humoristischer.
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Redaktion: K. Neurath. ~ Rotationsbruck und Verlag der Brühl'Ichen Universitäts-Buch» und Steinbrnckeretz R. Lange, ©tefeeifc
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I
beliebtes Nahrungsmittel.
ein Naturprodukt.
2 griechische Göttin.
Stadt in Pennsilvanien.
2 3 Bezeichnung für eine bestimmte Zahl.
2 5 eine angenehme Zeit iür Jung und Alt. Auslöiung in nächster Nummer.
Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer Kaum daß wir spielten aus der Väter Knien, Wird bald das Grab der Ahnen miß umgeben . . Den Wolkenschatten, die im Strome ziehn, Dem Hauch am Spiegel gleichet unser Leben.
Dermndsfes»
* Die Bezahlung der Schweizer Hausfrauen. In der Schweiz ist, wie die »Dokumente des Fortschritts" melden, durch ein Gesetz festgestellt worden, daß der Ehefrau der dritte Teil des Einkommens ihres (Satten gehört als Entgelt für die von ihr
Arithmogriph.
überirdisches Wesen.
Ein Vorschlag. „Ich denke. Sie haben ein Buch geschrieben?" — „Tas wohl, wenn ich nur einen Dummen fände, der es verlegte." — „Da nehmen Sie es doch in Selbstverlag !"
* In der Sprechstunde. Arzt: „Wenn Sie immer rauchen, werden Sie nie auf hören zu husten." — Patient: „Tas Rauchen macht mir aber mehr Spaß als das Husten!"
* Ewige Treue. „Ist das wirklich ausrichtige Lieb« zwischen Ihnen und Ihrem Bräutigam?" — „O, verlassen Sie sich darauf, unsere Liebe wird selbst die Scheidung übep- dauern!"
* .F amiliüreL Vater: „Was fällt dir ein, zu bv- haupten, daß wir an deiner unseligen Heirat mit Anton schuld seien?" — Tochter: „Tas seid Ihr auch — habt Ihr mir nicht seinerzeit so schrecklich davon abgeraten?!"
geleistele Arbeit im Hause. Die Frau hat des ferneren Anspruch aus den drillen Teil seines Vermögens und darf über diesen allein noch Gutdünken verfügen. Es ist biet zum ersten Mate festgelegt worben, rote hoch die bisher unentgeltlich geleistete Arbeit der Frau im Hauie zu beroerten tst. Ob ein Drittel vom Gesamteinkommen als Beivertimg der vausfrauenarbeit im Durchschnitt nicht zu hoch gegrissen ist, wird sich wohl, nachdem das Gesetz einige Jahre in Kraft war, erweisen. In der freien Schweiz ist also dte Frau zur Angestellten ihres 'Mannes geworden.
* Der neueste Modetanz Ueher Nacht ist in den Pariser Salons und in den Ballsälen der vornehmen Gesellschaft ein neuer Modetonz entstanden, der den berühmten Apachentanz bereits in den Abgrund der Vergessenheit htnabgestoßen Hal und binnen kurzem wohl seinen Siegeszuq durch Europa nntreteii wird. Der neue Tanz kommt diesmal aus Südamerika, eine Art feuriger und melodischer Habanera begleitet seine Bewegungen, und Jung und Alt übt eifrig, um den „Tango Siro ent in", den argenlinischen Tango, möglichst anmutig und temperamentvoll zu tanzen. Er besteht aus einer Reibe von Figuren, die in ihrem phantastischen Wechsel die Gelegenheit zu graziösen, leichten Bewegungen bieten. In bunter Folge lösen sich während des Tanzes zehn verschiedene Bilder ab, die sich auf einer geschickten Verivendung des Potkaschrittes aufbauen.
* Was alles erfunden wird? Daß die Pessimisten, die so gern alles grau in gratt sehen und auch behaupten, baß der menschliche Erfindltugsgerst abgenommen habe, tm Unrecht sind, zeigt em Blick in die Patentregister, in denen die merkwürdigsten Früchte des Erfindergeistes verzeichnet sind. Ter „Cri de Paris" veröffentlicht einen amüsanten Auszug aus dem Palentregister des Pariser Kunst- und Gewerbe-Konservatoriums, in dem man gleich eine Reibe Höchst sonderbarer Neuheiten verzeichnet findet. Da ist das Patent Nr. 76389, das ein gewisser Herr Stumm aufgenommen bat: „Anwendung des Instinkts der Tiere zum Lenken von Dampf- gefährten auf gewöhnlichen Straßen". Eine andere Ersindung tiägt die Nr. 1612 -2 und schützt „ein neues Verfahren, das daß Ziel verfolgt, alle Nahrungsmittel und Gerichte anreizender und schmackhafter zu machen durch Verleihung emes Geruches von Haaren von Personen weiblichen Geschlechtes". Aber noch rätselhafter als diese Ersindiiiig emes merkwürdigen Feinschmeckers ist das Patent Nr. 260 792, „Unterarme für Tarnen; sie können mit Wasser gefüllt werden, um ihre Undurchdringlichkeit zu er« weifen". Eine andere „praktische" Neuheit tvird durch das Pate.ck Nr. 220186 geschützt: „Schroimmkosser für Fußgänger und Rad- saurer". Unter der Nr. 221 388 hat Chouet, genannt Honorö, gesetzlich Musterschutz erlangt für ein „Mittel zur Herstellung: 1. größter optischer Linsen für die Astronomie und tue Wissenschaft ; 2. größter photographischer Objektive; 3. größter metallischer Reflektoren aus einem einzigen Stücke; bei der Herstellung wird der Eisselturm als Hauptgerät benutzt, um die Matrizen zu ben drei neuen Objekten zu gewinnen: Linsen, Objektive und Reflektoren". Zum Schluß jet noch das Patent 299 889 ermähnt j „Apparat, um die Wellen in dte Badewanne zu leiten"; jedermann kann also gewissermaßen den Ozean im eigenen Heim haben- ____________
bezahlt, je nachdem ihr Kontrakt lautet. Die Gesamtausgabe beläuft sich auf annähernd 10 000 Dollar. Alles zusammen genommen kosten die Solisten demnach 40 000 Dollar die Woche. Tie Kapellmeister erhalten an 2000 Dollar und dre Geholter der zahlreichen Beamten ergeben ungefähr dasselbe.
Damit wäre die Liste geschlossen. Tie mutmaßlichen wöchentlichen Ausgaben betragen also 74 800 Dollar, man darf aber gern 80 000 annehmen, da sich viele kleinere Posten der Berechnung entziehen. Dieser Summe steht eine Einnahme von ungefähr 10 000 Dollar für jede Slufsührung, 60 000 Dollar per Woche gegenüber. Tas Minus muß durch die Aufführungen in anderen Städten ausgeglichen werden. Jedoch gibt es nicht allzuviele Wochen für die Metropolitan Opera, in denen sich die Einnahmen mit den Ausgaben decken — und so ist am Schluß der Spielzeit jedesmal ein neues Defizit vorhanden.
Aus der Geschichte der Grisette.
Die fröhliche kleine Pariser Putzmacherin, die trotz kärglichen Verdienstes und schwerer Arbeit immer heitere ?und lebenslustige Näherin, ist als Grisette berühmt geworden; in schönen Gedichten und luftigen Versen haben die Dichter ihre Lebenskunst befangen, Lafontaine nennt sie „einen t Schatz" und Alfred de Müsset widmet ihr eine poetische Ehrenrettung, mit der sie zufrieden sein konnte. Aber es hat lange gedauert, ehe dte Grisette wenigstens in der Dichtung zu Ruhm und Ehren mifftieg; Erneue Defprez erzählt allerlei Interessantes von den Leiden und den kleinen Freuden der Grisette im Wandel der Jahrhunderte und belehrt den Laien darüber, daß die viel besungene kleine Pariser Näherin, die ihren berühmten Namen dem schlichten Grisettstoss verdankt, mit dem sie sieh ursprünglich kleidete, ihre lange und wechselvolle Geschichte hat. Ludwig XIV. war der erste, der den fleißigen Nähmädchen ein deutliches Zeichen feines Wohlwollens gab; ein Edikt vom 30. März 1675 gewährt de» Grisetten das Recht, sich zu einer Zunft zujgmmenzu- schließen und 'Meisterinnen zu ernennen. Bis zu jener Zeit war das Schneiderhandwerk den Frauen verwehrt und jenes Dekret des eminentönig§ ist damit die erste öfsentliche Anerkennung der Grisette. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts zählte man tn Paris kaum 20 Schneiderinnen, die als fDleifterinnen selbständig eine Nähsttlbe führen durften. Tie kleine Grifette, die sich bis zu dieser Stellung emporgearbeitet und emvorgehungert hat, braucht die Not zwar nicht zu fürchten, aber em sorgloses Leben des Müßigganges winkt ihr nicht. Bon morgens früh, wenn das Tageslicht seine ersten Strahle» sendet, bis zum Dunkel der Nacht führt sie eifrig Nadel und Schere und nur am Sonntag darf die Arbeit nihe». Das Gesetz legte ihr für jede mißglückte oder nachlässige Arbeit fchwere Strafen auf; wehe der Grisette, die tn jenen Zeiten eine Naht nicht mit aller Sorgfalt fest und sicher zu- lammenheftete! Zu gleicher Zeit entroicfelt sieh ein neuer Stand, eine neue Znnfl: die der Putzmacherinnen. Das waren die Abkommen jener Pntzhändlerinne», die zur Zeit Ludwigs XIII. in ben Gallerten des Schlosses ihre Ware» fetlbtelten und den Vorübergehenden nicht wenig zusetzte». Erst hundert Jahre später als die echten Grisetten, im Jahre 1775, erhalten die Putzmacherinnen ihre gesetzliche Anerkennung. Sie verfertigten mit mehr oder minder gutem Geichmack Hüte und Kopfbedeckungen und noch im 18. Jahrhundert hielten sie die Spaziergänger an und lenkten die Blicke der 'Menge auf sich, indem sie ihre neuesten Mtister auf der Straße zur Schau stellten und umbertrugen. Am Sonntag aber, wenn der Woche Arbeit überrounben war, zogen sie im leichten Mnsselinkleid mit bunten Schleifen hinaus in die Tanzsäle. Bis zur Zeit des Bürgerkönigs Louis Philipp pflegten die Inhaberinnen von Schneider- und Modeiverkstätten ihre Näherinnen, die kleine» Grisette», in Kost und Wohnung zu nehmen. Tie Mädchen schliefen bann gewöhnlich in einem gemeinsamen Schlafsaale, der nichts weniger als anheimelnd außgefiattet mar. Toch mit den dreißiger Jahre» des vergangenen Jahrhunderts schwand bieie Sitte immer mehr, die Grisette zog ans und gründete sich ihr eigenes kleines Heim, indem sie irgendwo ein Zimmerchen mietete, meist em Dachstübchen, dessen schmales Fensterbrett dann mit Blumen gejcbmüclt und dessen Wände mit bunten Bildern aus Modezeitschriiten geschmückt wurden. Tas war die Zeit, da die Psychologie der wirklichen Grisette sich bildete, die Zeit, da 'Hirni Piuson entstand. Tas Arbeits'eld erweitert sich, nicht nur Kleiber, Mützen und Hüte gehen aus den fleißigen kleine» Hände» hervor, auch künstliche Blume» und Spitzen roerben hergestellt, alles gegen ein mehr als bescheidenes Entgelt. 'Aber wie bart dass Leben auch der Grisette gegenübertritt, ihre Lebensfreudfgkeit, ihr Humor und • ihre Heiterkeit sind nicht zu erschüttern und reizt die Dichter immer wieder, zur Leger zu greifen zum Preise und Ruhm der fleißigen kleinen Mädchen, denen kein Mißgeschick die srohe Laune verdirbt.
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