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Gute int: Menschen und an seine Liebe.
N.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang», Gieße».
sucht, Reizbarkeit, Aerger, 'Sorge, Furcht und Unentschlossenheit ist kein Raum im Kreise der Tüchtigen und Frohgemuten. , Ihnen gehört die Welt, und sie allein erziehen der Menschheit neue Geschlechter, die ihnen gleichen. '
Carlyle sagte einmal, es gebe Menschen, deren Angen, und Gesichter leuchten, als stammten sie ans einer höheren Hnmat.
Diesen frohgemuten Menschentypus möchte der Mann kimst- lich züchten, der dieses vortreffliche Buch geschrieben hat.
vorhandenen Schlüssel mit. Wenn Herr Jaures nun arbeit sm üb nach Hause kommt, so findet er verschlossene Türen, muß, aus der Treppe Platz nehmen und kann dort darüber nachdenken, wie wenig doch ein großer Mann kür die eigene Frau bedeuten kann.
* Höch st wahrscheinlich. Vor einem Pariser Gerichtshöfe erscheint eine stark geschminkte Dame als Zeugin. Sie gibt ihr Alter auf 21 Jahre an. Der nächste Zeuge ist ein junge« Mann, der auf Befragen erklärt, er wäre 23 Jahre. Wegen der auffälligen Gleichheit der Namen fragt der Richter, ob er mit der Zeugin verwandt sei. „Ja, ich bin ihr Sohn." — „Dann! muß Ihre Frau Mutter aber sehr jung geheiratet haben/ ent-' gegnete der Richter. _ ,, 1
*jDer kleine Diplomat. Papa: „Sage 'mal, Karlchen,- wollen wir gehen, oder soll ich eine Droschke nehmen?" —• Karlchen,: „Wenn du mich tragen willst, Papa, wollen wir gehen!"
Gleichllang-Rätsel.
Siehst du mich draußen im Freien, so mach ich die Säuger verstummen
In des Kapellmeisters Hand weck' ich der Töne Gewalt. Auflösung in nächster Nummer:
Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Wenn, was Gott dir zur Freude beschert, Deine Torheit in Leid verkehrt, Wird er dich künftig der Müh' entheben Und das Leid dir schon fertig geben.
Büchertisch.
—.. Rudolf Herzog, Die Burgkinder. Stuttgart und Berlin. I. G. Cottasche Buchhandlung. Ein Lied von der Heimatliebe ist das neueste Werk des niederrheinischen Dichters, der uns von der Schmach des Vaterlandes singt und von seinem siegreichen Auserstehen. Er schildert uns in feinen,, klugen Worten das Erziehungswerk eines allen Mannes, dem die Geliebte den eigenen Sohn hinterlassen hat, ohne daß das Kind davon weiß. Arm und tüchtig haust er auf seiner Burg, in die ihm der Krieg eine sterbende Mutter samt ihren drei Kindern führt. Nach dem Tode der Frau behält er die drei Kinder bei sich und erzteht sie gemeinsam mit seinem Sohn. Durch Kriegsjahre und Herzensnot führt uns der Dichter, und wie sehr die Burgunder tm Laufe der Jahre auseinanderstreben, die Heimat, der Rhein, ist ihnen alles, kettet sie trotz allem aneinander und vereinigt sie auch schließlich wieder in treuer Liebe. Aber nicht die Geschehnisse sind es, die am meisten in ihren Bann ziehen, wenngleich das Werk im guten Sinne sehr spannend geschrieben ist, sondern die warme, herzliche Heimatliebe, der rheinische Pulsschlag der zwischen den Zeilen pocht und die echte, tiefe Männlichkeit, über der der goldene Schein des rheinischen Humors ruht. Keine Heimatkunst in dem Sinne, daß dem Heimatdichter hinter der Heimat die Welt mit Brettern vernagelt ist, aber in dem Sinne, wie jede Kunst in der Heimat wurzelt. Ein schönes Buch für den Weih!- nachtstisch. , , . N.
— Die beiden Hanse, ettt Roman aus unserer Zett von P e t e r R o s e g g e r. Verlag von L. Staackmgnn in Leipzig.- Von zwei Hänsen erzählt uns Peter Rosegger, der immer noch ganz unglaublich jung ist, in seinem neusten Buche, das sich wiederum mit Wahrheitssuchern beschäftigt. Zwei Hanse sind es, der eine fromm und bedacht, der andere fanatischer Freigeist und blutvoll. Beide gehen in die Irre, der fromme Hans int guten, der ungläubige Hans int bösen. Ihm hat es die Stadt! angetan, das blendende Leben im Hause des Geheimrats Weiß- pandtner, der die „Wahrheit" immer auf der Zunge trägt und genau so unwahrhaftig lebt, wie alle anderen. Das Geld der Geheimratstochter hat es ihm angetan, und eine junge Liebe, zu der er an seinem! Verlobungstage heismlich schleicht. Uitti als das Mädchen von der Verlobung hört, da lauft es in die Welt hinaus und trifft den frommen Hans, der Pfarrer ist im Gebirge und findet bei ihm eins Heimstatt. Aber die Kirche will das Mädchen nicht in dem« Pfarrhaus wissen und sie versetzt den Pfarrer hoch hinauf in die Einöde .... Nach jahvS-l langem Wandern und Suchen kommt der ungläubige Hans, der nach der Flucht des Mädchens sich losgerissen von allem, was ihn beirrt und geblendet hatte, in die Einöde Und findet dort seine Liebste, sein Kind, seinen Freund, den er bekämpft hatte wegen seines Glaubens und aus der erkaltenden Hand des Geistlichen, empfängt er sein Lieb zum zweiten Male. Ueber der Leiche des Mannes, der ihnen beiden Freund und Berater war, finden sich ihre Hände wieder. Das alles ist mit der gesunden,, humorvollen Kraft des Dichters erzählt und Menschen und Schicksale treten hier mit einem manchmal grotesken Zweck und Wirkungsfolge gegenüber, so z. B. wenn der Mann, dem der ungläubige Hans einst im Säbelduell den Arm zerhackt hat, ihn nicht aus den treibenden Wassern, holen kann, weil nur der eine Arm gebrauchsfähig ist. Dazwischen stehen feine und kluge Worte über Welt und Leben und- der heilige Glaube an das
Neue Gaben alter Freunde.
Wenn der Herbst die Farben auf seiner Palette mischt, um das abgetragene Gewand der Mutter Natur gar prächttg aufzuarbeiten, dann streut nicht nur Ceres ihre Früchte, auch Apoll spendet neue Gaben, besonders auf dem Felde der Maleret. Um etwas realer zu sprechen: Alljährlich, zum ersten Oktober, tritt die „Bereinigung der Kunstfreunde" (Berlin W.) mit einem reich geschmückten Verzeichnis ihrer Neuerscheinungen hervor. -Dieses hochinteressante Heft bildet die Ergänzung zum Haupt-Katalog. Die Mitglieder erhalten für den Jahresbeitrag von 20 Mark aus dem reichen Bilderschatz des Vereins ein Normalblatt, zwei Halb- oder vier Mappenblätter. Datz sind farbige, technisch vollendete Reproduktionen allererster Meister, deren Originale sich in staatlichen oder privaten Galerien befinden. Die originalgetreue Farbenkunst dieser Vereinigung kommt auch diesmal wieder in einer Weise zur Geltung, der man uneingeschränkte Bewunderung nicht versagen darf. Außerordentlich sympathisch berührt auch in dieser neuen Publikation die Zusammenstellung der Bilder. Besonders berücksichtigt sind die Großen auf dem Gebiete der Landschaftsmalerei. Auch der romantisch-phantastischen Richtung wurde Rechnung getragen, namentlich durch einen Meister, dessen Eigenart zu pflegen sich die Vereinigung der Kunstfreunde ganz besonders angelegen sein läßt: ArnoldBöckliu! — Mit vier glänzend gelungenen Reproduktionen seiner eigenartigsten Schöpfungen werden !vir heuer bekanntgemacht. Es sind „Vita som- nium breve“, „Ueberfall", „Der Ausritt", die „Altrömische Weinschenke". Ferner sind neu erschienen: Adolf Thamm „Lenzes- pracht", Konrad Mü l l er-Kur z w el l h „Herbstgold", Heinrich H e r r m a n n „Oktobertag in Amsterdam", Carl C. Schirm „Windmühle in der Heide", Gilbert v. Canal „Am Mühlteiche", Albert Flamm „Italienische Landschaft", von Hugo M ü h l i n g „Sonniger Herbsttag", von Walter Mv r a s „Fischerdorf an der Ostsee", Mühlig „Zur Frühlingszeit", Eduard Grützner „In der Klosterküche", Paul Meyer heim „Dorfkinder", Berthold Genzmer „Kinderveigen", Carl Zimmermann „Der Nebenbuhler" und „Zum Rudel", Anton Schmitz >,Bvck mit Ricke", Claus Mey-er „Klarinettenbläser", Hermann H endlich „Der .Rheintöchter Klage" und „Fliegender Holländer", Ernst H e i l m a n n „Herbstblumen".
Alles in alles: Die „Vereinigung der Kunstfreunde" wird sich auch mit ihren diesjährigen Publikationen viele neue Freunde erwerben und sich die alten erhalten. Ihr Verdienst tst, vom sozialen Standpunkte betrachtet, sicherlich kein geringes: Auch der Minderbemittelte ist dadurch in der Lage, seinem Heime jene vornehme und veredelnde Schönheit zu geben, wie sie eben nur dem Schmucke zu eigen ist, der von der Hand gottbegnadeter Künstler stammt.
Vermischtes.
* Im Weltmeer verschlagen. In Buenos Aires ist am Freitag der Dampier „Jkiria" eingetroffen, der im Karailuschen Meere einen venezuelanischen Fischer von furchtbaren Leiden und einem qualvollen Tode rettete. Ter Unglückliche, der Juan Rodriguez heißt, war am 26. September mit seinem Fischerboot von La Guayra in See gestochen, wurde von einem Sturme überrascht, der das Segel des kleinen Booles entführte und trieb nun 30 Tage lang in seinem offenen Boote hilf- und steuerlos auf dem Weltmeere. „Ich hatte nur fünf Gallonen Wasser, vier Pfund Kartoffeln, 2 Pfund Brot, Käse und Butter im Boot. Nach einigen Tagen begann mein Fahrzeug Wasser durchzulassen, ich lag nun in glühender Sonne im Salzwasser, mein Proviant ging zu Ende, mit meiner Angel begann ich zu fischen und nährte mich kümmerlich von meinem Fang, den ich roh verzehren mußte. Es war grauenhaft. Mein ganzer Körper bedeckte sich mit Blasen und Beulen, Haie schwammen hinter meinem Boote und nachts glaubte ich, diese Ungeheuer durch die dünnen Planken unter mir zu spüren; als nach 30 Tagen, am 26. Oktober, die „Jkiria" erschien, halle ich bereits alle Hoffnung ausgegeben." Rodriguez ist wohl 400 Seemeilen weit umhergetrieben.
kf. Jaures als Pantoffelheld. Herr Jaures, der bekannte französische Volkstrtdun, hat nicht, nur mit politischen, sondern auch mit häuslichen Sorgen zu kämpfen. Ter die große Menge in der Oeffenllichkeit führt, wird zu Hause bevormundet und bestraft wie ein Kind. Fran Jaures versteht keinen Scherz. Wenn der Herr Gemahl es versäumt, zur festgesetzten Stunde zum Diner zu erscheinen — mögen ihn auch die wichtigsten Angelegenheiten fernhalten — so speist die Gattin allein, gibt ihren Angestellten Urlaub, verläßt selbst das HauS und nimmt den einzigen


