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10. Ter, wo nix waas von Kinnerbosse, Der kann sich's hent woas toaste losse
11. August, du hast die feilste Kaffe, Tu wirst dich doch net lumpe laffe.
12. Sei nur kein Nörgler, kein Krakehler
Das sind die schlimmsten Währsihaflsfehler.
15. 'n Nickel 'raus, unn net gleich flenne, Spähn kannst de morje wieder brenne.
16. Als nur geblecht frisch-sromm-frei-froh, Dann dosiir iß die B l e ch bnchs do.
17. Hai kannst de woas zu dei'in Bergnije Für billig Geld ins Knopploch krieje.
18. Philipp, komm her unn lob dich roppe, Wärsch nach bloß für en Gummistoppe.
19. 'nen nntteldicke Nickel nur
Kost't dieses Kind der Wiesenflur.
20. Labt nur erscht e paar Jahr vergeh', Dann sollt ehr emot „Staats kinner" seh.
21. Als geriwwelt frisch und fix, Gibt'st de nix, so gilt'st de nix.
22. Geht auch ein Märklein in die Binsen, Wer weiß, vielleicht trägts hohe Zinsen.
23. Heut zwack der einol — giht der'sch aach knapp — Fürs Hesseland ’n Schoppe ab.
24. Woas iwes eaß e Owerheß, Ter kääft sei Blimche ganz geweaß.
25. Jetzt wirst mit Liebe du gerupft, Ob's glich dein knaus'rig Herz verschnupft
26. Etzt zieh' emot bet’ Portmonnaie, Doch tu der jo bei Leib net weh'.
27. Komm, Schorsch, kaaf dr e Margerit Unn nomm d’r Lisbet aach a mit.
28. „K ä ä s st* du im M a i ein Blümelein
Zu edlen Menschenzivecken,
So mit6 deshalb noch lange kein „Maikäser" in dir stecken.
29. Tu hast die Zeit und hast die volle Kaste, Was fängst btt mit bem vielen Zeug nur an, Spenbir' was für e Kinnerchais' — bann hast be Doch auch mal sürs Balerlanb was getan,
30. Bersleckel dich net in ber Sluwwe
Unb geb ivoas für bie Hessebuwwe.
31. Sei das Maßlieb auch noch so schlicht und klein, Das Maß der Liebe muß unermeblich fein.
Daß der Schimmel nahezu pechschwarz zur Welt kommt, erfahren wir im Maiheft von Belhagen & Klasings Monatsheften aus den „Hipologischen Farbenslndien" von Wolf von Metzsch- Schilbach. Als Mohrenschimmel erblickt er das Licht einer Stall« laterite. Kaum je wird nämlich ein Pferbebaby tagsüber geboren. Bald treten dann auf bem schwarzen Grund weise Haare hervor, nach bem ersten Jahr, im zweiten und drillen, den eigentltchen Kinderjahren, entwickelt sich der Grauschimmel, zeigt sich die „Tendenz", ein Apselschinunel zu werden. Das will sagen, auf schon ausgesprochen weißem Untergrund treten die talergroßen Ringe hervor, welche die „Apfelung" bilden.
Der Schimmel ist eben im Gegensatz zu allen andern Pferden, die bie Farbe ihres Jugendkleibes bis ans Ende ihrer Tage bei« behalten, recht eigentlich ein Chamäleon zu nennen. Mit jebem Haarwechsel im Herbst und Frühjahr verwischt sich die hübsche lebhafte Zeichnung mehr und mehr, sie verbleicht schließlich in reisen Jahren völlig, und man spricht bann am Ende bieser Metamorphose eben nur noch von einem „Schimmel" schlechthin. Will man sich ganz besonbers gewählt ausbrücken unb bie nur scheinbar pleonastische Wortverbinbiing „weißer Schimmel" verineiben, kaim man das Tier wohl auch als „Silberschimmel" bezeichnen.
Dies ist so im allgemeinen „Schiinmels Werdegang". Daneben gibt es jedoch auch weniger iwrma(e Entwicklungsstabien. Zuweilen treten ba außer schwarz und weiß noch z>vei andere Farbentöne ost ganz unvermittelt auf, ein leicht schieferblauer und ein ausgesprochen rötlich-brauner, so daß der Blauschiniinel im einen, der 'Muskatschimmel im andern Falle entsteht. Auch hiermit ist die ganze Farbeiiskala noch lange nicht erschöpft. Da haben wir zunächst noch den ganz entschieden häßlichsten aller SchiuiNiel, den Fliegenober Forellenschimmel vorzustellen. Oft erscheinen nämlich vor bem völligen Erbleichen des Felles wie der Dieb in der Nacht zumeist über alle Teile des Körpers verstreut zahllose linsengroße Punkte. Auch bei Schinmielii, die vordem ein nur voii weiß und schwarz gemischtes Slcib trugen, taucht plötzlich ein neues Farbenelement auf, denn diese Punkte werden iit ber Regel von rötlich-braunem Haar gebildet, bas einem Juchs angehöreii könnte. Die rot-braune Punktierung erweckt, aus einiger Entfernung betrachtet, vollkommen
beu Eindruck, als hätte sich auf weisem Grunde ein Heer von Fliegeii niedergelassen. Dieser Fliegenschwann aber erweist sich leider als reckst seßhaft. Mancher Schimmel trägt ihn selbst dann noch mit z>i Grabe, wenn er das höchste einem Pferd gesteckte Altersziel von 33 bis 35 Jahren erreicht. Die große Mehrheit aller Schiiiimel sieht freilich schon lange vor bem Eintritt in solch patriarchalisches Alter, mit 12—15 Jahren „etwa, weiß wie ein Handtuch" aus.
Nun wissen wir, daß Schimmel überhaupt em wenig 3um Phlegma neigen, unb da das Alter lisch überdies bas Seine dazu beiträgt, etwelche „wilden Triebe" zu besänftigen, ist denn auch vom Standpunkt des Hippologen nichts dagegen einzuwenden, daß das Dichterroß als milchfarbener Schimmel dargestellt wirb.. Er wurde in jüngeren Jahren wohl kaum bie üblen Reitversuche junger Anfänger so gar gebiildig über sich ergehen lassen.
Abschließend sei in unserer Farbenstubie noch ber Rot- ober Eisenschimmel gedacht. Sie sind es hauptsächlich, bie von Laien baib als Füchse unb Braune, bald als Rappen angesehen werden. In der Grundfärbung gleichen sie diesen auch vollkommen, nur zeigen sich die rotbraunen und schwarzen Haare von so zahlreichen weißen gleichmäßig untermischt, daß die Klassifizierung als Schimmel ihre volle Berechtigung hat. „Mit Zucker überstreute Braune und Rappen" sagt eine tatarische Bezeichnung nicht unzutreffend.
Wenn mm die Schimmel fo gleichsam ihren Taufschein offen mit sich herumtragen, wenn man ferner in Betracht zieht, daß der Verwandlnngsprozeß des Ausbleichens bei dem einen schneller, denn andern langsamer vor sich gebt, so wirb man leicht ermessen, baß sie sich im allgemeinen nicht ber größten Beliebtheit erfreuen. Cun Paar völlig 'gleichalteriger unb gleichgezeichneter Apfelschimmel sieht oft schon nach zwei, drei Jahren recht verschieben schattiert aus, wenn nicht gar sich ber eine plötzlich zum Fliegenschunmei metamorphostert hat. Da schließlich noch bie Reinerhaltung gewisse besondere Schwierigkeiten bietet, darf es nicht wundernehmeii, baß prosaische Kutscher dem Schimmel weit weniger sympathisch gegen« überstehen als Maler und Poeten, die sich in genialer Weltentrücktheit um die Stallpslege wenig Sorgen machen.
Die deutsche Heeresleitung hat übrigens noch aus einem anderen und gewichtigeren Grunde bie Schimmel schon längst auf ben Anssterbe-Etat gesetzt. Ihr weithin leuchtenbes Weitz läßt sie ge- rabezu als Zielscheiben für feinbliche Geschoße erscheinen. Man möge sich hier bes schönen Gedichtes vom „treuen Froben" erinnern Nur ein Regiment reitet noch heute, alter Tradition gemäß, au • schließlich Schimmel. Es ist das erste ber beiben schwarzen, fs- genannten Totenkopf-Hnfaren-Regimenter in Danzig-Langsuhr. o-
Humoristisches.
* Zweifelhaftes Lob. „Wie gefällt Ihnen Meine Brant?" — „Na, für Ihre Brant ist sie ganz hübsch!"
* Feine Unterscheidung. Neues Dienstmädchen: „Gnädige Frau, soll ich die Arbeit jetzt machen, oder soll ich sie gleich machen?"
ttömgspromenade.
Man darf bie einzelnen Wörter unb Silben nur in ber Weise miteinanber verdürben, baß man — wie ber König auf bem Schachbrett — stets von einem Felb aus auf ein benachbartes übergeht.
(Auslösung in der nächsten Nummer.)
flie
boch
rast
ein
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lust
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du
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uer
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sie
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brüst
die
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ber
wenn
fühlst
nicht
lust
ast
fo
du
die
Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummert Kafabu — I(Io — Anbetnach — Obijniec — Tacitus;
Kiao - Tschou.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch» und Steinbruckereh R. Langs, Gießen»


