Ausgabe 
14.1.1911
 
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vev Wit seinen Leuten sich tapfer an dem Gefecht, welches sich später ans der Straße Gien entwickelte, beledigte.. Aon dem 2. Reiterregiment war die 5. Eskadron zur Arttllerie-Bedeckiuig kommandiert. Den drei übrigen Eskadronen befahl nun General V. Rantzau, ans der Straße nach Gien vorzugehen, denn inzwischen hatten sich bereits französische Tropen bis auf die Straße nach Gien-Orleans festgesetzt und verhinderten dte Abfahrt der Ar- tillerie und der Wagenkolonne. Damit war auch ;etzt Brrare mit allem was darin war, vollkommen vom Feind eingeschlosten, und es bleib nur noch zur Rettung ein gewaltsames Durchbrechen^ubrig.

Die drei Eskadronen rückten auf dem Bahndamm, der L>traße Und dem freien Gelüiide zwischen Straße und Loire vor. Die auf der Bahn vorgehende Eskadron stieß dort bereits auf so starke Kindliche Infanterie, daß sie zurückgehen mußte, sie zog sich nach der vor Briare liegenden Rivotte Ferme zurück, hielt die s besetzt imd verteidigte sie mit ihren Karabinern gegen feindliche Angriffe. Den beiden anderen Schwadronen unter Maior van der Hopp gelang es, sich im Karriere auf die PlanKer zu sttirzen, sie zu überreiten und nach Gien zu entkommen. Leider fand hierbei ihr tapferer Führer Major v. d. Hoop den Tod, auch.der Regi­mentskommandeur Oberstleutiiant von Buseck stürzte bet Am An­griff mit dem Pferd und blieb besinnungslos liegen. In Gtew bringen die Reiter der dort stehenden 7. Kompagnie die Nachricht, das Detachement sei abgeschnitten, und Wahrscheinlich ver vren

War den Franzosen es auch mit ihrer Mehrzahl geglüctt, das Häuflein Hessen zu umgehen und ernzuschlteßen, so hielten doch noch die sieben Kompagnien das Gewehr in der Hand und in den Patronentaschen steckten Noch Patronen, ruhig und entschlossen überschauten die Führer das Gefechtsfeld. Oberst. Kraus fuhr a die, üt .Briare als Reserve stehendes Kompaanie nant Scharch vor und bemächtigte sich rasch des Parkes fron Boauvoir ChLteau. Das Schtotzgebäude war von dem oug ots» Leutnant Goldmann vorher schon besetzt, der Punkt war, wie bereits bemerkt, sehr wichtig, denn er beherrscht das Loiretal.

Währmd^dfa^ Kompagnie den Park besetzt«, fand der Durch­bruch der 2 Eskadronen am Loireiifer statt, sofort ging Oberst Kraus mit der Achten in der Richtung vor, sofort ging Oberst heftige Feuern gehört wurde, welches die Franzosen gegen dm Reiter richteten. Die ausgeschwärmten Schützen stießen sehr bald auf ein feindliches Bataillon, das den ganzen Wichurtt von dev Loire bis zum Bahndamm besetzt hielt. Ms Oberst Kraus hiervon unterrichtet wurde, ordnete er fast vor dem Feinde, ledoch gedeckt durch den Rebel, an, daß die 8. Kompagnie sich ausetnanArzog. Mn Zug rechts, einer links der Bahn, der 3. Zug geschlossen da­hinter, so rückte die Kompagnie gegen das Bataillon: eine Salve knallte auf die französische Linie, dann rasselten die Trommeln tmb die Pfeifen schrillten den Sturmmarsch, mit herzhaftem Hurra brach die Kompagnie aus dem Nebelschleier auf den Feind. Das kam den Franzosen denn doch zu überraschend, sie hatten geglaubt, die schwache deutsche Truppenmacht jetzt gefangen zu haben, statt dessen stürzte diese mit dem Bajonette auf sie. Das feindliche Bataillon hielt denn auch nicht stand, eiligst flohen die Gegner aus dem Tal nach den Höhen in ihrer rechten Flanke und nach dem Wald. Oberst Kraus säuberte mit einem Halbzug daS Gelände an der Sttaße nach Gien von dort noch zurückgebliebenen einzelnen feindlichen Trupps: der Rest der 8. Kompagnie hielt das Wald­stück an der Ei.enbahn besetzt. Zwar gingen die Franzolen aufs neue gtgen diese Stellung vor, denn es waren frische Truppen zu ilfa gekommen und zwar die besten der Division, Marineinfanterie, ihre Angriffe wurden stets abgewiesen. Da aber auch die 8. Kom­pagnie Unterstützung von Teilen der 2., 4. und 6. Kompagnie erhielt, ging sie unter Führung von Leutnant Scharg mit den herb eigeeilten Zügen zum Angriff über, die Franzoien wurden tm ersten Anlauf aus ihrer Stellung geworfen und zogen sich nach Norden zurück. Noch einmal suchte der Feind seinen Ver­folgern stand zu halten, allein der sofort erfolgende Angriff dev Hessen verjagte ihn auch hier, er floh in den Wald und war ver­schwunden. 1 Offizier und 9 Mann brachten unsere Leute mit zurück als Gefangene.

Ter an der Straße nach Montargis iwch im Feuer stehenden Infanterie wurde nun auch befohlen, nach der Loire zu abzu­rücken Mit linksum rückte die gesamte Schützeiikette im Feuer Mi der feindlichen Linie entlang ab. Der Versuch der Franzosen, gegen die Abzieheiiden vorzubrecheu, wurde zurückgewiesen und phne erhebliche Verluste erreichten auch diese Abteilungen die Bahn.

Artillerie, Reiterei und Kolonnen hatten, sobald die 8 Kom­pagnie die Rückzugslinie freigemacht hatte, sich nach Gien in Marsch gesetzt; die Infanterie deckte den Abmarsch. Unser guter Freund, der Nebel, hatte uns auch jetzt noch nicht verlassen, wieder zu unserem großen Glück, denn von Briare bis noch über Gien, was das linke Loireuser dicht mit Franktireurs besetzt, welche trotz des Nebels alsbald zu feuern anfingen, allerdingsohne irgend ein Ziel zu sehen, daher blieb die Schießerei ohne jeden Schaden !r uns. Eine Batterie, die gleichfalls auf dem linken Ufer auf­gefahren war, trat, des Nebels wegen, gar nicht in Tätigkeit. Nur die Schüsse vom anderen Loireufer belästigten noch das ge­ordnet und ruhig abziehende Detachement: der geworfene Feind ließ sich nicht mehr sehen.

Mtt Zuversicht hatte General du Temple erwartet, daß 8a8 Häuflein Deutscher am 14. Januar von ihm vollständig verq nkbtet und gänzlich gefangen genommen würde, das energisch« Draufgehen der Führer und Soldaten hatte jedoch den Feind mit Verlusten geworfen und ihm sogar noch Gefangene abgensmmenj Die Verluste des Detachements waren verhältnismäßig gering^ Tas 2. Regiment hatte 2Stenn tot, verwundet 1 Offizier, 9 Mann und vermißt 4 Mann; das 2. Reiter-Regiment tot 1 Ofa fizier und 2 Mann: verwundet 1 Mann, 5 Mann gefangen.

Waren die Kämpfe um Briare auch ohne direkten, bedeutenden! Einfluß auf den Gang des großen Krieges, so hat das Detache­ment doch getreulich seine Aufgabe erfüllt. Das Regiment abe« kann auf diese Waffentat stolz sein, denn unzweifelhaft sind es für die 116. die ruhmvollsten Tage aus der großen Zeit: Ehrentag« aus schwerster Zeit, denn nur durch strengsten Pflichteifer, treues Ausharren unter schwerem Dienst und Entbehrungen, tapferes! Standhalten, mutiges Draufgehen im Gefacht, waren die Er­folge einem vielfach überlegenen Feinde gegenüber, möglich.

Ehre allen braven Mitkämpfern der schveren Zeit, ntogej der echte Soldatengeist, der damals unsere 116er beseelte, demj Regiment für alle Zeit erhalten bleiben.

Verinidchter.

* D i e K o ch k i st e bat sich schon das Heimalsrecht in unserer Küche erworben. Sie hat sich als eine zuverlässige Hille erwiesen, so daß wir sie gar nicht mehr missen mögen. Es liegt nicht an ihr, wenn sie nicht genügend leistet, sondern an ihrer Ausstattung Sie mutz gut (ein, wenn die Kochkiste vollkommen ihrem Zweck entsprechen soll. Ist sie uns im Sommer von großem Nutzen, so teiltet sie auch während der kalten Jahreszeit erhebliche Dienste. Man kann eine Kochkiste jetzt in allen einschlägigen Geschälten er­halten, doch verlohiit es sich auch, diese selbst herzultellen. AIS eine (ehr erhebliche Verbesserung, die jede praktische Hausfrau gewiß gleich Immobilien wird, dient folgende Einrichtung: Die Kochkiste ist mit Stroh, etwas Heu und Holzwolle auf dem Boden und an den Seilen wie gewöhnlich ausgefiittert und mit einem fest­genagelten futter veisehen worden. Obenauf wird sie jntt einem Stückchen altem Teppich bedeckt, das von einer aus Stoff geer« tigten, roatiegefüUten Fußbank an seinem Platze gehalten wird. Das ist die ganze Einrichtuna, die aber bann durch einen genau paffenden Blecheimer (es mürbe ein leeret Butlerbehälter benutzt) vervollständigt luirb. In diesen Eimer stellt man ein kleines Komfort von Steingut, worin ein einziges ausgebranntes Brikett getan wird. Ein Brikett bleibt stundenlang glühend und kostet pro Stück nur einen Pfennig, Das ist eine billige Feuerung, die noch den großen Vorteil besitzt, die darauf zu kochende Speise nicht anbrennen zu lassen, sondern nur langsam, aber sicher gar zu machen. Wenn, wie bei Reis, die Gefahr des Anbrennens infolge des Verkochens des Wassers nabelicgt, legt man einen kleinen Teckel direkt auf das Komfort und setzt darauf erst den Kochtopf. Tie Vorteile ciejer Kvchart liegen auf der vaud: beim einmal wird sehr wenig Feuerungsmaterial auf diese Weise verbraucht machdem die Speise aber vorher schon auf dem gewöhnlichen Herde oder dem Gasherd ms Kochen gebracht wurde) und dann braucht die Söd'in nicht Immer nachzufehen und nachzulegen, sondern kann volllommen ruhig ihrer anderen Arbeit itachgehen.

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Aunösung des Tauschrätsels in voriger Nummer:

Regen Enkel - Ilm Nebel Haube - Oder 8achS Dorn Bauer - Esche Galle - Alster - Sand. Remhold BegaS.

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Umversitäts-Buch- und Steindrnckereh R. Lange, Gießen.