Ausgabe 
15.7.1911
 
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Vermrsehtes.

von Rechnungen sich in dem Maße ver- iermogen des Schuldners wächst, ja die - en und IäiimigstenZahler seien die ganz

ice ich en Leute, die Millionäre, die oft Jahre verstreichen und sich immer wieder mahnen lassen, bis sie sich endlich dazu ent-

illronäre als säumige Zahler. Der in geord­neten Verhältnissen lebende mittlere Bürger pflegt seine Rechnungen gewöhnlich mit der größten Pünktlichkeit zu bezahlen, jede Schuld würde ihn bedrücken, und spätestens am Jahresschlüsse werden alle rückständigen Schulden abgetragen. Kaufleute nnb Aerzte wollen tni allgemeinen die Erfahrung gemacht haben, daß die Pünktlich, kett m der Bezahlung .......- " '- - -

Mindert, als das schlechtest

Äebaktion: «.Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl' schenUniversttäts-Buch- und St'eindrnckerel" R. Lang?, Gieß^

' ' i,Ja, Fräulein. Ms Herr Rucastle heimlam, ließ mich Btetit heraus, ehe er zu Ihnen hinaufging. Ach, Fräulein, es ist schade, daß Sie' mich Ihre Absichten nicht wissen ließen; ich Würde Ihnen gesagt haben, daß Sie sich vergebliche Mühe machen."

Ha," rief Holmes und blickte sie scharf an,offenbar weiß Frau Toller mehr von der Sache als irgend sonst jemand."

Jawohl, und ich sage auch ganz gerne, was ich weiß." Dann bitte setzen Sie sich und lassen Sie es uns hören, denn Kch gestehe, mehrere Punkte sind mir noch nicht ganz klar."

,^J jchwürde Ihnen längst alles auseinandergesetzt haben, hätte sich nur aus dem Keller herausgekonnt. Falls die Sache etwa vor Gericht kommen sollte, so vergessen Sie nicht, daß ich mich aus Ihre Seite gestellt und es auch mit Fräulein Alice gut ge­meint habe."

Seit der Wiederverheiratuna ihres Vaters hat sich Fräulein Alice zu Hause nicht mehr glücklich gefühlt. Sie sah sich immer zurückgesetzt und durfte nicht viel dreinreden, aber eigentlich schlimm erging es ihr erst, als sie sich mit Herrn Frowler verlobte. Soviel ich gehört habe, besaß Fräulein Alice nach dem Testament ihrer Mutter gewisse Ansprüche, aber sie war viel zu sanft und gutmütig, imt dieselben geltend zu machen, und ließ alles in Herrn Rucastles Händen. Der wußte wohl, daß er mit ihr machen konnte, was er wollte; als jedoch die Möglichkeit eintrat, daß ein Ehemann kommen und altes verlangen würde, was er nach dem Gesetz beanspruchen konnte, da hielt es ihr Vater an der Zeit, einen Riegel vorzuschieben. Er verlangte von ihr, sie solle ein Schrift­stück ausstellen, wonach ihm die Nutznießung an ihrem Vermögen zustehe, sie möge heiraten oder nicht. Als sie das nicht tun wollte, ynälte er sie so lange, bis sie ein Nervenfieber bekam, so daß sie echs Wochen lang am Rande des Grabes schwebte. Zwar erholte tc sich endlich, aber sie war zu einem Schatten abgezehrt und ihr ichönes Haar hatte man ihr abgeschnitten. Doch das machte ihrem Bräuttgam alles nichts aus, und er blieb ihr so treu wie Nur einer."

Durch Ihre freundlichen Mitteilungen," sagte Holmes,haben Sie nunmehr die Sache so weit aufgeklärt, daß ich mir das übrige vollends denken kann. Nicht wahr, Herr Rucastle ging darauf B« seinem Einsperrungssystem über?"

Jawohl."

Und holte Fräulein Hunter von London, itnt sich de» ufc bequemen Herrn Frowler vom Halse zu schaffen?"

So ist es." ! : ; 1

Allein Herr Frowler," fuhr Holmes fort,belagerte das Haus mit der Zähigkeit eines echten Liebhabers und verstand es, durch klingende oder anderweitige Beweisgründe Sie in sein Inter­esse zu ziehen, nicht wahr?"

Herr Frowler war ein sehr freundlicher, freigebiger Herr," Erwiderte Frau Toller gelassen.

Und aus diese Weise sorgte er dafür, daß Ihr guter Mann stets reichlich zu trinken erhielt und daß die Leiter bereit stand, sobald Ihr Herr das Haus verlassen hatte."

Sie haben es getroffen, Herr, gerade so ist es gegangen."

Wir sind Ihnen wirklich Anerkennung schuldig, Frau Toller," sagte Holmes,denn Sie haben uns über alle Punkte, die nach bunM waren, volle Aufklärung verschafft. Da kommt ja auch der Distriktsarzt mit Frau Rucastle; mir scheint, es wird wohl setzt das beste sein, wir bringen Fräulein Hunter nach Winchester zurück, da unser ferneres Verbleiben im Hause keinen ersichtlichen Zweck mehr hat." i | i i ; | m ;

So klärte sich also das Geheimnis' des unheimlichen Hauses tmt den Blutbuchen am Tore auf. Herr Rucastle kam zwar mit dem Leben davon, blieb jedoch für immer ein gebrochener Mann, der sein Dasein lediglich der aufopfernden Pflege seiner Gattin verdankte. Sie wohnen nach immer mit ihren alten Dienstboten zusammen, welche so viel von Herrn Rucastles Vergangenheit! feinen, daß er sich nicht entschließen kann, sich von ihnen zu trennen. Herr Frowler und seine Brant ließen sich gleich am Tage nach ihrer Flucht in Southampton trauen; er bekleidet gegenwärtig toten Beamtenposten auf der Insel Mauritius. Was Fräulein Vrolet Hunter betrifft, so legte mein Freund Holmes zu meiner tztemlrch lebhaften Enttäuschung kein Interesse mehr für sie an den Tag, sobald das Problem, dessen Gegenstand sie gebildet hatte, gelöst war; sie ist zurzeit Vorsteherin einer Privatschule in Walsall und erzielt, so viel ich weiß, schöne Erfolge in ihrem Beruf.

schließen, einen Scheck auszuschreiben. Diese Erfahrung muffe« auch die Lieieranten der amerikanischen Multimillionäre machen. Newport ist bekanntlich die Sommerrestdenz der Dollarkönige, hier haben sie ihre schloßartigen Villen und hier verbringen sie mit allem Luxus, den sich eben nur ein Dollarkönig leisten kann, ihre Sommertage. Aber die Lieferanten und Händler, die in Newport diese Kolonie der Dollarkönige mit Speise, Trank und allerlei anderen Dingen versorgen, können nie zu ihrem Geld kommen. Die Rechnungen wachsen, ein Jahr ums andere verstreicht, der kleine Handelsmann weiß kaum noch, wo er neues Betriebskapital herbekommen soll: die Millionäre aber zahlen nicht. Die Zustände haben sich so zugespitzt, daß die Handelsleute und Krämer von Newport sich jetzt zusammengeschlossen haben, um den Multi­millionären mit einem Streik zu drohen. Sie erklären, daß sie noch länger Kredit nicht geben könnten und daß sie nur noch jenen Familien Waren liefern würden, die wenigstens ihre Rechnung vom vergangenen Sommer bezahlt haben. Und zum Ueberfluß drohen die Kaufleute auch noch damit, den säumigen Dollarkönigen alle jene Haushofmeister und Diener namhaft zu 'machen, die Ver­gebung von Lieferungen für den Haushalt ihrer Herrschaft von dein Empfang einer Provision oder eines Bestätigungsgeldes ab­hängig machen. Tie Ladenbesitzer erklären, sie hätten es allmählich satt, von den reichen Leuten als Gauner und Halsabschneider be­trachtet zu werden, weil ihre Rechnungen zu hoch seien. Daher laden sie jetzt die Multimillionäre von Neivport zu einer Aus­sprache ,von Herz zu Herz', bei welcher Gelegenheit sie den in ihren eigenen Haushalttmgsangelegenheiten offenbar wenig geschäfts­tüchtigen Dollarkönigen zeigen wollen, woher es kommt, daß sie alles so teuer bezahlen müssen.

* Handgreifliche Reklame. Neuerdings sind die Amerikaner darauf verfallen, eine Reklame zu machen, die ebenso wirksam ist, wie ihre bekannten unglaublichen und Aufsehen erregenden Arten, dabei aber viel billiger ist: die werktätige Reklame. Sie beruht darauf, daß nicht der Reklamemacher selbst, soiidern andere Leute die Meinung verbreiten, die den Käufern bei­gebracht werden soll. Ein prächtiges Beispiel dafür erzählt die Newyork Sun": An einem stürmischen Tage sieht man vor der Newyorker Hafeneinfahrt ein Boot, das mit fünf Menschen besetzt ist, schwer mit Sturm und Wellen kämpfen. Zuschauer sammeln sich an, die mit Ferngläsern den Kampf ums Leben beobachten, eine große Menschenmenge strömt zusammen, aber ehe ein Rettungs­boot ausgeschickt werden kann, ist das kämpfende Boot schon ge­scheitert. ^Eilends stößt man das Rettungsboot ab, aber, o Wunder: die fünf Schiffbrüchigen tarnen höchst eigenhändig ans Land ge­schwommen, trotz Sturm und Wellenschlag; sie sind nämlich mit TPZ's Rettungsring ausgestattet l Eine große Menschenmenge hat den Vorfall gesehen, alle Zeitungen berichten darüber, der Zweck wird erreicht und bezahlt werden nur die fünf Hauptspieler und ein paar Leute, die den Menschenauflauf inszeniert haben. Ein anderes Beispiel: Herr Writing, ein Ingenieur in Philadelphia, hat einen neuen kugelsicheren Panzer erfunden, aber trotz aller Bemühungen gelingt es ihm nicht, irgend eine Behörde dazu zu veranlaffen, ihn auszuprobieren. Herr Writing aber ist ein echter Amerikaner und verfällt deswegen aus folgenden Kniff: Während der lebhaftesten Geschäftszeit geht er eines Tages durch eine der Hauptverkehrsstraßen Philadelphias nichts ahnend und völlig harmlos. Da, plötzlich überfallen ihn drei Kerle; zwei davon schießen ihre Revolver auf seine Männerbrust ab, der dritte sticht mehrmals mit einem langen Dolchmesser nach demselben Ziele. Herr Writing aber lächelt seelenruhig und geht unverletzt weiter, während die drei Straßenräuber ihm mit offenem Munde »ach- starren, bis die Polizei sich ihrer annimmt. Am selben Abend noch liest ganz Philadelphia, ohne daß Herr Writing auch nur einen Pfennig zu zahlen hat, wie prachtvoll sein Panzer Schutz gewährt.

* f&erufSfrcubig.Wie geht's, Herr SchlÄnrnermeier? Haben Sie sich schon zu einem Beruf entschlossen?"Jawohl, trete nächsten Monat eine auskömmliche Stellung als Schwie­gersohn an!"

* Väterliche Auskunft. >,Was ist das, Papa, dis Gegenpartei?"Die Mama!"

* Unverändert. Gläubiger:Na, hat Ihr Herr Vater schon Geld geschickt?" Baron:Nee, es ist noch alles beim Alten!"

Magisches Wadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben AAAADDDDEMMRRR 0 U derart einzutragen, daß die wagerechten u, fentrecht. Reihen gleichlautend folgendes bedeuten:

1. Poetische Sammlung.

2. Wichtiges Verdauungsorgan.

3. Nebenfluß der Donau.

4. Astatischen Strom.

Auflösung in nächster Nummer. I

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Ball, Wall.