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ersten christlichen Jahrhundert die StaK Verivüsleteu, die aus den ungeheuren Feuersbrünsten unter Tiber, Nero und Titus gleich dem Phönix aus der Asche verjüngt und herrlicher stieg. Das Feuer wütete so furchtbar, weil es., au den hölzernen An- Und Vorbauten, die selbst Paläste hatten, stets Nahrung sand, dann aber auch, weil die Spritzen bei der Höhe der Häuser nicht wirksam sein konnten. Die Stoßspritze mit zwei Stiefeln war bereits von Hero von Alexandrien konstruiert worden, und die römische Feuerwehr hatte umfängliche Maschinen, die manSipho" nannte, augenscheinlich Spritzen mit Schläuchen, wie matt aus den Angaben von Plutarch, Strabo, Dio Cassius und den Losch- vorschristeu im Gesetzbuch des Nlpian entnehmen kann. Aber da die Römer schon bescheideneWolkenkratzer" bauten, vermochten die Spritzen einem Dachstuhlbrand überhaupt nicht zu Leibe zu gehen. Schlimmer als in der Hauptstadt war es im weiten römischen Reiche um die Feuerwehr bestellt. Als in Nikomedia eine Feuersbrunst wütete, war nach dem Bericht des Plinius «n Trajan in der ganzen großen Stadt kein Feuereimer, keine Spritze, überhaupt keine Löscheinrichtung vorhanden. Plinius be­antragte, wie es in anderen Städten der Fall war, aus Hand­werkern, besonders aus beiten, die dazu am brauchbarsten waren, den Zimmerleuten und Deckenversertigern, eine Feuerwehr zu schaffen, aber der Kaiser begnügte sich, zu verordnen, daß in Zu­kunft jeder Hausbesitzer Eimer und Spritzen bereit halte. Immer­hin waren im 2. Jahrhundert, wie uns aufgefnndene Inschriften erkennen lassen, Feuerwehren in fast allen großen Städten er­richtet; sie bestanden noch bis in das frühe Mittelalter hinein, dann aber gerieten, wie so viele antike Institutionen, auch die Löschanstalten in Verfall. Die Verordnungen Karls des Großen, überall Feuerwächter anzustellen, nutzten wenig. Wie in primitiven Zeiten war der Mensch auf sich selbst und auf dis Hilfeguter Freunde, getreuer Nachbarn und desgl." angewiesen.

Erst im späten Mittelalter wird der Kampf gegen das heiße Element wieder besser organisiert. Das Holzwerk der Häuser, die hohen Dachstühle, die Dächer mit ihren Strohhauben waren ein rechtes Fressen für das Feuer, das sich gierig in sie Uneiiw- wühlte; das Fehlen von Schornsteinen, die Enge der Gassen trugen des weiteren daran schuld, daß uns jede Stadtchronik jahraus jahrein von großenBrünsten" zu berichten hat. Man suchte dem entgegen zu wirken, indem man das Anfertigen von feuergefährlichen Stoffen und das Hantieren damit im Umkreise der Stadt verbot. Auch drängte mau seit dem 14. Jahrhundert aus daS Erbauen von Steiithäusern und das Vermeiden von Strohdächern hin, doch ohne Erfolg, denn noch int 17. Jahr­hundert gab es viele mit Schindeln gedeckte Holzbauten. Aus dem 13. Jahrhundert erzählen uns die ersten Feuerord- nungen, die nun neben die Bauordnungen traten, von der Sorgfalt, die man dem Löschwesen zuwandte. Ludwig IX. erließ 1.254 ein Edikt, indem er die Zünfte von Paris zum Kamps gegen das Feuer verpflichtete und eine Feuerwehr einrichtete, und seine Nachfolger vervollkommneten seine Bestimmungen. In Deutsch­land stammen die frühesten Feuerordnungett ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert und zwar ans Nürnberg. Jeder Bader, Torwärter, Weinablader, Weinmesser und Brauer soll einen Wasser­zuber in gutem Stand halten und allsogleich bei Feuer auf die Brandstätte bringen. In Krakau wird 1374 beschlossen, daß ein jeder bas Feuer, das Sei ihm auskommt,beschreiben" soll; wer das erste Wasser bringt, erhältein Firduug", der zweite sechs Groschen; für jedes weitere Faß werben zwei Groschen gezahlt. Eine ausführliche Schilderuug der mittelalterlichen Löschanstalten findet sich in dem Baumeisterbuch von Endres Tücher von 1449. Sobald ein Feuer ausbricht, haben es die Scharwächter, ob die Sturmglocke läutet oder nicht, den Hauptleuten, die über das Feuer gesetzt sind, den Feuermeistern und Viertelmeistern zu melden, die alles leiten. Dann sollen die Scharwächter fleißig nach Dieben ausschauen, da diese nicht selten sich bei den Bränden einsinden und die geretteten Sachen bewachen. Bürgermeister und Ratsherren verfügen sich cmfs Rathaus und geben von hier aus ihre Befehle. Auch Armbrust-Bogenschützen sowie die Söldner treten sogleich zusammen und warten, bis man ihrer bedarf. Die eigentliche Löschmannschaft bilden: die gemeinen Frauen, die Ab­lader, Schröter, Wagkuechte, 16 Zimmerleute und 8 Maurer, alle Meister unb zu Löschmeistern bestimmt, mit ihrem Werkzeug und alle Bader samt ihrem Gesinde mit Kübeln und Schäffern. Alle Lohnfuhrleute und Müller haben die Wasserkufen, die bereit stehen, auf jhren Schleifen heranzufahren... Es entsteht also ein lebendiges und buntes Treiben in der mittelalterlichen Stadt, wenn der schaurige RufFeurio!" erschallt, bas grelle Blaseii; der Alarmsignale und das dumpfe Dröhnen der Sturmglocken die Gassen durchtönen. Als eigentliche Waffen gegen das Feuer wur­den verwendet: Leitern, Feuerhaken, Fenerschäffer, lederne Eimer !und einfache Handspritzen, die ans Eisen oder Bronee mit höl­zernem Griff waren. In Nürnberg verfügte jeder Viertelsmeister Aber vier solcher Spritzen und 25 Eimer. Aehnliche Verfügungen wie in der Stadt Dürers gab es int 15. Jahrhundert überall. Dieherrliche Ordnung bei Feuerslärm" in Straßburg rühmt ein Ausländer, der Kastiliatter Peter Tafur, ganz besonders als eine Einrichtung, die man in andern Ländern nicht so vorzüglich an- treffe. Die Breslauer hatten noch die weise Verfügung, daß her

Magistrat jedem müßigen Zuschauer, Mann, Jungfrau oder WM einzusperren und zu bestrafen drohte...

Alle diese ausführlichen unb besorgten Anweisungen, die Die Räte der Stadt gaben, konnten aber erst wirklichen Nutzen stisten, als weittragende unb große Wassermassen schleudernde Spritzen konstruiert waren. Die Handspritzen halten nur einen kleinen Brand ersticken können und waren großen Flammen gegenüber! machtlos. In Augsburger Rechnungen sind bereits im Fahr« 1518Instrumente zum Brünsten, Wasserspritzen zum Feuer dienlich" erwähnt, die von einem Goldschmied Anton Blatner verfertigt waren unb recht komplizierte Maschinen mit Rädern und Stangen gewesen fein Müssen. Aber die erste wirkliche große Feuerspritze von der wir genaue Nachrichten haben, wurde nicht früljer als im 17. Jahrhundert unb zwar von Johann H a u t s ch um 1650 in Nürnberg gebaut. Sie hatte bewegliche Steigrohre, konnte den Wasserstrahl bis zu 80 Fuß in die Höhe schleudern und wurde als großes Wunder angestaunt. Ter gelehrte Jesuit Caspar Schott hat sie ausführlich beschrieben; er erklärte übrigens, daß die Erfindung nicht neu sei; er habe schon 1617 eine solche Feuerspritze gesehen, nur nicht so groß unb rrefslich ausgeführt. Eine weitere Vervollkommnung der Feuer­spritze durch Benutzung des W i n d k e s s e l s führten dann Perrault und seit 1720 der Mechaniker Lenpold in Deutschland durch unb geben der Maschine im Großen und Ganzen die Gestalt, die sie auch heute noch hat. Durch die Erfindung des Hollanders van der Heide traten die großen Schläuche hinzu, die leicht zu handhabenden Schlangenspritzen", und so sah sich die Feuerwehr im Anfang des 18. Jahrhunderts im Besitz von Mitteln, die wirklich eine nachhaltige Wirkung bei der Bekämpfung des Feuers versprachen. Durch diese vortrefflichen Einrichtungen wurden im 18. Jahr­hundert die Brände weniger häufig, aber Die Plage war noch immer arg genug, so daß stets neue Feuerordnungen die Bürger zur Vorsicht und Pflicht ermahnten. Typisch ist dafür die Ber­liner Ordnung von 17 2 8. Die Hauseigentümer müssen für jeden Schornsteinbrand 34 Taler Strafe zahlen, auf den Böden sollen im Sommer stets Eimer mit Wasser stehen. Die Löschmannschaft stellen Bürger unb Handwerker, die vonFeuer- Herren" befehligt werden. Eine Fülle von Einzelvorschriften be­sagt, wie im Fall eines Brandes die Feuerwehrleute herbeieilen sollen. Außerdem sind 464 Bürger bestimmt, die als eine Art Brandpolizei fungieren. Tie Kunstpfeifer, die vom Turm herab Feuer blasen", die zuerst ankommende Spritze usw. erhalten Belohnungen.

Die Not der SLbgebrannten suchte man durch Kollekten unb Hilsskasseu zu lindern. Die Feuerversicherungen, deren Einrichtung schon L e i b n i tz empfohlen hatte, wurden im 18. Jahrhundert überall durchgeführt. Goethe brachte diesenFeuer- sozietäten", die die Herzogin Amalie zum Segen des LanDes für Weimar schuf, so großes Interesse entgegen, daß er mit dem! Ritter von Laug zu dessen größtem Entsetzen von nichts anderem sprach. Eine st e h e nde Bern fs fe u e r w eh r wurde zuerst in Paris 1699 durch Dumourier du Perrier ins Leben gerufen; sie war militärisch organisiert und umfaßte eine Kompagnie von 60 gardes- pompes, aus denen sich allmählich das Corps der Sapeurs- pompiers" entwickelte. In Deutschland folgte man erst spät diesem Beispiel. Noch in den 20 er Jahren des 19. Jahrhunderts war der Feuerlöschdienst, wie O. Bähr berichtet, sehr schlecht organisiert; immer noch standen die Bürger an der Spritze unddurch der Hände lange Kette" gingen die teeren Feuereimer, die der Spritze bas nötige Naß zuführten. In Berlin war es bis 1850 nicht anders. Es gab eine Anzahl Rohr- und Druckmeister; .das übrige mußte von den Einwohnern geleistet werden, die nur in schweren Fällen das Militär unterstützte. Der Polizeipräsident von Hin­ke l d e y war es, der 1851 mit diesem altväterlichen Zopf der auf- blühenden Großstadt brach und auf,Kosten Berlins eine Berufs­feuerwehr gründete. Sie war bald so vorzüglich ausgebildet, baß sie im ganzen Reich als mustergültiges Vorbild anerkannt wurde und beit Anstoß zur allgemeinen Durchführung des modernen Löschwesens gab.

Vermochte«.

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