Ausgabe 
13.11.1911
 
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preußisch-österreichischen von 1866 ober den spanisch-amerikanischen,

Auflösung des Arithntogriphs in voriger Nummer: Geel Egge Igel Beil Elbe Tabelle ©et bei.

was die sechs reichsten Manner der wett alles tun tonnten!

Schier unzählig sind die Mitteilungen und Zahlenaitgaben, die mit der Zeit über den fabelhaften Reichtum der vermögendsten Leute der Welt in die Oeffentlichkeit gedrungen sind. Aber mag e§ auch wahr sein, daßZahlen beweisen", so ist doch gewiß, daß sie, so bald sie eine gewisse Höhe überschreiten, keinerlei An­schauung mehr zu vermitteln vermögen. Und darum ist es als eine sehr lnibsche Idee zu bezeichnen, wenn eme englische Monats­schrift derStrand", in ihreni neusten Hefte den Versuch macht, eine wirkliche Anschauung von der ungeheuerlichen Geldansamm­lung in der Hand der größten Krösusse unserer Zeit zu geben, indem er die Frage stellt: Was könnten denn eigentlich die sechs reichsten Männer der Welt mit ihrem Gelde alles ausrichten?

Diese sechs reichsten Männer sind Rockefeller, Pierpont Morgan, Astor, Lord Strathcrona, Carnegie und Rothschild, und das Vermögen, worüber diese sechs verfügen ist auf 20 000 Mil­lionen Mark zu beziffern. Nun, dafür könnten die Herren zu­nächst einmal die Schulden des Deutschen Reiches, die etwa '4500 Millionen March betragen, bezahlen, sodann auch^ Groß­britannien seine kleine Schuldenlast von 15 000 Millionen Mark begleichen und sie würden noch immer etwa 500 Millionen Mark, also genug zu einer guten Zigarre und einem soliden Glase Wein behalten. Sollten sie aber etwa England bevorzugen und sich mit der Bezahlung der englischen Nationalschuld be- Snngen, so könnten sie etwa dazu noch die ganze Natlonal- Galerie, das South Kensington-Museum in London und schließlich 'als Zugabe" sämtliche Linienschiffe der englischen Flotte an-

also kurz: auf einen der billigeren Kriege beschränken. AM vielleicht liegt der Ehrgeiz der sechs Generalgewalttgen aich der See? Much da haben sie keine üblen Aussichten. Um die Halft« ihres Geldes können sie eine Flotte schaffen, die allen^ gegen­wärtigen Flotten der Welt ganz außerordentlich überlegen sein würde und annähernd die gegenwärtige britische Flotte, zur zeit die stärkste, ums Doppelte übertreffen wurde.

3 Allein, wie bei Beethoven gesungen wird,ihr Freunde, nickt diese Töne! sondern lasset uns andere anstimmen und fried­vollere. Der gesamte Hausbesitz in Großbritannien besitzt über­schläglich einen Wert von 4400 Millionen Mark, sämtliche Ge­bäude Londons werden zusammen auf 880 Millionen Mark an- gesetzt und der ungefähre Wert des ganzen Eigentums in Englaiw und Wales erreicht beiläufig 5200 Millionen Mark. Ml das zusammen tonnten die Krösusse erwerben und blieben doch noch Krösusse! Oder sie könnten ;edem Bewohner der britischen,-ouiel, Mann Weib und Kind, Kopf für Kopf 400 Mark zum machen Oder sie könnten die ganze Erzeugung der britischen Industrie, die etwa sechs Millionen Arbeiter bet sechstagmer Arbeitszeit in der Woche hervorbringen und die 1910/11 ungefähr auf 14 240 Millionen Mark sich belief, erwerben, ohne W ver­armen Ein noch hübscheres Bild aber bietet der Gedanke, daß die Sechs das ganze Großbritannien sechs Jahre- lang »»d Koch länger freihalten könnten das will sagen: sie konnten wahrens dieser Zeit alle Staatsausgaben Großbritanniens bezahlen, die Zollhäuser könnten schließen, Briefe und Telegramme waren frei und Steuern würden nicht erhoben: was wollen denn auch dre 3000 Millionen Mark, die England allfährlich aus diesen Quellen

Die Krösuss? könnten^Jolm Bull sechs Jahre lang freihalten, aber, wenn sie übler Laune werden, so könnende ihn anch glatt anskausen. Der englische Gesamthandel tnt ^«l>re stellt einen Wert von 16 590 Millionen Mark dar: das konnten also dm reichen Herren bequem schaffen. Sie konnten John Bull aus- kaufen und ihn weiter verkaufen wenn ihn, was "M über jeden Zweifel erhaben ist, einer haben will. Was konnten fte laust noch tun? Alle Kohlen Englands erwerben und sämtliche Fabriken undEisenbahnendes Landes zum Stillstände zwingen Alle Automobile der Welt ankaufen, Mit dem nicht zu geringen Reste ihres Vermögens etwa den Panama- und den Suez-Kanal, erwerben undzur Abrundung" den gesamten Wert des britischen Schiffsverkehrs in einem Jahrzehnte bezahlen. Sie konnten sogar ein ganzes Land ankatifen - wenn es überhaupt verkäuflich Wäre9 Schottland z. B., das will sagen: sein gesamter Grund und Boden, wird auf 18 600 Millionen dk«rk beertetBtlllg. Würden die sechs- reichen Herren sagen und Schottland in bte Tasche stecken.

biti" sagte. Sofort begann er nun ein ivüstes Rechnen und ein SBätsen von Tabellen, wobei er immer halblaut mltbrummte, als Wenn e^eche Logarithmentafel auswendig lernen Er st

frfriicfifent und dann immer dreister, wagte ich ihn zu untirviecyin, Um ihn zu bitten, die Sache doch etwas zu beschlemngen, da unser Zua^ Wb ei®Äe. 'Aber alles war vergeblich, Offenbar ^vonftrte^chm nrein Französisch nicht. Er blickte nicht einmal L.nc nnx iniirmi'ltf* seine retünerlschen SB efcfyfttötun goruvclit iun^ Sää K nach Verlauf einer qualvollen Viertes stunde hatte er das richtige Ergebnis gefunden und erklärte mir freudestrahlend, daß wir 7 6 2,9 9 F r a n k s Z o l l M zahlen hatten

Ich wäre unbedingt vor Schreck umgefallen, wenn ich Nicht gerade noch gesessen hätte. 762,99 Franks! Wo sollten Wtr so viel Geld int fremden Lande Hern echtsten? , Es war unmöglich Ich verlegte mich also aufs Bitten. Da.mir bekannt war, daß der Zoll an der Grenze, also bereits an der nächsten Zahnstation wieder zurückbezahlt werden mußte, ersuchte ich M cAnesn Weamten aus unsere Kosten mitzuschrcken, der uns erst dort den Mallon ausliefern sollte. Aber er lächelte nur fern überlegenstes Lächeln und sagte dazu sehr freundlich und bestimmt:Der Ballon bleibt hier, bis Sie den Zoll bezahlt hüben; eme andere Regelung ist, so lange ich hier bin, unmöglich." Da es uun nM'angin-g, seine Pensionievung abzuwarten und wtr auch die Kunst, zu bezahlen ohne Geld zu besitzen, noch nicht kannten, mußte em längerer Ausweg gesunden werden, umsomehr, als der Zug soeben ?nCtb8nin Glück kam gerade unser Führer mit den Fahrkarten und dem Gepäckschein zurück und er erklärte dem Rechenmeister schnell, daß unser Ballon gar nicht so wertvoll sei, als er uns zugetraut habe. Nun begann das Rechnungsgemurmel von neuem, aber unter gütiger Assistenz des Herrn Grenzkommissars soviel schneller, daß wir gerade noch die jetzt geforderten 121 Franko bezahlen und in den Zug springen konnten, froh -und glücklich, wieder dem freieren Deutschland zuzustreben, das die Fremden lieber abschrebt, als fte gegen ihren Willen festzuhalten.

Dankbar erkannten wir an, daß uns keine größeren Schwierig­keiten entstanden waren, und hatten für bte vielen, aber uisolge her großen Höflichkeit aller Beamten recht humorvollen Weit- laufigkeiten nur ein verzeihendes Lächeln, das uns die Rückerinne­rung an die unvergleichlichen Genüsse unserer Nachtfahrt nicht stören, sondern nur noch erhöhen konnte.

Vermischtes.

kf A m j ü n g st e n T a g e. Was für sonderbare Vorstellungen Vom Jenseits man bei manchen Leuten findet, zeigt ein Gespräch eines Geistlichen mit einem Irländer, der mit dem Urwüchsig en Humor seines Volkes besonders reich begabt zu sein scheint. ^Der Geistliche stellte den Irländer zur Rede: .Patrick, die Witwe Maloney sagt, du habest ihr ihr bestes Schwem gestohlen Stimmt SmS9"Ja, Ehrwürden. *Was hast du damit getan? 'O, Ehrwürden, ich habe es geschlachtet und gegesien. , O Patrick, Patrick, wenn du nun am jüngsten Tage der Witwe und dem Schwein von Angesicht zu AiH-eftcht gegenuberstehst, wie wirst du dich rechtfertigen, wenn die Witwe dich des Diebstahls beschuldigt?"Wird das Schwein bestimmt dabei sein, Ehr- Würden?"Aber natürlich, wenn ich es dir doch sage. Nun, EhrWürden, dann würde ich sagen:Frau Maloney, hier haben Sie Ihr Schwein wieder."

kaufen.

Sollten die sechs Herren kriegerisch gesinnt sein, so stehen her Welt harte Zeiten bevor. Hat doch einer von ihnen wahrend hes Burenkrieges bereits wirklich 1000 Mann, voll bewaffnet Und ausgerüstet, ins Feld gestellt und -ein Jahr oder zwei auf feine Kosten erhalten. Unser Krösus^Sextett aber konnte eine ganze Million Krieger ins Feld stellen, und dies Heer zehn, ja viel­leicht zwanzig Jahre erhalten. Freilich, es gibt Kriege und Kruge! Der Burenkrieg z. B. hat England an die 5000 Millionen M-ark gekostet, während noch die ganze napoleanische Kriegszelt von 1790 bis 1815 Großbritannien nur mit der verhältnismäßig geringen Summe von 13 000 Millionen Mark belastet hat. Frei­lich, um so kriegerische Gelüste zu befriedigen, müßten die reichen ihr Kapital angreifen; wollen sie nur von ihren Eln- Krieg führen, so müssen sie sich auf einen, wie den

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(Auflösung in der nächsten Nummer.)

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Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Nrühl'scben Universitäts-Buch- und Steiiidruckerei, R. Lange, Gieße».