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Verkehr Beschäftigte», zweckmäßige Schutzvorrichtungen und strengste Beachtung der Uniallverhütungsvorschristen können die noch immer sehr große Zahl der Unfälle herabdrücken. Es ist nun bekannt, daß der Verbrauch geistiger Getränke der Steigerung der Verunglückungen parallel geht. Seit der sozialen Gesetzgebung ist darauf genau geachtet.... Was helfen alle Vorschruten und Vorrichtungen, wenn der alkoholisierte Strbeit et sich ihrer nicht bedient 1"
» Tas längste Haar. Welche Länge kann das Haupthaar des Menschen wohl erreichen? Tie Dichter dürfen wir in diesem Punkte nicht um Auskunft bitten, denn auch hier machen sie von dem Rechte der Hyperbel Gebrauch. Ter große Perser Ftrdust i, B. gibt einer seiner Heldinnen so langes Haar, daß ihre Locken vorn "Tacke bis zur Erde niederhangen*, und daß die beneidenswerte Schöne ihrem unten schmachtenden Geliebten zurufen kann: Ergreif' mein Haar, klimm' aufwärts mit Geschick, — Ich biete mich dir selbst zum Fangestrick!" Solch üppiger Haarwuchs kommt zweifellos nur in der orientalischen Poesie vor; aber immerhin eine recht beträchtliche Ziffer ergab doch auch die Messung des längsten menschlichen Haupthaares, das Anthropologen m Wirklichkeit vor'anden und untersuchten: es wies nämlich eine Lauge von nicht weniger als 323 Zentimetern auf! Obwohl der weibliche Teil unserer Leserschaft es vielleicht nicht gern hort, muffen wir doch die Mitteilung machen, daß dieser stolze Haarrekord nicht etwa von einer Tame erreicht wurde, sondern daß es ein mann- liches äVejen weit, bei betn mein ihn teftflellte« Unb handelte es sich um einen Häuptling der ilrühenindianer. Daß man es in diesen-. Falle mit einem abnormen Haarwuchs zu tun hat, ist selbstverständlich. Denn die Durchschnsttslänge, die ungekürztes mensch- lick.es Haar erreicht, beträgt, sorgfältigen Messungen zufolge, nur bis zu 70 oder 109 Zentimeter. Längeres Haar ist bereits eine Seltenheit. Längenmeffungen des Haares werden begreiflicherweise meist nur bei Frauen und Mädchen vorgenommen. Daß aber auch unverschnittenes männliches Haupthaar dem Frauenhaar an Längenwuchs, wenigstens in jüngeren Jahren, kaum nacksteht, scheinen mehrere vereinzelte Fälle zu beweisen. Bei russischen Mönchen, spanischen und italienischen Riegen bitten erreichte das Haar völlig die Turchschniitslänge des Frauenhaares. Bei Knaben, beten Haar nickt gekürzt wird, kann es im fünften Lebenslahre schon bis zur llörpermitte wachsen, so daß sie ihre Schwestern an Länge des Haupthaares übertreffen. Einen besonders tratUgen Längenwucks des männlichen Haupthaares aber finden wir auf Java, wo die männlichen Eingeborenen sich das Haar nicht zu schneiden pflegen. Es reicht ihnen infolgedessen oft bis zu den Kmen hinab.
kf Eine Krankheit, die durch das Hnnde- küsscn entsteht. Bon einer mertmrbtgen Krankheit, bie bisher mickekannt war, wird «ns Parts berichtet. Es handelt sich angeblich um eine Krankheit, die beim Hunde tn ganz harrn- loser Form austritt, durch unvorsichtt^s Umgehen mit den knet- sustigen Lieblingen besonders durch Küssen auf den Meuschcu Wettragen wird, und sich dann sehr unangenehm bemerkbar, macht. Beim Hunde besteht die Krankheit augenscheinlich mir m unangenehmem Jucken an der Schnauze, denn die davon befallenen Tiere pflegen sich mit ber Schnauze an allen erreichbaren Dingen M reiben. Beim Menschen dagegen, stellen sich, sehr heftige Schwellungen an Mund und Nase ein, durch dre die ganzen Schleimhäute dick aufgetrieben werden, was nicht nur sehr schmerz- hast ist, sondern auch Narben hinterlassen soll. Die Schwellungen treten nicht nur int Innern der Mund- und Nasenhöhle auf, sondern, so heisst es, es sollen auch die Wangen und tn etnzeluea Fällen sogar die Augenlider davon befallen werden. 'Die stanzo- stschen Aerzte halten es für ihre Pflichten, besoiÄers Frauen iund Kinder darauf hinzuweisen, daß mau mit Hunden sehr vorsichtig umzugehen hat. Es scheint, als hielten dre französischen Aerzte ihre Landsleute in diesem Punkte für besonders letcytstnntg. Wenn diese merkwürdige Krankheit auch noch einer wetteren Auf- Närung bedarf, so ist dieser ärztliche Rat durchaus nicht von der Hand zu weisen, denn es handelt sich dabei nicht um dre Ber- Mtung -dieser neuen, rätselhaften Krankheit, allein sondern durch Unvorsichtiges Umgehen mit Hunden kann man sich manche Krankheit leicht Mziehen, wofür als besonders gefährliches Beispiel der Echinococcus genannt werden mag, der Hundebandwurm, dessen Bimtc sich in menschlichen Körpern entwickeln und zu bedenklichen rankheitserscheimingen Anlaß geben kann.
kf. Woran ist Kleopatra gestorben? An dem berühmten Schlangenbisse: so hat jedermann auf der Schule gelernt, so hat auch Shakespeare ihren Tod geschildert. Allein die in ihrer Kritik nimmer rastende Geschichtswissenschaft will jetzt auch diese Tatsache in Zweifel ziehen. Aus Paris wird berichtet, daß der Baron Larrey auf Grund seines langjährigen Studiums der egyptischen Papyri und Grabinschriften zu dem Ergebnisse gelangt ist, daß die Erzählung von dem Tode Kleopatras durch den Biß einer Schlange gänzlich unzutreffend sei. Seine Unter- suchttiigen haben ihn vielmehr zu der lleoerzeugung geführt, daß Kleopatra eines Todes gestorben ist, wie er noch heut
häufig vorkommt. Baron Larrey behauptet, daß die schönste aller Königinnen durch Koh lenoxy dv ergistung ihr Ende gefunden habe. Sie mutz also Kohle angezündet und durch das Einatmen der dabei sich entwickelnden Gase ihr Ende gefunden haben. Man muß abwarten, ob sich die Forschungen des Barons Larrey bestätigen; sind sie wahr, so ist die Geschichte der Kleopatra sicher um einen interessanten Zug ärmer, und sie ist dann gestorben, wie unzählige Arbeiterinnen nach ihr auch.
bk. Warum die Neuyorker Droschken so teuer sind. Wer in Neuyork mit der Droschke fährt, muß dafür vier bis fünf mal so viel bezahlen wie in einer der Hauptstädte Europas. Ter Grund dafür ist, wie der „Daily Telegraph* in einer Stack» richt über die Neuyorker Trofchkenteuerung und das Verbalteu des Publikums dazu angibt, darin zu suchen, daß die Trofchkenbesitzer wahre Riesensummen an Hotels bezahlen müssen, um ihre Standplätze benutzen zu dürfen. Das Waldorf-Astoria-Hotel soll z. B. von den Troschkengesellfchasieii nicht weniger als 120000 Alk. tnt Jahre bekommen; mit ähnlich hoben Summen zwischen 20 000 und 80 000 Mk. werden das Hotel Knickerbocker, das Hotel Astor, Hotel Imperial und Hofland House genannt, während einzelne^Privat- klubs, die mich Abgaben beziehen, mit etwas niedrigeren Summen in der Liste stehen. Tas Publikum setzt sich natürlich gegen die hohen Troschkenpreise zur Wehr, und so nimmt die Benutzung der Droschken ab und die viel billigere und gleichzeitig schnellere Hoch- und Untergrundbahn und die anderen Verkehrsmittel haben dann den Vorteil.
.* Blinde Liebe. Sie: „Du bist ja ein netter Bräutigam; gestern bist du auf der Straße mt mir borübergegangen, ohne mich zu sehen!" — Er: „Na, da stehst du doch, daß die Liebe blind macht!"
* Ein Pessimist. Frau: „Heute bekommst du den Hausschlüssel nicht — das ist mein letztes Wort!" — Mann: „Ach — wenn's nur wahr wäre!" . w...
* Pech. „Ich bin tn großer Verlegenheit. Mem Arzt hat mir nach dem Mittagessen zwei Aspirin-Pulver verschrieben — — „Hast du fein Aspirin?" — „Aspirin habe ich, aber tein Mittagessen."
Büchertisch.
— Vom freudigen Schaffen. Eine Anthologie aus unseren Tagen. Herausgegeben von Iuliu s A. Wentzell. L. Staackmann Verlag, Leipzig. Zwanzig erste Autoren der Gegenwart mit zwanzig selbständigen Novellen, Skizzen, Plau- berein. Das Neuartige an der billigen Sammlung ist, daß sie erstens nicht bloß eine willkürliche Auswahl darstellt, sondern daß sich zwanzig Vorkämpfer der Lebensbejahung zu einer Veröffentlichung zusammenfinden, die sich naturnotwendig aus ihrem Stteben ergibt. Ferner bietet jeder der dann vertretenen Autoren in Stoffwechsel und Stil ein vollkommenes Bild seines Wesens. , ,, , ....
— „Der niederbayertsche Homer" betitelt sich ein lustiges Büchlein von Franz Fabian, den wir als Mtt- arbeiter der Münchener Jugend bereits vorteilhaft kennen. Der Inhalt des mit reichem fünffarbigem Umschläge und 60 Textillustrationen ausgestatteten Büchleins ist sehr unterhaltend.
— „Buch der Wunder und Geheimen Wissen- k.chaften von Dr. med. G. H. Berndt (Verlag von Oswald Mutze, Leipzig). In dem vorliegenden reichillustznerten 1. Bande/ der soeben in 2. Auflage erschienen ist, wird in ausführlichster Weise der Hypnottsmus behandelt. Sodann folgen dw magischen Geisteszustände. In diesem Zusammenhang bespricht Dr Berndt die Formen der Ekstase, der Hystene, die magischen Narkosenz die Besessenheit, das Gedankenlesen, das Doppel-Jch usw. Sodann folgt ein Kapitel, das der „Merkwürdigen und Wunderkuren", das noch nie vom Standpunkt der modernen Naturwissenschaft und Medizin behandelt worden ist.
Bilderrätsel.
Auflösung in nächster Nummer i
Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer: Ein jeder gibt den Wert sich selb st.
Redaktion: K. Neuratb. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'Ichen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gieße«.


