!"
e... "?eiu auslöslen! Magst mithalten?" fragte der Paulen Jorg den Nachtwächter.
m »Naa! I muaß iatz ins Dorf schau'n!" antwortete hep Nachtwächter.
„'s brennt ninderscht3)! Wegen dem kaUnst schon bleib'n!" Mischte sich die Kellnerin drein.
~ 'Aös glaub' i schon Aber es is glei zwölfe. I muaß die Stund ausruaf n. Nachher hmm i wieder!"
„Geah', bleib' da! Dös hört ja do niemand, ob dü die Stund' ausruafst oder nit!" überredete ihn der Paulen Jörg.
„WollZ! Die Widurnhäuserin3) Höris schon!" erklärte der Nachtwächter. „Dö woaß jede Süind' bei der Nacht, ob i g'riest hab' oder nit!"
. "sNei' Alte hört di aa6) a jede Stund' ausruaf'n!" lachte der Wast.
„Dei' Alte wird dir heut' schon kommen!" sagte der Maurer Sepp.
r, ,"Dö soll nur! I geah' do nit hoam!" rief der Wast und schaffte sich einen irischen Wein an.
„Wast, paß auf! Du kriagst z'viel!" mahnte die Kellnerin.
„Du beWmmer' di um deine Sach'n!" rief der Wast, der bereits tüchtig eingeheizt hatte.
„Geah' du g'scheuter iatz hoam mit mir!" forderte ihn der Nachtwächter noch einmal aus und zog ihn am Rockärmel. „Dei'- Alte laßt dr sonst nimmer -eint!"
„Was?!" krakehlte der Wast. „Dö laßt mi nimmer eini? Do muaß nn eint lass'n!"
«Wir tuan iatz kartlen!" brummte der Maurer über feinem Weinglas schon halb eingeschlafen war.
„Hast epper') no nia in Goasstall übernachtet?" Paulen Jörg den Wast.
„I Übernacht' nia in Goasstall! Verstanden!" Wast. Tie Kellnerin hatte ihm den Wein gebracht. Durst!" rief er und leerte gleich ein Glas auf einen Zug.
„Ast«) kimmst nit mit, Wast?" Der Nachtwächter hatte! seine Laterne angezündet und wartete bei der Tür.
„Naa! I bleib' no da!"


